Studiengebühren in Hessen - Darlehen?

Hallo Allerseits,

in hessen demonstrieren die hessischen Studenten gerade die Studiengebühren, die eingeführt werden sollen.
Abgesehen davon, dass man sich über das selbst vortrefflich streiten kann, ist es sinnvoll solche Studiengebühren mit günstigen Darlehen und Stipendien zu koppeln, wenn man nicht arme Jugendliche vom Studium abhalten will.
Wie soll das in Hessen laufen? Wie läuft das in anderen Bundesländern mit Studiengebühren.

Gruß
Carlos

Stipendien
Hallo Carlos

Abgesehen davon, dass man sich über das selbst vortrefflich
streiten kann, ist es sinnvoll solche Studiengebühren mit
günstigen Darlehen und Stipendien zu koppeln, wenn man nicht
arme Jugendliche vom Studium abhalten will.

Ich weiss etwas zu Stipendien. Die Begabtenförderungswerke, die Gelder aus öffentlicher Hand vergeben fördern momentan etwa 0,6% aller Studenten.

(Die Förderungswerke sind im einzelnen allen voran die Studienstiftung des deutschen Volkes, eine Stiftung jeweils aller momentanener Bundestagsparteien, das katholische Cusanuswerk, sonen evangelisches Stipendienprogramm, die Stiftung des DGB, und nochwas der deutschen Wirtschaft)

Die Ministerin des bmbf hat angekündigt, dass diese Zahl auf etwa 1% erhöht werden solle und dass hierzu die Mittel bereigestellt werden sollten.

Diese Stipendien haben den Umfang von 80 Euro „Büchergeld“, die man aber für alles ausgeben kann, im Monat. Ist man BAFÖG-berechtigt, dann kriegt man dieses Geld als nicht rückzuzahlendes Darlehen ausgezahlt.
Zumindest unter den Stipendiaten der Studienstiftund d. deutschen Volkes ist der Anteil derer, die nur Büchergeld erhalten relativ hoch, aber auch unter den „normalen“ Studenten sind die BAFÖG-Empfänger ja eher in der Minderzahl.
Zumindest die Studienstiftung ist keine Bonzensnobförderung :wink:
Aber dennoch stammen die Stipendiaten im Mittel nicht aus den ärmeren Schichten.

Es muss damit zumindest zugegeben werden, dass die Studienstiftungen nichtmehr in erster Linie das Ziel verfolgen, möglichst armen, motivierten Studenten aus „niedrigeren“ Schichten ein Studium zu ermöglichen. Diese Förderung wird im Moment dem BAFÖG zugeschrieben. Ob das reicht bzw. reichen wird, darüber sage ich hier nichts aus, da ich mich mit der Thematik nicht gut auskenne.

Im Februar wurde gesagt dass etwa 1/3 der Stipendiaten keine Eltern als Akademiker hätten, 1/3 ein Elter und 1/3 beide Eltern.
Bis jetzt ist nicht in Sicht, dass für Stipendiaten der Studienstiftung (das sind immerhin etwa 50% aller Stipendiaten) oder der anderen die Studiengebühren verringert oder erlassen werden. Ich weiss, dass die Studienstiftung mit Universitäten über solche Möglichkeiten spricht. Ich weiss nicht mehr ganz genau, ob auch davon gesprochen wurde, ob diesbezüglich auch mit den Kultusministerien gesprochen wurde, aber es wär eher eh nicht die richtige Adresse, denn Studiengebühren sind ja eine Sache der Uni.

VG, Stefan

Hi Carlos,

ein Darlehen ist auch nur ein Kredit. Was heißt denn da günstig? Du bist mit einem ganzen Studium schnell bei den Kosten eines Mittelklassewagens angelangt. Ob ich mir einen 3er BMW mit niedrigen oder etwas höheren Zinsen zulege ist irrelevant, wenn es darum geht, dass ich ihn bezahlen muss.
Ich bin da nicht so solidarisch eingestellt wie du. Ich glaube, dass es die beste Entscheidung für alle ist, wenn man den Plan der Studiengebühren einfach verwirft. Keine blockierten Autobahnen mehr, kein Bedarf nach Fachleuten für dubiose Kredite, weniger Papierkram, mehr Auswahl bei der Suche nach den besten Akademikern und eine Basis für die Rente in 20 Jahren.
Es ist auch für die gesamte Ökonomie vollkommen unsinnig künftige Steuerzahler zu verschulden. Das führt nur dazu, dass in Zukunft weniger Gewerbe gegründet werden und niemand Kinder bekommt. Die Hochschulen profitieren auch nicht von den Gebühren, aber sollen Geld dafür aufbringen, dass aus Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt wird, die rein qualitativ deutlich unter Magistern oder Diplomen angesiedelt sind.

Heute sind 5000 Studenten in Giessen angekündigt.

Viele Grüße,

Hilmar

Hallo Hilmar,

ein Darlehen ist auch nur ein Kredit. Was heißt denn da
günstig? Du bist mit einem ganzen Studium schnell bei den
Kosten eines Mittelklassewagens angelangt.

Ähhh, ich dachte die Studiengebühren sollen 500 €/Semesterbetragen.
Bei einer normalen Studiendauer, z.B 12-16 Semestern, komme ich auf 6.000 - 8.000 € (OK dafür bekommt auch einen Mittelklassewagen, aber keinen besonders frischen).

Es ist kein übermäßig riesiger Betrag, aber wenn man keine gut bezahlte Position findet, stottert man viele Jahre daran ab.
In anderen Ländern funktioniert es auch mit Studiengebühren, berühmtestes Beispiel die USA. Aber dort herrscht auch eine andere Denkweise und die Eltern sparen für die Ausbildung ihrer Kinder.

Machbar sind Sutiengebühren. Ob es mit dieser Infrastruktur, d.h. ohne ein richtiges Stepedienwesen und zinsfreie Darlehen, die teilweise erlassen werden können, sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

Gruß
Carlos

Hi Carlos,

Ähhh, ich dachte die Studiengebühren sollen 500
€/Semesterbetragen.
Bei einer normalen Studiendauer, z.B 12-16 Semestern, komme
ich auf 6.000 - 8.000 € (OK dafür bekommt auch einen
Mittelklassewagen, aber keinen besonders frischen).

Das ist nicht ganz richtig. Die Gebühren kommen erstmal zu den regulären Semesterbeiträgen dazu. Damit liegt man Hochschulübergreifend bei mindestens 750€. Dieser Betrag ist aber auch nicht fix. Wie genau gestaffelt wird kann niemand wirklich sagen, aber Studiengänge sollen nochmal unterschiedlich viel kosten. Dazu kommt aber, dass die meisten Regelstudienzeiten bei ca. 8-10 Semestern liegen. An dann sind zwischen 1400€ - 3000€ fällig pro Semester. Nicht EU-Bürder zahlen das ab dem ersten Semester. Wer soll das mit einer 20 Std./Woche ohne Festanstellung berappen können? Besitzen denn alle Eltern die Mittel um das zu finanzieren? Ich glaube nicht. Da fällt nicht mal rein, dass manche Eltern ja auch zwei Kinder haben.

Es ist kein übermäßig riesiger Betrag, aber wenn man keine gut
bezahlte Position findet, stottert man viele Jahre daran ab.
In anderen Ländern funktioniert es auch mit Studiengebühren,
berühmtestes Beispiel die USA. Aber dort herrscht auch eine
andere Denkweise und die Eltern sparen für die Ausbildung
ihrer Kinder.

Warum reden hier immer alle von den USA? Wir sind nicht in den USA. Amerikaner haben durchschnittlich höheres Einkommen und sind nicht Krankenversichert. Du bekommst drüben sogar für sportliche Leistungen Stipendien. Zumal die High Schools auch ganz anders organisiert sind. Da werden ACT- und SAT- Multiple Choice Tests anstelle eines Systems wie der ZVS zu Rate gezogen. Und das ist auch nur die Spitze vom Eisberg. Die Schulpolitik ist soo anders, dass man da nicht vergleichen kann ohne hier zu total verzerrten Argumenten zu kommen. Beispielsweise kostet der Führerschein drüben nicht mal 1/10 von unserem. Man spart da ganz anders.

Machbar sind Sutiengebühren. Ob es mit dieser Infrastruktur,
d.h. ohne ein richtiges Stepedienwesen und zinsfreie Darlehen,
die teilweise erlassen werden können, sinnvoll ist, ist eine
andere Frage.

Machbar ist viel, aber nicht in Deutschland. Das System so umzumodel, dass es ansatzweise Sinn ergibt kostet hier Milliarden. Mehr als Hartz IV käme dabei auch nicht raus.

Viele Grüße,

Hilmar

Hallo Hilmar,

Die Gebühren kommen erstmal zu den
regulären Semesterbeiträgen dazu. Damit liegt man
Hochschulübergreifend bei mindestens 750€.

250€/Semester reguläre Semesterbeiträge? Hopla, das ist ja schon recht happig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so geplant ist.

Dazu kommt aber, dass die meisten
Regelstudienzeiten bei ca. 8-10 Semestern liegen. Ab dann sind
zwischen 1400€ - 3000€ fällig pro Semester.

Das kann ja ja wohl nicht ernsthaft geplant sein. Die Regelstudienzeiten sind ja nur theoretische Marken, die nahezu Niemand einhält.

Schließlich kommen ja zu den Gebühren noch der größte Faktor, nämlich die Lebenshaltungskosten zu.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

ich hab’ nicht viel Zeit. Aber, ja, deshalb gehen wir auch auf die Straße und sind gar nicht mal soo friedlich. Ist wirklich so… Den Rest beschreibst du so, wie ich es auch sehe. Die 500€ Debatte ist lediglich etwas, das sich in den Medien mehr danach anhört, als hätten die Studenten sie nicht alle. Wenn es wirklich nur 500€ wären, hätten das sicherlich viele akzeptiert.

Komm gut durch’s Wochenende!

Hilmar

Hallo,

Die Gebühren kommen erstmal zu den
regulären Semesterbeiträgen dazu. Damit liegt man
Hochschulübergreifend bei mindestens 750€.

250€/Semester reguläre Semesterbeiträge? Hopla, das ist ja
schon recht happig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so
geplant ist.

Ist es auch nicht. Siehe hier:
http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/fileadmin/users/26/…
Zur Zeit verlangte Semesterbeiträge:
http://www.fh-osnabrueck.de/1794.html
Also kommen hier 500+164=664€ zusammen. Und da ist die Freikarte für die Bahn und die öffentlichen Verkehrsmittel und die Subvention der Verpflegung schon mit drin. Nix mit ‚mindestens 750€‘. Horrorstorys.

Dazu kommt aber, dass die meisten
Regelstudienzeiten bei ca. 8-10 Semestern liegen. Ab dann sind
zwischen 1400€ - 3000€ fällig pro Semester.

Wie furchtbar bei einem Bachelorstudiengang, der für 6Semester geplant ist…
Es sind natürlich auch keine ‚1400€-3000€‘ pro Semester, sondern nur 600-800€. Und das auch erst, wenn man mehr als 4Semester über der Zeit liegt. Siehe hier: http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/fileadmin/users/26/…
Also auch nur wieder Horrorstorys.

Das kann ja ja wohl nicht ernsthaft geplant sein. Die
Regelstudienzeiten sind ja nur theoretische Marken, die nahezu
Niemand einhält.

Das soll sich ja grade ändern.
Warum auch nicht?

Schließlich kommen ja zu den Gebühren noch der größte Faktor,
nämlich die Lebenshaltungskosten zu.

Ja und?

Gruß
loderunner

1 „Gefällt mir“

Hallo,

mir ist nur kurz folgender Punkt aufgefallen (ohne jetzt auf die restliche Diskussion eingehen zu wollen):

Also kommen hier 500+164=664€ zusammen. Und da ist die
Freikarte für die Bahn und die öffentlichen Verkehrsmittel und
die Subvention der Verpflegung schon mit drin. Nix mit
‚mindestens 750€‘. Horrorstorys.

Dazu muss man schon schauen, wo man studiert. In Muenchen z.B. ist der Studentenwerksbeitrag 35 Euro + 50 Euro Verwaltungsgebuehr im Semester. Dafuer sind die oeffentlichen Verkehrsmittel nicht kostenlos, es kommen also pro Monat zwischen 0 und 70 Euro fuer die Fahrt zur Uni dazu plus das, was privat gefahren wird. (Mir ist schon bewusst, dass darauf das Argument „Man muss ja nicht in Muenchen studieren“ folgen wird, ich wollte es nur mal der Vollstaendigkeit halber erwaehnen)

Dazu kommt aber, dass die meisten
Regelstudienzeiten bei ca. 8-10 Semestern liegen. Ab dann sind
zwischen 1400€ - 3000€ fällig pro Semester.

Wie furchtbar bei einem Bachelorstudiengang, der für 6Semester
geplant ist…
Es sind natürlich auch keine ‚1400€-3000€‘ pro Semester,
sondern nur 600-800€. Und das auch erst, wenn man mehr als
4Semester über der Zeit liegt. Siehe hier:
http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/fileadmin/users/26/…
Also auch nur wieder Horrorstorys.

Das kann ja ja wohl nicht ernsthaft geplant sein. Die
Regelstudienzeiten sind ja nur theoretische Marken, die nahezu
Niemand einhält.

Das soll sich ja grade ändern.
Warum auch nicht?

Ich bin auch der Meinung, dass die Studiendauer in vielen Studiengaengen zu lang ist. Ob man zur Behebung dieses Problems allerdings Studiengebuehren braucht, ist fraglich. Es wuerde reichen, die Studienordnungen zu aendern. Bei uns gibt es z.B. Fristen die eingehalten werden muessen: Wenn eine Pruefung regulaer zum Ende des 2. Semesters vorgesehen ist, dann hat man maximal bis zum 3. Zeit, sich anzumelden oder man ist das erste Mal automatisch durchgefallen.
Dann darf man alle Pruefungen nicht beliebig oft wiederholen: alle darf man einmal, eine sogar zweimal wiederholen. Auch hier muss man sich dann direkt zum naechsten Pruefungstermin anmelden (also nicht ein Semester warten).

Unabhaengig von den Studiengebuehren faende ich solche Regelungen fuer alle Unis/ Faecher gut.

Gruß Kati

Hi Loderunner,

ich spreche von Gebühren in Hessen. 225€ habe ich letztes Semester an Beiträgen gezahlt. Kein Horror, aber auch keine Story. Von einem Mindestwert war dabei meinerseits auch nicht die Rede. Es gibt Hochschulen, bei denen man mehr aber auch weniger zahlt.

Keine Ahnung, woher du die Information hast, dass lediglich bei Bachelorstudiengängen Gebühren erhoben werden. In Hessen ist das nicht so, weder an Unis noch FHs. 1400 - 3000€ sind auch authentisch. Ob die FH Osnabrück das anders macht weiß ich nicht. Auf jeden Fall treffen deine Ausagen für die meisten Hochschulen nicht zu.

Viele Grüße,

Hilmar

Hallo,

Keine Ahnung, woher du die Information hast, dass lediglich
bei Bachelorstudiengängen Gebühren erhoben werden.

Habe ich nirgends geschrieben. Ich habe nur den Bachelor als Beispiel genannt.

In Hessen
ist das nicht so, weder an Unis noch FHs. 1400 - 3000€ sind
auch authentisch.

Hessisches Studienbeitragsgesetz: normale Gebühr 500€ pro Semester. Individuell kann von den Hochschulen eine höhere Gebührt von maximal 1500€ festgelegt werden. Woher kommen Deine 1400…3000€?

Ob die FH Osnabrück das anders macht weiß
ich nicht. Auf jeden Fall treffen deine Ausagen für die
meisten Hochschulen nicht zu.

Ich denke schon. Zeig mir doch mal Deine Quellen?
Gruß
loderunner

1 „Gefällt mir“