Hallo,
werden zu zahlende Studiengebühren beim BAföG nicht mitberücksichtigt?
Sachlage:
Wir haben zwei Töchter, die beide studieren.
Tochter A studiert in NRW, muss pro Semester ca 660 € Gebühren (Studiengebühren plus Immatrikulationsgebühren) bezahlen.
Tochter B studiert in R-P, muss pro Semester ca 110 € Gebühren bezahlen.
Beide Töchter haben laut BAföG-Bescheid je 584 Euro monatl. Gesamtbedarf incl. dem Höchstbetrag für Wohnung. Sie bekommen jede 584-x Euro BAföG und x Euro müssen wir Eltern jeweils drauflegen.
Effektiv hätte also Tochter A jeden Monat rund 90 Euro weniger zum Leben als Tochter B, mal ganz abgesehen von den regionalen Unterschieden bei den Unterkunftskosten.
Ich finde das total ungerecht. Haben wir vielleicht irgend ein Antragsformular übersehen?
Gruß Jette
Möglicherweise ist meine Frage auch besser im Rechtsbrett aufgehoben, ich war unschlüssig und bitte ggf. um Verschiebung.
leider hast Du mit Deiner Vermutung recht, dass es schlicht und einfach „ungerecht“ ist. Die allgemeinen Studiengebühren werden bei der Bafög-Berechnung nicht berücksichtigt (Bafög = Bundeskompetenz, Studiengebühren = Länderkompetenz).
Um „Gerechtigkeit“ herzustellen werden in allen Ländern, die die zusätzlichen Gebühren erheben, Darlehen angeboten. Diese Darlehen stehen ohne Bonitätsprüfung allen Bafög-Berechtigten zu und meist (weiss nicht wie das in Rheinland-Pfalz ist…) werden diese zinslos oder zu geringen Zinssätzen angeboten.
Die Gerechtigkeit besteht also darin, dass in dem einen Fall ein Studium ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand abgeschlossen werden darf, und im anderen Fall dürfen eben Schulden gemacht werden…
Kommentieren will ich das lieber nicht weiter, aber genau so sieht’s aus!
Kommentieren will ich das lieber nicht weiter, aber genau so
sieht’s aus!
Ich finde, wir können das schon weiter kommentieren.
Für mich als Vater von vier Kindern ist es schlicht nicht finanzierbar, dass alle meine Kinder Studiengebühren zahlen.
Das wird bei der nächsten Bundestagswahl entscheidend beeinflussen, welche Partei ich wähle.
Gruß,
Branden
Dazu kommt noch, dass die weiteren Kredite der kfW Bank, die jetzt öfter nötig werden da Bafög bei vielen Bachelorstudiengängen gar nicht mehr greift (Auslandssemester, Kurse finden nur einmal im Jahr statt, etc. pp), die jetzt fast so teuer oder sogar teurer geworden sind, als normale Kredite.
Ein Tchibo-Kredit käme mir günstiger als der der KfW, nur die nehmen mich nicht als Studentin.
Hallo,
deine NRW-Tochter ist klar im Vorteil. Sie wird höchstwahrscheinlich auch keine Studiengebühren zahlen (http://www.ruhr-uni-bochum.de/zsb/studienbeitraege-r…), studiert aber an einer Uni wo viele andere Studenten dann für sie mitbezahlen und daher mehr Geld da ist.
Gruß
rantanplan
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Ich finde, wir können das schon weiter kommentieren.
Für mich als Vater von vier Kindern ist es schlicht nicht
finanzierbar, dass alle meine Kinder Studiengebühren zahlen.
Das wird bei der nächsten Bundestagswahl entscheidend
beeinflussen, welche Partei ich wähle.
Das ist gleich aus zwei Gründen lustig. Erstens ist Bildungspolitik – und dazu gehört auch das Einführen von Studiengebühren – Ländersache. Du solltest also eher die nächste Landtagswahl davon abhängig machen.
Zweitens war der richtige Zeitpunkt, etwas gegen die Studiengebühren zu unternehmen, vor deren Einführung. Damals wurde man aber wüst als Verteidiger faulpelziger Bummelstudenten beschimpft, wenn man sich gegen die Studiengebühren für Langzeitstudenten ausgesprochen hat.
Das solche Gebühren dauerhaft nur für diese Gruppe gelten würden konnte doch nicht wirklich jemand ernsthaft glauben. Und selbst dann waren diese Gebühren kontraproduktiv und ungerechtfertigt.
Nun wünsche ich allen Eltern mit studierfähigen Kindern viel Spaß mit den Gebühren.
Übrigens: Im Ausland kostet das Studium zwar auch Geld. Man bekommt dafür aber eine echte Gegenleistung. Vielleicht wäre das ja was für Deine Kinder? Die sind da häufig sehr viel freigiebiger mit Stipendien und finanziellen Hilfsangeboten.
Hallo Sannah,
meinst Du, die Kinder nicht betuchter Eltern sollten sich dann also auf die Studiengänge beschränken, die in Ländern ohne Studiengebühren angeboten werden? Kann doch nicht Dein Ernst sein.
Unsere Tochter A hatte die Wahl zwischen München, Heidelberg und Bonn. Andere Orte bieten die Fächer-Kombi nicht an.
Tochter B hatte keine Wahl, den Studiengang gibt es überhaupt nur an einer einzigen Fachhochschule in Deutschland.
So viel zum Thema „genügend“.
Gruß
Jette
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deine NRW-Tochter ist klar im Vorteil. Sie wird
höchstwahrscheinlich auch keine Studiengebühren zahlen
Ne, die zahlen wir ja! Wovon sollte sie die auch bezahlen?
Aber danke für den Link! Tochter hatte sich zu Beginn des Studiums nach Krediten für die Gebühren umgehört, aber man hatte ihr nur einen mit 8 % Zinsen angeboten. Das wollten wir dann doch nicht.
Gruß
Jette
meinst Du, die Kinder nicht betuchter Eltern sollten sich dann
also auf die Studiengänge beschränken, die in Ländern ohne
Studiengebühren angeboten werden? Kann doch nicht Dein Ernst
sein.
Erstens habe ich mich nicht auf deine Ausgangsfrage bezogen, zweitens habe ich das mit keinem Wort gesagt.
Generell denke ich, dass man sich vorher überlegen sollte, was und wo man studiert und ob es nicht eventuell „günstigere“ Alternativen gibt. Sonst muss man halt damit leben. Aber das war hier ja auch nicht gefragt.
Gruß sannah
(die sich fragt, welche Kombi denn so außergewöhnlich sein mag)
ich wollte nur kurz einwerfen, dass es auch hierzulande immer
noch genügend Bundesländer gibt, in denen keine
Studiengebühren fällig werden …
… von denen aber die meisten von Studenten anderer Bundesländer entweder bereits Gebühren nehmen oder demnächst nehmen werden, weil sie sonst vom Ansturm der Studenten überrannt werden.
Meiner Tochter hat man einen Kredit zu 8% angeboten. Das nenne
ich weder zinslos noch gering.
Das ist absolut richtig, ich wollte nur schreiben, „wie’s wohl eigentlich mal gedacht war“ und was den aktuellen Zinssatz angeht, versuche ich das wohl einfach zu verdrängen, weil ich noch drauf angewiesen bin und gar nicht so genau wissen möchte, was da später mal alles abzubezahlen ist…
Zweitens war der richtige Zeitpunkt, etwas gegen die
Studiengebühren zu unternehmen, vor deren
Einführung.
Wie kömmst du darauf, dass ich jemals anders über die Studiengebühren gedacht habe? Ich war schon immer dagegen und habe es, wo es Platz hatte, deutlich gemacht.
Übrigens: Im Ausland kostet das Studium zwar auch Geld. Man
bekommt dafür aber eine echte Gegenleistung. Vielleicht wäre
das ja was für Deine Kinder? Die sind da häufig sehr viel
freigiebiger mit Stipendien und finanziellen Hilfsangeboten.
Ja, das wär ne Möglichkeit. Wenn es finanzbar ist.
Gruß,
Branden
… und andere Unis Werbekampagnen anleiern, um Studenten aus
dem Westen zu bekommen - was bislang noch nicht von Erfolg
gekrönt wurde.
Was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass man im Osten – vor allem als Ausländer – jederzeit damit rechnen muss, von Neonazis massakriert zu werden.
Zumindest Professoren sind deshalb samt ihrer Familien schon wieder abgereist.
Ich wünsche den Ostdeutschen in ihren „national befreiten Zonen“ mindestens so viel Spaß, wie den Eltern studierfähiger Kinder mit den Studiengebühren.
und was den aktuellen Zinssatz
angeht, versuche ich das wohl einfach zu verdrängen, weil ich
noch drauf angewiesen bin und gar nicht so genau wissen
möchte, was da später mal alles abzubezahlen ist…
Ob das eine gute Methode ist? Das kann sich zu einer Summe aufblähen, die Du dann trotz supertollem Akademikergehalt nicht wirklich schnell loswirst.