Weiß jemand etwas über die Studienstiftung des Deutschen Volkes?
Weiß jemand etwas über die
Studienstiftung des Deutschen Volkes?
Ja,
alle „beruehmten“ deutschen Terroristen (Baader-Meinhoff …) waren Stipendiaten 
Gruss
Jens
hi !
alle „beruehmten“ deutschen Terroristen
(Baader-Meinhoff …)waren Stipendiaten
laut ihrer offiziellen seite http://www.studienstiftung.de/ fördern sie derzeit 5500 „terroristen“ und jährlich kommen tausend neue hinzu!
man möchte ja direkt angst kriegen 
will nur sagen: die gleichung stipendiat=terrorist geht ebenso wenig auf wie terrorist=stipendiat
gruß
jonas
Einzig ernstzunehmende Studienstiftung vom Umfang der Förderung und vom Anspruch des Auswahlverfahrens her.
Kannst ja mal an meine Mail schreiben.
Hi, Janina,
ich bin Stipendiat der Studienstiftung. Wie schon meine eine Vorrednerin biete ich Dir hiermit an, konkrete Fragen auch an meine E-Mail-Adresse zu schreiben.
Bewirbst Du Dich gerade?
Vielleicht hören wir nochmal von einander, Ciao, Susan
Hallo Janina,
bin selbst „Stifti“ gewesen, wie sie sich manchmal liebevoll untereinander nannten, und erlaube mir daher meine - sehr persönlichen - five pence.
Vorab muß ich Anita zustimmen, daß die Förderung sehr gut ist, nicht nur, was das Geld betrifft, sondern vor allem betreffend der Angebote zu Sprachkursen, Seminaren usw.
Was die Qualität des Auswahlverfahrens betrifft (jenes Auswahlverfahrens, durch das wohl der Großteil der Geförderten gegangen ist), halte ich allerdings einige Skepsis für angebracht. Zuerst einmal ist die „Preselection“, also die Menge der Leute, die überhaupt dort hinkommen, von ihren Schulen meist wegen eines besonders guten Abiturs vorgeschlagen worden oder auch einfach, weil man jedes Jahr eben die drei Besten vorschlägt. Den Worten eines Mitglieds des Auswahlkomitees gemäß, mit dem ich damals sprach, ist das oft abgrundtief langweilig. Denn Jene, „von denen sich die Gesellschaft noch Großes zu erwarten hat“ (wie man es sinngemäß in der Aufnahmeurkunde prophezeit bekomt), sind oftmals überhaupt nicht die braven oder karrierebewußten Streber mit Einserabitur. Aus (natürlich von vorneherein subjektiver) Erfahrung mußte ich in der Tat bemerken, daß gerade der Anteil jener Leute unter den Aufgenommenen recht hoch war, die sich eigentlich bloß „gut zu verkaufen wußten“, wie es ein Freund, ebenfalls Stipendiat, formulierte. Ebenso bin ich mir sicher, daß man eine deutliche Mehrheit der Kinder besserverdienender Schichten finden würde.
Abgesehen von den Mängeln dieser Vorauswahl ist das Verfahren selbst mit wesentlichen Elementen des Glückspiels behaftet. Ich nehme an, ich plaudere keine Staatsgeheimnisse aus, wenn ich aufzähle, daß zu meiner Zeit man im Verlaufe des am Wochenende stattfindenden Auswahlseminars zwei „Einzelgespräche“ (über nichts Bestimmtes) mit zwei Mitgliedern eines acht(?)köpfigen, bunt zusammengewürfelten Komitees führen und an einer Diskussionsrunde mit ca. vier anderen Bewerbern unter der Leitung eines dritten, notizenanfertigenden Komiteemitgliedes teilnehmen mußte. In dieser hatte reihum jede® ein viertelstündiges Referat über einen selbst gewählten Gegenstand zu halten. Wie mir ein Komiteemitglied erzählte, bekam man in den drei Sparten Punkte auf der Skala von eins bis zehn, die hinterher besprochen werden, vom Gros des Komitees also auf der Grundlage der eingereichten Unterlagen und der Berichte jener drei, die „persönlichen“ Kontakt hatten. Der Punkteschnitt entschied. Nun weiß ich nicht, nach welchen Kriterien die Einzelgespräche zugeordnet wurden, ich kann aber mit Sicherheit sagen, daß ich dabei sehr großes Glück gehabt habe, und ich hörte von vielen dort, die ihrer Ansicht nach (bevor sie noch wußten, ob sie aufgenommen würden oder nicht) Pech hatten. Es gab den Physikprofessor, der mit der Frage begann „Erzählen Sie mal, wie funktioniert denn Ihre Funkuhr?“, es gab den Redakteur, der eine gewisse Auswahl der Teilnehmerinnen wohl tatsächlich nach ihren Telefonnummern gefragt hat, gab die einfühlsame Lehrerin, der man Kindheitserinnerungen erzählen konnte … usw.usw. Mit anderen Worten: Man konnte sehr viel Glück und sehr viel Pech haben, je nachdem, wie man sich mit den Personen verstand. Das war in den Diskussionsrunden natürlich nicht anders. In einer, hörte ich, hätten die drei Bewerberinnen „offiziell“ dagegen protestiert, daß sie von den männlichen Teilnehmern in den Diskussionen plattgeredet würden. (Amüsanterweise hörte ich erst vor wenigen Tagen von einer Studie, wo tatsächlich ein geschlechtliches Ungleichgewicht in der Redemenge bei Seminaren gemessen wurde, etwa 70% zugunsten der Männer.)
Das Fazit dieses Kommentar ist, daß ich glaube, daß letztens Endes die Stiftung im Sinne ihres Auftrages fördernswerte Personen eher in der Minderheit fördert und einen guten Teil an „Fehlinvestitionen“ aufgrund der verzerrten Vorauswahl und der so subjektiven Aspekte des Auswahlverfahrens hat.
Natürlich weiß ich auch nicht, wie man es viel besser machen könnte. Oder ob es überhaupt solche Ansichten sind, von denen Du hören wolltest …
Beste Grüße,
Hans Kröger