Hi!
Studieren im Alter – ist das noch sinnvoll? So stellt
sich mir die Frage schon seit einigen Monaten.
Vielleicht ist die Ansicht einer Person mit der eher klassichen Richtung Schule, Studium, Beruf hier auch mal nicht schlecht, einfach um ein Gleichgewicht in die Sache zu bekommen.
Mein Problem ist folgendes: Nach längerer Berufstätigkeit habe
ich mein Fachabitur nachgeholt und studiert, und zwar
Architektur. Dies hat sich mittlerweile als großer Fehler
herausgestellt, da die Baubranche aber so was vom am Boden
ist!
Ich denke, dass Architektur sehr oft in die freiberufliche Tätigkeit mündet. Das ist in diesem Beruf wohl normal.
Zwei freunde von mir machen das auch, der eine sehr erfolgreich in London (allerdings angestellt), der andere mässig erfolgreich in Deutschland (freiberuflich).
Der Beruf bietet viele Chancen, erfordert aber eben auch ein hohes Mass an Flexibilität.
Nach dem Studium war ich ein reichliches Jahr abeitslos mit
Ausnahme von einer geringfügigen Beschäftigung. Seit einem
halben Jahre arbeite ich freiberuflich in meinem Beruf. Eine
Festeinstellung werde ich mit Sicherheit hier nicht bekommen.
Vermutlich nciht.
Dazu kommt, sobald ein Auftragsrückgang da ist (was bei
Architekten nicht so selten ist…), bin ich die erste,
die dann weniger oder gar nicht mehr kommen braucht. Die ganze
Sache kann also von heute auf morgen vorbei sein.
Das ist eben das Risisko bei einer freiberuflichen Tätigkeit. Dafür zahlst Du keine Sozialversicherungsbeiträge.
Außerdem ist
die Arbeit nicht so toll.
Das ist allerdings wirklich schlecht.
Lieggt es am Feld generell oder an den aktuellen Aufträgen?
Jetzt bin ich echt am Überlegen noch mal zu studieren –
mit Mitte Dreißig.
Generell kein Problem.
Ich will ein Studium mit Zukunftsaussichten (was man natürlich
nicht immer sagen kann) und flexibel einsetzbarem Wissen, da
wir wahrscheinlich in ein paar Jahren in eine Gegend ziehen
werden, die wirtschaftlich nicht so gut gestellt ist.
Du möchtest also nicht zum Zeitvertreib studieren, sondern wirklich in Deinem Fach arbeiten?
Erste Gedanken waren BWL, Psychologie, evt.
Wirtschaftsinformatik.
Mich würde jetzt mal interessieren, ob jemand in meinem Alter
noch mal das studieren angefangen hat, welche Erfahrungen habt
ihr gemacht. Wie sieht es aus mit der Stellensuche nach dem
Studium? Haltet ihr die o. g. Studienrichtungen für geeignet
oder eher nicht? Gibt es evt. noch andere Möglichkeiten für
mich?
Ein Freund und Studienkollege von mir hat mit 33 Jahren sein Studium aufgenommen und wurde nie fertig.
Der Fokus muss stimmen und natürlich auch das Studienfach. Rein nach aktuellen Berufs- und Gehaltsaussichten zu studieren, bringt nichts, denn man beschäftigt sich dann evtl. mit etwas, was einen unglücklich macht.
Zu Deinen Fachbeispielen:
Psychologie ist eine brotlose Kunst. Wenn es Dich nicht wirklich von fachlicher Seite her interessiert, lasse es.
BWL: sorry, aber dafür denke ich, bist Du zu alt. Du würdest mit 40 starten, Dich für einen Assistentinnen-Job zu bewerben.
Das wird nichts, in diesem Feld sollte man mit 40 schon einen gewissen Stand erreicht haben.
Wirtschaftsinformatik: ähnlich wie BWL. Die Konkurrenz ist 27, unverheiratet, kinderlos und örtlich flexibel.
Was mir bei Deiner Beschreibung spontan eingefallen ist: wenn es nicht um eine reine Horizonterweiterung oder Nebenbeschäftigung einer sich geistig unausgelastet fühlenden Hausfrau und Mutter geht, solltest Du keine Zeit verschwenden. Mache etwas aus Deiner Architekturausbildung und spezialisiere Dich auf ökologische Renovierungen, Aus-/Umbauten, Luxusbäder im Wintergarten oder was auch immer.
Du solltest nämlich bedenken, dass Du mit einem neuen Studium 5 Jahre gar nichts verdienst, mit Architektur jedoch während dieser Zeit durchaus Geld verdienen kannst. Geht es also ums Geld, dürfte ein neues Studium „in Deinem Alter“ (sorry) immer teurer sein, als aus einer vorhandenen, bereits sehr guten Ausbildung etwas zu machen.
So, das waren meine 2 Eurocent.
Grüße und viele Erfolg,
Mathias