Studium Mathe/Pysik für Lehramt Gym

Hallo an alle,
als hilfesuchende Mami stelle ich folgendes Problem zur Diskussion:

Man hat das Abi in der Tasche und will auf jeden Fall studieren - nur was. Nach langem Überlegen soll es Mathe/Physik für LA Gym werden.
Studienplatz bekommen, WG i.O.
Nach 14 Tagen meint man, es sei alles sinnlos.
Mathe wie Physik keinen „Peil“ und selbst beim intensiven Nacharbeiten zu Hause kommt man nicht dahinter.
Verzweiflung ist groß geschrieben und dazu kommt wohl auch ein bißchen Heimweh (kaum zu glauben, wollte immer weg am besten möglichst weit), hatte sonst nie mit Heimweh zu kämpfen, selbst in Amerika nicht.
Nun kann man sagen ok, nach 14 Tagen ist alles noch zu neu usw …
doch wenn man vom naturell her so ist, dass man zumindest bei (mehrmaligem) Nacharbeiten dahintersteigen will, glaubt man, man sei verkehrt dran mit dem Stuidum.
Was kann man da als Hilfe anbieten

Danke schon mal für Eure Beiträge

Lieben Gruß
lala

Hallo lala,

ich habe selbst Mathe LA Gym studiert und in den ersten Wochen ging es mir ähnlich. Ich hatte absolut keinen Plan, weil der Sprung von Mathe in der Schule zu Mathe an der Uni einfach viel zu groß war. Dementsprechend habe ich Mathe in den ersten zwei Semestern auch sehr schleifen lassen und mich erst einmal auf mein Zweitfach konzentriert.

Was man für Hilfe als Mami aus der Ferne anbieten kann - ich weiß es nicht. Mir hat es in Mathe dann sehr geholfen, mir eine Arbeitsgruppe zu suchen. Und ab dem dritten Semester funktionierte die dann richtig gut. Da hatten wir nämlich die erste Veranstaltung in der Didaktik und so lernte ich noch weitere angehende Lehrer kennen, die im ersten Semester ebenfalls ein Stück weit der Schlag mit der Theoriekeule getroffen hatte. Und ab sofort lief es. Da der eine lin. Algebra-Professor „Vorlesung“ wörtlich verstand und sein Buch die Pflichtlektüre zur Vorlesung war, haben wir uns die Vorlesung geschenkt und uns in den neunzig Minuten stattdessen selbst erklärt, was „er uns damit sagen wollte“ - irgendeiner wusste immer Rat.

Ich weiß nicht, was man als Mutter raten soll. Vielleicht hilft zunächst die Konzentration auf eins der beiden Fächer (Physik ist in weiten Teilen die Anwendung der höheren Mathematik)? Vielleicht sollte über einen Fächerwechsel nachgedacht werden? (Auch bei uns kamen einige nach dem 1. oder 2. Semester nicht mehr wieder.) Vielleicht hilft ein Aushang mit der Suche nach Arbeitsgruppe oder Nachhilfe - manchmal braucht man nur jemanden, der alles noch einmal anders erklärt.

Pauschal kann ich nicht helfen. Die Entscheidung, wie es weiter geht, sollte Sohn/Tochter selbst treffen.

Gruß
sannah

Hallo Lala,
ich habe Mathe und Sport für Lehramt an Gymnasien studiert und weiß aus eigener Erfahrung wie das in Mathe im ersten Semester ist. Man ist gewohnt, in der Schule alles zu blicken und in der Vorlesung redet der Prof chinesisch, bzw. man glaubt, verstanden zu haben und hat dann keinerlei Peilung bei den abzugebenden Übungsaufgaben.
Zunächst: Nerven behalten. Kontakt zu den anderen Mitleidenden suchen. Mir ging es etwas besser, als ich bei der Rückgabe des ersten Übungsblattes nur 6 von 15 Punkten hatte (was mich entsetzt hat) und dann festgestellt habe, dass die Leute, die um mich rum saßen, auch nicht mehr (oder zumindest nicht alle mehr) hatten.
Zum Zweiten: mit Anderen gemeinsam arbeiten. Oft versteht man Dinge erst dann, wenn man sie sich gegenseitig versucht zu erklären. Allein am Schreibtisch macht sich schnell Verzweiflung breit. Das ist in Mathe normal! Wenn man Leidgenossen hat, vergeht mal wenigstens das Gefühl, der Einzige zu sein, der nix blickt.
Drittens: versuchen, Kontakt mit älteren Semestern herzustellen. Oft hakt es beim Verständnis nur an formellen Dingen, Schreibweisen, Abkürzungen, die man nicht gewohnt ist, Weglassen von Zeilen in Beweisen etc. Ich erinnere mich an einen Nachmittag voller Frust im 1.Semester, weil ich noch nie das Summenzeichen gesehen hatte und deswegen den Gr0ßteil der Vorlesung nicht begriffen hatte…Wenn man dann jemanden hat, der einem auf die Sprünge hilft, glättet das die Seele enorm. Meistens gibt es da Ansprechpartner in der Fachschaft.
Viertens: dem Heimweh nicht nachgeben. Hoffentlich ist der Leidende mehr als zwei Autostunden von daheim weg, so dass er (oder sie?) nicht jede freie Minute zuhause verbringt. Das klingt zwar hart, ist aber wichtig für das Eingewöhnen am Studienort. Man war halt nie im Leben so allein auf sich gestellt (vermutlich auch in USA nicht, da hatte man ja liebevolle Gasteltern). Da muss man halt durch. Und man findet platterdings leichter Kontakte, wenn man vor Ort ist, auch und vor allem am Wochenende. Vielleicht fördert häufiges Telefonieren mit der Mama sogar das Heimweh eher, als es zu dämpfen.
Kurzum: wenn er/sie feststellt, dass es den meisten Anderen im Semester vermutlich auch nicht wirklich besser geht, ist das schon mal ein Trostpflaster. Und fast alle meine Kollegen, die Mathe studiert haben, haben zu Beginn diese Frustphase durchgemacht. Nicht die Flinte ins Korn werfen, und schon gar nicht nach 2 Wochen. Gib ihm/ihr (bzw. er/sie gibt sich selbst) die Frist von zwei Semestern. Wenn dann noch immer das Leid überwiegt, kann man das Handtuch werfen, vorher nicht. Es gibt mehr Leute, die aufgeben, als solche, die scheitern!
Ich hoffe, ich konnte ein bisschen helfen!
Liebe Grüße
Orchidee

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Hi!
Ich kann mich nur dem anschließen was schon in den anderen beiden Antworten angeklungen ist, alleine wird das nix.
Gerade in Mathe habe ich die Erfahrung gemacht dass es mit anderen zusammen deutlich einfacher ist den Stoff zu erarbeiten. Ansonsten hängt man sich ewig an unbedeutenden Kleinigkeiten auf ohne zum Ziel zu kommen und in der Gruppe durchblickt man manche Themen einfach deutlich besser.

Gruß!

Cornel

Hallo,

Nach 14 Tagen meint man, es sei alles sinnlos.
Mathe wie Physik keinen „Peil“ und selbst beim intensiven
Nacharbeiten zu Hause kommt man nicht dahinter.

wie die anderen auch schon sagten, ist es völlig normal, dass man in den Vorlesungen nichts versteht. Das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Aber: es geht den anderen genauso. Und gerade in den ersten 14 Tagen hat das nichts zu bedeuten, Uni ist halt nicht wie Schule.

Verzweiflung ist groß geschrieben und dazu kommt wohl auch ein
bißchen Heimweh (kaum zu glauben, wollte immer weg am besten
möglichst weit), hatte sonst nie mit Heimweh zu kämpfen,
selbst in Amerika nicht.

Da muss man durch. Am Anfang kennt man auch noch nicht so viele Leute, da ist das völlig normal. In 1-2 Monaten lacht man darüber.

doch wenn man vom naturell her so ist, dass man zumindest bei
(mehrmaligem) Nacharbeiten dahintersteigen will, glaubt man,
man sei verkehrt dran mit dem Stuidum.

Nein, wie gesagt, das ist völlig normal. Am Anfang fällt es einem immer schwer, man muss viel mehr und länger lernen als in der Schule und es dauert eine ganze Weile, bis die ersten Erfolgserlebnisse kommen. Auch ich rate zu einer Lerngruppe. Ich finde, zu dritt kann man am besten lernen. Idealerweise sollte man sich ein paar Leute suchen, die etwas drauf haben :wink: Mit so einer Lerngruppe kann das ganze Studium stehen oder fallen.

Gruß,

Steffie

Hallo Lala.

Das Problem mit dem Mathestudium kenne ich ebenfalls aus eigener Erfahrung. Für jemanden der in der Schule immer sehr gut in Mathe war, war es ein Schock plötzlich nichts mehr zu verstehen und damals war die Diskrepanz zwischen Schulmathematik und dem was an der Universität gelehrt wurde noch größer. (Ich habe mich damals auch oft gefragt, ob es wirklich Sinn macht für einen angehenden Lehrer sich mit diesem Stoff herum zu schlagen.)

Wie andere hier schon geschrieben haben hilft es erheblich wenn man Leute findet mit denen man zusammen lernen kann. Es ist jedoch auch keine Schande wenn man feststellt, dass man das falsche Studienfach gewählt hat. Ich habe mich damals viel zu lange damit herumgequält und deshalb sehr viel Zeit verloren. Spätestens nach 2 Semestern sollte man sich entscheiden ob es sich lohnt in diesem Fach weiter zu studieren. Das findet man allerdings nur heraus wenn man sich intensiv mit dem Fach beschäftigt und seine eigenen Leistungen mit denen der Mitstudenten vergleicht. Im Zweifelsfall sollte man sich nicht scheuen das Studienfach zu wechseln. Ich kann nur empfehlen auch mal in die Vorlesungen anderer Fächer hinein zu schnuppern. Vielleicht findet sich dabei ja eine Alternative. Damit man ein Studium durchsteht und gut abschließt muss man Spaß an dem jeweiligen Fach haben.

Gruß
Olaf

Hallo an alle,

die netterweise hier ihre Meinung zu meinem Thema geäußert haben.

Der Versuch mit einer Arbeitsgruppe zu lernen, bringt wohl nicht sehr viel, da anscheinend bisher keiner gefunden wurde, der evtl. einen positiven Beitrag innerhalb der Gruppe leisten könnte. Entweder ist es wirklich für alle so schwer oder die, die vielleicht doch was wissen, versuchen es im Alleingang.
Sie wird nun erst mal versuchen sich dieses erste Sem. durchzubeißen. Nur ohne das geringste Erfolgserlebnis scheint sie wohl den Mut zu verlieren, da ja wie gesagt, das Problem mit dem Heimweh sehr deutlich dazu kommt.

Somit hat sich wohl dann auch ein neuerlicher Versuch mit einem evtl. Studiengangwechsel erledigt. (zumal sie auch gar nicht wüsste, welche Richtung sonst für sie noch in Frage käme)

Nur was dann?
Sicherlich bestehe ich als Mutter nicht unbedingt auf ein Studium, vermute jedoch, dass, wenn sie wirklich schmeisst, sie sich in einigen Jahre furchtbar ärgert, weil sie dann alles schon geschafft hätte … oder auch nicht. (jaja, ich weiß, sie könnte ja dann immer noch…)
Sie meint nur in ihrer jetzigen Verfassung (totunglücklich), dass sie diesen Zustand über die Zeit des Studiums nicht aushalten kann und will. …Da studiert sie lieber nicht und ist glücklich…

Muss sie wohl auf die Suche nach einer Lehrstelle gehen und das ist in unserem Gebiet auch nicht so toll.

Stimmt also doch das Sprichwort: kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.

Vielen lieben Dank für Eure Beiträge

und

lieben Gruß
lala