Studium mit 49 beginnen?

Hallo Gemeinde,

nach einem dreiviertel Jahr Arbeitslosigkeit geht mir nun der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, ich könnte auf meine alten Tage noch Psychologie studieren, um „mein Hobby zum Beruf zu machen“.
Ich bin bald 49, habe Abitur mit 3,0 und kann ganz gut mit Menschen über deren Probleme reden und ihnen offenbar auch dabei auch helfen, besser klar zu kommen. Das Arbeitsamt sagte mir, dass ich weiter AloHi beziehen kann, wenn ich eine angebotene Arbeit aufnehmen würde und das Studium dann ggf. nebenher weitermachen.
Was meint ihr dazu?

Michael

Hallo Michael,

nach einem dreiviertel Jahr Arbeitslosigkeit geht mir nun der
Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, ich könnte auf meine alten
Tage noch Psychologie studieren, um „mein Hobby zum Beruf zu
machen“. Ich bin bald 49, habe Abitur mit 3,0 und kann ganz gut mit
Menschen über deren Probleme reden und ihnen offenbar auch
dabei auch helfen, besser klar zu kommen.

deswegen solltest Du Psychologie NICHT studieren. Es ist vermutlich nicht das, was Du Dir darunter vorstellst, und Du wirst vermutlich enttäuscht und frustriert werden. Es geht bei uns im Studium nicht primär darum, wie man mit Menschen über deren Probleme redet oder ihnen hilft, besser klar zu kommen. Die akademische Psychologie ist eine Wissenschaft - nur halt mit dem Gegenstandsbereich „menschliches Verhalten und Erleben“. Probleme wälzen wir auch - aber ganz klein und bescheiden bzgl. von Miniteilaspekten menschlichen Verhaltens, z.B. Gedächtnis, Lernen, Wahrnehmung. „Nebenbei“ (eigentlich hauptsächlich und darauf sind wir auch noch stolz!) muß man sich viel mit Methodenlehre und Statistik herumplagen. Erst ziemlich zum Schluß würde es für Dich interessant werden, weil man dann auch mit einem Menschen über seine Probleme reden darf (und ggf. auch kann).

Zudem: Psychologie ist Numerus clausus-Fach und 3,0 ist wirklich zu wenig. Der Schnitt ist irgendwo um 2,0 herum oder manchmal noch besser.

Trotzdem: Psychologie ist das tollste Fach auf Erden und ich bin froh, daß ich es studiert habe.

Gruß,

Oliver Walter

hallo karl michael,

schliesse mich oliver walter an: psychologie-studium ungleich mit leuten reden, sondern ist gleich viel an „unerwartetem“ ua. statistik, versuchsplanung, physiologie… neben den verschiedenen disziplinen der psychologie, wo es wenig um therapie geht sondern zb. um grundlagen der wahrnehmung wie in der allgemeinen psychologie. ist aber von uni zu uni verschieden.

wenn es dir vornehmlich darum geht, menschen zu beraten,lebenshilfe zu geben, zuzuhören, dann mach lieber eine mehrwöchige ausbildung bei einem sorgentelefon.

Hallo Karl: Es gibt in Deutschland viele Ausbilder (Ärzte, Psychologen, Manager, etc.) die eine nebenberufliche Ausbildung in Transaktionsanalyse nach Eric Berne anbieten. In ca. 3 Jahren mit ca.
20-30 Ausbildungstagen pro Jahr kannst Du eine Grundausbildung (ohne Statistik, Physiologie etc.) machen. Es gibt 4 Ausbildungsrichtungen:
Organisation, Beratung, Erziehung/Erwachsenenbildung, Psychiatrie.
Gruss

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Danke, Oliver Walter, für diese aufklärenden Worte.
Auch an die Anderen Danke.

Ich habe mir schon gedacht, dass das darauf hinausläuft.

Ich möchte gerne Menschen helfen durch Zuhören und darüber Sprechen und Rat geben bzw. zur Selbsthilfe führen.
UND ich möchte / MUSS damit meinen Lebensunterhalt verdienen können!
Daher scheiden ehrenamtliche Tätigkeiten schon mal aus.

Wo kann ich eine Ausbildung bekommen die mir ermöglicht eine entsprechende Stelle als angestellter „Lebenshilfler“ zu bekommen?
Von selbstständigen Unternehmungen habe ich nämlich nach 17 Jahren mit mindestens 10 verschiedenen Versuchen und schließlich Totalverlust die Schnauze gestrichen voll.

Michael

Hallo!
Wenn es Dir darum geht, Menschen durch Zuhören und Ratgeben zu helfen, dann würde ich Dir - solltest Du tatsächlich studieren wollen - raten, ein Pädagogik-Studium zu wählen. Denn entgegen der landläufigen Meinung wird damit nicht zum Lehrer :wink:
Im Studium musst Du zwar auch Statistik hinter Dich bringen, aber ich fürchte, außer in den ganz klassischen geisteswissenschaftlichen Fächern wie Philosophie oder Germanistik kommt man da wohl nirgends mehr dran vorbei…
Und dann: Spezialisiere Dich auf den Bereich „Beratung“, den es an vielen Unis genau so im Rahmen eines Pädagogikstudiums gibt.
Ich kann mir auch vorstellen, dass dies ein Bereich sein könnte, in dem Dir Dein Alter eher noch entgegenkommt als Dir etwas erschwert, denn Lebenshilfe empfangen doch viele lieber von jemandem über 40 als von jemandem Mitte/ Ende 20 (ob gerechtfertigt oder nicht).
Viel Glück,
Gruß,
Norah

Hallo Norah,

Danke für diesen Tipp.

Gibt es bei Pädagogik auch einen NC?

Meine Eltern und Verwandte waren übrigens fast alle Lehrer…

Mit Statistiken habe ich keine Berührungsängste, ich bin ziemlich fest in Finanzbuchhaltung und glaube daher keiner Statistik und keiner Bilanz, die ich nicht selbst gefälscht habe…

Michael

Hallo nochmal!

Gibt es bei Pädagogik auch einen NC?

Soweit ich weiß: nein.
In der Regel nicht.
Ein zentraler NC wie bei Medizin scheidet (meiner Meinung nach) aus, da es dann ein zentrales Verteilungsverfahren geben müsste, und das ist nicht so.
Also höchstens hochschulintern.
Ich würde aber an Deiner Stelle mal einfach auf die Hompages der Unis in Deiner Nähe schauen, unter Studienzulassung oder so müsstest Du dazu bessere Infos bekommen.
Eine gute Idee könnte auch, die sog. „zentrale Studienberatung“ der Unis mal aufzusuchen (i.d.R. ohne Termin) oder einige Professoren per email mit der Bitte um Infos anzuschreiben… Hatte mit sowas bislang nur gute Erfahrungen.

Meine Eltern und Verwandte waren übrigens fast alle Lehrer…

Meine auch… Dann wissen wir ja, wovon wir reden :wink:

Mit Statistiken habe ich keine Berührungsängste, ich bin
ziemlich fest in Finanzbuchhaltung und glaube daher keiner
Statistik und keiner Bilanz, die ich nicht selbst gefälscht
habe…

Eine der besten Voraussetzungen…!

Michael

Norah

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Hallo
Und wie waer’s mit Streetworker?

Heilpraktikerschulen

Wo kann ich eine Ausbildung bekommen die mir ermöglicht eine
entsprechende Stelle als angestellter „Lebenshilfler“ zu
bekommen?

Hallo,

ich weiß, daß Heilpraktikerschulen solche Ausbildungen anbieten. Beim googeln habe ich z.B. http://www.paracelsus.de gefunden. Die bieten da Lehrgänge an zum „Psychologischen Berater“, „Lebensberater“, „Psychologischer Berater mit staatlicher Zulassung zur Psychotherapie“, „Fachtherapeut für Psychotherapie“ „Heilpraktiker für Psychotherapie“ bis hin zum „spirituellen Berater“.

Wie seriös diese Lehrgänge sind, kann ich Dir nicht sagen. Aber eigentlich müßte es eine Zulassungsstelle für solche Kurse geben, die seriös sind, wie es ja auch bei Fernlehrgängen üblich ist. Da fällt mir gerade ein, daß Du Dich auch bei Fernlehrinstituten erkundigen könntest, z.B. bei der sgd, bei ils usw.

Viele Grüße
soneji

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Hallo Michael,
Ich habe die Antworten zu deiner Frage durchgelesen und möchte noch etwas dazu anmerken: wahrscheinlich sind solche Ausbildungen, die angeschnitten worden sind, ziemlich kostspielig (zumindest in Ö ist das so). Es ist also eine erhebliche Vorfinanzierung notwendig und bis man ins Verdienen kommt, dauert es sehr lange.
Das könnte noch ein kleiner Stolperstein auf deinem neuen Weg sein. Leider!
Ich hoffe, du findest etwas passendes!
Grüße
Irene

Hallo Karl,

ich habe mit 36 angefangen Pädagogik zu studieren und rechne mir trotz des „fortgeschrittenen Alters“ gute Berufschancen aus.
Wichtig ist, dass Du schon während des Studiums durch Praktika, ehrenamtliche Arbeit etc. Kontakte schaffst.
Wenn Du studieren möchtest dann solltest Du Dich von äußeren Umständen nicht davon abhalten lassen.
Auch wenn es manchmal ein bischen komisch ist wenn die Kommilitonen fast 20 Jahre jünger sind und man für einen Dozenten gehalten wird (:smile:))))
Was mir am Anfang auch schwer zu schaffen gemacht hat war das universitäre Chaos…Vorlesungen finden nicht statt oder werden flugs verlegt…Dozenten sind zu ihren Sprechzeiten nicht da…Unterlagen verschwinden…

Aber - das Studium gibt mir auch neue Impulse, mit den ersten Scheinen steigt das Selbstvertrauen und die Freude am Lernen.

Von Psychologie rate ich Dir auch ab.
Erstens ist das ein unglaubliches Massenstudium - jeder braucht Psychologiescheine (Pädagogik auch 2 Stück), die Seminare sind total überfüllt, in der Bib sind dauernd die Bücher weg…
Zweitens reicht Dein Abischnitt nicht - in München und Augsburg war der NC letztes Jahr so bei 1,irgendwas.
Drittens ist das Psychologiestudium unheimlich theoretisch.

Ich habe in Deiner Vika gesehen dass Du aus Bayern bist - falls die Uni Augsburg für Dich in Frage kommt schick mir einfach eine mail.

Viele Grüße - Sue - 1. Vorsitzende im Club der Spätberufenen Pädagogen (:wink:)

Hallo Sue!

Augsburg ist mir zu weit.
Ich lebe am Südrand von München und bin finanziell am Ende (INSO + arbeitslos), kann daher auch keine hohen „Studiengebühren“ bezahlen.

Das kapier ich bis jetzt auch noch nicht: „Zu meiner Zeit“ (1975-1980) war das Studium „kostenlos“ bis auf Beiträge zum ASTA und Ähnlichem.
In einem anderen Thread habe ich von Studiengebühren von 250 bis 650 EURO gelesen - etwa MONATLICH?
Weisst Du darüber etwas?

Michael

Hallo Irene,

das ist ja gerade das Problem: Ich bin ratzfatztotal pleite und kann überhaupt Garnichts vorfinanzieren, und von selbstständigen Unternehmungen habe ich nach 17 Jahren mit 10 Versuchen und Totalverlust am Ende die Schnauze gestrichen voll!
Ich suche eine Ausbildung die mir ermöglicht ANGESTELLT zu werden.
Was mir z.B. gefallen würde, wäre eine Tätigkeit als Schuldnerberater - da habe ich schon drei sehr Nette kennen gelernt, alle diplomierte Sozial-Pädagogen. Da hätte ich auch aus eigener Anschauung Erfahrung!

Michael

Hallo carole,

Streetworker klingt zwar ganz nett, ich habe aber (noch?) ziemliche Schwierigkeiten mit randalierenden Drogensüchtigen und schlägernden Skinheads etc.
Außerdem habe ich gehört dass die Bezahlung dieser Streetworker extrem mies ist, wie ja die Meisten im Dienste der Allgemeinheit sehr schlecht bezahlt werden in der Anmutung, sie hätten ein Helfersyndrom.

Michael

Hallo Paul,

das wäre mir zu lang für nur 60 bis 90 Tage Ausbildung.
Ich bin fast 49, mir läuft die Zeit davon, muss schnell zum Geldverdienen kommen.

Michael

hallo
sag’ mal, gibt es nichts was du in den „selbständigjahren“ gelernt hast und was du nun gewinnbringend vermarkten könntest ? als freischaffender berater vielleicht, oder so ? vielleicht kurse geben ?

oder vielleicht gibt es die möglichkeit (wie hier in der schweiz), nach 2 jahren eine lehre abzuschliessen (artikel 21), ohne eben eine lehre gemacht zu haben > du musst nur in dem job arbeiten (geht vielleicht schneller als ein studium…)

wenn dir das wasser bis zum halse steht, findest du immer einen job, wenn alles schief geht, muss du halt was tun, was eigentlich keiner machen will, und das gibt (wenigstens) kohle… ein bekannter von mir ist nach gescheitertem selbständigen schreinerdasein nun beim bestattungsinstitut angestellt - särge schreinert er da nicht, aber kann fundiert beraten :smile:
und er sagt sogar jetzt dass das ein toller job sei (weil man so viel mit menschen zu tun habe - ohne ironie)

viel glück für den weiteren weg wünscht fred

Hallo Fred!

Natürlich habe ich eine ganze Menge in den 17 Jahren gelernt, und wäre es auch nur, dass „Es So Nicht Geht“…

Aber das Problem der „freischaffenden Tätigkeit“ ist halt, dass Du in dem Moment, wo Du zum Arbeitsamt sagst „jetzt mach ich das und das“, keine Arbeitslosenhilfe mehr bekommst, „weil Du dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehst“.
Selbstständige Tätigkeiten, das ist Eines, das ich in den letzten Jahren gelernt habe, zahlen sich aber nicht „sofort“ bzw. innerhalb der nächsten 4 Wochen aus, selbst wenn Du NICHT mehr oder weniger stark mit Geld in Vorleistung gehen musst, was mir ja sowieso unmöglich ist.

Bei einem Bestattungsinstitut habe ich mich übrigens auch schon beworben, das war die 88ste von bisher 103 Bewerbungen, aber alle bisher ohne Erfolg.

„Etwas zu tun, was sonst keiner machen will“, sehe ich auch nicht.
Beispielsweise bei McDonalds hinter dem Tresen nehmen sie auch nicht jeden, und die Bezahlung ist grauenhaft niedrig. Da läge ich nicht merkbar über dem Sozialhilfesatz.

Michael

Also, Paracelsus habe ich mir angesehen:
Die Leistungen erscheinen mir OK, aber die Preise - auch wenn sie angemessen sein mögen - sind mit z.B. 7.000 EURO für einen Zwei-Jahres-Tagesunterricht zuzüglich 1.600 EURO für Lernvideos für mich VÖLLIG unbezahlbar.

Bei den Fernschulen besteht das Problem, dass die keine Preisinformationen rausrücken bevor Du Dich nicht mit allen persönlichen Daten dort hast registrieren lassen.
Ob ich das weiter verfolge überlege ich mir gerade noch, aber auch beim Fernstudium wird es sicherlich nicht „billig“ - ich hatte mal vor 5 Jahren ein Fernstudium begonnen um Schriftstellerei zu lernen, das hätte mich wenn ich es nicht nach der Hälfte abgebrochen hätte, 4500 EURO gekostet!

Michael

Hallo Schokolinda,

wo kann ich mich denn für so eine „Ausbildung zum Sorgentelefonberater“ anmelden?

Michael