im Moment bin ich in der Ausbildung zum Fachinformatiker Richtung Anwendungsentwicklung und schon vor längerem kam ich auf die Idee danach noch zu allgemeine Informatik zu studieren. Ich bin im Moment an einer Berufsfachschule in Bayern in einer 3jährigen Ausbildung, an deren Ende schließt man per IHK-Prüfung ab. Mein Problem ist nun, ich war vorher „nur“ auf der Realschule und habe dort mit der Mittleren Reife abgeschlossen. Welche Wege könnten mich nun zu einem Studium führen? Ich habe schon längere Zeit im Internet herumgestöbert, allerdings auf offiziellen Seiten meist nur Paragraphengefasel gefunden. Wer hat schon Erfahrung gemacht mit dem Studieren allgemeiner Informatik? Welche Bereiche werden dort gelehrt bzw. welche Bereiche sind besonders schwer (Habe gehört, dass Mathematik ziemlich schwer sein soll. Besonders mit dem Realschul-Wissen über Mathematik)?
Fachoberschule oder Abi im Abendunterricht
Hallo Woosh,
ich hatte auch mal den Realschulabschluss, habe eine techn. Berufsausbildung gemacht, 1 Jahr Fachoberschule und an einer FH ein Ingenieurstudium abgeschlossen (geht auch mit Nymphomatik).
Ja, die Mathematik für die Nymphomatik ist deutlich anspruchsvoller, weil Maschinen nun mal nicht intelligent sind und viele Aufgabenstellungen erst mal maschinengerecht aufgekocht werden müssen. Ob man das später mal braucht …
Auf der anderen Seite sollte dir klar sein, das Nymphomatik wenig mit Programmieren, sondern mehr mit Denken, Konzepten, Algorithmen und Problemlösungen zu tun hat.
Falls du doch mehr in den theoretischen Bereich der Universität tendierst, wirst du um ein Abitur nicht drumrumkommen. Und im ersten Semester kannst du dein Niveau schon mal mit „Lothar Papula, Mathematik für Ingenieure“ passend machen.
Aber was heisst „schwer“ in der Mathematik? Richard Feynman hat sich als Jugendlicher die Analysis selbst beigebracht. Irgendwann bekam er denn auch einen Nobelpreis in theoretischer Physik.
Don’t panic. Note 4.0 ist in BW zumindest bestanden. Und im Grundstudium reicht das.
danke für deine Antwort
Erstmal wollte ich fragen, was genau Nymphomatik bedeutet (hab das leider per Google nicht gefunden).
In meiner Ausbildung habe ich auch 3 Jahre lang im Fach „Methoden der Softwareentwicklung“. Ich denke mal, das ist die Richtung, die du meinst mit
und viele Aufgabenstellungen erst mal maschinengerecht aufgekocht werden müssen
In den theoretischen Bereich tendiere ich im Moment so GARNICHT Genau das will ich auf keinen Fall. Ich will weiterhin im praktischen Bereich bleiben, da meine Ausbildung auf der Berufsfachschule aus sehr großen Teilen aus der Praxis besteht.
Zu Mathe kann ich noch sagen, dass ichs sehr interessant finde, allerdings gibt es bei mir erst sehr spät den „Klicks“ zum Verstehen eines Themas und ich fürchte, das würde mein größtes Problem bei einem solchen Studium werden.
In der Realschule hatte ich im Fach „Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen“ schon 4,0 und jetzt in meiner Ausbildung hatte ich im ersten Jahr 10 Stunden BWL pro Woche. Im Zeugnis ebenfalls Note 4. Aber ich denke mal, der BWL-Anteil wäre bei einem Studium der Allgemeinen Informatik nicht so groß als in meiner Ausbildung.
ich kann mir eine Warnung an dich nicht verkneifen. Hüte dich davor, Mathematik, BWL oder auch Informatik an der Uni (über FH kann ich nichts sagen), mit dem zu vergleichen was du bisher hattest.
Das sind zwei völlig verschiedene Stiefel. Solltest du dich zu einem UNI Studium entschließen, dann rate ich dir dringend, dich vorher mit einem Informatik Studenten zu unterhalten, um zu erfahren was die so machen.
Ich habe 2 Semester im Nebenfach die Informatiker Vorlesungen gehört und auch die Mathe Vorlesungen besucht. Speziell bei Leuten die aus dem IT-Sektor kommen, ist die Entäuschung meist sehr groß, wenn sie die Vorlesungsinhalte sehen. Weil es eben sehr wenig mit dem zu tun hat, was du wahrscheinlich bisher mit Informatik in Verbindung gebracht hast.
Darum mein Rat, geh an eine UNI/FH deiner Wahl, schnappe dir dort einen Informatik-Studenten und frag ihn zu den Vorlesungsinhalten aus.
Einen groben Überblick kannst du dir schon mal verschaffen, indem du dir den Studienplan der Informatiker (bei den meisten Unis ist der online zu haben) anschaust.
Zum Thema Mathe, zumindest bei uns hören die Informatiker genau dieselben Analysis I-III/Lineare Algebra I-II Vorlesungen wie die Mathematiker. Dementsprechend hoch ist auch das Niveau und dementsprechend wenig wird dir der Papula während der Vorlesungen helfen. Als Vorbereitung vor dem eigtl. Studium ist er jedoch nicht schlecht.
Der Vorteil jedoch ist, dass in den ANA-Vorlesungen absolut axiomatisch vorgegangen wird und daher praktisch von Grund auf alles wieder neu eingeführt wird. In der Hinsicht fand ich die Ana-Vorlesungen eigentlich einfacher als die Mathe-Vorlesungen für Physiker.
ich bin mir bewusst darüber, dass es etwas völlig anderes ist als alles was ich bis jetzt über Informatik gelernt habe.
Im Moment tendiere ich allerdings sowieso zu einem Studium an einer FH. Zum ersten weil es für mich einen längeren Weg bedeutet, ein vollständiges Abitur zu erreichen und zum Zweiten, weil ich etwas überzeugter von Praxis-Inhalten an FHs bin. Außerdem habe ich gehört, dass seit der Einführung des Bachelor-Master-Systems die „Richtlinie“ gilt, dass Universitäten eher für den Forschungstrakt zuständig sein sollen und die FHs eher für die Arbeitswelt. Ich persönlich wünsche mir eher, in der Arbeitswelt selbst tätig zu sein.
Was genau meinst du mit „mir einen Informatik-Studenten schnappen“ genau? Damit ich mich auf die Vorlesungen im Vornherein schon auf diese vorbereiten kann?
Studienpläne habe ich mir schon sehr viele angesehen an verschiedenen FHs. Zu sehr großen Teilen kenne ich diese Inhalte auch schon aus meiner Ausbildung. Ich denke also, ich würde auch einige Vorteile bei einem Studium haben. Somit könnte ich mich Fächern wie z. B. Mathe stärker widmen.
Ich würde mir sehr gerne vorstellen können, wie schwer ein Informatikstudium an einer FH für einen Realschüler mit guter Informatikausbildung wirklich ist. Leider kann man sich darüber kaum eine richtige Meinung bilden.
Was genau meinst du mit „mir einen Informatik-Studenten
schnappen“ genau?
Geh zur Uni und sprich einfach Studenten an oder noch besser marschiere in die Fachschaft. Die können dir genaue Informationen über die Studieninhalte geben.
Leider kann man sich
darüber kaum eine richtige Meinung bilden.
Erklär den Fachschaftlern dein Problem und ich bin sicher, dass die dir in dem Punkt weiterhelfen können. Ein persönliches Gespräch ist eh viel besser, weil dir die Fachschaflter im Normalfall Fragen beantworten können (im Zusammenhang mit dem Studium) an die du noch gar nicht gedacht hast.
Hallo,
wenn dir mehr die Praxis liegt, dann bist du an einer FH auf jeden Fall besser aufgehoben, als an einer Uni. An der Uni, an der ich bin, macht programmieren nur einen geringen Teil aus und größtenteils lernt man Theorie. Eine FH ist da Praxisnaher. Ansonsten rate ich dir ebenfalls unbedingt einmal an einer FH oder Uni zu gehen und dich von der Fachschaft beraten zu lassen, wie denn das Studium so aufgebaut ist, was erwartet wird und was du sonst noch so für Fragen hast.
Wegen deinem Abschluss an einer weiterbildenden Schule rate ich dir, dass du dir gut überlegst was du willst. Du hast dann ja schon einen Abschluss in einem technischen Bereich und musst dadurch (jedenfalls in Bayern) um etwas technisches an der Uni studieren zu können (wie z.B. Informatik), keine zweite Fremdsprache erlernen (fachgebundene Hochschulreife). Du müsstest zwar die 13 Klasse noch machen, hättest aber dann eine größere Auswahl an Studienbereichen.