Studium + Unterstützung bei 30+

Verehrte Wissende,

folgende Frage beschäftigt mich zur Zeit:

Ich bin über 30 Jahre alt und meine Situation ist etwas kompliziert.

Aufgrund einer Erkrankung bin ich momentan Arbeitsunfähig, was aber auch nicht weiter tragisch ist, da ich bis heute keine abgeschlossene Ausbildung gehabt habe.

Es ist aber nun so, daß ich auf Grund dieser Erkrankung nicht dauerhaft sondern eher phasenweise arbeitsunfähig bin, was bedeutet, daß ich theoretisch einer Tätigkeit nachgehen könnte.

Natürlich ist es bislang so gewesen, daß es überaus schwierig war, eine Lehrstelle bzw. eine Anstellung zu finden.

Ich habe in einigen Bereichen dann mehr oder weniger erfolgreich versucht, selbstständig auf Gewerbeschein ein geregeltes Einkommen zu erzielen.

Da ich jedoch wieder ausgefallen bin und ohne Reserve dastand, bin ich momentan auf die staatliche Sozialhilfe angewiesen.

Da dies nicht so bleiben soll, werde ich baldestmöglich und wenn ich wieder dazu in der Lage bin, wieder etwas neues finden, womit ich meinen Unterhalt sicherstellen kann.

Da dieses Vorgehen jedoch wenig zukunftsträchtig ist, nun meine Überlegungen:

Gäbe es für mich eine Möglichkeit, durch staatliche Förderung evtl. doch noch eine Kompetenz zu erlangen, d.h. eine Ausbildung durch ein Hochschulstudium abzuschließen?

Mit den bisherigen Tätigkeiten war es bislang so, daß wenn ich ausgefallen bin, ich mir auf neuem Gebiet erst einmal wieder etwas neues aufbauen musste.

Wenn ich z.B. durch den Abschluss eines Studiums aber eine eigene Praxis in einem besserbezahlten Beruf aufbauen könnte, dann wäre es mir auch möglich, für eben die Phasen vorzusorgen, in denen ich nicht arbeitsfähig bin.

Es gäbe theoretisch die Möglichkeit einer „Umschulung“ durch das Arbeitsamt in einem Lehrberuf.

Gibt es denn gleiches auch für ein angestrebtes „Studium“? Das BAFöG greift meines Kenntnisstandes nach nur bis zum 27 Lebensjahr.

Fördert das Arbeitsamt bei entsprechendem Leistungsnachweis ggf ein Studium, oder evtl. auch das Sozialamt?

Leider habe ich bislang nur Berater der jeweiligen institutionen kennengelernt, die den Standpunkt vertreten haben, daß sie lieber bis an mein Lebensende stattliche Förderung an mich zukommen lassen würden, als daß sie mich bei Studienaufnahme auch nur ein einziges Semester unterstützen würden.

Ich denke, daß ich durch mein Posting klar gemacht habe, daß ich nicht in der Lage bin, ein Studium mit einem geregeltem Nebenerwerb finanzieren könnte. Zwei Studiengänge habe ich bereits abgebrochen - noch einmal möchte ich dies nicht tun.

Hi Patrick :wink:

erstmal zu Deinem Posting ein paar Fragen, mit denen ich weniger meine Neugier stillen möchte, als Dich bitten, Dir das einfach mal durch den Kopf gehen zu lassen. Vielleicht hab ich ja an einen Punkt gedacht, den Du noch nicht selber angedacht hattest.

Aufgrund einer Erkrankung bin ich momentan Arbeitsunfähig

Darf ich hier mal einhaken? Hast Du (was ich Dir wirklich von ganzem Herzen wünsche) die Hoffnung, daß Du in Zukunft wieder voll arbeitsfähig sein wirst?

Es ist aber nun so, daß ich auf Grund dieser Erkrankung nicht
dauerhaft sondern eher phasenweise arbeitsunfähig bin

Ähm, hier noch ne indiskrete Frage: Sind die Phasen Deiner Arbeitsunfähigkeit im Voraus zu sehen? Also weißt Du, daß Du jeden zweiten Tag zu ner Behandlung mußt und nicht arbeiten kannst? Oder weißt Du, daß Du in gewissen Zeitintervallen für eine gewisse Zeit Behandlungen benötigst, während denen Du nicht arbeiten kannst? Könntest Du in diesen Zeiten wenigstens gelgentlich was tun (sei es über ein Problem der Arbeit nachgrübeln oder vielleicht stundenweise arbeiten)?

bedeutet, daß ich theoretisch einer Tätigkeit nachgehen
könnte.

Und, wie ich das aus Deinem Posting rauslese, auch möchtest…

Natürlich ist es bislang so gewesen, daß es überaus schwierig
war, eine Lehrstelle bzw. eine Anstellung zu finden.

Das ist klar - wobei Du nicht schreibst in welchem Bereich Du gerne arbeiten würdest. Vielleicht wäre für Dich ein Arbeitsplatz mit freier Zeiteinteilung denkbar? Da gibt’s ja allerlei von Kosmetik-Vertrieb über Übersetzungen, Handbücher schreiben bis zu Programmierung, Internetdesign etc. Vielleicht wäre da was für Dich interessantes und mögliches zu machen? Das hätte den großen Vorteil, daß Du in „guten“ Zeiten normal arbeiten kannst und während Deiner Krankheits-Zeiten ruht die Arbeit eben :wink: Also keine echte Selbstständigkeit sondern eher eine Art von „Fernarbeit“.

Da dieses Vorgehen jedoch wenig zukunftsträchtig ist, nun
meine Überlegungen:

Warum siehst Du hier so wenig Chancen für die Zukunft? Wenn Du das mit dem potentiellen Arbeitgeber gleich von Anfang an klärst könnt Ihr eventuell doch ne gemeinsame Lösung finden? Klar, Du stellt nicht diesen „jungen, dynamischen, gesunden, karrieregeilen“ Menschen dar, so daß Du sicher länger und intensiver suchen mußt, aber ich würde Dir da schon Chancen geben. Zur Not eben mit seehr flexibler Zeiteinteilung, ähnlich wie bei der Fernarbeit :wink:

Gäbe es für mich eine Möglichkeit, durch staatliche Förderung
evtl. doch noch eine Kompetenz zu erlangen, d.h. eine
Ausbildung durch ein Hochschulstudium abzuschließen?

Keine Ahnung… Da wissen bestimmt andere Leute im Brett besser Bescheid.

Zwei Studiengänge habe ich
bereits abgebrochen

Angenommen das mit der Förderung klappt „irgendwie“. Bist Du sicher, daß Du’s diesmal packen wirst? (Sorry, das klingt jetzt sehr hart, so ist’s nicht gemeint. Was ich sagen will ist - wird es Dir Dein Gesundheitszustand und Deine Motivation erlauben? Gerade an Fachhochschulen hast Du nicht die soo große Freiheit in der Wahl Deiner Prüfungstermine. Und auch an der Uni ist ein halbes verpaßtes Semester was an dem man ordentlich zu knabbern hat.) Vielleicht wäre auch hier ein Fernstudium die erste Wahl für Dich - aber das erfordert halt ziemlich viel Disziplin und nur Du weißt, ob Du Dir das zutraust.

Leider habe ich bislang nur Berater der jeweiligen
institutionen kennengelernt, die den Standpunkt vertreten
haben, daß sie lieber bis an mein Lebensende stattliche
Förderung an mich zukommen lassen würden, als daß sie mich bei
Studienaufnahme auch nur ein einziges Semester unterstützen
würden.

*mitleid* Das scheint ja ne weit verbreitete Einstellung hierzulande zu sein… (Ob das nun gut oder verwerflich ist, ist ne gaaanz andere Diskussion)

Liebe Grüße und Dir alles Gute gesundheitlich und für Deine Zukunftspläne drück ich Dir alle Daumen!

Petzi

Hallo Patrick,

Es ist aber nun so, daß ich auf Grund dieser Erkrankung nicht
dauerhaft sondern eher phasenweise arbeitsunfähig bin, was
bedeutet, daß ich theoretisch einer Tätigkeit nachgehen
könnte.

Natürlich ist es bislang so gewesen, daß es überaus schwierig
war, eine Lehrstelle bzw. eine Anstellung zu finden.

Wie meine Vorposterin schon sagte, solltest Du es durchaus mit einer Lehrstelle versuchen. Meine Mutter hat auch ein Lehrling der massive schulische Probleme hatte. Sie bekommt für diesen Lehrling einen AA-Zuschuss,weiterhin kümmert sich eine AA-Sozialarbeiterin regelmässig (so aller 2/4 Wochen 1-2 h) um diesen Lehrling (Förderunterricht/Hilfestellung). Ergo es gibt da Mglk.

Gäbe es für mich eine Möglichkeit, durch staatliche Förderung
evtl. doch noch eine Kompetenz zu erlangen, d.h. eine
Ausbildung durch ein Hochschulstudium abzuschließen?
Gibt es denn gleiches auch für ein angestrebtes „Studium“? Das
BAFöG greift meines Kenntnisstandes nach nur bis zum 27
Lebensjahr.

Lass Dich mal vom Studentenwerk/Stura in der nächsten Stadt beraten, ob es da Mglk. gibt.

Gibt es ev. Stiftungen, die Stipendien an Leute mit deiner Krankheit vergeben ?

Du kannst mir gerne auch mailen, v.a. würde mich interessieren in welche Richtung die Krankheit geht und wodurch die Ausfallzeiten verursacht werden.

Tschuess Marco.