Studium versus Ausbildung

Hallo Nikea,

mal ganz abgesehen von der Geldfrage, die ist m.E. schon genug gekaut worden; eine gute Ausbildung bringt viel häufiger eine interessante Tätigkeit mit sich, als eine weniger gute.

Zudem ist eine ‚höhere‘ Anstellung häufig mit mehr Verantwortung ausgestattet, was in aller Regel zwar anstrengender, aber auch befriedigender ist oder zumindestens sein kann.

Mein Rat also:
Wenn Du genau zwischen den Alternativen stehst, nimm das Studium.

Gandalf

Hallo,

ich rechne so, dass ich als Lehrer eine Ausbidung habe wie folgt: plus drei Jahre wegen Abitur (13 versus 10 Schulahre), dann Studium 5 Jahre, dann Praxiserfahrung mindestens ein Jahr, dann Referendariat zwei Jahre = 11 Jahre MEHR (!). OK Praxiserfahrung wird bezahlt, aber der Rest? Während Schulausbildung und Studium kein Einkommen. Während Referendariat 900 Euro netto pro Monat. Gehalt danach: Ca. 42.000 butto pro Jahr, Tendenz eher fallend.

Oder wie rechnest Du?!

Gandalf

Hallo.

ich rechne so, dass ich als Lehrer eine Ausbidung habe wie
folgt: plus drei Jahre wegen Abitur (13 versus 10 Schulahre),
dann Studium 5 Jahre, dann Praxiserfahrung mindestens ein
Jahr, dann Referendariat zwei Jahre = 11 Jahre MEHR (!).

Sorry, aber das ist Pfusch. Die Lehrzeit von meinetwegen drei Jahren musst Du auch noch dagegenrechnen - da gibt es nämlich noch nicht soo dicke Kohle (was der Stift in drei Jahren hat, hast Du im zweijährigen Referendariat schon längst!). „Praxiserfahrung wird bezahlt“, schrubst Du - also noch ein Jahr "weniger mehr ". Damit sind wir bei acht Jahren mehr ohne Einkommen, nicht bei deren elf. Mal davon abgesehen, dass für sehr viele Ausbildungen das Abi, zumindest Fachabi, auch schon Einstiegsvoraussetzung ist, was den Unterschied gerade mal auf die fünf Jahre Studium reduziert - die fünf Jahre, in denen der nicht epileptisch gebildete Berufsanfänger ebenfalls nicht die goldenen Rosen ins Kornfeld getragen bekommt, oder wie das heißt.

42.000 butto pro Jahr

Das hat längst nicht jeder Arbeitnehmer - und schon gar kein Berufsanfänger. Abgesehen davon ist Dein Brutto ein anderes Brutto als seines …

Gruß kw

Hallo,

ich rechne so, dass ich als Lehrer eine Ausbidung habe wie
folgt: plus drei Jahre wegen Abitur (13 versus 10 Schulahre),

da rechne ich drei Jahre Berufausbildung gegen, die meist nicht so fürstlich honoriert wird, so zwischen 500 und 800,- € pro Monat brutto.

dann Studium 5 Jahre,

OK

dann Praxiserfahrung mindestens ein
Jahr,

ist das ne Pflichtveranstalltung?

dann Referendariat zwei Jahre = 11 Jahre MEHR (!).

ich komm auf sieben Jahre, wenn die Praxiserfahrung rausgerechnet wird.

Gehalt danach: Ca.
42.000 butto pro Jahr, Tendenz eher fallend.

Das dürfte dann aber das Starteinkommen sein, das aber sicher im Laufe der Jahre steigt, wenn ich mich richtig an die Besoldungstabellen erinnere.
Ein Aufstieg in der Hirarchie ist dann auch drin, was mehr Geld bringt --> NAc hein paar Jahren pari, dann gutes Plus.

Also laß bitte das Gejammer.

Gandalf

Hallo,

ich rechne so, dass ich als Lehrer eine Ausbidung habe wie
folgt

Lehrer ist unter den studierten wohl auch einer der am schlechtesten bezahlten Berufe.

Gruesse aus Ko Lanta

studieren??

ja, aber nur aus Interesse am Fach selbst!!

Nicht zum Selbstzweck „ein Studium gemacht zu haben“.
Versaut nur die Zielbranche…

Tja, dann sag das mal den Kultusministern und vielleicht kapieren sie dann, warum ihnen vorne und hinten die Lehrer fehlen und so viel Stunden ausfallen. Aber Bildung ist ja angeblich soooo wichtig in Deutschland.

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Hallo,

da rechne ich drei Jahre Berufausbildung gegen, die meist
nicht so fürstlich honoriert wird, so zwischen 500 und 800,-
€ pro Monat brutto.

Immer noch besser als gar nichts, oder? Zudem beim Studium sämtliche Bücher und anderen Lernmittel privat bezahlt werden müsse, was der Azubi gestellt bekommt.

dann Studium 5 Jahre,

OK

dann Praxiserfahrung mindestens ein
Jahr,

ist das ne Pflichtveranstalltung?

Ja, das ist es. Jedenfalls für bestimmte Schularten.

dann Referendariat zwei Jahre = 11 Jahre MEHR (!).

ich komm auf sieben Jahre, wenn die Praxiserfahrung
rausgerechnet wird.

Gehalt danach: Ca.
42.000 butto pro Jahr, Tendenz eher fallend.

Das dürfte dann aber das Starteinkommen sein, das aber sicher
im Laufe der Jahre steigt, wenn ich mich richtig an die
Besoldungstabellen erinnere.
Ein Aufstieg in der Hirarchie ist dann auch drin, was mehr
Geld bringt --> NAc hein paar Jahren pari, dann gutes Plus.

Von wegen Aufstieg in der Hierarchie. Derzeit wartet der Durschnittsstudienrat mindestens 10 Jahre bis er auf den OStR kommt. Mindestens wohlgemerkt, eher länger. Und dafür muss er einen echten Zirkus veranstalten. Mit der normalen Diensterfüllung kommt man da nicht weiter.

Also laß bitte das Gejammer.

Das ist kein Gejammmer, das ist Fakt. Wenn man nichts von Beamtenrecht versteht sollte man besser die Finger davon lassen.

Hallo Nikea,

also erstmal möchte ich mich der Masse meiner Vorredner anschliessen: egal was Du tust, schau nicht in erster Linie auf’s Geld sondern darauf, was Dir Spass macht.

So wie ich Dich verstehe, hast Du zwei ganz unterschiedliche Interessen: Eisenbahn und Biochemie. Zwar kenne ich mich in beiden Bereichen nicht wirklich gut aus, aber ich bin sicher, daß es sowohl im einen wie auch im anderen Bereich sowohl „Anlernberufe“ wie auch Studiengänge mit Promotion gibt. Sprich, Du kannst sicher bei der Eisenbahn „Hilfsweichensteller“ werden und nicht mehr als ne Einweisung haben wie Du auch Dozent für „Eisenbahntechnolgien“ werden kannst. Andersrum hinkt das Beispiel vielleicht weniger: Du kannst genauso Biolaborant werden, wie Du auch ein Biochemie-Studium samt Promotion durchziehen kannst.

Das heißt ich würde meine Entscheidung nicht auf „Lehre bei der Bahn“ oder „Biostudium“ reduzieren, sondern eher mal generell schauen, was von beidem Dich mehr interessiert. Nur wie weiß man sowas? Is ja doof, wenn man grad so in der Schule ist und auf irgendwelche Erzählungen angewiesen ist. Darum bleibt nur eines: Du mußt um jeden Preis versuchen, ein Praktikum in diesem Bereich zu machen.

Bravo. Tolle Idee, was? Wie kommt man nun als Schüler an ein Praktikum? Bei der Bahnauskunft anrufen hilft sicher nicht weiter :wink: Und meiner Erfahrung nach hilft da nur „Vitamin B“. Sprich, Du redest erstmal mit Deinen Eltern und engsten Freunden darüber, ob sie nicht jemanden kennen, der Dir da helfen könnte. Helfen heißt nicht, Dir die Sache auf dem Silbertablett servieren, sondern den richtigen Ansprechpartner nennen. So, und wenn nun 2 Eltern und 3 Freunde mit jeweils 5 Leuten reden und Du vielleicht auch noch mit den entfernteren Freunden und Verwandten palauderst kommst schon auf ne ganz ansehnliche Zahl. Vielleicht hilft Dir auch Dein Physik-Bio-Chemie-Mathe-Lehrer? Oder die jeweils einschlägigen Internetforen? Wichtig ist einfach mal, daß Du Deine konkreten Vorstellungen an möglichst viele Menschen bringst. Nur dann hast Du die Chance, daß Dir einer den entscheidenden Tip zum Praktikum geben kann.

Dieses Praktikum wird mit fast 100%iger Sicherheit nicht bezahlt werden, aber nur dann mußt Du auch nicht ernsthaft arbeiten und dem Laden was „bringen“ sondern kannst Dich in Ruhe umschauen. Früher mal wurden diese Teile Schnupperpraktika genannt, keine Ahnung wie das heutzutage heißt :wink: Und solltest Du an ein solches Praktikum kommen, dann quassle mit den Leuten. Quetsch sowohl die angelernte Kraft wie auch den Gesellen, Meister, Gruppenleiter, Akademiker aus. Über ihre Ausbildung, über ihren Job, wie es bei ihren Bewerbungen war und-und-und.

Sowas hab ich vor etwa 100 Jahren auch mal gemacht. Wußte vorher nur, daß ich wohl „irgendwas technisches“ machen will (Tendenz in Richtung Werkzeugbau mit Lehre). Nun, danach war mir klar, daß ich ein x-Studium machen will und danach in einer y-Abteilung arbeiten. Und jetzt rate was ich gemacht habe und immer noch mache? So waren die 3 Wochen beim Praktikum (obwohl ein herber finanzieller Verlust: 3 Wochen, die man nicht „normal“ jobben kann plus noch alle Auslagen) die am besten investierten meines Lebens :wink:

Soo - zurück zum Anfang: Du hast also idealerweise ein Praktikum in beiden Bereichen gemacht (und wenn’s nur jeweils 1-2 Tage waren!). Dann hast Du vielleicht eine grobe Vorstellung davon, was Dir besser gefällt. Naja, und dann weißt Du entweder aus Gesprächen mit den Leuten dort schon, welche Ausbildung Du gerne machen möchtest oder Du fängst dann an zu rechnen bzw. überlegst Dir, welche Ausbildung samt Jobmöglichkeiten Dir besser gefallen würde.

Und mach Dir mal keine Sorgen: Wenn Dich die Sache wirklich interessiert und sie Dir Spaß macht, dann ist die Frage, ob Du das schaffst keine mehr! Naja, und wenn Deine Eltern hinter einem Studium stehen hast Du ja noch eine grosse Last weg (und Du kannst ja auch in den Ferien jobben, damit Du nicht allzu viel kostest).

Aber sag - warum mußt Du Dich „so schnell wie möglich“ entscheiden? *grübel* Jetzt ist doch Februar, ich hab keine Ahnung, was die Bahn für Bewerbungsfristen hat, aber für Uni und Ausbildung ist doch eher September der klassische Beginn. Sprich, für die Uni haste eh noch Zeit und für ne Ausbildung müsstest langsam mal Bewerbungen schreiben. Aber das kann ja notfalls parallel gehen :smile: Laß Dir Zeit für diese Enscheidung, mit etwas Pech (oder Glück, je nachdem *g*) haste den Job für den Rest Deines Lebens. Und hinterher „was ganz anderes“ zu tun ist zwar prinzipiell möglich aber sehr viel anstrengender als der direkte Weg.

*wink* und viel Erfolg

Petzi

Hallo Michael!

Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Ausbildung besser,

In sämtlichen wirtschaftswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen fangen die Hochschulabsolventen bereits in einer Gehaltsklasse an (irgendwo am oberen Ende der Tarifstruktur), die ein Mensch mit gewerblicher Ausbildung i. d. R. bis zur Rente kaum erreichen wird.

vorausgesetzt du wirst nicht :Arzt oder Rechtsanwealt.

Die Gehälter von Ärzten und Rechtsanwälten im Angestelltenverhältnis bewegen sich in genau der gleichen Größenordnung wie die der eingangs erwähnten Berufsgruppen.

Ansonsten zahlt sich ein :Studium nur sehr selten aus. :Gerade jetzt, wo :Studiengebühren kommen :werden…

Studiengebühr 500 €/Semester, z. B. 12 Semester, macht 6.000 €. Das ist ungefähr die Bandbreite der Schwankung beim Einstiegsgehalt. Es ist abwegig, solchen Minibetrag zum Kriterium für oder gegen ein Studium zu machen.

Und die höhere Sicherheit :gegen Arbeitslosigkeit ist :auch vorbei.

Die Aussage hat mit der Realität für alle Alters- und Berufsgruppen nicht das Geringste zu tun.

Wenn es die Neigung sowohl für einen Ausbildungsberuf als auch für ein Studienfach gibt, würde ich IMMER das Studium wählen. Die Aufgabenstellung, die Stellung in betrieblicher Hierarchie, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und nicht zuletzt das Einkommen lassen gar kein anderes Ergebnis der Überlegung zu. Dazu kommen Aspekte wie die Chance, auch bei irgendwann vielleicht auftretenden körperlichen Einschränkungen uneingeschränkt berufstätig sein zu können. Nicht nur für mich ganz wichtig ist der Beruf als Berufung, der ausfüllt, fordert und mindestens überwiegend sehr gerne und mit tiefer Befriedigung ausgeübt wird. Dazu die nach oben völlig offene Aufstiegsmöglichkeit, die Menschen mit gewerblicher Ausbildung in der Regel verschlossen bleibt. Alleine diese Erkenntnis kann irgendwann sehr bitter werden.
Die Rechnungen, was die Altersgenossen schon für gutes Geld verdienen, während man seine Zeit beim Studieren „vergeudet“, mußte ich mir als junger Mensch bis zum Erbrechen anhören. Früher kam nur Gebrummel, vielleicht kannst Du mir meine Frage beantworten: Wenn der Studienabsolvent mit Mitte/Ende 20 mit einem Jahressalär von 40 T€ p. a. anfängt, wo sind denn die Hunderttausende, die der gleichaltrige Facharbeiter bis dahin schon verdiente? Falls Du es nicht weißt, ich kanns Dir sagen: Sie sind verfrühstückt, weil nämlich vom Lohn des jungen Facharbeiters nach Deckung der Lebenshaltungskosten kaum etwas übrig bleibt. Der junge Akademiker erzielt aber aus dem Stand ein Einkommen, das er bei halbwegs vernünftiger Lebensweise nicht verbrauchen kann.

Gruß
Wolfgang

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Hallo,

da rege ich mich doch schon wieder auf bei diesem Gewinsele.

Von wegen Aufstieg in der Hierarchie. Derzeit wartet der
Durschnittsstudienrat mindestens 10 Jahre bis er auf den OStR
kommt. Mindestens wohlgemerkt, eher länger. Und dafür muss er
einen echten Zirkus veranstalten. Mit der normalen
Diensterfüllung kommt man da nicht weiter.

Normale Diensterfüllung? Wer kann sich denn das heute leisten???
Das hat sicher einen Grund warum Lehrer „nur“ 42.000 per anno machen…VON NIX KOMMT NIX.
Mann sei dir mal deiner Worte bewusst, wieviele Ehepaare zusammen nicht auf 42.000 kommen.

Von der niedrigeren Besteuerung, niedrigeren Versicherungsprämien, günstigen Krediten und fast unbegrenzter Kreditwürdigkeit (weil Beamter) ganz zu schweigen.

Dieses Geheule mit fettem Bauch und ohne Leistungsbereitschaft bringt mich auf die Palme. Da kann ich nur sagen…Steuergeldschmarotzer.

Gruss D.K.