Hallo Nikea,
also erstmal möchte ich mich der Masse meiner Vorredner anschliessen: egal was Du tust, schau nicht in erster Linie auf’s Geld sondern darauf, was Dir Spass macht.
So wie ich Dich verstehe, hast Du zwei ganz unterschiedliche Interessen: Eisenbahn und Biochemie. Zwar kenne ich mich in beiden Bereichen nicht wirklich gut aus, aber ich bin sicher, daß es sowohl im einen wie auch im anderen Bereich sowohl „Anlernberufe“ wie auch Studiengänge mit Promotion gibt. Sprich, Du kannst sicher bei der Eisenbahn „Hilfsweichensteller“ werden und nicht mehr als ne Einweisung haben wie Du auch Dozent für „Eisenbahntechnolgien“ werden kannst. Andersrum hinkt das Beispiel vielleicht weniger: Du kannst genauso Biolaborant werden, wie Du auch ein Biochemie-Studium samt Promotion durchziehen kannst.
Das heißt ich würde meine Entscheidung nicht auf „Lehre bei der Bahn“ oder „Biostudium“ reduzieren, sondern eher mal generell schauen, was von beidem Dich mehr interessiert. Nur wie weiß man sowas? Is ja doof, wenn man grad so in der Schule ist und auf irgendwelche Erzählungen angewiesen ist. Darum bleibt nur eines: Du mußt um jeden Preis versuchen, ein Praktikum in diesem Bereich zu machen.
Bravo. Tolle Idee, was? Wie kommt man nun als Schüler an ein Praktikum? Bei der Bahnauskunft anrufen hilft sicher nicht weiter
Und meiner Erfahrung nach hilft da nur „Vitamin B“. Sprich, Du redest erstmal mit Deinen Eltern und engsten Freunden darüber, ob sie nicht jemanden kennen, der Dir da helfen könnte. Helfen heißt nicht, Dir die Sache auf dem Silbertablett servieren, sondern den richtigen Ansprechpartner nennen. So, und wenn nun 2 Eltern und 3 Freunde mit jeweils 5 Leuten reden und Du vielleicht auch noch mit den entfernteren Freunden und Verwandten palauderst kommst schon auf ne ganz ansehnliche Zahl. Vielleicht hilft Dir auch Dein Physik-Bio-Chemie-Mathe-Lehrer? Oder die jeweils einschlägigen Internetforen? Wichtig ist einfach mal, daß Du Deine konkreten Vorstellungen an möglichst viele Menschen bringst. Nur dann hast Du die Chance, daß Dir einer den entscheidenden Tip zum Praktikum geben kann.
Dieses Praktikum wird mit fast 100%iger Sicherheit nicht bezahlt werden, aber nur dann mußt Du auch nicht ernsthaft arbeiten und dem Laden was „bringen“ sondern kannst Dich in Ruhe umschauen. Früher mal wurden diese Teile Schnupperpraktika genannt, keine Ahnung wie das heutzutage heißt
Und solltest Du an ein solches Praktikum kommen, dann quassle mit den Leuten. Quetsch sowohl die angelernte Kraft wie auch den Gesellen, Meister, Gruppenleiter, Akademiker aus. Über ihre Ausbildung, über ihren Job, wie es bei ihren Bewerbungen war und-und-und.
Sowas hab ich vor etwa 100 Jahren auch mal gemacht. Wußte vorher nur, daß ich wohl „irgendwas technisches“ machen will (Tendenz in Richtung Werkzeugbau mit Lehre). Nun, danach war mir klar, daß ich ein x-Studium machen will und danach in einer y-Abteilung arbeiten. Und jetzt rate was ich gemacht habe und immer noch mache? So waren die 3 Wochen beim Praktikum (obwohl ein herber finanzieller Verlust: 3 Wochen, die man nicht „normal“ jobben kann plus noch alle Auslagen) die am besten investierten meines Lebens 
Soo - zurück zum Anfang: Du hast also idealerweise ein Praktikum in beiden Bereichen gemacht (und wenn’s nur jeweils 1-2 Tage waren!). Dann hast Du vielleicht eine grobe Vorstellung davon, was Dir besser gefällt. Naja, und dann weißt Du entweder aus Gesprächen mit den Leuten dort schon, welche Ausbildung Du gerne machen möchtest oder Du fängst dann an zu rechnen bzw. überlegst Dir, welche Ausbildung samt Jobmöglichkeiten Dir besser gefallen würde.
Und mach Dir mal keine Sorgen: Wenn Dich die Sache wirklich interessiert und sie Dir Spaß macht, dann ist die Frage, ob Du das schaffst keine mehr! Naja, und wenn Deine Eltern hinter einem Studium stehen hast Du ja noch eine grosse Last weg (und Du kannst ja auch in den Ferien jobben, damit Du nicht allzu viel kostest).
Aber sag - warum mußt Du Dich „so schnell wie möglich“ entscheiden? *grübel* Jetzt ist doch Februar, ich hab keine Ahnung, was die Bahn für Bewerbungsfristen hat, aber für Uni und Ausbildung ist doch eher September der klassische Beginn. Sprich, für die Uni haste eh noch Zeit und für ne Ausbildung müsstest langsam mal Bewerbungen schreiben. Aber das kann ja notfalls parallel gehen
Laß Dir Zeit für diese Enscheidung, mit etwas Pech (oder Glück, je nachdem *g*) haste den Job für den Rest Deines Lebens. Und hinterher „was ganz anderes“ zu tun ist zwar prinzipiell möglich aber sehr viel anstrengender als der direkte Weg.
*wink* und viel Erfolg
Petzi