Stufenweise Wiedereingliederung(etw.ausführlicher)

Hallo!

Nach einigen Wochen Krankheit (Burnout und Depressionen) und einem Klinikaufenthalt habe ich Anfang April mit einer stufenweisen Wiedereingliederung wieder zu arbeiten begonnen. Zunächst hat meine Hausärztin 15 (statt 25) Stunden Unterricht pro Woche angesetzt. Ende April sollte dann entschieden werden, wieweit ich die Stundenzahl aufstocke.
Am vergangenen Freitag war ich bei meiner Ärztin, weil ich an diesem Tag wg. Kreislaufproblemen und Erschöpfungszuständen nicht arbeiten konnte. Ich wollte für diesen Tag nur ein Attest, sie allerdings äußerte die Vermutung, dass ich die Arbeitstunden weiter reduzieren wolle und schlug einen ganz anderen Kurs ein: Ich solle ab Mai wieder volle Stundenzahl arbeiten. Begründung:

  • Meine Erschöpfung sei nur psychisch, deshalb sei es besser, nicht
    mehr geschont zu werden und wieder voll zu arbeiten.
  • Sie werde mir andere Antidepressiva verschreiben, die stärker
    stimmungsaufhellend und antriebssteigernd wirken.
  • Es gäbe auch keinen Grund für meine Erschöpfung, da ich jung und
    sportlich sei. Und:
  • Da ich gut verdiene und sozial abgesichert bin, gäbe es keinen
    Grund für Depressionen.
  • Auch Schicksalschläge hätte ich nie erlebt, die Depressionen
    erklären könnten. (Schwere Traumatisierungen aus der Kindheit kamen in ihrer Argumentation übrigens nicht vor.)

Ich war sehr konsterniert, vor allem, weil meine Erschöpfungszustände sich nur langsam bessern und ich über den sachten Einstieg in die Arbeit froh war. Mir graut vor der vollen Stundenzahl, denn die Klassen sind anstrengend und ich fühle mich in diesem Ausmaß noch nicht belastbar, obwohl ich durch Klinikaufenthalt und Psychotherapie auf dem Weg der Besserung bin.

Meine Frage: Muss ich die Entscheidung meiner Ärztin so hinnehmen?
Meine Freundin sagt, laut „Hamburger Modell“ entscheidet der Patient, wieviel Stunden Arbeit er schaffen kann.

Mitte Mai habe ich übrigens einen Termin beim Amtsarzt.

Wer entscheidet hier?

Danke für eure Antworten!!!

Gruß, ChrisTine

Mitte Mai habe ich übrigens einen Termin beim Amtsarzt.

Wer entscheidet hier?

Hallo,

zu deiner anderen Problematik kann ich leider nichts schreiben, aber deine Personalbehörde ist verpflichtet, sich an das Untersuchungsergebnis des Amtsarztes zu halten.

Sollte dieser dich für voll belastbar befinden, musst du wieder Vollzeit unterrichten.

Du kannst ggfs versuchen, mit der Personalstelle für nächstes Schuljahr über Teilzeit zu verhandeln.

grüsse
dragonkidd

Vermutlich…
… habe ich meine Frage etwas ungenau gestellt.

Erfahrungsgemäß orientiert sich der Amtsarzt an dem, was der Hausarzt sagt, denn der kennt den Patienten genauer.

In meinem Fall, wo es um eine psychosomatische Erkrankung geht, ist er ja auch auf das angewiesen, was der Patient erzählt und was im Bericht des Hausarztes steht. Insofern wollte ich wissen, ob meine Hausärztin hier, quasi über meinen Kopf hinweg, entscheiden kann, wie belastbar ich bin.

Trotzdem danke für deine Antwort.

Gruß, ChrisTine

zu deiner anderen Problematik kann ich leider nichts
schreiben, aber deine Personalbehörde ist verpflichtet, sich
an das Untersuchungsergebnis des Amtsarztes zu halten.

Sollte dieser dich für voll belastbar befinden, musst du
wieder Vollzeit unterrichten.

Du kannst ggfs versuchen, mit der Personalstelle für nächstes
Schuljahr über Teilzeit zu verhandeln.

grüsse
dragonkidd

hi

Erfahrungsgemäß orientiert sich der Amtsarzt an dem, was der
Hausarzt sagt, denn der kennt den Patienten genauer.

Erfahrungsgemäss kann das aber auch ganz anders ausgehen - der Hausarzt hielt jemanden aus meinem Bekanntenkreis für nicht arbeitsfähig - der Amtsarzt erklärte ihn für VOLL arbeitsfähig

In meinem Fall, wo es um eine psychosomatische Erkrankung
geht, ist er ja auch auf das angewiesen, was der Patient
erzählt und was im Bericht des Hausarztes steht.

nein, er kann sich durchaus auch ein eigenes Bild davon machen

wollte ich wissen, ob meine Hausärztin hier, quasi über meinen
Kopf hinweg, entscheiden kann, wie belastbar ich bin.

Sie entscheidet nicht über deinen Kopf hinweg ob und wie belastbar du bist. sie ist für sich, aus dem wie du dich gibst und was du erzählst, zu der Erkenntnis gelangt, dass es für dich besser wäre auch im Sinne deiner Erkrankung, Vollzeit zu arbeiten

Gruß H.

Hi!

Sie entscheidet nicht über deinen Kopf hinweg ob und wie
belastbar du bist. sie ist für sich, aus dem wie du dich gibst
und was du erzählst, zu der Erkenntnis gelangt, dass es für
dich besser wäre auch im Sinne deiner Erkrankung, Vollzeit zu
arbeiten

Woher weißt du das denn? Weil Ärzte alles wissen und nie was falsch machen?

Grüße

Woher weißt du das denn? Weil Ärzte alles wissen und nie was
falsch machen?

weil sie nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden und auch eine eigene Meinung haben, die sich (zum glück) durchaus von der Meinung der Patienten unterscheiden kann. Sonst würden wohl die meisten Patienten garnicht mehr zum Arbeiten gehen „och nööö heut noch nicht“

Dass du dich noch nicht belastbar fühlst ist die eine Sache … aber dass evtl. gerade eben das Arbeiten dich letztendlich aus deiner Krankheit auch wieder herausholt, kann durchaus therapeutisch im hinterkopf eines Arztes schweben

Zumindest ist er/sie NICHT der Überzeugung dass du nicht nicht belastbar wärst … also probier es aus

Gruß H.