Hallo,
ein Gedankenspiel: Jemand sitzt zum ersten Mal in einem Oldtimer und wird geblitzt. Was er später erst feststellt ist, dass der schon ältere Tacho 2-3 kmh zu wenig anzeigt (z.B. durch Kontrolle über GPS-Navisystem). Kann er diese 2-3 kmh anzweifeln oder zurückweisen, da er subjektiv langsamer gefahren ist?
Interessant, oder?
Gruß,
CC
Nein, kann er nicht, denn dass die Tacho-Anzeige u.U. nicht korrekt funktioniert, kann den Halter (Fahrer) nicht entlasten.
Ansonsten dürfte man sich bei jedem Blitzen herauswinden, indem man den blöden Tachometer für die viel zu schnelle Fahrt verantwortlich machte.
Grüße
Messtoleranz
Guten Morgen!
ein Gedankenspiel: Jemand sitzt zum ersten Mal in einem
Oldtimer und wird geblitzt. Was er später erst feststellt ist,
dass der schon ältere Tacho 2-3 kmh zu wenig anzeigt (z.B.
durch Kontrolle über GPS-Navisystem). Kann er diese 2-3 kmh
anzweifeln oder zurückweisen, da er subjektiv langsamer
gefahren ist?
Du meinst also, 50 km/h auf dem Tacho, aber in der Realität 52 bis 53 km/h schnell gewesen?
Es werden von Amts wegen von der gemessenen Geschwindigkeit als Messtoleranz 3 km/h abgezogen. Wäre es also so, wie es der Fahrer darstellte, könnte es keine Post vom Ordnungsamt geben.
Gruß
smalbop
Hallo,
so lange ich zurückdenken kann, durften Tachos noch nie zu wenig anzeigen.
GPS und Geschwindigkeit ist eine Sache für sich. Man muß schon sehr konstant fahren, damit die Werte richtig sind. Im Allgemeinen sind die auch nicht genauer, als der Tacho, können aber auch zu wenig anzeigen.
Cu Rene
Hallo,
GPS und Geschwindigkeit ist eine Sache für sich. Man muß schon
sehr konstant fahren, damit die Werte richtig sind. Im
Allgemeinen sind die auch nicht genauer, als der Tacho, können
aber auch zu wenig anzeigen.
Könntest Du diese Aussage ein wenig präzisieren? Ich meine das ernst und keinesfalls provozierend.
Ich selbst fahre, seit ich GPS benutze ausschließlich nach GPS-Angaben.
Wenn ich mir überlege, dass mein GPS 386000/min. mit den Satelliten meine Position abgleicht und auf 4,0 m genau meine Position bestimmen kann, wieso macht es dann beim berechnen Weg/Zeit Fehler?. Eine Zeitverschiebung von wenigen Sekunden davon einmal ausgenommen.
Bisher nahm ich an, dass ich mit der GPS Angabe auf der sicheren Seite fahre.
Rumburak
Verantwortung!
ein Gedankenspiel: Jemand sitzt zum ersten Mal in einem Oldtimer und wird geblitzt.
Hat er sich versichert, dass er sich mit den „Eigenheiten“ dieses Geräts aukennt?
Darf er ein Fahrzeug fahren, welches sich anders verhält als ein normales Fahrzeug, wenn ihm dieser Umstand nicht bewußt ist?
Darf er mit einem Fahrzeug, über dessen korrekte Funktionsweise er offensichtlich nicht informiert ist, bis an die Geschwindigkeitsgrenze gehen?
Kann er diese 2-3 kmh anzweifeln oder zurückweisen, da er subjektiv langsamer gefahren ist?
Bezweifeln darf man in einem Rechtsstaat vieles. Wird ihm nur rechtlich nichts bringen.
Da kann der Betroffene froh sein, wenn nicht die betreffende Person vom Ordnungsamt, mit dieser Aussage dann zusätzlich noch einen wegen grober Fahrlässigkeit oben drauf haut: Sich in ein nicht ordnungsgemäß funktionierendes Fahrzeug setzen und damit dann auch noch die Geschwindigkeitsgrenze überschreiten!
Als nächstes fährt noch jemand einen Fußgänger platt und redet sich vor Gericht raus „Nicht meine Schuld - Ich saß zum ersten Mal in dem Fahrzeug: ich wußte nicht wie die Bremsen funktionieren!“ … scnr
Ich persönlich würde da mal ganz kleine Brötchen backen, das Knöllchen zahlen und den Tacho in Ordnung bringen lassen. Das ist mit Sicherheit weniger problematisch als den Behörden schriftlich zu geben, dass man nicht mal die grundlegenden Regeln der Verkehrssicherheit verstanden hat!
Gruss,
Michael
Hallo,
wenn der Halter weiss, dass der Tacho zu wenig Geschwindigkeit anzeigt, darf er das Fahrzeug so nicht in den Verkehr bringen. Moeglicherweise hat er keine Betriebserlaubnis mehr, das kann ich hier nicht verbindlich beurteilen, vermute ich aber, spaetestens wenn er einen fremden Fahrer ohne Hinweis fahren laesst.
Tachos muessen stets zu hohe Geschwindigkeit anzeigen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tachometer
Gruss Helmut
Hallo,
das GPS erzeugt Werte fuer die Geschwindigkeit, die im Mitel stimmen sollen und in den Toleranzen auch mal darunter oder ueber dem korrekten Messwert liegen.
Beim Tacho ist das anders. Dieser darf nie zuwenig anzeigen, immer mehr Geschwindigkeit. Der Mittelwert der Anzeige liegt ueber dem Messwert und darf mit Toleranz zu geringerer Anzeige hin im Extremfall stimmen.
Gruss Helmut
Hallo,
Wenn ich mir überlege, dass mein GPS 386000/min. mit den
Wirklich so oft? Wenn GPS etwas kann, dann Zeiten messen - darauf beruht das ganze System.
Satelliten meine Position abgleicht und auf 4,0 m genau meine
Das dürfte der größte Teil des Fehlers sein, der aber durchaus auch größer sein kann.
Jetzt wäre ein Ausflug in die Fehlerrechnung nötig, der hier im Rechtsbrett zu weit führt (und den ich auch nicht mal eben zusammenbringe), frag doch im Mathebrett nochmal.
Vor allem müste man wissen, wie die Geschwindigkeit genau berechnet (und insbesondere wie lange gemittelt) wird. Nehmen wir mal als Beispiel an man fährt exakt 50km/h und es wird über eine Minute gemittelt. In einer Minute legt man 833,3m zurück, mit dem angenommenen Fehler vom 4m (mal 2, weil man ja Am Anfang -4m und am Ende +4m haben könnte) zeigt das Gerät also zwischen 825,3m und 841,3m für diese Minute an. In Geschwindigkeit umgerechnet also zwischen 49,5 und 50,5km/h. Dabei ist jetzt der mögliche Fehler in der Zeitmessung nicht berücksichtigt und es sind eben viele Annahmen dabei.
Das Problem ist, wie schon geschrieben, daß das GPS eben auch zu wenig anzeigen und man den aktuellen (der hängt wesentlich von der Anzahl und Lage der nutzbaren Satelliten ab) Fehler nur schwer abschätzen kann. Das wäre vielleicht in Hinweis an die Entwickler wert, sowas mit anzuzeigen, da sie alle nötigen Parameter im Griff haben sollten.
Cu Rene
Ich denke, dass er „subjektiv“ sogar angemessen gefahren ist… nur eben objektiv nicht.
Aus unten genannten Gründen würde ich hier gar nichts anzweifeln, obwohl natürlich im Rechtsstaat alles bezweifelt werden darf.
Im Zweifelsfall wirds dann einfach deutlich teuerer.
Zusatzfrage an die Experten
Wie teuer kann es denn werden?
Erlischt die Betriebserlaubnis deswegen?
Liegt dann im Extremfall ein Verstoss gegen das Pflichtversicherungsgesetz vor?
Du hast hier einen kleinen Denkfehler :
Zwar stimmt es, dass die GPS-Koordinaten prinzipiell recht
ungenau sind (um die 10 Meter ±), aber die Änderungen dieser „ungenauen“ Position" werden recht genau wiedergegeben. Kann man ja
selber ausprobieren. Einfach irgendein Navidingsbums nehmen und auf der
Strasse ein paar Meter damit laufen …
Gruss
Hallo,
das entspricht meinen Beobachtungen nicht. Selbst wenn das Gerät an einem festen Ort steht, ändert sich die Koordinate. Woher soll man wissen, wann und wo und wie sie sich ändert, wenn man sich dann auch noch in Ort und Zeit bewegt? Dazu gibt es ja so nette Dinge wie DGPS, die ständig den Fehler bestimmen. Aber das geht hier wirklich zu weit.
Cu Rene
Guten Morgen!
ein Gedankenspiel: Jemand sitzt zum ersten Mal in einem
Oldtimer und wird geblitzt. Was er später erst feststellt ist,
dass der schon ältere Tacho 2-3 kmh zu wenig anzeigt (z.B.
durch Kontrolle über GPS-Navisystem). Kann er diese 2-3 kmh
anzweifeln oder zurückweisen, da er subjektiv langsamer
gefahren ist?
Du meinst also, 50 km/h auf dem Tacho, aber in der Realität 52
bis 53 km/h schnell gewesen?
Gruß
smalbop
Der Tacho darf niemals zu wenig anzeigen, genau andersrum, Tach zeigt 50 bei real 48.
Wer mal auf einem Prüfstand war, weiß, wie groß die Abweichungen manchmal sind. Der Panda eines Freundes fährt bei Tacho 50 exakt 46,9 km(h, bei 100 reale 89,5 km/h. Kann nicht schaden, das von seinem Auto zu wissen 
Die Dinger dürfen max. 7% des Skalenendwertes abweichen. Geht das Ding also bis 200, darf es max. 14 zu viel anzeigen - bei jeder Geschwindigkeit. So viel ist es hoffentlich nie, aber ich schätze, genau dieser Ausrede, um die es hier geht, sollte damit der Wind aus den Segeln genommen werden.
Woher hast du die 7%?
Wenn ich mir die ganzen Regelwerke anschaue § 57 Abs. 2 StVZO, 75/443/EWG, ECE-R39
komme ich auf 10%+4km/h als maximalgrenze nach oben…
Woher hast du die 7%?
Das kommt bestimmt noch von Uropas Zeiten als Tachos noch
Drehspuhlinstrumente waren. Diese Dinger waren in solchen
Genauigkeitsklassen angegeben x Prozent vom Skalenendwert.
Wenn ich mir die ganzen Regelwerke anschaue § 57 Abs. 2 StVZO,
75/443/EWG, ECE-R39
komme ich auf 10%+4km/h als maximalgrenze nach oben…
Genau darauf komme ich auch und zwar von der aktuellen/tatsächlichen
Geschwindigkeit und auch nicht mehr vom Skalenendwert.
Gruß
Stefan
Aus dem theoretischem Untericht in der Fahrschule und dem Begleitbuch. Ist aber schon einige Jahre her. Jahrzehnte, um ehrlich zu sein
Mag sein, daß sich das geändert hat.
Ich war bisher mit all meinen Autos auf dem Prüfstand des ADAC (für Berliner war es zu Zeiten der DDR durchaus interessant, die Abweichung zu kennen, weil auf den Transitstrecken immer mind. einmal gemessen wurde, und zwar ziemlich rigide) und kann sagen, daß die Abweichung nach oben inzwischen sehr gering geworden ist.
Was sicherlich nach wie vor gilt ist die Tatsache, daß die Geschwindigkeitsanzeige auf keinen Fall zu wenig anzeigen darf, somit ist die Ausrede „Tacho ging nach“ in jedem Fall hinfällig.
Benno