Suche angebl. Stellungnahme ERC / Bund.ärtzekammer

Hallo,

Ich suche einen Beitrag der Bundesärztekammer oder des ERC, bin mir nicht mehr sicher, wonach eine Reanimation nach 20 Minuten ohne eigene Herzleistung abgebrochen werden kann.

Diese Aussage traf zumindest ein Ärztlicher Leiter, von dem ich zugegebener Maßen nichts halte, nach dem Besuch einer Fortbildung.
Prinzipiell finde ich diese Aussage ja nicht schlecht, ich hätte sie nur gerne schwarz auf weiß, finde aber leider nix im Netz.

Kann mir hier jemand weiter helfen?

Danke,
peppy

Hallo,

Ich suche einen Beitrag der Bundesärztekammer oder des ERC,
bin mir nicht mehr sicher, wonach eine Reanimation nach 20
Minuten ohne eigene Herzleistung abgebrochen werden kann.

Es gibt keine bindenden Richtlinien (Richtlinien sind nie bindend). Wann eine Reanimation abgebrochen wird, liegt im Ermessen des einzelnen Arztes.
Es kann da auch nichts bindendes geben, weil jeder Fall unterschiedlich ist.
Mal nur so als ein (!) Beispiel: Ein dreijähriges Kind, das eine halbe Stund unter der Eisdecke geschwommen ist, würde ich 2 Stunden reanimieren, einen 7ojährigen, der einen Kreislaufstillstand von 10 Minuten erlitten hat, gar nicht.

Mal nur so als ein (!) Beispiel: Ein dreijähriges Kind, das
eine halbe Stund unter der Eisdecke geschwommen ist, würde ich
2 Stunden reanimieren,

Echt? Und was hat dieses Kind hinterher, sofern es wieder aufwacht, für ein Leben? Durch die Kälte kein Pflegefall? Sonst sagt man doch, nach … Minuten ohne Sauerstoffzufuhr für das Gehirn, bleibt die Person schwer geschädigt. Wäre es das wert? Ist eine ehrliche Frage.

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Hi!

Echt? Und was hat dieses Kind hinterher, sofern es wieder
aufwacht, für ein Leben? Durch die Kälte kein Pflegefall?

Priamos hat da völlig Recht.
Kinder haben die Eigenschaft (im Vergleich zu Erwachsenen), daß sie Sauerstoffmangel besser tolerieren können, erst recht, wenn sie ausgekühlt sind. Die Kälte sorgt bei Kindern für eine deutlich verlängerte Überlebenszeit (mehr bzw. länger als bei ERwachsenen). Daher reanimiert man Kinder mit niedriger Körpertemperatur grundsätzlich viel länger als Erwachsene. Die zu erwartenen Schäden sind aufgrund dessen deutlich geringer als bei Erwachsenen. Darum „lohnt“ sich bei Kindern eine längere Reanimation.

Gruß,
Sharon

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Mal nur so als ein (!) Beispiel: Ein dreijähriges Kind, das
eine halbe Stund unter der Eisdecke geschwommen ist, würde ich
2 Stunden reanimieren,

Echt? Und was hat dieses Kind hinterher, sofern es wieder
aufwacht, für ein Leben?

Aber Kinder haben eine größere Hautoberfläche im Verhältnis zum Gewicht und kühlen daher schnell aus. Die Kälte schützt das Gehirn bei Hypoxie! Unter Reanimationsbedingungen ist eine Erwärmung auch nicht so schnell möglich.

„No one is dead until he is warm and dead“ - das heißt:

Es wird solange reanimiert, bis die Person trotz Durchwärmung keinen Puls hat.

(Bei Personen, die im Sommer im Baggersee gefunden werden und Schlittshuhe anhaben, darf von einer Reanimation abgesehen werden.)

Ob man einen 70jährigen nach nur 10min Kreislaufstillstand nicht reanimieren sollte, ist eine theoretische Frage, da sich die Frage stellt, wie man wissen soll, ob das wirklich 10 Minuten ohne jegliche Blutförderung gewesen waren.

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Die Frage war ob mir jemand etwas über den BEITRAG weiß, von Richtlinie war keine Rede!

Geschweige denn wollte ich über Kinder Rea. diskutrieren.

Wenn also jemand bei der Veranstaltung in Köln dabei war würde ich mich über einen Beitrag zu meiner Frage sehr freuen.
danke