Ich suche für meine Magisterarbeit dringend noch deutschsprachige Romane der Gegenwartsliteratur, in denen man das Verhältnis von Literaturkritikern und Autoren untersuchen kann. Kennt jemand irgendwelche?
Beispielsweise ein Roman, in dem ein Autor über einen Kritiker herzieht wie bei „Tod eines Kritikers“ von Martin Walser.
Einzelne Textstellen reichen aber auch (z.B. bei Michael Endes’ Wunschpunsch). Vielen Dank!
Auch wenns schon älter ist, mein Lieblingstext zum Thema:
Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein:
„Ich habe die Ehr, Ihr Rezensent zu sein.“
Sofort nimmt er das Licht in die Hand,
Besieht lang meinen Schatten an der Wand,
Rückt nah und fern: „Nun, lieber junger Mann,
Sehn Sie doch gefälligst mal Ihre Nas so von der Seite an!
Sie geben zu, daß das ein Auswuchs is.“
Das? Alle Wetter - gewiß!
Ei Hasen! ich dachte nicht,
All mein Lebtage nicht,
Daß ich so eine Weltsnase führt’ im Gesicht!!
Der Mann sprach noch verschiednes hin und her,
Ich weiß, auf meine Ehre, nicht mehr;
Meinte vielleicht, ich sollt ihm beichten.
Zuletzt stand er auf; ich tat ihm leuchten.
Wie wir nun an der Treppe sind,
Da geb ich ihm, ganz froh gesinnt,
Einen kleinen Tritt, Nur so von hinten aufs Gesäße, mit -
Alle Hagel! ward das ein Gerumpel,
Ein Gepurzel, ein Gehumpel!
Dergleichen hab ich nie gesehn,
All mein Lebtage nicht gesehn
Einen Menschen so rasch die Trepp hinabgehn!
(Mörike)
ich weiß nicht, ob dir das was hilft, aber da war mal ein autor, dem ging ein besonders korinthenkackerischer amazonkritiker so sehr auf den keks, dass er ihn in einem seiner romane mitspielen ließ und ihn einen besonders schmachvollen tod sterben ließ. ha! (http://www.lettern.de/remiel6.htm letzter abschnitt)
spontan fällt mir dazu das alte Chanson „Der Musikkritiker“ von
Georg Kreissler ein.
Zitat ( sinngemäß )
Ich hab zwar keine Ahnung was Musik ist,
denn ich bin beruflich Pharmazeut,
dafür weiß ich sehr gut, was Kritik ist,
je schlechter, desto mehr freun sich die Leut!