Suche DRINGEND Experten für Unterleibsschmerzen!

(In eigener Sache:
Nun - es wird für Sie im folgenden Artikel unschwer zu erkennen sein, daß die Autorin von sich selbst und ihren Erfahrungen mit ärztlicher Praxis hier in von unserem lieben Präsidenten zum Tage der deutschen Einheit so wohlgepriesenen Deutschland berichtet.

Infolgedessen meine ernste Bitte an den geneigten Leser:

Ich suche seriöse Mitmenschen. Wenn Sie auch nur den geringsten Verdacht in sich verspüren, es „gut zu meinen“ - dann lassen Sie mich bitte in Ruhe. Ich bin echt. Meine Schmerzen sind echt. Was ich brauche, ist WIRKLICH GUT- und jedenfalls nicht „gut gemeint“.

Meinen aufrichtigen Dank!)

Sie ist 38 Jahre alt, sie hat seit eineinhalb Jahren Unterleibsschmerzen, die sie in ihrem alltäglichen Leben stark beeinträchtigen - man kann durchaus von Leid sprechen und damit durchaus Leid meinen:

Sie ist krank. Sie geht zum Arzt. Sie will gesund werden.

Inzwischen war sie bei allen Ärzten, derer sie habhaft werden konnte: Urologen, Gynäkologen, Allgemeinmediziner, drei bis vier Mal Notfallambulanzen, Neurologen, Psychiater, in Tübingen, Rottweil und Heilbronn.

Es wurde medizinisch Einiges unternommen:

Laborunteruchungen von Harn, Blut und Scheidensekret.
Sonographien, Coloskopie, Gastroskopie, Cystoskopie, Blasenspiegelung, Röntgen (die bislang EINZIG FÜNDIGE UNTERSUCHUNG!), Harnstrahlmessungen und immer wieder Medikamentationen…

Im Oktober 2007 in Heilbronn kommt es ENDLICH zu einer urologischen DIAGNOSE, endlich eine Röntgenuntersuchung:

Darufhin wurde im November 2007 eine Ureterocelenschlitzung vorgenommen. Daraufhin blieben die Schmerzen etwa vier Monate lang aus!

Dann im April 2008 bahnten sich die Unterleibsbeschwerden langsam und schleichend wieder an, im Juni war es wieder nicht mehr auszuhalten - also zurück zur Urologie. Alphablocker und Antibiose mit Doxycclin erbringen keine Schmerzlinderung, Diclophenac bleibt unverträglich und gesundheitsschädlich.

Ein Professor der urologischen Abteilung der Kliniken am Plattenwald gibt ihr vor kurzem eine Adresse von einem Psychotherapeuten. Soweit war sie schon einmal. Der medizinische Kreis schließt sich erneut:

Ärztelatein am Ende, ab zur Psychosomatik.

Ich will gesund werden. Immer noch. Denn ich bin immer noch krank. Aus eigener Kraft kann ich meine Schmerzen immer noch nicht heilen. Ich bin echt. Bitte seien Sie es auch!

Mit freundlichen Grüßen:

Dagmar

Nachtrag:

Sie ließ sich gründlich untersuchen und allzu oft auch FALSCH behandeln - medizinische Unwägbarkeiten werden offenbar in Kauf genommen und Chemie dort eingesetzt, wo sie nicht zwingend angezeigt ist:

Ärzte nehmen ihre „Behandlung“ auf, der Patient bleibt mit den Konsequenzen der medizinischen Praxis auf sich gestellt. Risiken und Nebenwirkungen stehen im Beipackzettel - da stehen sie gut, der Arzt muß seinen Patienten nicht zwingend über das Präparat aufklären.

(Ein Biologe versicherte der Autorin kürzlich glaubhaft, daß Mediziner in der Regel allenfalls über unzureichende pharmakologische Kenntnisse verfügen. Und - well: Auch die Autorin hat einmal studiert.)

Ich gebe Ihnen ein kleines Beispiel:

Sucht man die Notfallambulanz auf, weil man zwischendurch Schmerzen hat, die man nun wirklich nicht mehr aushält - vielleicht eine starke Kolik mit starkem Durchfall, vielleicht weil man Diclophenac auch anal nicht verträgt - dann kann man schon einmal einen allergischen Schock erleiden - man hat die Frage nach einem Schmerzmittel blöderweise bejaht, weil man blöderweise wegen Schmerzen in der Notfallambulanz ist! Weil man nun einmal offensichtlich der einzige Mensch auf Gottes Erdboden ist, der Novalgin nicht verträgt. Gottlob und -preis geschieht Ihnen das in der Klinik, beruhigt sie eine Ärztin, in einem gefühlten Alter von 14 Jahren: Stellen Sie sich mal vor, Sie werden auf freier Wildbahn plötzlich intravenös von Novalgin überrascht - und weit und breit kein lernender Assistenzarzt in Sicht, der Ihnen auf die Novalgininfusion schnell ein anderes Präparat einflößen kann! Sie haben eine starke Woche mit Ihrer Haut zu tun, die sich erst stark rötet, dann abblättert, alles mit starkem Juckreiz verbunden. (Selbstverständlich findet das Nachspiel stets ganz privat statt - ohne jeglichen medizinischen Beistand. So wie Ihre Schmerzen auch die meiste Zeit über.)

Hallo,

was mir in der Auflistung fehlt, ist eine Bauchspiegelung. Bei unklaren Unterbauchschmerzen gehört sie meines Wissens zur Standarddiagnostik (Hat nicht nur eine Klinik erwähnt). Und die würde ich in einem KH machen lassen, welches sich mit Endometriose auskennt. Am besten ein Endometriosezentrum, weil man in solchen Zentren mit diversen Fachrichtungen zusammenarbeit.

Es muss nicht unbedingt eine Endometriose sein. Aber erstens könnte dies sein und zweitens werden die auf Endometriose spezialisierten Ärzte regelmässig mit dem PRoblem „chronische Unterbauchschmerzen“ konfrontiert und kommen somit vielleicht auf die Diagnose.

Alternativ würde ich zum Schmerztherapeuten und sehr wahrscheinlich auch zum Psychotherapeuten gehen. Die Schmerzen zehren an Körper und Seele. Eine Diagnose zu haben klingt zwar gut, ist aber oft nicht eindeutig möglich. Warum sich nicht parallel dazu um die Schmerzen kümmern? Außerdem haben Schmerz- und Physiotherapeuten auch wieder neue Denkansätze. Gerade bei Unterbauchschmerzen kann die psychische Komponente sehr stark sein. Leider wird sowas auch gern mal sehr uncharmant formuliert, so dass man als Patient zu wenig Akzeptanz geneigt ist.

Toll ist auch ein guter Hausarzt, der Befunde sammeln und einschätzen kann. Um dann alles in richtig Bahnen zu lenken. Hilfreich kann auch eine Reha sein. Erfahren, wie man mit Schmerz umgeht, Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten und vielleicht auch neue Denkansätze in Ursachenfindung und Therapie.

Ich habe den „Spass“ selber durch. Es war eine unglaublich schwere Zeit. Man darf da einfach nicht aufgeben. Für mich hat sich der Kampf gelohnt.

VG
Monroe

Zu CPP
kann man hier was lesen:

http://www.endofem.at/cpp.htm

Da kommt schön rüber, wie vielfältig das alles sein kann.

Hallo Dagmar,

es ist wirklich abgeklärt, das es nicht ein Rezidiv ist oder durch Vernarbungen von der OP?
Was genau war üerhaupt los? Ein Rückstau in die Nieren, wodurch?

Wenn das alles abgeklärt ist, würde ich folgende Optionen überdenken.
1). Osteopathie, die lange bestehende Schonhaltung für die Schmerzen beseitigen, denn die kann, auch nach einer OP schon als alleinige Ursache, sozusagen zum Selbstzweck, immer noch Schmerzen bereiten, und die Narben behandeln.

2). Neuraltherapie, hier wird mit einem lokalen Betäubungsmittel z.b. in die Narben gespritzt und sie damit 1. weicher gemacht, 2. als Störfeld einmal ausgeschaltet, so das Du zum einen erkennen kannst, ob die Schmerzen damit zu tun haben und zum anderen es dadurch auch behandelt wird.

Hiermit begibst Du Dich allerdings in die Welt der Selbstzahlen, falls Du nicht eh privat versichert bist, oder Zusatzversichert und Du begibst Dich in eine Welt, in der die Therapeuten auch davon leben müssen und es auch hier einige gibt, die Nebenwirkungen nicht optimal begleiten, bei der Therapeutenwahl ist neben Qualifikation auch auf Dein Bauchgefühl zu achten, auf Autentizität… aber es ist ein ernst zu nehmender Weg, zeigt mir immer wieder meine tägliche Arbeit.

Es gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten, soviel für heute…

Viel Glück
Kathy

Hallo Monroe,

Gastroskopie, das war die Magenspiegelung - dankeschön.

BG, Dagmar

Hallo Kathy,

was ist ein Rezidiv?

Ich hatte eine Ausbuchtung des Harnleiters, so daß der Harn sich sammelte und im do entsandenen Harnleiterbeutel in die Blase drückte. Die behandelnden Ärzte waren so freundlich, mich darauf hinzuweisen, daß dieser Befund die Ursache der Schmerzen sein KANN und nicht sein MUSS. Sie nahmen eine Schlitzung vor, damit der Harn wieder ungehindert fließen kann. Die Nachunteruchungen - Röntgen, Sonographie - ergaben keine Auffälligkeiten. Von Narben war keine Rede.

Nun - ich werde mir den Psychotherapeuten inzwischen gern ansehen, bin seelisch moralisch am Hungertuch. Dann erhielt ich Samstag den Rat, Akupunktur zu versuchen (traditionelle chinesische Medizin).
Werde baldmöglichst noch einmal bei der AOK vorsprechen, sollte dort interessant sein, wie informationsträge medizinische Vorgänge untereinander vonstatten gehen. Meine Berichtemappe organisierte ich selbst zusammen bis heute.

Es ist blöde, aber mir leider nur möglich, ganz kleine Kuchen zu backen. Deine Vorschläge kenne ich bereits und glaube mir:
Bei aller Recherche und konkreten Herangehensweisen mit allen Terminfindungsproblemen und handelsüblichen Wartezeiten darauf geht viel Zeit und Kraft ungenutzt verloren.
(Schmerztherape im Kreis Rottweil zu wollen hieß zumindest letztes Jahr, sechs Monate darauf warten zu sollen: „Wir haben viele Krebspatienten. Wir können auch nur arbeiten.“)

Dankeschön!

BG, Dagmar

Ich meinte keine Gastroskopie!!!

Hallo Monroe,

Gastroskopie, das war die Magenspiegelung - dankeschön.

BG, Dagmar

Hallo,

Bauchspiegelung = Laparoskopie

http://www.operieren.de/content/e3224/e10/e886/e898/…

VG
Monroe

(Schmerztherape im Kreis Rottweil zu wollen hieß zumindest
letztes Jahr, sechs Monate darauf warten zu sollen: „Wir haben
viele Krebspatienten. Wir können auch nur arbeiten.“)

Hallo,

das ist hier auch so. Hast Du dich denn da angemeldet? Dann wärst Du ja jetzt schon dran. Wenn nicht: Jetzt den Termin machen. WEnn es in einem halben Jahr ok ist, kann man den immer noch absagen! Ggf. auch weiter fahren!

VG
Monroe

Hallo Monroe,

okay…

Diese Form der operativen Untersuchung war mir bislang nicht bekannt, wurde mir auch nie von irgendeinem Arzt vorgeschlagen - sind Endometriose/Laparaskopie so exotisch?

In der Tat ist meine Monatsregel seit ihrem Eintreten - das war, als ich 12 Jahre alt war - von starken krampfartigen Schmerzen begleitet…

…in den gesamten 26 Jahren meiner sämtlichen Vorsorgeuntersuchungen, in denen ich logischerweise auf die Frage nach Beschwerden immer schön regelmäßig meine Regelschmerzen angab (das war auch noch lange in der Zeit, als die Frauenärzte noch bezahlt wurden für das Gespräch mit der Patientin), kamen diese Worte nicht ein einziges Mal aus dem Mund eines einzigen Frauenarztes…

Also: Recht schönen Dank auch für die Links!

Am 24.10. habe ich einen Termin beim Frauenarzt („Wir melden uns, wenn früher ein Termin frei wird.“ Ich nehme an, Du kennst das Spiel.) Werde „Endometriose“ und „Laparoskopie“ im Arztgespräch nennen und Stellungnahme einfordern.

Was meine persönliche Kommunikation mit Ärzten angeht, ist es einfach Glückssache, ob die Teilnehmer tatsächlich gesprächsbereit sind - auf befremdliche Art ist gelungene Kommunikation unter Schmerzen, Tränen und mit Angst behaftet tagesformabhängig. Ich selbst bin oft nicht auf der intellektuellen Höhe, sachdienlich zu argumentieren - mitunter bin ich wirklich ängstlich verzweifelt dabei, mir alles sagen zu lassen, was auf Verdacht und „Es-ja-könnte-vielleicht-helfen“ beruht…

Schande über mich! - Grins.

Beste Grüße: die Dagmar

Diese Form der operativen Untersuchung war mir bislang nicht
bekannt, wurde mir auch nie von irgendeinem Arzt vorgeschlagen

  • sind Endometriose/Laparaskopie so exotisch?

Hallo,
eine Endometriose ist recht häufig. Und sie kann halt sicher nur über die Bauchspiegelung festgestellt werden. Und man sieht eben auch andere Dinge. Verwachsungen z.B. Es ist zwar ein operativer Eingriff, aber der Nutzen ist meist auch sehr hoch. Es lohnt sich da übrigens unbedingt, in eine Fachklinik zu gehen. Guck mal hier:

http://www.endometriose-liga.eu/arztsuche

Dort kannst Du nach niedergelassenen Ärzten suchen, die zumindest an Endometriose interessiert sind. Oben ist ein Link zu den Endozentren.
Enweder bei der Spiegelung wird nichts gesehen, dann ist es ein kleiner Eingriff unter Vollnarkose (natürlich auch mit den allgemeinen Risiken wie Infektion oder Narkoserisiko). Wenn was gesehen wird, sollte das auch möglichst bei gleicher OP mit entfernt werden. Deshalb lohnt sich auch gleich der Gang ins Endozentrum. Ggf. kan das auch ein größerer Eingriff werden, der sich aber schmerztechnisch positiv auswirken sollte.

…in den gesamten 26 Jahren meiner sämtlichen
Vorsorgeuntersuchungen, in denen ich logischerweise auf die
Frage nach Beschwerden immer schön regelmäßig meine
Regelschmerzen angab (das war auch noch lange in der Zeit, als
die Frauenärzte noch bezahlt wurden für das Gespräch mit der
Patientin), kamen diese Worte nicht ein einziges Mal aus dem
Mund eines einzigen Frauenarztes…

Ist überhaupt nicht ungewöhnlich. Schau mal unter www.forum-endometriose.de . Dort findest Du Bericht über zum Teil hammermässige Krankengeschichten. Viele dort haben sich Sprüche wie „das hat jede Frau, stellen Sie sich mal nicht so an“ anhören müssen. Wie aber gesagt. Endometriose KÖNNTE sein, muss es aber nicht.

Aber bei meinen Bauchschmerzen wurde ziemlich schnell von unterschiedlichster Seite gesagt, dass bei unklaren Schmerzen bei Frauen die Bauchspiegelung zur Diagnostik gemach werden sollte.

Viel Erfolg und Geduld! Das Thema ist für die Ärzte auch nicht ganz einfach und man muss auch oft erst den richtigen finden. Immer schön hartnäckig sein, es wird voran gehen!

LG
Monroe

Hallo,

okay, das sind Informationen. Werde schauen, wie´s sich weiterentwickelt:
Psychotherapie, Gynäkologie, Akupunktur sind in die Wege geleitet - von der Urologin bekam ich Globuli mit auf den Weg, sie rät von der Bauchspiegelung ab.
Ich bleibe dran, klar - Schmerzen sind anstrengend und machen nicht glücklich. Finde nur seltsam, wie gut man sich an das beeinträchtigte Leben gewöhnen kann - irgendwie geht´s einfach weiter, irgendwie hält man´s doch aus.
Ich dank Dir recht schön - nebenbei machst Du mir Mut und den kann ich jetzt wirklich gut brauchen!

Beste Grüße:

die Dagmar