Hallo Bartosz,
zunächst einmal: Ein Buch halte ich für viel zu wenig, um das Dritte Reich auch nur annähernd zu verstehen.
Über den Widerstand und das Leben im KZ sagst du? Nun, über den Widerstand weiß ich nicht so viel, aber über das Leben im KZ kann ich einige empfehlen. Ich habe einfach einmal alle Bücher, die ich gut fand, hier reinkopiert und kurz kommentiert, worum es da geht. Da kannst du dir dann was aussuchen. (Nicht erschrecken, es ist ziemlich viel geworden.) Ach ja: Es sind zwar viele englische Titel darunter, aber die meisten Bücher gibt es natürlich auch in einer deutschen Übersetzung
Schöne Grüße
Petra
Degen, Michael: Nicht alle waren Mörder
(Michael Degen ist Jude, er hat sich damals mit seiner Mutter in Berlin versteckt. Dieses Buch hat er geschrieben, um zu zeigen, was für mutige Menschen es gab, denn man riskierte damals ja sein Leben dadurch, dass man ihnen half. Das Buch ist übrigens verfilmt; ich halte die Verfilmung für gelungen.)
Junge, Traudl: Bis zur letzten Stunde
(Na gut, das ist nicht ganz das, was du suchst – aber ich habe es trotzdem mal mit aufgezählt. Junge war Hitlers Sekretärin und erzählt da eben über ihren Chef.)
Kertész, Imre: Roman eines Schicksalslosen
(Kertész ist ein ungarischer Jude, der plötzlich einfach von der Arbeit weg entführt wurde. Er wurde da irgendwo abgefangen und einfach nicht mehr nach Hause gelassen, sondern mit einer ganzen Reihe von anderen Juden, die man auch an diesem Tag „eingesammelt“ hatte, deportiert. Ich glaube, zuerst war er noch in einem anderen KZ, doch dann kam er nach Auschwitz. Dieses Buch beschreibt das Leben im KZ, ohne dadurch ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu vermitteln. Das wirst du so bald nicht mehr vergessen.)
Sobolewicz, Tadeusz: Aus der Hölle zurück
Steinberg, Paul: Chronik aus einer dunklen Welt
(Auch diese beiden Bücher beschreiben das Leben in Auschwitz. Sie sind aber, soweit ich mich erinnern kann, düsterer als "Roman eines Schicksalslosen.)
Tedeschi, Guiliana: There is a Place on Earth – A Woman in Birkenau
(Hier beschreibt die Autorin ihre Mitgefangenen, und zwar jeweils in kurzen Abschnitten, ähnlich wie Kurzgeschichten, nur dass es eben alles wahr ist. Und leider hat keine der Geschichten ein Happy End. Ich empfehle dir dieses Buch, weil die einzelnen Abschnitte eben unabhängig voneinander sind, d.h. du kannst eine der Geschichten lesen und das Buch dann auch wieder für ein paar Wochen zur Seite legen.)
David, Janina: Ein Stück Himmel
David, Janina: Ein Stück Erde
David, Janina: Ein Stück Fremde
(Janina wurde von ihren Eltern zuerst bei Freunden der Familie versteckt, dann in einem katholischen Kloster. Sie ist später auch konvertiert, weil sie von ihrer neuen Religion überzeugt war. Es gibt auch einen sehr gut gemachten Fernsehfilm darüber, aber ich weiß nicht, ob man den kaufen kann – ich habe ihn als Kind im Fernsehen gesehen. Diese Bücher bzw. der Film sind also nicht ganz so hammerhart. Allerdings erfährt man darin nichts über das Leben im KZ.)
Kremer, Johann Paul: Auschwitz in den Augen der SS
(Wie der Titel sagt, beschreiben hier nicht Überlebende, was sie gesehen haben, sondern die Täter. Wer noch Zweifel haben sollte, ob das damals wirklich alles so passiert ist, für den ist dieses Buch das Richtige. Sehr beeindruckt hat mich übrigens der Bericht von Perry Broad, der offenbar der ganzen Sache durchaus kritisch gegenüber stand.)
Keneally, Thomas: Schindler’s List
(Gibt’s auch als Film. Kann man sich durchaus einmal ansehen.)
Nyiszli, Miklós: Ich war Doktor Mengeles Assistent
(Tja, wie der Titel schon sagt: Nyiszli war Pathologe, d.h. er musste für Dr. Mengele in Auschwitz Leichen sezieren.)