Ein Gruß an alle Kreative der deutschen Sprache.
Ich habe ein Sprachproblem, vielleicht kann jemand helfen.
Ich wohne mit meinem Lebenspartner zusammen und habe meinen jüngsten Sohn in die Beziehung mitgebracht. Er ist fast 16, meine anderen Kinder sind schon aus dem Haus, haben ALLE ein tolles Verhältnis zu meinem Partner UND ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater.
Wenn wir drei, die wir nun zusammen leben, uns vorstellen, haben jeweils ich und mein Sohn und ich und mein Partner gegenseitig das entsprechende Wort, nämlich Mutter und Sohn und Partner und Partnerin. Welche Wörter gibt es aber für meinen Partner und meinen Sohn, um ihr Verhältnis OHNE die Brücke über mich zu beschreiben, also eben NICHT der Sohn meiner Partnerin/ der Partner meiner Mutter. Das Verhältnis der Beiden definiert sich nämlich schon lange nicht mehr über mich!
Nein, Vater in Abwandlung triffts eben nicht, da mein Partner die Rolle des Vaters weder ausfüllen kann noch will.
Er ist (väterlicher) Freund, Kumpel, Lebensgefährte (Gefährte während eines Teils des Lebens)…
Nein, Vater in Abwandlung triffts eben nicht, da mein Partner
die Rolle des Vaters weder ausfüllen kann noch will.
Er ist (väterlicher) Freund, Kumpel, Lebensgefährte (Gefährte
während eines Teils des Lebens)…
wenn das so ist, dann lockst du uns mit der Überschrtift „passenderes Wort“ auf die falsche Fährte. Wenn’s der väterliche Freund zwar trifft, er aber nicht so genannt werden will, wie wäre es dann mit Mentor?
Aus einem anderen Kontext gibt es das Wort „Pflegevater“ und „Pflegekind“. Da steckt zwar auch der „Vater“ drinnen, aber es ist wenigstens klar, dass es nicht um biologische Vaterschaft geht, und parallel dazu es einen leiblichen Vater gibt … wenn man Lust hat, das weiterzuspinnen, könnte man auf den „Gastvater“, den „Wohnvater“ etc. kommen, mit den entsprechenden Söhnen. Ich kann mir leider keinen Ausdruck denken, der das von Dir gewünschte zum Ausdruck bringt, der den Terminus „Vater“ vermeidet.
(ich muss jetzt an andere Sprachen denken, die zB auch den sog. Paten durch eine Kombination mit „-vater“ ausdrücken, griech. etwa, wörtlich übersetzt, der „Taufvater“.)
scherzhaft:
„Vize“…?
Wird es wahrscheinlich auch nicht treffen… nicht einfach, das.
Aber bevor es krampfig wird, bleibt doch einfach beim Vornamen! Dein Sohn ist 16 und braucht keinen Begriff für etwas, für das es keinen Begriff gibt. Wichtig ist doch, dass das gute Verhältnis gelebt wird, nicht, dass es benannt wird.
noch ein Nachsatz
Klar sprechen die beiden sich mit dem Vornamen an.
Mir geht es um die Vorstellung gegenüber anderen.
Wir waren wegen einem Problem bei der Jugendberatung. Mein Sohn und mein Partner stutzten, als die Frage kam, „Wie gehören Sie denn zueinander?“.
Und sagten dann eben den üblichen Spruch: Der Partner meiner Mutter/ Der Sohn meiner Partnerin.
Der Psychologe wertete das dann erstmal, als ob die beiden kein Verhältnis zueinander hätten. Im Laufe des Gespräches änderte er dann zwar seine Meinung, aber zwischen uns entbrannte dann später eine heiße Diskussion über jenes Begriffpärchen, welches wir nun suchen.
MoPa gefällt mir ja schon ganz gut, wenns im Deutschen kein passendes Wort gibt, aber nun noch ein Wort für meinen Partner:
PaSo (PartnerinnenSohn)
unser Stift (naja, der ist größer als wir)
…
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
so wie du das Verhältnis beschreibst, kann es ja politisch korrekt nur „Lebensabschnittsgefährtennachkömmling“ heißen! *LOL*
Andererseits wird eine Partnerschaftskonstellation wie bei euch soziologisch gern als „Variationsfamilie“ bezeichnet, vielleicht kann man das irgendwie fortspinnen? „Variationsvater“? Oder kurz „Variater“?
„Ziehvater“/„Ziehsohn“ wurden glaube ich noch nicht genannt, aber ich vermute, dieses Begriffspaar wird dir auch nicht gefallen.
Noch ein paar Synonyme aus dem Word-Thesaurus:
für Vater:
Erhalter, Versorger, Brotherr, Fütterer, Gastgeber, Brotgeber, Lohnherr, Hausherr, Herr im Haus
für Kind/Sohn:
Nachkomme, Sprößling, Stammhalter, Spross, Abkomme, Abkömmling, Erbe, Junior
(Uaaahh! Was für ein Familienbild haben die bei Microsoft???)
so wie du das Verhältnis beschreibst, kann es ja politisch
korrekt nur „Lebensabschnittsgefährtennachkömmling“ heißen!
*LOL*
Und wie heisse dann ich?
Pardon, ich vergaß, ich bin das dazugehörige Lebensgefährt *g*
Aber die Idee hat was, wir spielen grade damit rum, vielleicht kann man da was Schönes draus machen: Partnersohn, LAG-Kind, Mutterfreund, Mompartner, …
„Ziehvater“/„Ziehsohn“ wurden glaube ich noch nicht genannt,
Ist aber von den „konventionellen“ Begriffen der, der mir am ehesten zusagt und bis jetzt den Zuschlag erhält
(Uaaahh! Was für ein Familienbild haben die bei Microsoft???)
Ein ähnliche Falsches, wie von guter Software und fairen Geschäftsgebaren SCNR
wie immer, wenn das deutsche nicht ausreicht, muss Neudeutsch her. Nachdem man
solche zusammengesetzten Familien in dieser Sprache ja Patchworkfamilien nennt,
könnte ich mir vorstellen, dass beide sagen, der jeweils andere sei „ihr Patch“.
Kurz und bündig, und fast schon geläufig.
Schöne Grüße vom
Bolo2L
erstmal Glückwunsch, daß Ihr Drei solch ein gutes Verhältnis habt!
Ich befürchte allerdings, daß Dein Problem gar nicht lösbar ist, denn auch Begriffe wie Vater, Sohn usw. bei Blutsverwandten sagen nichts über die Qualität oder Warmherzigkeit der Beziehung aus. Eine Vater-Sohn-Verbindung existiert im biologischen Sinne nicht, es ist aber auch mehr als eine reine Freundschaft, also kannst Du Dich eigentlich nicht ausklammern.
Wer Euch aber kennt, weiß, was Sache ist, und wenn die beiden sich vorstellen, dann werden fantasievolle Begriffe aller Wahrscheinlichkeit sowieso Nachfragen produzieren (vorausgesetzt, es interessiert den Adressaten). Also würde ich Euch raten: Bleibt bei der konventionellen Variante Sohn-der-Parterin und Partner-der-Mutter, den Rest macht dann die Ausstrahlung.
Patchwork weitergedacht (offtopic)
Hallo Bolo,
obwohl ich prinzipiell moweis Ansicht (eins ueber dir) zustimme, gefaellt mir von den Neu-Kreationen dein Vorschlag am besten:
könnte ich mir vorstellen, dass beide sagen, der jeweils
andere sei „ihr Patch“.
Eine Frage: wenn die Konstellation dann andersrum ist (also „Freundin des Vaters“) kann man dann von einem „Match“ reden?
Hallo ihr drei,
warum wollt ihr den Vater denn nur als biologischen Vater sehen?
Einigt Euch darauf, dass der Erzeuger (Samenspender, biol. Vater…) weg ist, und die VaterROLLE von dem jetzigen Mann übernommen wird, der mit Fug und Recht (m.M nach) als „Papa“ oder als „Vater“ bezeichnet werden kann.
Meine Schwester ist (jetzt nicht mehr) alleinerziehend und hat dasselbe Problem. Man hat meiner kleinen Nichte klargemacht, dass er nicht der „Vater“ im herkömmlichen Sinne ist, aber seine Rolle übernommen hat, und sie kann, wenn sie mag „Papa“ sagen bzw. einen „neuen“ Vater bekommen haben.
diese wortschöpfungen sind doch deshalb so schwierig, weil man da ein besonderes verhältnis in einem wort beschreiben will.
hier wäre doch „vater“ genau die richtige bezeichnung gewesen.
wenn man den vorurteilen anderer rechung trägt, kommen sie doch nie aus der welt.
(ich bin zwar nicht der „richtige“ vater, sondern NUR der soundso, aber ich habe sie trotzdem lieb)
nee, das habt ihr nicht nötig!
liebe grüsse,
elke
Wir waren wegen einem Problem bei der Jugendberatung. Mein
Sohn und mein Partner stutzten, als die Frage kam, „Wie
gehören Sie denn zueinander?“.
Und sagten dann eben den üblichen Spruch: Der Partner meiner
Mutter/ Der Sohn meiner Partnerin.
Der Psychologe wertete das dann erstmal, als ob die beiden
kein Verhältnis zueinander hätten. Im Laufe des Gespräches
änderte er dann zwar seine Meinung, aber zwischen uns
entbrannte dann später eine heiße Diskussion über jenes
Begriffpärchen, welches wir nun suchen.