Guten Abend zusammen,
Ich suche den korrekten Fachbegriff, der die Charakterkunde anhand prägnanter physischer Körpermerkmale bezeichnet. Ein kleines Beispiel um es zu verdeutlichen:
Ein Freund von mir sagte zu einem Foto das ich ihm vor kurzem zeigte: „Oh, der Kerl hat ein gespreiztes Kinn, das bedeutet er kann nicht gut mit Kritik umgehen!“ Er zählte mir noch mehr dieser Merkmale auf, wie z.B. eine volle, geschwungene Oberlippe bedeutet das jemand warmherzig ist…
Durch das Gespräch wurde ich hellhörig und will nun mehr über diese Wissenschaft erfahren. Daher suche ich nun den Fachbegriff für diese Art der Charakterkunde. Ich hoffe ich konnte das Problem halbwegs klar da legen.
Ich danke euch schonmal vorweg für die Hilfe! =)
Liebe Grüße:
KayankayaK
Physiognomik und Schädellehre
Hi,
so eine „Charakterkunde“ gibt es heute nicht mehr. Was du andeutest, sind Typisierungen, wie sie in der sogenannten „Physiognomik“ und „Schädellehre“ der Medizin und Psychologie (die damals noch weitgehend unter „Physiognomik“ betrieben wurde) der Romantik ein paar Jahrzehnte lang versucht wurden. Sie haben den Entwicklungen der Wissenschaftsgeschichte nicht standhalten können.
Siehe dazu auch das Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner.
Im Dritten Reich erfuhr dieses Kuriosum allerdings nochmal eine Neuauflage.
Gruß
Metapher
Moin,
Ich suche den korrekten Fachbegriff, der die Charakterkunde
anhand prägnanter physischer Körpermerkmale bezeichnet.
Metapher hat Dir ja schon den Begriff genannt, http://de.wikipedia.org/wiki/Physiognomik hier noch ein klassischer Vertreter dieser Richtung:
Johann Caspar Lavater http://de.wikipedia.org/wiki/Lavater#Werk_und_Bedeutung
Gandalf
Hallo, vermutlich lässt sich auch unter Physiognomie etwas finden oder unter Kranioskopie. Neben dem schon genannten Lavater gabs auch noch Franz joseph Gall (zu findet sich auch etwas wenn man nach Gallscher Schädel sucht) und Johann Friedrich Blumenbach, dessen Schädelsammlung in Göttingen ist.
Bekannt ist auch der Porzellankopf von Fowler, den es als Replika noch heut u kaufen gibt und ein beliebtes GEschenk für Psychologen und Hirnforscher ist.
Im wesentlichen hat sich das bis Ende des 19. Jh als ein Vorläufer der Wissenschaft der Hirnregionen weiterentwickelt. Dann im 1. Weltkrieg musste man feststellen, dass man meist heftig daneben lag (als Schützengrabenkrieg hat man viele Hirnverletzungen gehabt, deren Lage und dadurch auftretenden Ausfälle hilfreicher waren als solch spekulationen) Lediglich das Sprachzentrum nach Broca findet sich relativ gut platziert bereits auf Gall’schen Schädeln.
In 3. Reich war es weniger die Physiognomik,die sich nur auf den Schädel bezieht, sondern die Konstitutionslehre nach Ernst Kretschmer und die Anthropologie (von der nur ein Teil sich mit Evolution befasste, der andere Teil eben mit psychologischer Anthropologie, Somatischer Anthropologie und Anthropometrie, was zusammen aussieht wie eine Fortsetzung der Physiognomie aber durchaus diese schon als Rückständig ansah.) http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id…
Heute ist die Physiognomie bei manchen Esoterikern (als erweiterte Handlesekunst) sowie im Zusammenhang mit NLP (Karriereschulungen) beliebt. Nur wissenchaftlich sollte man sie nicht nennen.
Gruß Susanne
Oh sehr schön! Ich danke euch beiden vielmals! =) Genau die Auskunft habe ich gesucht! Nochmals herzlichen Dank!
Liebe Grüße:
KayankayaK
Auch dir nochmal ein persönlicher Dank, bin ja erst neu in diesem Forum und weiß nicht ob du mein allgemeinen Dank lesen kannst, daher nochmal der persönliche Dank! 
Lg KayankayaK