Off Topic
Servus,
Nö. Wie soll denn das Patentamt wissen, was zur Zeit Stand der
Technik ist? Oder was bereits veröffentlicht und damit nicht
mehr patentierbar ist?
Indem recherchiert wird. So hat das Deutsche Patentamt eine Datenbank in der alle weltweit veröffentlichten Patentschriften erfasst und nach Sachgebieten (IPC) sortiert sind.
Diese ist an ein internes Programm angeschlossen, welches ziemlich aufwändige Suchen mit zahlreichen Suchbefehlen zulässt. So kann der Prüfer z.B. „Bildschirm“ und „LED“ aber nicht „Computer“ veröffentlicht vor XX.XX.XXXX und mit Priorität von XX.XX.XXXX suchen. Als Suchergebnis werden dann die entsprechenden Druckschriften mit den farblich markierten Suchworten ausgegeben.
In der Praxis sitzen die Prüfer an Arbeitsplätzen mit zwei Bildschirmen, auf denen z.B. sich wahlweise auf einer Seite der Text und auf der anderen z.B. die zugehörigen Ansprüche oder Abbildungen anzeigen lassen.
Weiterhin steht den Prüfern die Möglichkeit offen, andere Literatur, wie z.B. Publikationen über zahlreiche Online-Zugänge (z.B. ScienceDirect o.ä.) zu recherchieren oder sich z.B. über die Deutsche Bibliothek zusenden zu lassen.
Hinzu kommt, dass beim DPMA jeder Prüfer ein besonderes Feld „bearbeitet“. So gibt es z.B. eine Prüferin, die sich nur mit Stents befasst. Somit hat sie ein sehr gutes Wissen was derzeit schon bekannt ist und wie die neuesten Entwicklungen aussehen.
Grundsätzlich kann Dir bei einer Patentanmeldung jeglicher Stand der Technik vorgehalten werden, der als relevant angesehen wird.
Das EPA hatte sogar lange Zeit eine spearate Rechercheabteilung, die nur recherchiert hat. Inzwischen recherchiert hier aber auch der Prüfer selbst, so vermeidet man, dass die Akte von zwei Leuten in die Hand genommen werden muss.
Wenn Du mir nicht glaubst, dann ließ mal hier, Stichwort „Prüfungsbescheide“.
Zumindest hat mir das der Patentanwalt damals bei meinem
(Teil-)Patent so erklärt.
Dann würde ich den PA schleunigst wechseln, das ist schon seit Beginn des modernen Patentwesens so. Nur die Mittel haben sich etwas geändert. Früher haben die Prüfer mal mit Karteikarten gearbeitet, wo die Inhalte zusammengefasst waren. Dass da mal was „durchrutschte“ kann man sich denken. Aber das ist seit ca. 1990 nicht mehr so…
Früher Woher hast Du Dein (neueres?)
Wissen?
Unter anderem bringt meine Ausbildung (siehe ViKa) mit sich, dass wir ein so genanntes Amtsjahr durchlaufen müssen (eine Art Referendariat), bei dem man unter anderem dem Prüfer bei seiner Arbeit über die Schulter schaut.
Gruß,
Sax