Hallo,
ich studiere Oecotrophologie und bin im Moment auf der Suche nach einem Masterstudiengang oder einer Ausbildung, die mich dazu befähigt, auch auf psychischer Ebene zu beraten. Für ein normales Psychologiestudium wird mein NC nicht reichen (falls man den überhaupt braucht) und das wäre mir auch zu lang.
Hallo Rebecca,
eine Möglichkeit wäre die Ausbildung zum „Psychologischen Berater“. Es gibt mehrere Schulen, an denen diese angeboten wird. (Google mal)
Ohne Spezialisierung ist imho mit der Ausbildung nicht viel anzufangen, für deinen Zweck fände ich sie jedoch passend.
An der Paracelsus-Schule (die angeblich keinen so guten Ruf hat?!) dauert die Ausbildung 1,5 Jahre, kostet 6000,-€ und findet am Abend/ am WE statt, so dass sie zeitlich neben deinem Studium möglich wäre.
Liebe Grüße,
jeanne
Hallo Rebecca,
stelle Dir mal vor, Du bist krank. Ich meine keine Erkältung, sondern richtig krank. Stell Dir mal vor, Du bist sehr krank. An dieser Krankheit kann man sterben und man hat viele unangenehme Krankheitssymptome. Also gut, Du bist also krank und gehst zu einem Arzt. Du schaust Dich um und findest eine ganz tolle Praxis. Hell, freundliche Sprechstundenhilfe und Du bekommst auch superschnell einen ersten Termin. Du siehst den Arzt und findest ihn auch ganz klasse, immerhin spricht er ganz verständlich mit Dir und nicht im Fachjargon. Du bekommst eine „Spezialtherapie“. Das heisst, Du wirst in seine Praxisklinik eingewiesen und bekommst allerlei Säfte und Pillen. Anfangs fühlst Du Dich sehr schlecht und elend - das ist Deine spezielle Krankheit, sagt der Arzt. Welche das nun genau ist - nun, das kann man schwer sage, aber immerhin bist Du ausgebrannt und musst aufgebaut werden. Die Medikamente und seine Therapie müssen erst noch ansprechen. Ab sofort wirst Du rund um die Uhr eng betreut. Etwa tausend Menschen kümmern sich um Dich und Du fühlst Dich echt gut umsorgt und geborgen. Langsam verschwinden die Schmerzen und Du fühlst Dich nicht mehr so elend. Dann kommt der Arzt: Du bist geheilt! Endlich! Nach nur zwei Jahren! Da macht es nix, dass Du eine ziemlich hohe Rechnung bekommst - was macht man nicht alles für seine Gesundheit. Aber was ist mit Deinem restlichen Krankheitsgefühl? Du bist immer noch ein bisschen schwach… Macht nichts, sagt der Arzt, das geht vorüber.
Okay, klar, das kennt man ja. Dann gehst Du nach Hause und kehrst wieder in den Alltag zurück.
Aber iregndwie wird es nicht besser.
Es wird sogar wieder schlimmer.
Und schließlich fühlst Du Dich kranker als je zuvor!
Was ist da los? Die Krankheit doch nicht etwa? Nein, kann nicht sein. Du bist doch geheilt! Das denkst Du auch, als Du mit dem Krankenwagen mit Blaulicht in die Uniklinik fährst. Dort sind zwar auch Leute, aber die lächeln alle nicht ganz so toll; hier sind auch viele komische Apparate, die echt kompliziert sind. Und nachdem man Dich richtig „auf den Kopf gestellt“ hat, sprichst Du wieder mit einem Arzt: Du hast Krebs. Im Endstadium. Seit drei Jahren ist nie etwas gemacht worden, jetzt kann man nicht mehr viel tun, sondern nur noch hoffen. Komisch, sagst Du, aber ich war doch die letzten beiden Jahre bei dem Arzt XY! Der hat mich doch geheilt! Nein, sagt da der Arzt, hast Du da mal auf das Türschild geschaut? Es war kein Arzt, der Dich behandelt hat, sondern ein „Heiler“! Der hat von Krebs natürlich nicht viel Ahnung gehabt, sondern sein esoterisches Programm mit Dir gemacht. Das ist Dir natürlich nicht aufgefallen, woher sollst Du den Unterschied zwischen „richtigem“ Arzt und Heiler kennen? Klar, dass Du auch bei den Methoden keine Ahnung hattest - der Arzt, 'tschuldigung, Heiler musste ja wissen, was er tut. Du warst auf ihn angewiesen. Und nun bist Du damit auf die Nase gefallen. Aber es ging Dir doch besser?!, sagst Du. Tja, sagt der Arzt, das Gefühl hattest Du schon, ganz einfach, weil sich der Körper mittlerweile im Laufe der langen Zeit auf die Schmerzen eingestellt hatte - Du hast sie einfach nicht mehr so sehr gespürt wie vorher. Und natürlich bist Du ständig umsorgt worden - da ist man auch ganz schön abgelenkt und hat auch die restlichen Beschwerden einfach heruntergespielt, wenn einem den ganzen Tag „Heilung“ suggeriert wird.
Und was will ich damit sagen: Entweder Du lernst das Fach richtig oder Du lässt es besser bleiben. Wenn Du psychologisch beraten möchtest, dann solltest Du wenigstens bereit sein, 10 Semester Zeit zu investieren und dann Menschen korrekt beraten können. Sonst fallen andere Menschen auch auf die Nase.
Gruß
Post
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Du missverstehst mich. wer sagt, dass ich generell psychologisch wirken will?? ich will essgestörten helfen. das zum einen.
zum anderen: dein beispiel ist nicht gut gewählt. Ich denke schon, dass jeder normale Mensch allein schon vom Schild vor der praxistür unterscheiden kann ob jmd arzt oder „heiler“ ist. ein heiler ist in meinem augen sowas wie ein bischbelweib, der keinerlei medizinische kenntnisse hat und meint, man könne durch handauflegen heilen.
es ist ja nicht so, dass es beruflich ausgebildete „heiler“ gibt, die, um das mit meiner Situation verlgeichen zu können, nur die Hälfte eines Medizinstudiums absolviert haben.
Du missverstehst mich. wer sagt, dass ich generell
psychologisch wirken will??
Du schriebst, dass Du psychologisch beraten möchtest
ich will essgestörten helfen. das
zum einen.
Und das möchtest Du doch als psychologische Beraterin, oder nicht?
zum anderen: dein beispiel ist nicht gut gewählt. Ich denke
schon, dass jeder normale Mensch allein schon vom Schild vor
der praxistür unterscheiden kann ob jmd arzt oder „heiler“
ist.
Geanu! Darauf zielte aber auch mein Beispiel ab. Wenn Du genau liest, wirst Du sehen, dass sich das erst am Schluss aufklärt. Daher ist das Beispiel ja auch so eindrücklich: Jeder wird das meinen, was Du schreibst. Aber hier ist der Knackpunkt: Kennt „man“ sich beim Arzt noch ein bisschen aus, so ist es in der Psychologie schon schwerer. Wer kennt schon den Unterschie zwischen Psychologen, Psychotherapeuten, psychologischen Psychotherapeuten, Familientherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, psychologischen Berater Heilpraktiker, Heilpraktiker für Psychotherapie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiater, Neurologe aus dem Stehgreif?
ein heiler ist in meinem augen sowas wie ein
bischbelweib, der keinerlei medizinische kenntnisse hat und
meint, man könne durch handauflegen heilen.
Da stimme ich Dir zu.
es ist ja nicht so, dass es beruflich ausgebildete „heiler“
gibt, die, um das mit meiner Situation verlgeichen zu können,
nur die Hälfte eines Medizinstudiums absolviert haben.
Das ist aber genau so, wenn Du „psychologischer Berater“ sein möchtest. Du absolvierst ein nach Gutdünken zusammengestlltes Curriculum, dass im Zweifelsfall Deinen „Patienten“ nicht viel bringen wird - insbesondere, da Du Dich auch noch spezialisieren möchtest! Welche Art von Therapie möchtest Du denn mit denen machen, wenn Du ohne Psychologiestudium nicht für eine entsprechende Weiterbildung qualifiziert bist? Und wie willst Du ohne Kenntnisse vom Erleben und Verhalten des Menschen auch noch das Erleben und Verhalten von gestörten Menschen verstehen und darauf therapeutisch einwirken können? Natürlich kannst Du einen Fernkurs machen und mit viel Glück ohne juristischen Ärger eine „psycho-…“-Angabe auf Deinem Türschild drucken lassen - aber Deine armen Patienten wird es so gehen wie dem Leser in meinem Beispiel. Er wird ein Haufen Geld los und muss dann eh eine Therapie bei einem Psychotherapeuten machen. Insbesondere die oft schwer verhaltensgestörten Essstörungspatienten, deren Störung oft komorbide ist.
Überlegs Dir.
Grüße,
Post
Ich sehe gerade, dass Du in Deiner ViKa angibst, erst im zweiten Semester zu sein. Warum wechselst Du denn nicht einfach zur Psychologie? Die gibt es auch an der JL-Universität in Giessen! Und damit bist Du dann besten vorbereitet für die psychologische Beratung. Da Du ja auch „Wartesemseter“ aufweist, in denen Du etwas anderes studiert hast (nämlich Oekotrophologie), könntest Du die NC-Hürde auch vielleicht schaffen und bis dahin Dich auch schon mal in die Vorlesungen reinsetzen. Du wirst vielleicht auch sehen, dass Psychologie etwas ganz anderes ist, als Du Dir vielleicht vorgestellt hast.
Viele Grüße,
Post