Hi Du,
es schreibt Dir ein betroffener, der Jahre lang mit einer Borderline kranken Frau lebte.
Wir haben viel durchgemacht.
Polizeieinsätze, Krankenwageneinsätze, Ortungsorgien um sie zu finden, damit sie sich nichts antut, bei -7 Grad im Schlafanzug auf einen Marsch von über 40km, um mich so richtig zusammen zu schnauzen usw.
Hoffentlich ist es nicht bei Dir so.
Wir hatten eine unglaublich extreme Zeit verbracht. Sie war meine ganz große Liebe auf den zweiten Blick.
Es passte einfach alles.
Dann kamen diese Schübe bei ihr.
wie gesagt. Ein Extremfall. Soweit ich es als Laie beurteilen kann.
Sie ging dann zu einer Therapeutin.
Eine, die mich nicht mochte, obwohl sie mich nie gesehen oder gehört hätte. So wurde mir berichtet.
Ende vom Lied war.
Bedingung für einen Neuanfang: stationärer Aufenthalt.
Wenigstens da waren wir uns einig. Äh! die Therapeutin und ich meine ich.
Sie war in Bad Segeberg.
Eher ein 5-Sterne Hotel, als eine Klinik.
Die Fortschritte waren unglaublich gut.
Ich hatte sie wieder.
Meine Traumfrau.
Leider war sie sehr ungeduldig und wollte alles auf einmal weg haben.
Verstehe ich nur zu gut.
Wer hätte nicht gerne komplett neu und von vorne angefangen.
Dafür muss man nicht an Borderline leiden.
Heute ist sie mit einem anderen Mann glücklich und überraschender Weise ich schuldig und nicht die anderen negativen Dinge in ihrem Leben. Lange vor mir erlebte schlechte Erfahrungen.
Mit mir hatte es einen Namen.
Wir sind auseinander gegangen, weil es nicht mehr zu ertragen war und wir beide uns die Zeit nicht gaben.
Wir wollten beide zu viel zu schnell.
Das machte die tolle große Liebe, die im Übrigen auf beiden Seiten war kapputt.
Hätten wir vielleicht ein bisschen mehr ausgehalten, wäre ich wahrscheinlich mit ihr verheiratet.
So kann es auch gehen, wenn man zuviel zu schnell will.
Auch sie musste über 9 Monate warten, die im Endeffekt nur noch 3 Monate waren.
Wir hatten es vergessen und auf einmal war der Termin zur Vorstellung da.
Danach ging es relativ schnell und sie war für einen Monat dort.
Sie machte super Fortschritte und alles war gut.
Die Zeit danach haben wir beide vermasselt.
Nicht die Krankheit.
Nicht die Klinik.
Es hätte mir sehr geholfen, wenn die Therapeutin auch mich gecoacht hätte, wie ICH mich zu verhalten habe, wenn es ihr schlecht geht.
Es waren sehr schöne Zeiten, aber auch Zeiten, die mich geprägt haben.
Seit dem will ich nicht mehr alles sofort und gleich.
Ich bereue es, alles zu schnell und zu übereilt gewollt zu haben.
Nehme DIR die Zeit.
Gebe Deinem Umfeld eine Chance, Dich gesund zu erleben.
Tue es NUR FÜR DICH.
FÜR DEIN LEBEN.
Vergesse, was andere denken.
Nur DU.
Ich finde es toll, dass Du so weit bist, es zu erkennen, dass Du eben in eine Klinik willst.
Das ist in unserem Fall der größte und schwierigste Schritt gewesen.
DAS hast Du schon hinter Dir.
Den Rest packst Du auch noch.
Melde Dich an und nehme Dir ein Maßband.
Schneide jeden Tag einen Strich weg und freue Dich jeden Tag, dass das Maßband immer kürzer wird und nicht mehr sooooo viel übrig ist.
Es war nicht kurz. Sorry, aber ein paar Gedanken eines Laien, der Borderline nur von den Auswirkungen her kennen gelernt hat und wie ein Hund gelitten hat.
Mache DEINE EIGENE ERFOLGSSTORY daraus.
Es geht!
Du musst nur wollen.
Halte es aus. Es geht!
Dir viel Glück und Freude bei Deinem Aufenthalt in der Klinik.
-)
Peace and Love
Franky
Guten Tag,