Hallo Freunde,
ich suche für eine mittelalterliche hochzeit einige sprüche oder reime in mittelalterlicher mundart wenn es geht zum thema liebe, ehe und wein.
kann mir jemand helfen?
wenn ich google finde ich nur hinweise auf bücher, aber ich brauche die reime schon nächste woche.
danke dobbs
Hallo Freunde,
Hallo Dobbs,
Texte gibts zum Beispiel beim Projekt Gutenberg:
http://gutenberg.spiegel.de/eschenba/gedichte/urspri…
Da stehts dann auch in der „mittelalterlichen Mundart“
Mittelhochdeutsch. Bei einer Zielgruppe im 21. Jahrhundert
ist aber vielleicht eine weniger authentische Fassung
nützlicher. Da findet sich dann vielleicht bei den
Barockdichtern etwas passendes. Die Barockdichter findest Du
auch im Projekt Gutenberg.
Viele Grüße
Stefan
* - off topic
Hi Stefan,
da mußte ich Dir doch ein Sternchen geben… hierfür:
Da stehts dann auch in der „mittelalterlichen Mundart“
Mittelhochdeutsch.

Liebe Grüße,
Nike
Mittelalterslang
und Minnelieder.
Hi Dobbs,
was Du so nett „mittelalterliche Mundart“ nennst, meint wahrscheinlich den neugedeutschten Mittelalterslang, der auf mittelalterlichen Märkten und in der sog. Mittelalterszene gesprochen wird.
Im Mittelalter, also im echten, wurde vornehmlich Mittelhochdeutsch gesprochen, mit vielen Dialekten.
Da gibt es sehr vieles zum Thema Liebe: Minnelieder. Die Minne war eine Form der Liebe und Verehrung, und die einzige Möglichkeit des Sängers, seiner Angebeteten seine Hochachtung zu erweisen, waren solche Lieder (vereinfacht ausgedrückt). Insofern gibt es sehr viele davon, und einige sehr schöne. Der Minnesang entstand im 12. Jhd., und die Beteiligten waren meistens von hoher Geburt.
Ein sehr bekanntes Liebeslied von einem unbekannten Autor ist das Folgende:
Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen in mînem herzen:
verlorn ist daz slüezzelîn:
dû muozt immer drinne sîn.
Das hat den Vorteil, daß es auch für Nicht-Mediävisten noch gut verständlich ist.
Weiteres zum Thema Minne und Minnelieder findest Du hier:
http://www.areopag2000.de/poesie/minne/lieder/lieder…
http://www.minnesang.de/
Liebe Grüße,
Nike
Mai, Nike!
Wie richtig du dieses Gestammele auf den Mittelaltermärkten charakterisierst.
Hier in Karlsruhe gab es die Spätmittelalterausstellung. Da haben auch Schauspieler kleine Alltagsszenen aufgeführt.
Dreimal bat ich sie, manche ihrer Floskeln zu ändern. Einfach albern, wenn ein Torwächter einen Eintretenden mit „Edler Recke“ anspricht.
Aber die haben die Texte so von den Ausstellungsmachern vorgesetzt bekommen.
Da ich nicht annehme, dass diese Leute es nicht besser wissen, so bleibt nur der Schluss, dass sie sich an die von ihnen vermutete Erwartungshaltung des „sowieso ungebildeten Publikums“ anpassen und den Leuten geben, was den Leuten gefällt. Und da man im allgemeinen das Mittelalter nur aus den Filmen wie Ivanhoe, Excalibur etc. kennt …
In Speyer in der Ritterausstellung wird der gerade dieser Ivenhoefilm - offensichtlich zur Illustration der ritterlichen Kämpfe - im Museum gezeigt, aber der Dichter von „Erec“ und „Iwain“ heißt denen zu Folge „Hartmut von Aue“.
Das soll jetzt aber diese Ausstellung nicht schlecht machen, es gibt viel Sehenswertes.
und die Beteiligten waren meistens von hoher Geburt.
Das möchte ich ein wenig relativieren und statt „meistens von hoher Geburt“ lieber sagen: Es waren auch ganz Hochgeborne - Kaiser, Könige und Landesfürsten - dabei, aber die Mehrzahl waren doch Ministeriale, also niederer, aber aufsteigender Beamtenadel.
Deine Links sind wunderbar.
Gruß Fritz
vieledle herren!
kürzlich nannte jemand dieses gestammel „marktneusprech“; ich glaube es war sogar bei tempus-vivit *g*
gehabet euch wohl!
miranda
GEFUNDEN!! (sorry - stark off-topic, aber lustig!)
Der Jahrtausendwende-Markt in 500 Jahren
recherchiert von Philipp Klostermann
Wir haben uns 500 Jahre lang einfrieren lassen, um uns das Reenactment in der Zukunft anzuschauen. Hier ein Bericht:
Wir betreten das Gelände zu Mittagszeit. Es ist etwa so groß wie ein Fußballplatz. Überall stehen Wohnwagen, Gartenhäuschen, Campingzelte, Bauwagen…
Der Veranstalter hat als Datum das Jahr 1985 festgelegt. Wir kommen rechtzeitig zur authentischen Atomkraft-Demonstration. Die Schlachtreihen haben sich bereits aufgestellt:
Auf der Seite der Demonstranten stehen insgesamt etwa 30 Leute bestehend aus 5 Hippies, 10 Rockern 3 Punks, 6 Rappern und 6 Managern.
Auf der Seite der Polizisten stehen 25 Leute bestehend aus 10 Oberhauptkomissaren, 3 einfachen deutschen Polizisten, 4 englischen Polizisten, 2 Bundeswehrgenerälen, 5 Boxern und einem UNO-Blauhelm.
Ich gehe zu der Seite der Polizisten, um ein bißchen nachzufragen. Leicht komme ich mit 2 Oberhauptkomissaren ins Gespräch. Stolz zeigen sie mir ihre Waffen, eine Bockbüchsflinte aus dem Jahr 1965 und ein Bundeswehr G-11 aus dem Jahr 2023.
„Eigentlich haben ja nur einfache Polizisten gegen Demonstanten gekämpft, aber die Rolle des Oberhauptkomissars steht mir irgendwie besser, finde ich“, erklärt mir einer der beiden.
Sein Kumpel lehnt sich zu mir rüber: „Und es hätte ja sein können, daß die einfachen Polizisten gerade streiken, und daß deshalb ein paar höhere Dienstgrade für die Demo eingeteilt wurden.“
Die beiden Bundeswehrgeneräle, die sich gerade noch mit dem UNO-Blauhelm unterhielten, erzählen mir, daß es zur Jahrtausendwende irgendwo üblich war, daß Soldaten der Polizei geholfen haben. Dann wird das bestimmt auch mal bei so einer Demo in Deutschland 1985 gegeben haben. Der UNO-Blauhelm mischt sich ein: „Und damit der Streit zwischen Polizisten und Demonstranten nicht eskaliert, hat man UNO-Truppen eingesetzt!“ Er nickt, mit sich selbst zufrieden.
Ich frage einen der Boxer, was er denn auf der Seite der Polizisten verloren habe. Völlig begeistert erzählt er mir, er sei Muhamed Ali, und er wäre gerade zufällig vorbeigekommen, als er die Demo sah. Da hätte er seine Hilfe angeboten, die die Polizisten natürlich gerne angenommen hätten, da so ein Boxer ja ein toller Kämpfer ist. Die vier anderen Boxer stellen sich als Rocky, Henry Maske, Muhamed Ali und Muhamed Ali vor.
Ich komme mit den englischen Polizisten ins Gespräch. Es sind vier Freunde, die sich für die englische Geschichte der Jahrtausendwende interessieren. Ich bekomme die Information, die englische Polizei hätte keine Waffen getragen, deshalb müßten sie jetzt wie die Demonstranten mit Pflastersteinen kämpfen.
Ich gehe zur anderen Seite, um ein Streitgespräch zwischen einem Manager und einem Punk einerseits und einem Rocker andererseits zu beobachten:
Rocker: „Das ist aber auch nicht ganz authentisch, Manager haben doch nicht demonstriert!“
Manager: „Natürlich, da gab es bestimmt auch welche, die gegen Atomkraft waren!“
Punker: „Klar, und die haben dann den Polizisten eins auf die Mütze gehauen!“
Rocker: „Das habe ich aber noch auf keinem Bild gesehen!“
Manager: „Doch, da gab es einen Manager namens James Bond, der hat in Rußland auch mal gegen Polizisten gekämpft.“
Rocker: „Ich dachte, der war Agent!“
Manager „Jaja, und bestimmt auch Manager. Der hat doch auch Jakett und Krawatte an. Das hatten die Manager damals alle, also ist James Bond auch Manager“.
Ein Hippie mischt sich ein: „Kennt ihr schon die Theorie, daß es James Bond gar nicht gegeben hat?“
Punker: „Ja ja alles klar! Von diesem Spinner, der behauptet die Ewings in Dallas und die Carringtons in Denver seien eine Fälschung von Leo Kirch!“
Dann werde ich aufgefordert, das Feld zu verlassen, denn die Demo geht gleich los.
Die Reihen stehen sich gegenüber, und die Demonstranten rufen: „Atomkraft nein danke! Atomkraft nein danke!“
Die Seite der Polizisten schreit aus vollem Halse im Chor: „Atooooooooomkraaaaaaft!“ und greift die Demonstranten an. Diese werfen sofort mit Styropor-Pflastersteinen. Ein Hippie ruft zu einem Hauptkomissar: „Ich habe es genau gesehen, Du hast 3 Steine abbekommen. Du bist tot!“
Die Polizisten kämpfen erbittert und setzten alle Waffen ein. Diesmal ist sogar ein nach Abbildungen rekonstruierter Wasserwerfer dabei. Gummiegeschosse werden aus nachgebauten 2. Weltkrieg-Mörsern geworfen, als Tränengas benutzt man Kunstnebel. Ein Punker erobert den Wasserwerfer. Damit ist die Schlacht für die Demonstranten entschieden.
Danach mische ich mich in das Markttreiben.
Mir stellt sich der deutsche Bundeskanzler vor: Ein großer kräftiger Mann, der sich Gerhard Kohl nennt. Er sagt, er hätte zwischen 1940 oder so und 2005 regiert. Er könne eine so hochgestellte Persönlichkeit darstellen, denn er habe noch zwei Minister im Gefolge. Franz Josef Strauß und Joschka Fischer. Zwei Jungs, beide etwa 20 Jahre alt, stellen sich vor. Einer trägt einen Jogginganzug. Der andere hat einen 5 Liter Bierkrug am Gürtel hängen, und trägt ein Gewehr auf dem Rücken. „Strauß war Bayer und Jäger!“ läßt er mich wissen. „Und die Bayern haben immer Bier aus so großen Krügen getrunken!“
Ich sehe, wie sich zwei Manager (der ganze Markt ist im übrigen voll mit Managern), die direkt nebeneinander stehen mit ihren Handy - Attrappen unterhalten. Auf meine Frage, was das soll, kramt einer der beiden aus seiner Tasche ein kleines Display, und führt mit einen Werbespot mit einem bekannten deutschen Fernsehkommisar vor. „Dieses Filmdokument stammt wohl aus dem Jahr 1990 oder 2000 oder so, und belegt, daß man sich damals immer mit dem Handy unterhalten hat, auch wenn man sich auch so verstehen konnte.“