hallo liebe Schnittlauch-kenner/innen,
wer weiß, dass diese käufliche Luxusschnittlauchquarkmarke, dieich hiernciht nennen werde, 1,50 € 100 Gramm kosten, weiß auch, dass es eine Alternative geben muß… Es müsste also 20% QUark sein , Schnittlauch, etwas Zitrone…wie kriegt man den unvergelichlichen GEschmack dieser Nobelschnittlauchmarke hin, die wir hiernciht nennen wollen. Die ausserdem mit KOnservierung, ANtioxidantien fernab von allen zusätzlichen Gewürzangaben angereichert ist.
Bitte um Schnittlauchquarkrezepte!
Danke
PEtra
Hallo Petra,
wie kriegt man den unvergelichlichen GEschmack dieser Nobelschnittlauchmarke hin, die wir hiernciht nennen wollen. Die ausserdem mit KOnservierung, ANtioxidantien fernab von allen zusätzlichen Gewürzangaben angereichert ist.
industrielle Produkte können geschmacklich stets nur ein schwacher Abklatsch frisch zubereiteter Produkte sein. Das Grundproblem dabei ist stets, dass die aromagebenden Inhaltsstoffe der Zutaten weder die bei Fertigprodukten notwendige thermische und sonstige Behandlung noch eine längere Lagerung überstehen, ohne sich geschmacklich stark zu verändern. Schnittlauch ist diesbezüglich besonders sensibel; weshalb er von zig Generationen von Köchen schon immer erst kurz vor dem Servieren an (warme) Speisen gegeben wurde.
Die Industrie versucht dieses „Manko“ aufzufangen, indem sie außer den Grundzutaten noch alle möglichen geschmacksgebenden Zusätze und ähnliches mit reinpackt. Das mag dem einer oder der anderen dann zwar auch schmecken — hat mit dem Originalprodukt aber nur noch wenig zu tun.
Zu deiner Entscheidung, deinen Schnittlauchquark künftig selbst anzurühren, kann ich dir daher nur gratulieren. Mit dem unvergleichlichen Geschmack eines frisch zubereiteten Schnittlauchquarks kann kein Fertigprodukt mithalten.
Man nehme:
- 250 g Quark
(Fettstufe nach Belieben; für den Einstieg empfehle ich 20%igen oder Magerquark & 20&igen 1:1 gemischt)
- 4 EL frischen, mit einem scharfen Messer feingeschnittenen Schnittlauch
(scharfes Messer deshalb, damit die safthaltigen Schnittlauchfasern möglichst wenig gequetscht werden und der aromareiche Saft im Quark landet und nicht auf deinem Brettchen oder an deiner Schere bleibt)
- ggf. ein paar Körnchen Salz
Gut durchrühren und ein paar Stunden (kalt) stehen lassen. Sofort angerührt kann man den Quark zwar auch essen, er schmeckt aber leckerer, wenn er etwas durchziehen & sich die ätherischen Öle mit dem Quark verbinden konnten. Vor dem Servieren ggf. nochmals durchrühren (falls sich Molke abgesetzt hat). Schmeckt besonders lecker, wenn man ihn auf eine dünne Scheibe Vollkornbrot oder Knäckebrot schmiert. Hmmmm!
Hält sich im Kühlschrank über mehrere Tage und kann daher auch in größeren Mengen zubereitet werden.
Natürlich spricht nichts dagegen, frischen Quark (zusätzlich) auch mal mit anderen Kräutern und Zutaten (z.B. Petersilie, Kerbel, geriebene Zwiebel, fein gehackter Knoblauch, etwas Zitronenmelisse usw.) aufzupeppen. Z.B. für Kräuterquark zu Pellkartoffeln. Deiner Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt.
Guten Appetit wünscht
Anne
off topic: Quarkrezept
…und was ist mit Zaziki ??
Magerquark, Saure Sahne oder Schmand, Salatgurke, rote Paprika, Petersilie, Schnittlauch, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Maggi Würze, Knoblauch.
Alles „frei Schnauze“ und ab in den Mixer.
Ab in den Kühlschrank 1/2 Tag stehen lassen und drei Tage später immernoch stinken - das ist es doch !
Gehirnwäsche tut not
Hi Petra,
Anne hat Dir ja schon alles geschrieben, was Du für das Anfertigen brauchst. Von mir nur noch eine Anmerkung zu dem „unnachahmlichen“ Geschmack: So ein großes Wunder ist das nicht. Der Mensch (vor allem Du und ich) spricht besonders auf Glutamin an, auch als Geschmacksverstärker bekannt. Zum Test empfehle ich, Quark gemäß Annes Rezept zuzubereiten - wenn dann noch was fehlt, rührst Du ein wenig Knorr (oder jede andere) Streuwürze hinein, und hastdunichgesehn ist der Geschmack von xyz-Nobelquark da. Was lernen wir daraus? Umerziehung ist angesagt, weg von Knorr, Maggi, Frigo und wie sie heißen mögen, hin zu Salz, Pfeffer, Kümmel, Schnittlauch, Peterle, etc pp.
Gruß Ralf
Guter Ergänzungshinweis!
Danke Ralf!
Überhaupt sind die Hintergründe der „Geschmackswunder“, mittels derer die moderne Lebensmitteltechnologie unseren Körper zu übertölpeln weiß, viel zu wenig bekannt. Ob Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Aromen oder Verdickungsmittel — sie alle führen unsere Sinne mehr oder weniger erfolgreich auf den Profit-Leim. Ein besonders trauriges Kapitel in diesem Zusammenhang: die geschmacklich irregeleiteten Kinder.
Zum Thema immer wieder interessant zu lesen und zu hören: Udo Pollmer, seines Zeichens Lebensmittelchemiker.
Augenärzte tragen keine Kontaktlinsen, Küchenprofis vermeiden bestimmte Lokaltypen, Lebensmittelchemiker und -technologen schwören auf Selbstzubereitetes … Und selbst wenn derlei (wie alles) nur tendenziell gilt, sollte es einen doch zum Nachdenken und zur Verbraucherkritik anhalten…
Anne
*gleichmalguckengehtobderleihierirgendwoimforumschonmalthemawar*