Servus,
Das klassische Beispiel ist natürlich Kreislers :Wien ohne Wiener
und wenns um die Mentalität geht, darf sein „Tauben vergiften im Park“ und „Der Tod muss ein Wiener sein“ nicht fehlen.
Fast vergessen sind die „flotten Nummern“ von Pirron und Knapp, die die Nachkriegsgepflogenheiten der Wiener aufs Korn nahmen („Tröpferlbad“, „Goggomobil“, „Hausmeisterrock“, etc)
Um die Mentalität geht es auch sicher bei Ambros’ „Der Hofer wars“ und „Es lebe der Zentralfriedhof“, ebenso - vielleicht nicht auf den ersten Blick - bei Bronners: „Der Papa wird’s schon richten“
Peter Wehle: „Steh auf, liebes Wien“
Hermann Leopoldi: An der schönen roten Donau
Der Ostbahnkurti (aka Willi Resetarits) wäre zu durchforsten, ebenso Vertonungen von H.C. Artmann, und die gesamte 50/60er Jahre Kabarettszene (Merz, Bronner, Wehle, Qualtinger, Kreisler), wo viele Nummern „versteckt“ sind, die Allgemeingut geworden sind.
Dazu kommen dann noch zahllose Parodien von Wienerliedern (z.B. Weihs’ „Filzlaus“ statt „Reblaus“, Gerhard Bronner: „Krügerl vorm G’sicht“ - da heißt es dann, wenn ich mich recht erinnere: „wir schau’n uns dann unsre Regierung an, die geht mit’m Beispiel voran, wolltens ned selbst soviel B’soffene hab’n, gaberts fürs Saufen ned soviel Reklam“
und die EAV dichtete:
(…)der Hausvirus Wiens heißt hoffnungslos.
die Anzahl der Infizierten ist groß,
den Seelenkrampf dieser Glücksversehrten,
löst nur der Wein in den Heurigengärten.
Wien, du Mutter großer Ideen.
Liegst im Wochenbett in den Dauerwehen,
im fruchtbaren Schoß sich die Pläne vermehren,
es fällt dir schwer, Taten zu gebären.
Mir fallen nur ganz wenige Wienerlieder ein, die - richtig gelesen und gehört - nicht die Zwiespältigkeit unserer „Hassliebe“ zu Wien ausdrücken.
Die wesentlich ältere Generation (bis zu Nestroy zurück *g*…) und die ganz Jungen habe ich noch gar nicht eingeschlossen.
Ich weiß nicht, ob Wien expressis vorkommen muss, aber für mich ist Kurt Sowinetz’ Beethoven-„Adaption“ immer noch einer der genialsten Beschreibungen des „Wieners“
Alle Menschen werden Brüder
Alle? Menschen? werden prüder?
Ah, Alle Menschen werden Brüder
Ah, Alle Menschen werden Brüder
Chor
Na wir werdn kan Richter brauchen, weil wir haben ein goldenes Herz!
Wir werden alles übertauchen und dann fahren wir himmelwärts!
Mir san alle guade Lotschn und drum hamma uns so gern
Da bei uns streckt kana d’Patschen ohne daß die Erben rearn
RUHE! RUHE! Ich werd euch des jetzt übersetzen ohne Genierer wia’ri bin
I winsch euch alle an Haufen Krätzen, an Zeck im Ohr und den quiqui
Refrain
Alle Menschen samma zwider , i mechts in die Goschn haun
Mir san alle Menschen zwider, in die Goschn mecht ichs haun.
Voda, Muada, Schwester, Bruada und de ganze Paklraß
Alle Menschen samma zwider, wann i Leit sich geh i haaß
Was, Ihr kennt mi a net leiden, und es sogts i bin net gscheid,
oba mit so blede leit werd i mi no lang net streiten …
I bin, songs a Zwiderwurzen, se sogn es is nur der Neid
I sog: motschgern kennts, wos tuats dann so gross mit der gmitlichkeit
Is doch eh leicht zum Gneissen, schmierts euch d’gmütlichkeit ind Haar
Bei mir werd es ka leiberl reissen, wegen dem föns auf mi, is kloar
Allen Menschen bin i zwider, sie wolln mi in’d Goschen haun
I bin allen Menschen zwider, in die Goschen wolln’s mi haun
Voda, Muada, Schwester, Bruada und de ganze Paklraß
Allen Menschen bin i zwider, wann mi’d Leit sehen gengans haaß
Dabei bin i ma selba zwider, dabei mog i mi selba ned
Jetzt denkts euch gö, da legts di nieda, jetzt halts mi scho für urndlich bled!
Lachts nur ruhi, es Seifensieder, eich wirds lachen scho vergehen
Bei der Blödheit samma Brüder, des werd’s hoffentlich verstehen!
Und drum halt ich euch schon wieder, vor an Spiegel, an genauen …
Refrain
Alle Menschen samma zwider , i mechts in die Goschn haun
Mir san alle Menschen zwider, in die Goschn mecht ichs haun.
Voda, Muada, Schwester, Bruada und de ganze Paklraß
Alle Menschen samma zwider, i mechts in die Goschen hauen
die Goschen hauen …
die Goschen hauen …
die Goschen hauen …
Gruß, jenny