Hallo Carlos,
Gemäß 2. Mose 24:3, 4 und 2. Mose 34:27 hat Moses alles
niedergeschrieben was G’tt ihm diktiert hat. Von einem
mündlichen Gesetz ist nirgendwo die Rede.
doch: da, wo es heißt, daß die Torah am Sinai gegeben wurde, wird im Hebräischen die Form „torot“ verwendet, und das ist eine Pluralform: schriftliche und mündliche Torah.
Nach dem jüdischen Verständnis gehören sie zusammen.
Hier wird auch die Unterschiedlichkeit im Zeitverständnis
deutlich.
Die Legitimität eines solchen Mündlichen
Gesetzes stelle ich in Frage. (Wie sollte es als Christ auch
anders sein.)
Aus jüdischer Sicht gelten für Dich als Nicht-Juden die sieben noachidischen Gebote. Was Du mehr auf Dich nimmst, ist Deine Sache.
Was nicht heißt, daß Du mit dem, an was andere Leute sich halten, respektlos umgehen brauchst / mußt oder wie auch immer.
Allerdings wäre es für Christen durchaus hilfreich, einiges über die mündliche Torah zu wissen, weil auch Jesus sich darauf bezieht. Einige Fehl-Interpretationen wie z.B. die gängigen Interpretationen der Geschichte von der Ehebrecherin würden sich dann erübrigen.
Was nun Arbeit ist und was nicht, wird in der Thora nicht
definiert. Und das Pflücken von einigen Ähren um sie direkt zu
essen als Arbeit zu bezeichnen halte ich für „Hirnkrampf“.
Nun im Zusammenwirken der schriftlichen und der mündlichen Torah wird es durchaus definiert. Und wenn Du jemals einen Schabbat erlebt hättest, wüßtest Du auch, welche Bereicherung es für einen ist, sich aller alltäglichen Verrichtungen so weitgehend wie möglich enthalten zu können und diesen geistigen und konkreten Raum des Schabbat zu haben.
Und ich halte diese Passage Deines Postings für hochgradig
respektlos.
Zum Thema Respekt vor anderen Religionen lasse mich dir einen
einfache Frage stellen.
Hälst du den Mohammed für einen von G’tt gesandten Propheten
und den Quran für legitime Niederschrift g’ttl’cher
Botschaften?
Die Antwort ist einfacher als Du vermutlich denkst - zumindest aus meiner Sicht. Ich kann sehr wohl mit anderen Traditionen respektvoll umgehen, auch mit den Aspekten, die ich nicht teile.
Ich fände es - ganz allgemein gesagt - schlimm, wenn man bloß mit dem respektvoll umgehen könnte, was man auch meint, was Bestandteil des eigenen Glaubens etc. ist.
Viele Grüsse
Iris