Suche Zitat aus der Bibel

Hallo,

ich habe gehört das in einem Paulus Brief stehen soll (frei zitiert): „Wer Gott in sich trägt, braucht das Gesetz nicht.“
oder: „Das Gesetz ist für die Menschen, die Gott nicht in sich tragen“.

Kann mir jemand sagen, wo ich dieses Zitat finde?

Hallo Lucutus,

Paulus beschäftigt sich im Römerbrief mit der Frage: „Was passiert eigentlich mit den Menschen, die irgendwo im Busch aufgewachsen sind und nie die Möglichkeit hatten, eine Bibel oder einen lebendigen Christen zu Gesicht zu bekommen?“

In Römer 2,11-16 schreibt Paulus:
„11 Denn Gott ist ein unparteiischer Richter. 12 Da sind die einen, die das Gesetz Gottes nicht kennen: Wenn sie Unrecht tun, werden sie auch ohne dieses Gesetz verlorengehen. Und da sind die anderen, denen Gott sein Gesetz schriftlich gegeben hat: Wenn sie Unrecht tun, werden sie aufgrund eben dieses Gesetzes verurteilt werden. 13 Denn es genügt nicht, das Gesetz zu „hören,“ um vor Gott als gerecht bestehen zu können. Nur wer auch „tut,“ was das Gesetz verlangt, wird bei Gott Anerkennung finden. 14 Auch wenn die anderen Völker das Gesetz Gottes nicht haben, gibt es unter ihnen doch Menschen, die aus natürlichem Empfinden heraus tun, was das Gesetz verlangt. Ohne das Gesetz zu kennen, tragen sie es also in sich selbst. 15 Ihr Verhalten beweist, daß ihnen die Forderungen des Gesetzes ins Herz geschrieben sind, und das zeigt sich auch an der Stimme ihres Gewissens und an den Gedanken, die sich gegenseitig anklagen oder auch verteidigen. 16 Dies alles kommt ans Licht, wenn Gott durch Jesus Christus Gericht halten und das Innerste der Menschen aufdecken wird. So bezeugt es die Gute Nachricht, die mir anvertraut ist.“

Wenn Du also geglaubt hast, dass Du diese Stelle auf Dich beziehen und dich dadurch um die Beschäftigung mit Gott und seinem Wort drücken kannst - dann hast Du Dich getäuscht! Du lebst in einem Land, wo Du in jeder Buchhandlung eine Bibel kaufen und in vielen Gemeinden das Wort Gottes hören kannst…! Paulus wollte damit einfach nur sagen: JEDER Mensch muss sich einmal mit seinen Taten oder Unterlassungen vor Gott verantworten.

Herzliche Grüße

Alex

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Paulus und das Gesetz

ich habe gehört das in einem Paulus Brief stehen soll (frei
zitiert): „Wer Gott in sich trägt, braucht das Gesetz nicht.“
oder: „Das Gesetz ist für die Menschen, die Gott nicht in sich
tragen“.

Das dem wörtlich entsprechende find ich grad nicht, aber die Wiedergabe oben ist sehr mißverständlich, und so mißverständlich ist Paulus nun auch wieder nicht :smile:. Seine Deutung ist, daß ohne das Gesetz (mit Gesetz - griech. nomos - ist bei ihm die torah gemeint, die Sammlung der Bücher Mosis) der Begriff „Sünde“ nicht definiert werden kann. Insofern seien nur die, die das Gesetz haben (d.h. die Juden, zu denen er selbst zählt), der Sünde fähig.

Paulus entwickelt im Römerbrief (ca Kap.2.-10.) den (bzw. seinen!) Grundgedanken (Rö 10.4.) „Christus ist das Ende des Gesetzes…“ und die Problematik, wieweit der Christusbekenner an das Gesetz gebunden ist. Im diesem Zitat wird gerne griech. telos mit „Ende“ übersetzt, es kann aber auch „Vollendung“ bedeuten.

Gruß

Metapher

nicht wirklich
Hallo Alexander,
es geht mehr darum, dass man manchmal richtig handelt, obwohl man gegen das Gesetz verstößt.

Wenn meine Familie und ich verhungere, und ich habe keine andere Möglichkeit, ist es gut und gerecht, mein tägliches Brot für mich und meine Familie zu stehlen, um nicht zu verhungern.
Damit verstoße ich allerdings gegen das Gebot: Du sollst nicht stehlen. Dies ist jedem klar, der Gott in sich hat. Ein Mensch der Gott in sich trägt, braucht demnach kein geschriebenes Gesetz, da er nicht unrecht handeln wird.
Wenn ich allerdings kein Gefühl dafür habe, was richtig und was falsch ist, ist es gut ein Gesetz zu haben, wo drin steht, wie ich mich zu verhalten habe.

Es geht hier nicht um mich, sondern nur um eine Recherche. :wink:

Die Stelle, die Du zitierst spiegelt nicht das wieder, was ich meinte. Gibt es eine Stelle in der Bibel, die den gemeinten Zusammenhang behandelt???

Gruß Lucutus

Hallo Metapher,

Paulus entwickelt im Römerbrief (ca Kap.2.-10.) den (bzw.
seinen!) Grundgedanken (Rö 10.4.) „Christus ist das Ende des
Gesetzes…“ und die Problematik, wieweit der Christusbekenner
an das Gesetz gebunden ist. Im diesem Zitat wird gerne griech.
telos mit „Ende“ übersetzt, es kann aber auch
„Vollendung“ bedeuten.

ich bevorzuge auch „Vollendung“.

Ende wird oft mißverstanden. Nämlich in dem Sinn, dass man jetzt tun und lassen kann, was man will, weil es kein Gesetz mehr gibt. Das ist aber nicht das, was Paulus uns sagen will. Wer Jesus nachfolgt, befolgt natürlich das Gesetz. Aber er würde es auch tun, wenn es nicht schriftlich niedergelegt wäre.

Vollendung drückt eben aus, dass Jesus das Gesetz erfüllt hat. Also in keinem Punkt schuldig geworden ist. Und deshalb war er auch in der Lage (würdig), sein Leben für unseres hinzugeben.

Gruss Harald

Hallo Lucutus,

eine weitere Stelle, die Dein Anliegen trifft, kann ich Dir noch bieten: Matthäus 12,1-8.

Hier hatten die Jünger Jesu am Sabbat Ähren auf dem Feld abgerissen, um ihren Hunger zu stillen, obwohl dies streng verboten war. Nach der Zurechtweisung durch die Pharisäer sagt Jesus: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (kritisiert wird blinder Gehorsam dem Gesetz gegenüber ohne Barmherzigkeit gegenüber dem Menschen). Das würde zu Deinem Beispiel des Hungers passen.

Zur Recherche (mit Stichwortsuche) empfehle ich übrigens die kostenlose Online-Bibel:

http://www.online-bibel.de/

Du musst Dich nur kurz mit Namen und E-Mail registrieren und erhältst dann ein Passwort.

Herzliche Grüße

Alex

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Hallo Alex,

eine weitere Stelle, die Dein Anliegen trifft, kann ich Dir
noch bieten: Matthäus 12,1-8.

Hier hatten die Jünger Jesu am Sabbat Ähren auf dem Feld
abgerissen, um ihren Hunger zu stillen, obwohl dies streng
verboten war.

Hier möchte ich einen Einwand vorbringen. Gemäß dem vierten Gebot war Arbeiten verboten.
Die Pharisäer waren nun der Ansicht, Ähren zu pflücken und sie in der Hand zu zerreiben sei mit Ernten und Dreschen gleichzusetzen. Dieser hirnrissigen Ansicht waren abgesehen von den Pharisäern nicht allzu viele, denn ansonsten hätten sie die Jünger von den Menschen im Ort steinigen lassen.

Ihre überstrenge Auslegung, was als Arbeit zu betrachten sei, hat den Sabbat, der als Zeit der Freude und der Erbauung im Glauben gedacht war, zu einer Bürde gemacht.

Nach der Zurechtweisung durch die Pharisäer sagt
Jesus: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (kritisiert wird
blinder Gehorsam dem Gesetz gegenüber ohne Barmherzigkeit
gegenüber dem Menschen). Das würde zu Deinem Beispiel des
Hungers passen.

Passend dazu: Sprüche 6:30,31
30 Man verachtet einen Dieb nicht, bloß weil er Diebstahl begeht, um seine Seele zu füllen, wenn er hungrig ist. 31 Wenn aber ertappt, wird er es siebenfach ersetzen; alle wertvollen Dinge seines Hauses wird er geben.

Ich habe etwas Bauchschmerzen bei dem Begriff „blinder Gehorsam“. Er suggeriert, dass Gottes Gesetz teilweise fehlerhaft ist und durch menschliche Vernunft und menschliche Barmherzigkeit ausgeglichen werden muss.

Gruß
Carlos

Hallo Lokutus,

Wenn meine Familie und ich verhungere, und ich habe keine
andere Möglichkeit, ist es gut und gerecht, mein tägliches
Brot für mich und meine Familie zu stehlen, um nicht zu
verhungern.

Psalm 37:25
25 Ein junger Mann bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden,
Und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen
Noch seine Nachkommen nach Brot suchen.
Gemäß der Bibel werden alle aufgefordert nicht zu stehlen, sondern für ihren Lebensunterhalt hart zu arbeiten. (Was nicht versprochen wird ist Wohlstand und bequemlichkeit.)

Damit verstoße ich allerdings gegen das Gebot: Du sollst nicht
stehlen. Dies ist jedem klar, der Gott in sich hat. Ein Mensch
der Gott in sich trägt, braucht demnach kein geschriebenes
Gesetz, da er nicht unrecht handeln wird.

Ein wichtiger Zweck des Gesetzes war es, die Menschen darin zu schulen, was falsch und richtig ist (2. Timotheus 3:16,17). Das menschliche Gewissen ist trügerisch und kann leicht getäuscht, betäubt oder abgetötet werden. Selbst Gott ergebene Menschen haben häufig übelste Fehler gemacht. Insofern ist ein Leitfaden und Maßstab unumgänglich.

Wenn ich allerdings kein Gefühl dafür habe, was richtig und
was falsch ist, ist es gut ein Gesetz zu haben, wo drin steht,
wie ich mich zu verhalten habe.

Das bringt aber nicht viel, wenn ich nicht den Sinn der Gesetze erfasse und sie nicht in Herz dringen.

Die Stelle, die Du zitierst spiegelt nicht das wieder, was ich
meinte. Gibt es eine Stelle in der Bibel, die den gemeinten
Zusammenhang behandelt???

Eigentlich nicht. Gehorsam gegenüber Gott spielt in der Bibel eine wichtige Rolle (1. Samuel 15:22). Die Gesetze stammen Gott und waren dementsprechend vollkommen. Barmherzigkeit und Freiräume für menschliche Unvollkommenheit waren mit Vorgesehen.
Es bestand keine Notwendigkeit das vollkommene Gesetz Gottes durch menschliche Vernunft und menschliche Maßstäbe zu korregieren.
Als Christen stehen wir heute nicht mehr unter dem Mosaischen Gesetz. Das bedeutet nun nicht, dass wir nun tun lassen können was wir für richtig halten. Im Gegenteil, wir müssen unsere Entscheidungen sorgfältig abwegen.

Entsprechen unsere moralischen Wertmaßstäbe, bzw. die Eichung unseres Gewissens Göttlichen Maßstäben? Oder entsprechen sie unserer Umgebung und dem Zeitgeit.

Gruß
Carlos

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ernten, hunger und schabbat

Ihre überstrenge Auslegung, was als Arbeit zu betrachten sei,
hat den Sabbat, der als Zeit der Freude und der Erbauung im
Glauben gedacht war, zu einer Bürde gemacht.

das ausreißen von ähren ist nach wie vor verboten. es ist eine der 39 hauptarbeiten. im falle schlimmen hungerns sieht es aber anders aus. da darf man ggf. nicht nur, sondern man MUSS, weil leben und gesundheit dem sabbat vorgehen. das nur als erklärung, falls es von bedeutung ist.

lehitraot.

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Hallo Carlos,

Deinen Erläuterungen zum Sabbat, den Sabbatgeboten und zur verschärfenden Auslegung durch die Pharisäer stimme ich zu - das war eben wegen Zeitmangel wieder nur verkürzt von mir dargestellt…

Nach der Zurechtweisung durch die Pharisäer sagt
Jesus: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (kritisiert wird
blinder Gehorsam dem Gesetz gegenüber ohne Barmherzigkeit
gegenüber dem Menschen). Das würde zu Deinem Beispiel des
Hungers passen.

Passend dazu: Sprüche 6:30,31
30 Man verachtet einen Dieb nicht, bloß weil er Diebstahl
begeht, um seine Seele zu füllen, wenn er hungrig ist. 31 Wenn
aber ertappt, wird er es siebenfach ersetzen; alle wertvollen
Dinge seines Hauses wird er geben.

Ich habe etwas Bauchschmerzen bei dem Begriff „blinder
Gehorsam“. Er suggeriert, dass Gottes Gesetz teilweise
fehlerhaft ist und durch menschliche Vernunft und menschliche
Barmherzigkeit ausgeglichen werden muss.

Da haben wir uns missverstanden bzw. unterschiedliche Sichtweisen über den Begriff „blinder Gehorsam“: Ich verstehe darunter die (beispielsweise deutsche oder österreichische) „Tugend“ (= Untugend), Anweisungen ohne Nachzudenken dem Buchstaben nach auszuführen, v. a. auch ohne eigenes Verantwortungsbewusstsein und ohne den SINN der Anweisung ergründet oder verstanden zu haben.

Du hast natürlich völlig recht: Gottes Gesetz ist vollkommen; es kann durch unser menschliches Zutun weder verbessert noch korrigiert werden.

Herzliche Grüße

Alex

Hallo Alexander,

bei dieser Stelle geht es nicht um Schabbat, den wöchentlichen Ruhetag.
Lehitraot hat schon geschrieben, dass Lebensrettung immer Vorrang hat.

Wer diese Passage des Neuen Testaments auf den wöchtentlichen Ruhetag Schabbat bezieht, weiß auch nichts von gelebter Gastfreundschaft, bei der es selbstverständlich ist, Fremde einzuladen.

In dem von Dir erwähnten Text wird „Schabbat“ als eine Art Terminus technicus verwendet und bezieht sich auf die Praxis des Omer-Zählens zwischen Pessach und Schawuot.

3 Mose 23,10-16:

„Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe und seinen Schnitt schneidet, so sollt ihr die Gabe vom Erstling eures Schnittes zum Priester bringen …
Ihr sollt euch aber zählen von dem Tag nach dem „Schabbat“, von dem Tag, da ihr die Garbe der Schwingungen bringt: Sieben volle Wochen sollen es sein. Bis zum Tag nach dem siebenten Schabbat sollt ihr zählen: Fünfzig Tage und dann sollt ihr dem Ewigen ein Mehlopfer von Neuen darbringen.“

Von der neuen Ernte durfte nichts gegessen werden bis dieses Opfer gebracht war. Die jüdische Tradition sagt, daß in diesem Zusammenhang „Schabbat“ ein terminus technicus ist und „Ruhetag“ bedeutet und sich auf den ersten Tag des Pessach-Festes bezieht, das in den vorhergehenden Versen erwähnt wird. An Pessach war das Land noch im Ruhezustand.

Von daher hat Dein Zitat eine andere Bedeutung.

Viele Grüsse

Iris

Hallo Lehitraot,

das ausreißen von ähren ist nach wie vor verboten. es ist eine
der 39 hauptarbeiten. im falle schlimmen hungerns sieht es
aber anders aus. da darf man ggf. nicht nur, sondern man MUSS,
weil leben und gesundheit dem sabbat vorgehen. das nur als
erklärung, falls es von bedeutung ist.

Zum Zeitpunkt des Wirkens Jesu Christi gab es noch keine Mischna, sondern nur ein mündliches Gesetz auf das sich die Pharisäer beruften. Und dieses mündliche Gesetz tauchte erst irgendwann nach der Babylonischen Gefangenschaft mit den Pharisäern auf. Die Legitimität eines solchen Mündlichen Gesetzes stelle ich in Frage. (Wie sollte es als Christ auch anders sein.)
Was nun Arbeit ist und was nicht, wird in der Thora nicht definiert. Und das Pflücken von einigen Ähren um sie direkt zu essen als Arbeit zu bezeichnen halte ich für „Hirnkrampf“.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

Zum Zeitpunkt des Wirkens Jesu Christi gab es noch keine
Mischna, sondern nur ein mündliches Gesetz auf das sich die
Pharisäer beruften.

Auf das sich übrigens auch Jesus immer wieder bezieht.
Man erkennt es an der Formulierung „es ist euch g e s a g t“

Und dieses mündliche Gesetz tauchte erst
irgendwann nach der Babylonischen Gefangenschaft mit den
Pharisäern auf.

Da kann man sich durchaus auf einer historisch-kritischen Ebene unterhalten.
Nach jüdischem Verständnis ist die Torah - und zwar die schriftliche und die mündliche - am Sinai gegeben worden.
Der Aspekt der Niederschrift oder wie Du es nennst des Auftauchens - man könnte auch sagen des Aktualisierens - ist eine andere.

Hier wird auch die Unterschiedlichkeit im Zeitverständnis deutlich.

Die Legitimität eines solchen Mündlichen
Gesetzes stelle ich in Frage. (Wie sollte es als Christ auch
anders sein.)
Was nun Arbeit ist und was nicht, wird in der Thora nicht
definiert. Und das Pflücken von einigen Ähren um sie direkt zu
essen als Arbeit zu bezeichnen halte ich für „Hirnkrampf“.

Und ich halte diese Passage Deines Postings für hochgradig respektlos. Zu

((Wie sollte es als Christ auch anders sein.)

kann ich nur sagen, dass ich glücklicherweise eine Menge Christen kennengelernt habe, die damit einen respektvolleren Umgang haben. Inzwischen gibt es in verschiedenen Institutionen der evang. oder kath. Erwachsenenbildung regelmässig Angebote für Christen sich mit der mündlichen Tradition des Judentums zu beschäftigen.

Viele Grüsse

Iris

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Hallo Iris,

Da kann man sich durchaus auf einer historisch-kritischen
Ebene unterhalten.
Nach jüdischem Verständnis ist die Torah - und zwar die
schriftliche und die mündliche - am Sinai gegeben worden.
Der Aspekt der Niederschrift oder wie Du es nennst des
Auftauchens - man könnte auch sagen des Aktualisierens - ist
eine andere.

Gemäß 2. Mose 24:3, 4 und 2. Mose 34:27 hat Moses alles niedergeschrieben was G’tt ihm diktiert hat. Von einem mündlichen Gesetz ist nirgendwo die Rede.

Hier wird auch die Unterschiedlichkeit im Zeitverständnis
deutlich.

Die Legitimität eines solchen Mündlichen
Gesetzes stelle ich in Frage. (Wie sollte es als Christ auch
anders sein.)
Was nun Arbeit ist und was nicht, wird in der Thora nicht
definiert. Und das Pflücken von einigen Ähren um sie direkt zu
essen als Arbeit zu bezeichnen halte ich für „Hirnkrampf“.

Und ich halte diese Passage Deines Postings für hochgradig
respektlos.

Zum Thema Respekt vor anderen Religionen lasse mich dir einen einfache Frage stellen.
Hälst du den Mohammed für einen von G’tt gesandten Propheten und den Quran für legitime Niederschrift g’ttl’cher Botschaften?
.
.
.
Ich bin auf die Antwort gespannt :wink:

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

Gemäß 2. Mose 24:3, 4 und 2. Mose 34:27 hat Moses alles
niedergeschrieben was G’tt ihm diktiert hat. Von einem
mündlichen Gesetz ist nirgendwo die Rede.

doch: da, wo es heißt, daß die Torah am Sinai gegeben wurde, wird im Hebräischen die Form „torot“ verwendet, und das ist eine Pluralform: schriftliche und mündliche Torah.

Nach dem jüdischen Verständnis gehören sie zusammen.

Hier wird auch die Unterschiedlichkeit im Zeitverständnis
deutlich.

Die Legitimität eines solchen Mündlichen
Gesetzes stelle ich in Frage. (Wie sollte es als Christ auch
anders sein.)

Aus jüdischer Sicht gelten für Dich als Nicht-Juden die sieben noachidischen Gebote. Was Du mehr auf Dich nimmst, ist Deine Sache.
Was nicht heißt, daß Du mit dem, an was andere Leute sich halten, respektlos umgehen brauchst / mußt oder wie auch immer.

Allerdings wäre es für Christen durchaus hilfreich, einiges über die mündliche Torah zu wissen, weil auch Jesus sich darauf bezieht. Einige Fehl-Interpretationen wie z.B. die gängigen Interpretationen der Geschichte von der Ehebrecherin würden sich dann erübrigen.

Was nun Arbeit ist und was nicht, wird in der Thora nicht
definiert. Und das Pflücken von einigen Ähren um sie direkt zu
essen als Arbeit zu bezeichnen halte ich für „Hirnkrampf“.

Nun im Zusammenwirken der schriftlichen und der mündlichen Torah wird es durchaus definiert. Und wenn Du jemals einen Schabbat erlebt hättest, wüßtest Du auch, welche Bereicherung es für einen ist, sich aller alltäglichen Verrichtungen so weitgehend wie möglich enthalten zu können und diesen geistigen und konkreten Raum des Schabbat zu haben.

Und ich halte diese Passage Deines Postings für hochgradig
respektlos.

Zum Thema Respekt vor anderen Religionen lasse mich dir einen
einfache Frage stellen.
Hälst du den Mohammed für einen von G’tt gesandten Propheten
und den Quran für legitime Niederschrift g’ttl’cher
Botschaften?

Die Antwort ist einfacher als Du vermutlich denkst - zumindest aus meiner Sicht. Ich kann sehr wohl mit anderen Traditionen respektvoll umgehen, auch mit den Aspekten, die ich nicht teile.

Ich fände es - ganz allgemein gesagt - schlimm, wenn man bloß mit dem respektvoll umgehen könnte, was man auch meint, was Bestandteil des eigenen Glaubens etc. ist.

Viele Grüsse

Iris

die sieben noachidischen Gebote
Hallo Iris,

Aus jüdischer Sicht gelten für Dich als Nicht-Juden die sieben
noachidischen Gebote. Was Du mehr auf Dich nimmst, ist Deine
Sache.

kannst Du diese mal kurz zusammenfassen?

Allerdings wäre es für Christen durchaus hilfreich, einiges
über die mündliche Torah zu wissen, weil auch Jesus sich
darauf bezieht. Einige Fehl-Interpretationen wie z.B. die
gängigen Interpretationen der Geschichte von der Ehebrecherin
würden sich dann erübrigen.

auch hier würde mich die jüdische Interpretation interessieren.

Nun im Zusammenwirken der schriftlichen und der mündlichen
Torah wird es durchaus definiert. Und wenn Du jemals einen
Schabbat erlebt hättest, wüßtest Du auch, welche Bereicherung
es für einen ist, sich aller alltäglichen Verrichtungen so
weitgehend wie möglich enthalten zu können und diesen
geistigen und konkreten Raum des Schabbat zu haben.

Dem kann ich durchaus zustimmen.
Allerdings gibt es da auch die Grenzfragen: was ist noch erlaubt und was nicht. Und wenn es darauf keine gute Antwort gibt, entsteht Unverständnis und Kopfschütteln.

Gruss Harald

Hallo Iris,

Zum Thema Respekt vor anderen Religionen lasse mich dir einen
einfache Frage stellen.
Hälst du den Mohammed für einen von G’tt gesandten Propheten
und den Quran für legitime Niederschrift g’ttl’cher
Botschaften?

Die Antwort ist einfacher als Du vermutlich denkst - zumindest
aus meiner Sicht. Ich kann sehr wohl mit anderen Traditionen
respektvoll umgehen, auch mit den Aspekten, die ich nicht
teile.

Wenn ich deine konkrete Antwort hier richtig sehe, bedeutet der respektvolle Umgang mit anderen Traditionen für dich, diese nicht bewerten und keine Stellung zu beziehen.
Die Frage die ich dir oben gestellt habe, lässt sich einfach mit Ja, Nein oder Vielleicht beantworten. Deine Antwort sagt garnichts.

Ich fände es - ganz allgemein gesagt - schlimm, wenn man bloß
mit dem respektvoll umgehen könnte, was man auch meint, was
Bestandteil des eigenen Glaubens etc. ist.

Im Gegensatz zu dir bin ich der Meinung, dass ein respektvoller Umgang in Glaubensfragen auch dann möglich ist, wenn man widersprüchliche Ansichten explizit ausdrückt.

Gruß
Carlos

hallo Carlos

Ich fände es - ganz allgemein gesagt - schlimm, wenn man bloß
mit dem respektvoll umgehen könnte, was man auch meint, was
Bestandteil des eigenen Glaubens etc. ist.

Im Gegensatz zu dir bin ich der Meinung, dass ein
respektvoller Umgang in Glaubensfragen auch dann möglich ist,
wenn man widersprüchliche Ansichten explizit ausdrückt.

Wenn Du meine Beiträge liest, dann wirst Du feststellen, dass ich sehr wohl abweichende Ansichten zum Ausdruck bringe - man kann das aber - anders als Du es teilweise machst - durchaus respektvoll tun, also ohne den anderen oder dessen Ansichten mit den abwertenden Bezeichnungen belegen, wie Du.

Iris

Abschluß
Hallo Iris,

ich habe bisher nicht verstanden, inwiefern ich bestimmte Glaubensinhalte abwerte, möchte mich aber entschuldigen, wenn ich deine Gefühle verletzt haben sollte.

Gruß
Carlos