Und was sagen denn die schlauen Profs an der Uni?
Hi Calvin,
ich mußte bei der Lektüre Deines Beitrags schmunzeln: Haben Dir die Profs an der Uni keine brauchbaren Tipps geben können? Oder gehste vor lauter Jobben gar nicht mehr hin?
ich habe mich vor 3 Monaten selbständig gemacht (Handel mit
Handys, Digitalkameras und PC-Hardwares) Doch ich muss leider
feststellen, dass es sehr schwer ist, zuverlässige und
günstige Lieferanten zu finden. Daher habe ich bis jetzt auch
kaum was umgesetzt.
Da hast Du Dir prompt eine Branche ausgesucht, wo es heißt: gestern EK, heute VK. Und was macht der Anfänger? Er legt sich den Scheiß auch noch auf Lager, damit er garantiert in die Verlustzone reitet. Also wenn Du da schon ausharren willst, dann heißt es : erst verkaufen, dann einkaufen. Du kaufst also erst dann, wenn Du einen Kunden hast zu einem Preis, wo Du weißt, daß Dir Dein Gewinn sicher ist. That’s it. Dein Lager muß so klein sein, wie Deine Hostentasche. Der Spediteur kriegt die Versandaufkleber per DFÜ samt Rechnung, und Du siehst den Krempel erst gar nicht. Oder wolltest Du noch nebenbei Boddybuilding mit den Kisten machen?
Die Angebotspreise, die man auf vielen
B2B-Handelsplattformen wie:
-
gsm-einkauf.de (wenig Angebot, überteuerte Preise, viel
Werbung)
-
zentrada.de (viel Kleinkram, schlechtes Warenangebot)
-
restposten-plattform.de (kaum interessante Angebote)
-
b2b-trade.de (Viele Warenkatagorien, wenig Angebot)
- super-sonderpreise (viele Warenrubriken aber begrenztes
Angebot)
-
konkurse.com (großes Sonderpostenangebot, recht hohe Preise)
-
restposten.de (große und gute Warenauswahl, unterschiedlich
hohe Preise aufgrund der vielen Einzelhändler)
Ich schau mir das mal gleich an, kann dazu nichts sagen. Als ich vor etlichen Jahren in der Branche (samt Software) rumgeisterte, war die Welt noch in Ordnung
Rat mal, warum ich da nicht mehr bin (bei Hardware meine ich)? Warum verkaufst Du keine Weine oder Teppiche? Die werden teurer, je länger sie liegen.
sieht, liegen meist über dem Ebay-Preis. Da kann man direkt
die Waren bei Ebay erwerben und sie dann auf diversen
B2B-Handelsplattformen anbieten. Daher lohnt es sich kaum,
Mitgliedsbeiträge für solche Internetplattformen zu zahlen.
Der größte Abzocker ist www.gsm-einkauf.de bzw.
www.handyking.de Hier zahlt man 59 Euro zzgl. MwSt. für ein
1/4 Jahr und erhält dafür wenig Angebote zu überteuerten
Preisen.
Das sind doch verkappte Einzelhändler und keine Grossisten. Ich gebe Dir mal nen kostenlosen Tipp: Gehe zur IHK und lass Dir echte GH-Listen geben. Und dann suchst Du Dir einen raus, der Alles hat, damit Du in der Mischkalkulation noch zu Potte kommst, weil Du die ganze Palette bei ihm abnimmst. Vereinbare Jahresboni, Rabatte, Werbekostenzuschüsse und was es da noch alles gibt. Du mußt auf beiden Seiten drücken: beim Einkauf in Richtung billiger und beim Verkauf in Richtung teurer, z.B. durch kompetenten Service bzw teuren Zubehörverkauf. Papier und Tinte z.B. bringt Geld. Dort liegt der Segen.
Die Frage, die die meisten Anfänger beschäftigt, ist: " Wo
bekommt man günstige Waren?". Mich wundert es immer wieder,
wie Ebay-Powerseller es schaffen, unglaublich niedrige Preise
anzubieten, die teilweise sogar unter dem Netto-Einkaufspreis
der verschiedenen Handelsplattformen liegen. Sie müssen doch
Ebaygebühren bezahlen und Gewinne machen, oder? Ich habe auch
Kontakte zu einigen Distributoren genommen und Händlerpreise
erhalten. Doch die Preise sind noch höher als bei den
Restposten-Anbieter.
Die Powerseller können a) Strohmänner für Großhändler sein, denen die Kunden an den Hals gingen, wenn sie das selber machen würden, eben um ihre Überhänge kostendeckend loszuwerden.
Es wird aber auch b) heiße Ware im Internet verkauft, die dann gerade noch so glaubhaft teuer verramscht wird, daß nicht gleich die Kripo angerückt kommt. Von Geldwäsche will ich lieber nicht reden.
Unabhängig davon kannst Du nach 3 Monaten Selbständigkeit nicht das Wissen um Tricks haben, die eben nur Insider nach Jahre haben, Schmiergeld inbegriffen.
Wer hat hier gute Erfahrungen gemacht und kann mir
weiterhelfen. Ich suche günstige und zuverlässige
Einkaufsquellen im Bereich Telekommunikation, PC-Hardwares und
Elektronik ( hauptsächlich Handys, Digitalkameras,
TFT-Monitore, Drucker, gerne auch für andere Produkte. Welche
Waren kann man rentabel bei Ebay verkaufen?
Rentabel bei Ebay? Das halte ich für ein Gerücht. Die dort einkaufen und es vor Ort an „Unwissende“ vekaufen, machen eher einen guten Schnitt. Zumal sich das Zeug gut schwarz verhökern lässt, was einen gewissen Herrn Eichel so freut. Jetzt, wo Ebay noch die MWSt bei den Anbietern kassiert, dürfte es noch krasser werden.
Ich bin schon am
Verzweifeln, denn ich verbringe täglich 6-8 Stunden mit der
Waren- bzw. Lieferantensuche, meisten erfolgslos. Wie macht
Ihr das? Eure Erfahrungen interessieren mich sehr.
Ich kann Dir da eine Episode erzählen: Einen ähnlichen Fall hatte ich hier schon mal bei w-w-w. Der gute Mann hatte das gleiche Problem wie Du, suchte günstige Quellen für eine ganz andere Branche. Falls er hier mitliest, gut so. Nur, ich wollte eben auch was dabei verdienen, nicht nur so mein Wissen kostenlos verschleudern. Also: ich als Importagent 4% Provision war ihm zu teuer. Na gut, dann eben anders rum. Ich als Importeur, und er als GH. Nur, ich kannte seine Branche zu wenig, um über Preise und Usuancen Bescheid zu wissen. Ergo: Akkreditiv im Back-to-Back-Verfahren zu den von ihm angegebenen Preisen. Tja, da hatte er den Risikoball zurückbekommen und wollte auch nicht. Hätte ja Ramsch sein können bei unrealistischen Preisen bzw zinslose Kapitalbindung. Nix war’s also. Lange Mails, tolle Sprüche, außer Spesen nix gewesen.
Es gibt hier sicherlich viele Profis, die seit Jahren
erfolgreich handeln und mir weiter helfen können. Ich weiß,
daß viele Händler ihre gute und zuverlässige Einkaufsquellen
nicht gerne einfach so weitergeben möchten, aber ich bin
Anfänger und stelle auch keine Konkurrenz für die Großen dar .
Ich wäre auch bereit, für die „wirklich“ gut gehüteten
Einkaufsadressen, die nachprüfbar rentabel sind, zu bezahlen.
Wir können auch gerne kooperieren um gute Einkaufspreise zu
erzielen.
Mach es doch einfacher: Hänge Dein Studium für ein paar Monate an den Nagel, verdinge Dich bei einem Importeur als Verkäufer (die sucht man immer) und schnüffel im Einkauf rum. Da sind zwar ähnlich wie bei den Banken „chinesische Mauern“ errichtet, aber so hoch sind die auch wieder nicht 
Daher habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es
hier auch ehrenhafte Unternehmer gibt, die den Anfänger bei
ihren ersten Schritten in die Selbständigkeit auch
unentgeltlich helfen und Tipps geben können. Daher bin ich für
jede Hilfe und jeden Tipp dankbar.
Glaubst Du das im Ernst? Ein Unternehmer gibt keine Tipps, so lange er selbst in der Branche aktiv ist. Warum sollte er sich Konkurrenz großziehen, wo das Leben schon schwer genug ist? Wenn er aber ne Tochter hat, und Du als hoffnungsvoller Schwiegersohn in die Firma einsteigen könntest, sieht das wieder anders aus 
Nun ja, Calvin, ich weiß nicht, ob ich Dir helfen konnte mit Schnüffeln gehen und Tochter des Chefs anbaggern, aber es gibt freilich noch andere Möglichkeiten. Die hängen aber von Deiner Bonität bei den Banken ab. Wenn Du richtig Kohle hast bzw beschaffen kannst, könnte man ja mal sich überlegen… aber bleib erst mal im Lande und ernähre Dich redlich. Drei Monate sind viel zu kurz, um zu wissen, ob das Deine Branche bleibt oder nicht. Vielleicht gewinnst Du ja morgen im Lotto.
Das mit den Teppichen und Weinen als Beispiel für Alternativen war durchaus ernst gemeint.
Gruß Richard