Suchtartiges Fingerknacksen

Hallo

Wie kann man einem Jugendlichen helfen, der suchtartig mehrmals täglich seine Fingergelenken knacksen lässt?

Dieses Finger-Knacksen kann bleibenden Schaden verursachen, deshalb finde ich es nötig, dass er es bleiben lässt. Ihm selbst ist die Schädlichkeit bekannt, aber er scheint nicht damit aufhören zu können.

Kann man sagen, woher so eine Fingerknacks-Sucht kommt und was man dagegen unternehmen kann?

Viele Grüße
Thea

Hallo Thea,

mein Sohn knackst so ziemlich mit allem, was er so am Körper hat *grrrr*. Füße, Finger, Kiefer, sogar mit der Halswirbelsäule. Vor allem, wenn er innerlich irgendwie erregt ist, wird das ziemlich schlimm.

Nachfrage von mir bei zwei verschiedenen Kinderärzten ergab, dass es keine Belege dafür gibt, dass das schädlich ist. Ein Tick eben - aber körperlich nicht nachhaltig schlimm.

Hast Du da andere Informationen?

Jana

Hallo Jana,

mein Sohn knackst so ziemlich mit allem, was er so am Körper
hat *grrrr*. Füße, Finger, Kiefer, sogar mit der
Halswirbelsäule. Vor allem, wenn er innerlich irgendwie erregt
ist, wird das ziemlich schlimm.

Nachfrage von mir bei zwei verschiedenen Kinderärzten ergab,
dass es keine Belege dafür gibt, dass das schädlich ist. Ein
Tick eben - aber körperlich nicht nachhaltig schlimm.

Hast Du da andere Informationen?

Ja, aber vielleicht ist das ja ein anderes Knacksen als das, was dein Sohn macht.

Schädlich soll es sein, wenn man die Gelenke auseinanderzieht (dabei bilden sich irgendwelche Gase in der Gelenkkapsel oder so ähnlich, das knackst dann.) Ich habe das herausgekriegt, indem ich bei Google „Fingerknacksen“ eingegeben habe.

Ich habe dabei einen Erfahrungsbericht in einem Forum und mehrere ärztliche Empfehlungen gefunden.

  • Ersterer besagte, dass der Schreiber auf die Dauer keinen Stift mehr schmerzfrei halten konnte, hatte sich aber möglicherweise schon wieder gebessert.
  • Die ärztlichen Empfehlungen besagten, dass die Kraft der Hand durch mehrmals täglich ausgeführtes Fingerknacksen stark nachlassen könne, und zwar irreparabel.

So wie ich mir das aber vorstelle, macht dein Sohn nicht dieses typische Fingerknacksen, und vor allem nicht dauernd. Meiner macht es zwar schon viel weniger als früher, aber regelmäßig.

Viele Grüße
Thea

Hi Ihr zwei,

Nachfrage von mir bei zwei verschiedenen Kinderärzten ergab,
dass es keine Belege dafür gibt, dass das schädlich ist. Ein
Tick eben - aber körperlich nicht nachhaltig schlimm.

Hast Du da andere Informationen?

Ja, aber vielleicht ist das ja ein anderes Knacksen als das,
was dein Sohn macht.

Ich knackse seit der Pubertät. Damals habe ich selber einen Arzt zum Thema befragt, weil ich nicht aufhören konnte - ist ähnlich wie Fingernägelkauen. Er sagte mir auch, daß es unschädlich ist (und ich habe damals auch die Finger „gezogen“ - heute „biege“ ich sie mehr, wenn Du verstehst, was ich meine).

Jedenfalls bin ich jetzt 35, tue das also seit 20 Jahren, und die Kraft meiner Hände ist uneingeschränkt. :wink: Und weh tun sie auch nicht. Na ja, vielleicht kommt das noch, wenn ich alt und grau bin, aber so viel zur baldigen Negativwirkung: Es gibt sie nicht.

Trotzdem ist es natürlich lästig und unangenehm für die Mitmenschen.

Wie man damit aufhört? Keine Ahnung, wenn ich’s wüßte, hätte ich das wohl auch schon getan. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Wie man damit aufhört? Keine Ahnung, wenn ich’s wüßte, hätte
ich das wohl auch schon getan. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Hallo,

dieser Tick gehört wohl irgendwo zwischen die Kategorien „harmlose Angewohnheit“ und selbstschädigendes Verhalten. Da gibt es ja alle Abstufungen, von Nägelbeißen über Trichotillotomie (zwanghaftes Haareausreißen) bis hin zu dem Zwang, sich selbst ständig Schnittwunden zuzufügen.

Was dabei selbstschädigend ist, ist relativ: Fingerknacksen ist bei einem Langstreckenläufer was anderes als bei einem Pianisten. Bei mir wechseln diese Dinge seit der Kindheit einander ab: Vom Haarekauen (Haarsteingefahr) über Nägelbeißen (nicht sehr karrierefördernd) bis hin zu dem Tick, sich selber ständig Fussel von der Haut abzuzupfen, überall dort, wo sie etwas verdickt ist, etwa an der Ferse oder am Nagelfalz.

Die Therapie ist extrem langwierig und nicht sehr erfolgversprechend. Man lernt, die Situationen zu erkennen, in denen man das tut, und dann etwas anderes zu tun, etwa den Beckenboden zusammenzuziehen oder einen Fuß ganz fest in den Boden zu drücken (es soll ja auch nicht jeder merken). Ich bringe mich mittlerweile nicht mehr so weit, dass ich Wundpflaster aufkleben muss, aber es reicht auch noch nicht für Sandalen oder Nagellack.

Gruß,
Aleysha

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Hallo Thea,

vielleicht mal ein paar beruhigende Worte:

Ich hab` sowas in meiner Jugend auch gemacht. Ich glaube mein großer Bruder war mir da Vorbild. Überhaupt kann ich mich erinnern, daß das viele Klassenkameraden gemacht haben. Man war sogar stolz darauf, welche Finger sich knacken lassen. Irgendwann wuchs man da aber raus.

Ob man in deinem Fall gleich von Sucht sprechen sollte, kann ich nicht beurteilen. Es gibt aber viele Ticks, die man in jungen Jahren hat und die sich dann einfach wieder „rauswachsen“.

Gruß

Maria

Hallo Thea

Wie kann man einem Jugendlichen helfen, der suchtartig
mehrmals täglich seine Fingergelenken knacksen lässt?

Leider gibt es ja in (US-amerikanischen) Filmen so obercoole Typen, die das auch gerne mal so nebenbei machen, insbesondere in solchen Mafia-Paten-Filmen und ähnlichen Sachen. Da gibts dann für manche Tennies so ne Identifikations-Schiene, leider.
Man müsste denen vielleicht andere Identifikationsmöglichkeiten bieten. Nun mus man damit ja sehr vorsichtig und zurückhaltend sein, denn bekanntlich wollen Jugendliche gerade das, was Ihnen die ältere Generation vorschlägt, schon mal überhaupt nicht. Müsste ohl sehr subtil gemacht werden . :wink:
Gruß,
Branden

Hallo Branden

Leider gibt es ja in (US-amerikanischen) Filmen so obercoole
Typen, die das auch gerne mal so nebenbei machen, insbesondere
in solchen Mafia-Paten-Filmen und ähnlichen Sachen. Da gibts
dann für manche Tennies so ne Identifikations-Schiene, leider.

Hier war es wohl indirekt so ein Typ, m.W. hat er es von einem Schulfreund.

Die Einsicht ist jetzt aber schon da, er sagt selbst, er könne damit nicht einfach aufhören. Er selbst hat es mit dem Rauchen verglichen, womit man ja bekanntlich auch nicht aufhört, nur weil man weiß, dass es ungesund ist. (Über Rauchen wurde oft gesprochen, in der Schule und zu Hause)

Man müsste denen vielleicht andere
Identifikationsmöglichkeiten bieten.

Wie kann ich das als Mutter?

Müsste wohl sehr subtil
gemacht werden . :wink:

Ich habe keinerlei Idee dazu, außer den Sohn irgendwo hinzuschicken, wo Vorbilder rumlaufen könnten (Sportverein, Musikschule), das passiert aber bereits.

Viele Grüße
Thea

Ich habe keinerlei Idee dazu, außer den Sohn irgendwo
hinzuschicken, wo Vorbilder rumlaufen könnten (Sportverein,
Musikschule), das passiert aber bereits.

Ja, Du hast recht, Thea, man kann immer nur so viel machen, wie eben geht. Ich kenne das. Hab ja schließlich auch 4 Kinder.
Ich denke, es ist gut, dass ihm überhaupt so ein breites Angebot zur Verfügung steht.
Gruß,
Branden

Hi Aleysha,

na, bei mir wird’s wohl eher als harmlose Angewohnheit zu klassifizieren sein - und Pianistin bin ich auch nicht. :wink:

SVV jedenfalls ist mir äußerst fremd, ich habe auch - außer dem Fingerknacken - nie etwas dergleichen getan, weder Nägel gekaut noch Haut geknabbert, oder was Menschen so tun.

Bei uns fing es tatsächlich - wie oben beschrieben - in der Klasse an, plötzlich „cool“ zu sein, man verglich, wer wie laut knacksen konnte - ich konnte am besten. :wink: Und dann habe ich’s mir einfach nie wieder abgewöhnt. Was natürlich doof ist, denn es stört die Umwelt. Je nun. Manchmal knackse ich wochenlang nicht, dann wieder öfter. Und die Situation ist eigentlich klar umrissen, ich knackse immer, wenn mir langweilig ist. :smile: Bei Nervosität, Angst oder so aber nicht.

Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen, daß es bald für Sandalen, Nagellack und Fußschmuck reicht. :smile:

Liebe Grüße,
Nike