also…ich kenne den begriff „sudetendeutscher“ als bezeichnung für menschen, die im ehemaligen sudetenland lebten, vertrieben wurden und dann später ihre familien oder sie selbst in die BRD eingebürgert wurden, weil sie als deutsche gelten.
im GG steht, dass alle als „deutsche“ gelten, die in den terretorien des deutschen reiches mit stand vom 31.12.1937
es ist aber so, dass das sudetenland erst viel später an deutschland angegliedert wurde. wieso also sind die sudeten"deutschen" deutsche?
es ist aber so, dass das sudetenland erst viel später an
deutschland angegliedert wurde. wieso also sind die
sudeten"deutschen" deutsche?
Weil die Sudetendeutschen Personen deutscher Volkszugehörigkeit oder ihre Ehegatten oder Abkömmlinge sind und als Flüchtlinge oder Vertriebene Aufnahme im Gebiet des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 gefunden haben - das besagt nämlich Art. 116 Absatz 1 GG, wenn man ihn genau liest.
Zusatz: Es ist außerdem naheliegend anzunehmen, daß die Sudetendeutschen im Zuge der Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten und daher schon Deutsche im Sinne von Art. 116 Absatz 1 GG sind.
Grüße,
Oliver Walter
Es gibt kein Sudetenland
Hi Jakob,
zusätzlich zur rechtlichen Seite, die Oliver ja schon geklärt hat: Das „Sudetenland“ und die „Sudentendeutschen“ wurde erst erfunden, als es nötig wurde, die Deutschen in den Randgebieten der damaligen Tschechoslowakei als Gruppe anzusprechen, die es zu „schützen“ galt. Und hastenichgesehn gehörten plötzlich Böhmerwald, Erzgebirge und die Sudeten zum „Sudetenland“. Die Sudeten sind auch kein Land, sondern ein Gebirgszug zwischen der Tschechoslowakei und dem damaligen Oberschlesien.
Gruß Ralf
Hallo,
zumindest diejenigen Deutschen in den durch das Münchner Abkommen vom September 1938 an das Deutsche Reich abgetretenen Gebieten erhielten dadurch die deutsche Staatsangehörigkeit. Diese galt/gilt weiter; denn völkerrechtlich ist das Münchner Abkommen zwar inzwischen kraftlos (obsolet); aber es war - so die offizielle Auffassung in der Bundesrepublik - damals geltendes Recht.
Wenn es anders wäre, wären die unausweichlichen Folgen für den betroffenen Personenkreis ziemlich nachteilig; z. B. wäre der unvermeidliche Wehrdienst der Sudetendeutschen im Zweiten Weltkrieg Fahnenflucht gewesen.
Inwiefern diese Auffassung auch für die Anschlussgebiete der sog. Rest-Tschechei gilt, weiß ich nicht.
Beste Grüße!
H.
Blödsinn…
Hallo,
selten so einen Blödsinn gehört…
Das „Sudetenland“ gab es schon lange vorher…
…und nun?
Hi Frank,
Das „Sudetenland“ gab es schon lange vorher…
es steht Dir frei, das zu belegen. Nur Bääääh schreien ist ein wenig dünn, wenn auch recht typisch.
Gruß Ralf
1 „Gefällt mir“
Das „Sudetenland“ und die „Sudentendeutschen“ wurde erst
erfunden, als es nötig wurde, die Deutschen in den
Randgebieten der damaligen Tschechoslowakei als Gruppe
anzusprechen, die es zu „schützen“ galt.
Hallo Ralf,
es ist ein Streit um Worte, nicht um die Sache.
Dass der Begriff „ Sudetenland” (und entsprechend „Sudetendeutsche”) vor dem Ende des Ersten Weltkriegs keine Rolle spielte, hängt damit zusammen, dass das Gebiet, in dem die Deutschen mit Tschechen, Slowaken und Angehörigen kleinerer Minderheiten zusammen lebten, bis dahin „Böhmen” hieß und man sie korrekterweise immer als „Deutsch-Böhmen” bezeichnete.
Als durch die Siegermächte dann der Staat „Tschechoslowakei” gegründet wurde und „Böhmen” zu einem Begriff der Geschichte und allenfalls noch der Geographie wurde, nannte man die in der CSR lebenden Deutschen „Sudentendeutsche” und ihr Siedlungsgebiet „Sudetenland” und „Sudetenländer”.
Belege dafür:
„[…] Der deutschösterreichische Staat beansprucht die Gebietsgewalt über das ganze deutsche Siedlungsgebiet, insbesondere auch in den Sudetenländern, […]."
(Beschluss der „Provisorischen Nationalversamlung für Deutschösterreich” vom 21. Oktober 1918)
Interessant ist, dass die Sudetendeutschen selbst noch im Beschluss der „Deutschböhmischen Landesversammlung” v. 29. Oktober 1918 diese Bezeichnung nicht verwendeten:
„[…] Im Namen des von ihr vertretenen Volkes und Gebietes erklärt die Landesversammlung hiermit Deutschböhmen zur eigenberechtigten Provinz des Staates Deutschösterreich, […] .”
Im Beschluss der „Deutschösterreichischen Nationalversammlung” v. 6. September 1919 heißt es wieder:
„[…] In schmerzlicher Enttäuschung legt sie [sc. die Nationalversammlung] Verwahrung ein gegen den leider unwiderruflichen Beschluß der alliierten und assoziierten Mächte, dreieinhalb Millionen Sudetendeutsche von den Alpendeutschen […] gewaltsam loszureißen […] das unfassbare Unrecht, das an den Sudetendeutschen […] verübt werden soll […]”
In der „Erklärung der deutschen sozialdemokratischen Partei” [im Abgeordnetenhaus der Nationalversammlung der CSR] v. 2. Juni 1920 heißt es:
„[…] Die siegreichen Ententemächte haben durch den Gewaltfrieden von Versailles und St. Germain auch das deutsche Volk in den Sudetenländern nationaler Fremdherrschaft unterworfen […].”
Es hat sich halt die Bezeichnung „Sudetenland“ als Sammelbegriff für die mehrheitlich oder geschlossen deutsch besiedelten Gebiete der seinerzeitigen CSR eingebürgert. Du kannst ja gern vom „sog. Sudetenland“ sprechen, wenn Dir an der Geographie und am Sudetengebirge so viel liegt.
Beste Grüße!
H.
4 „Gefällt mir“
Würde mal Geschichtsbücher lesen…
Hallo Ralf,
das „Sudetenland“ (wie auch andere Regionen wie Böhmen/Mähren/das Hultschiner Ländchen) sind schon seit Jahrhunderten Deutschstämmig gewesen…
Die „Tschechoslovakei“ ist ein „Kunststaat“,der erst mit dem Ende des
1.Weltkrieges entstanden ist…und auch nach Zerfall des „Kommunismus“ wieder auseinanderbrach…
Das Sudetenland (ebenso wie die anderen Gebiete) waren immer
„Zweisprachig“,da aufgrund der Familiären Beziehungen immer beide
Sprachen gesprochen wwurden…
Moin, Hannes,
für die ausführliche Darstellung erstmal besternten Dank! Wo hast Du die Texte denn gefunden?
es ist ein Streit um Worte, nicht um die Sache.
Das ist fast meistens so, wo Menschen unterschiedliche Sichten haben 
(…) wenn Dir an
der Geographie und am Sudetengebirge so viel liegt.
Ich nehme an, dass Du hast mich schon verstanden hast - mir geht’s nicht um Geographie, sondern um das Verwirrspiel, das die großen Vereinfacher betreiben.
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
wo hast Du die Texte denn gefunden?
In meiner Hängeregistratur, die, wie Du siehst, so eine Art private Wiederaufbereitungsanlage ist (eigentlich zur Unterrichtsvorbereitung): Notizen, Kopien, Zeitungsausschnitte …
Ich nehme an, dass Du mich schon verstanden hast
Nahm und nehme ich auch an. Ich behellige niemanden mit meiner privaten Meinung zu den Dingen, sondern versuche, sachlich zur Klärung eines (subjektiv oder objektiv) vorhandenen Problems beizutragen. Wie Du es ja auch siehst: Wer an der dabei manchmal nötigen Differenzierung kein Interesse hat, der interessiert sich nicht für die Wahrheit.
Schöne Grüße
H.