Hallo Gerry,
Also im Grunde geht
von den Temperaturen sogar noch die Süd-Toskana, hab ich mir
sagen lassen.
Auch die Südtoskana ist schön, kein Zweifel. Allerdings steigt in der von dir genannten Zeit etwas das Risiko von Regenwetter und es kann auch im Süden kühl werden. Wärmer als in Berlin ist es sicher, aber mit kurzen Aermeln bei der abendlichen passegiata ist nichts mehr.
schlafen (also Ruhe!), lesen, rumhängen, gutes Essen, guter
Wein, keine bzw. wenig Touristen. Das sind im Grunde die
Eckdaten.
Nenne mir einen Platz in Süditalien, an dem es schlechtes Essen oder schlechten Wein gibt. Da musst du dich selbst in Positano, Taormina oder auf Ischia anstrengen. 
Ruhe und Erholung… Wie Karin schon sagte: in Kalabrien gibt es davon sehr viel. Das gesamte Hinterland ist dünn besiedelt und eignet sich darum auch sehr gut als Rückzugsgebiet für Leute, die nicht gefunden werden wollen bzw. sollen…
Vielleicht ist aber in der Tat die kalabrische Küste empfehlenswerter, auch weil sie touristisch besser erschlossen ist. In Orten wie Tropea (das auch in Spätherbst nicht ganz frei von Touristen sein dürfte, aber keinesfalls überlaufen) oder beispielsweise auch Scilla lässt es sich sicher gut leben.
Ruhe findet sich um diese Jahreszeit ausserhalb der Ortszentren fast überall, wandern ist bei Italienern nicht sonderlich populär, aber geeignete Wege finden sich an der Küste und im Hinterland im Uebermass (eine gute Karte mitzunehmen ist sinnvoll) und Kultur findet sich in Reggio (etwa die Bronzen von Riace) oder in diversen Kirchen. Das Material im Internet ist eher dürftig, auch weil Tourismus nur an der tyrrenischen Küste eine wirkliche Rolle spielt. Allerdings ist Kalabrien von Berlin aus so ziemlich der fernste, italienisch-sprachige Teil der Welt - ausser Sizilien und Chicago.
Ebenfalls fiele mir das südliche Kampanien ein. Der Nationalpark Cilento (http://www.cilento-nationalpark.de/ und die links darin) bietet Natur und Erholung. Für die Kultur biette sich Paestum an oder auch ein Tagesausflug nach Neapel, Pompei oder Herculaneum. Selbst das Hinterland der (touristengeprägten) Amalfitana ist um diese Jahreszeit ruhig. Ich war einmal Anfang März dort und habe die Ruhe und die Natur sehr genossen.
Auch die Basilikata (http://www.basilicata.com/ in italienisch) ist ruhig, sehr ruhig. Wunderschöne Hügellandschaften und freundliche Menschen entschädigen für die fehlende Infrastruktur einer Region, die noch immer an die Armut der Zeiten erinnert, die Carlo Levi in „Christus kam nur bis Eboli“ beschreibt… Entdeckenswert, ohne Zweifel.
Wenn ihr eine landschaftsbetonte Rundreise mit dem (Miet-)Auto
plant (ausser in Kalabrien Kampanien eine gute Idee): sucht vor Ort,
ja , das hab ich mir jetzt eigentlich auch schon überlegt.
Einfach los fahren… und dort suchen.
Zumindest seid Ihr dann dort, wo Ihr hinwollt. Ausserdem gibt es keine Ueberraschungen. Aber: ausserhalb der Städte und mancher Touristenzentren ist die Hoteldichte gering. Die örtlichen Fremdenverkehrsbüros haben um diese Jahreszeit bisweilen nur vormittags (meist aber auch abends)und am Wochenende gar nicht geöffnet. Daher rechtzeitig die Suche planen. Trotzdem bleibt niemand auf der Strecke!
Gruß
Bernd
PS (fällt mir gerade ein): sucht auch unter http://www.agriturismo.it/