Hallo!
Habe meinen Süßkirschenbaum (ca. 30 Jahre alt) letztes Jahr nach der Ernte, sowie es in verschiedenen Foren steht, radikal zurückgeschnitten, da der Ertrag schon relativ mäßig ausgefallen und der Baum schon sehr hoch war. Habe mich beim Schneiden am nebenstehenden Weichselbaum orientiert, welcher im Jahr zuvor von einer Fachkraft geschnitten wurde. Somit sind nach dem Schnitt eigentlich nur die Hauptäste (vom Boden ca. 3-4 m hoch) und ein paar niedrig liegende Fruchttriebe stehen geblieben.
Im Frühjahr, also vor 2 Wochen, habe ich den Baum nun erstmals so richtig betrachet: Oh Gott, der sieht ja aus …! Na ja! Die Hauptäste stehen zwar immer noch. Aus diesen ragen an den Schnittstellen ca. 1 bis 1,5m lange Wassserschosse heraus, teilweise senkrecht in den Himmel stehend, teilweise komplett verbogen und durch weitere Verzweigungen verkrüppelt. Die unteren Fruchttriebe gibt es nicht mehr, lediglich wenige Wasserschosse haben sich entwickelt. Oberhalb dieser schaut aber der Hauptast wie abgestorben aus. Zusätzlich tritt an manchen Stellen, hauptsächlich wo sich Wasserschosse entwickelt haben, der sogenannte Gummifluss auf. Weiters habe ich im unteren Bereich an einer Astgabel bereits ein faustgroßes Loch, vermutlich durch einen Specht, entdeckt.
Nun: Ist der Baum zum Sterben verurteilt oder gib es noch eine Rettung ??? Bitte um fachgerechte Hilfe bzw. Erfahrungen !!!
Hallo Manfred,
mit Erfahrung kann ich in diesem Fall dienen.
Unsere Süßkirsche hat ungefähr das Alter der Deinen,
genau wie Du haben wir vor einigen Jahren die hohen Äste herausgenommen. Wir konnten sie einfach nicht mehr erreichen.
Seitdem hat der Baum Gummifluss, es sterben vermehrt Äste ab und generell geht die Ernte stark zurück.
Die Wasserzieher allerdings sind mittlerweile starke Äste und genauso viel zu himmelhoch zum Abernten.
Die Stare und Amseln freuen sich.
Mein Landschaftsgärtner-Cousin sagte mir - leider erst nach dem Schnitt, den er nicht durchführte, sondern wir Laien - dass Süßkirschen Schnitt nur vertragen, wenn sie von Jugend an geschnitten wurden.
Im Gegensatz zu den viel robusteren Sauerkirschen.
Ein Kirschenbauer 60km südlich von uns fügte hinzu: in „meiner“ Gegend ist die Anbaugrenze für Süßkirschen. Er und seine Kollegen lachen schon immer, wenn Leute aus meiner Gegend bei ihnen Kirschbäume kaufen.
Sie wissen, Der Käufer kommt in ein paar Jahren wieder und will einen neuen Baum.
Diese Erwerbskirschbauern wissen, dass diese Bäume in meiner Gegend höchstens 30-40 Jahre alt werden und empfindlich bleiben. Das Klima ist einfach nicht danach bei uns.
Also - keine guten Nachrichten, jedenfalls wenn Dein Kirschbaum bei uns im Garten stünde.
trotzdem viel Sapß im Garten
Geli
Danke Geli, habe somit noch weniger Hoffnung, dass es mein Baum überlebt. Trotzdem ein lustiger Beitrag - das mit dem Kirschbauer !!!