süssstoffe/ zuckeraustauschstoffe und insulin

liebe mitglieder des wer-weiß-was-forums:

eine frage geht mir nicht aus dem kopf bzgl. des zuckerstoffwechsels…

ist es nicht so, dass das gehirn auf bekannte reize in bekannter erlernter weise reagiert?

es will mir mit normalem menschenverstand (also ohne diesbezügliche bildung) nicht einleuchten, dass ein körper bei haushaltszuckerzucker normalerweise insulin ausschütten muß, und hingegen bei bestimmten süssen wie stevia, agavendicksaft, topinambursirup, saccharin, sucolin usw. kein insulin braucht- d.h. für diabetiker dann eigentlich grenzenlos konsumierbar sein müsste.
man führt doch oft ins feld, dass ein mensch, dessen bein amputiert dieses noch lange zu spüren scheint.

kann man, als jemand, der mit zucker aufpassen soll, diese insulinunabhängigen süssen stoffe problemlos konsumieren (dass manche abführend wirken, bzw. viele kalorien haben, möchte ich nicht besprechen). es wird bei manchen eine höchsttagesmenge abgegeben, aber bei manchen auch nicht (sucolin z.b.)

über eine antwort/ erfahrung bzw. meinung würde ich mich sehr freuen!

stevia, agavendicksaft, topinambursirup, saccharin,

Hallo,
hier geht einiges durcheinander.
Agavendicksaft ist ein kalorienhaltiger kohlehydrathaltiger Saft, der durchaus beachtet werden sollte, also in Broteinheiten umgerechnet werden muss. Wer nur paar Tropfen nimmt, rechnet mit der entsprechenden Fast-Null.
Stevia ist nicht EIN Stoff, sondern als Suess-Stoff mal so und mal so gemischt mit allerlei anderem und darauf kommt es an. Der Extrakt soll 300 mal suesser sein, nimmst Du aber vom Produkt gleich viel Loeffel (Volumen) wie Zucker, oder (je nach Produkt) gleich viel Gewicht wie Zucker, dann ist noch VIEL anderes drin ausser dem Hauch Stevia-Auszug. Dieses Andere hat eventuell Kohlenhydrate, genau hingucken. Kann bei jedem Stevia-Produkt anders sein.

Kurz, bei jedem Suessungsmittel die Kohlehydrate erst lesen und dann beachten. Schau mal
http://www.lebensmittel-tabelle.de/Gruppe_36.html
Gruss Helmut

Nachfrage
Hallo!

ist es nicht so, dass das gehirn auf bekannte reize in
bekannter erlernter weise reagiert?

es will mir mit normalem menschenverstand (also ohne
diesbezügliche bildung) nicht einleuchten, dass ein körper bei
haushaltszuckerzucker normalerweise insulin ausschütten muß,
und hingegen bei bestimmten süssen wie stevia, agavendicksaft,
topinambursirup, saccharin, sucolin usw. kein insulin braucht-
d.h. für diabetiker dann eigentlich grenzenlos konsumierbar
sein müsste.

Moment.
Lautet deine Frage:

„Bewirkt nicht der süße Geschmack allein schon eine Insulinausschüttung?“

oder:

„Reagiert der Körper allein auf den süßen Geschmack mit einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels?“

Hanna

Hallo Nina,

das ist auch für mich ein absolut spannendes Thema!

Ich hab im Studium mal gelernt (immerhin Ernährungswissenschaften), dass Süßstoff unter anderem in der Schweinemast eingesetzt wird. Es regt den Appetite an. Und zwar wurde uns der Kreislauf damals so erklärt:
Der Körper bereitet sich aufgrund des süßen Geschmackes von Süßstoffen auf einen Anstieg des Blutzuckerspiegels vor. Dazu schüttet er Insulin aus. Das sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen aufgenommen wird und das führt dazu dass der Blutzuckerspiegel sinkt und Platz macht für den erwarteten Zucker.
Zucker kommt aber nicht, weil ja „nur“ Süßstoff in den Körper kam. Der Blutzuckerspiegel bleibt also unten. Um das wieder auszugleichen „ruft“ der Körper nach Nachschub: Hunger.

Später hab ich dies, abgesehen von Udo Pollmer (ein sehr kontrovers beurteilter Ernährungsexperte), nie wieder bestätigt bekommen. Manchmal zweifele ich an meinem Verstand, ob ich das wirklich so gehört habe in der Uni…
Denn dem zufolge müsste ja JEDER Süßstoff zu einer Insulinausschüttung führen. Und natürlich auch Stevia. Und das wird anders publiziert.

Ich würde auch sehr, sehr gerne weitere Kommentare zu diesem Thema lesen!!!