Hallo,
weiß nicht ob ich hier richtig bin. ? Gibt es hier jemand der Sütterlinschrift lesen kann. ? Bräuchte mal Hilfe bei ein paar Wörtern, wegen meiner Ahnenforschung. Komme einfach nicht weiter, auch nicht mit Hilfe von Sütterlin - Buchstabenerklärung.
Könnte per E- Mail diese Wörter mal zusenden. Wäre echt dankbar.
Hallo,
weiß nicht ob ich hier richtig bin. ? Gibt es hier jemand der
Sütterlinschrift lesen kann. ? Bräuchte mal Hilfe bei ein paar
Wörtern, wegen meiner Ahnenforschung. Komme einfach nicht
weiter, auch nicht mit Hilfe von Sütterlin -
Buchstabenerklärung.
Könnte per E- Mail diese Wörter mal zusenden. Wäre echt
dankbar.
Kannst Du mir gerne zuschicken. Ich werd mein Bestes geben.
Interesanterweise geht da auch folgenes aus der URL hervor- das hatte man uns bisher verheimlicht und ist für mich ganz neu;
September 1941: Durch Runderlass des Reichministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird die bis dahin noch gebräuchliche Frakturschrift durch die so genannte Normalschrift ersetzt. Ab sofort wurden alle Zeitungen und Bücher in Lateinschrift gedruckt. In den Schulen wurde nunmehr wieder die Lateinschrift gelehrt und angewendet.
Hitlers Entscheidung griff auch tief in das deutsche Alltagsleben ein. Die Kinder lernten nicht mehr die Deutsche Schrift und konnten somit die Briefe der Eltern nicht mehr oder nur noch schwer lesen. Umgekehrtes galt für die Eltern bezüglich der Briefe der Kinder. Das galt nicht nur in der Kriegszeit, sondern auch heute noch, obwohl die alten Menschen, die noch die Deutsche Schrift benutzen, langsam aussterben. Hitlers Entscheidung war in Wirklichkeit eine Art Kulturrevolution. Sie führte dazu, dass die heutigen Generationen kaum noch hand-schriftliche Dokumente in deutscher Schrift (und damit aus fast 500 Jahren!) lesen können
Erstaunen!
Gruß
F.-M.
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Danke, super
Hallo an Alle,
Mensch danke, hätte nie gedacht, das soviele Experten hier sitzen.
Werde mich gleich ans Werk machen und die Wörter erstmal einscannen.
Vielleicht habe ich ja genug für Euch alle .
Werde mich gleich ans Werk machen und die Wörter erstmal
einscannen.
Hallo, Birgit -
ehe du dir eventuell zu viel vergebliche Arbeit machst:
Einzelne Textfetzen oder gar einzelne Wörter sind nicht gar so hilfreich. Manche Schriftzeichen lassen sich erst entziffern, wenn man unterschiedliche Textteile vergleichen kann. Also bitte in größerem Zusammenhang!
Gruß
Eckard
ehe du dir eventuell zu viel vergebliche Arbeit machst:
Einzelne Textfetzen oder gar einzelne Wörter sind nicht gar so
hilfreich. Manche Schriftzeichen lassen sich erst entziffern,
wenn man unterschiedliche Textteile vergleichen kann. Also
bitte in größerem Zusammenhang!
Die Erkenntnis zeugt von Erfahrung. Ich transskribiere oft alte Texte aus alter deutsche Schrift in die heutige.
Erst kürzlich hatte ich einen 11seitigen Lebenslauf eines Wissenschaftlers aus dem 19. Jh. in Arbeit. Viele Wörter sind erst aus dem Kontext heraus eindeurig bestimmbar. Das gilt besonders für Einträge aus den Kirchenbüchern und Taufregistern, die viele lateinische Floskeln enthalten und die zu allem Überfluss auch noch abgekürzt sind.
PS.: Die Schlussfolgerungen aus dem Beitrag über die ‚Kulturevolution Hitlers‘ halte ich für nicht zutreffend. Ich habe die deutsche Schrift von 1940 bis 1943 gelernt und kann sie heute noch. Es hat meines Wissens nach bis in die 1960 Jahre zwischen den Generationen kein Verständigungsproblem gegeben was auf die deutsche Schrift zurückzuführen wäre. Der überwiegende Teil der Feldpost (nach 1945 aus Gefangenenlagern) wurde in deutscher Schrift abgewickelt. Wenn dann auch die Jüngeren nicht mehr so schrieben, lesen konnten sie die deutsche Schrift fast alle.
Ich
habe die deutsche Schrift von 1940 bis 1943 gelernt und kann
sie heute noch. Es hat meines Wissens nach bis in die 1960
Jahre zwischen den Generationen kein Verständigungsproblem
gegeben was auf die deutsche Schrift zurückzuführen wäre. Der
überwiegende Teil der Feldpost (nach 1945 aus
Gefangenenlagern) wurde in deutscher Schrift abgewickelt. Wenn
dann auch die Jüngeren nicht mehr so schrieben, lesen konnten
sie die deutsche Schrift fast alle.
ich kann das bestätigen: Ich wurde 1955 eingeschult und lernte die lateinische
Schrift. Meine Großeltern und meine Großtante schrieben konsequent Deutsche
Schrift (man sollte hier vielleicht auch noch mal erklären, wo der Unterschrift
zwischen Deutscher Schreibschrift und Sütterlinschrift liegt - ich weiß, dass es
ihn gibt, kann es aber nicht so recht erklären). Mein Vater (*1913) schrieb nur
lateinisch, meine Mutter (*1912) mal so, mal so, manchmal mischte sie das auch
bzw. wechselte in einem Schriftstück (bei unwichtigen) leicht mal von einer
Schrift in eine andere.
Ich selbst kann, ohne dies jemals gelernt zu haben, die Deutsche Schreibschrift
lesen, denn in den zeiten meiner Kindheit und Jugend war es durchaus noch üblich,
sich Briefe und Postkarten zu schreiben. Und ich bzw. meine Familie erhielt
zahlreiche Post von Großeltern und Verwandten.
Allerdings waren die Texte in unseren Lesebüchern, ich glaube, ab der 3.
Volksschulklasse, gemischt in lateinischer Druckschrift und in Fraktur. Das sahen
die Lehrpläne so vor, damit man auch ältere Bücher noch lesen konnte. Mit
Erstaunen stelle ich immer wieder fest, dass es heute zahlreiche Leute gibt, die
die Fraktur nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten lesen können - dabeio
sind die Unterschiede doch nicht so riesig. Einigermaßen lesen (wenn auch nicht
übersetzen) kann ich ja auch griechisch und kyrillisch, ohne das je gelernt zu
haben.
Sehr interessant fand ich, dass zu Ende der ersten oder zweiten Gymnasiumsklasse
(1960/61/62) ein Schüler aus Schwäbisch Hall zu uns stieß, der erzählte, dass er
an der Schule dort im Deutschunterricht Deutsche Schreibschrift schreiben musste
und mir das auch anhand seines Aufsatzheftes bewies. Das fanden wir damals schon
etwas exotisch, und es lag sicher an einer Privatmarotte des dortigen Lehrers.
September 1941: Durch Runderlass des Reichministeriums für Wissenschaft,
Erziehung und Volksbildung wird die bis dahin noch gebräuchliche Fraktur schrift
durch die so genannte Normalschrift ersetzt.
Fraktur ist kein Sütterlin.
Ab sofort wurden alle Zeitungen und Bücher in Lateinschrift gedruckt.
Gedruckt wurde in Druckschrift: Antiqua, Garamont, …
In den Schulen wurde nunmehr wieder die Lateinschrift gelehrt und angewendet. Hitlers
Entscheidung griff auch tief in das deutsche Alltagsleben ein. Die Kinder lernten
nicht mehr die Deutsche Schrift und konnten somit die Briefe der Eltern nicht mehr
oder nur noch schwer lesen.
Meine Großeltern schrieben beides, meine Eltern schrieben beides, selbst ich schrieb beides: 1953 lernten wir noch Sütterlin als zweite Schrift.
Umgekehrtes galt für die Eltern bezüglich der Briefe der Kinder. Das galt nicht nur in der
Kriegszeit, sondern auch heute noch, obwohl die alten Menschen, die noch die Deutsche
Schrift benutzen, langsam aussterben. Hitlers Entscheidung war in Wirklichkeit eine Art
Kulturrevolution. Sie führte dazu, dass die heutigen Generationen kaum noch hand-
schriftliche Dokumente in deutscher Schrift (und damit aus fast 500 Jahren! )
lesen können
Der Grafiker L. Sütterlin hat von 1865-1917 gelebt, seine Schrift wurde 1915 in den deutschen Schulen eingeführt. Sind da die Rechenkünstler zugange, die 12 mit 1000 verwechseln?
Erstaunen!
Völlig unnötig. Recherchieren schützt vor Aberglauben.
Schrift (man sollte hier vielleicht auch noch mal erklären, wo
der Unterschied
zwischen Deutscher Schreibschrift und Sütterlinschrift liegt -
wenn wir dabei sind: Finde ich auch, weil sehr oft irrtümlich Deutsch Kursiv als „Sütterlin“ bezeichnet wird.
Die drei wesentlichen Unterschiede sind:
Die Reformschrift Sütterlin wurde für Redisfedern und Füllfederhalter („Kolbenfüller“) entwickelt, deren abgerundete Spitze zwar ein flüssigeres Schreiben, aber keine Unterscheidung zwischen Grundstrich (den breiten Strichen) und Haarstrich (den feinen Strichen) erlaubt. Diese Unterscheidung hat Sütterlin aufgegeben.
Ebenfalls aus den weiter entwickelten Federn abgeleitet und unter dem Einfluss der Reformbewegung der 1920er Jahre „organisch“ ist die Ableitung der einzelnen Buchstaben nicht mehr primär aus den „zackigen“ Auf- und Abstrichen, sondern wesentlich aus runden Grundformen „Kringeln“. Man merkt, dass die lat. Ausgangsschrift und Sütterlin aus der gleichen Werkstatt stammen. Die bei Sütterlin unverändert „spitzen“ Buchstaben wie klein m, n, e, u werden bei ihm in Anpassung an die „runden“ breiter auseinandergezogen (n und u passen in ein Quadrat).
In Deutsch Kursiv ist der mittlere Bereich, wo die signifikanten Unterschiede zwischen den Buchstaben sind, deutlich schmaler als die schönen, aber für die Lesbarkeit weniger wichtigen Bereiche oben und unten. Bei Sütterlin ists umgekehrt, die Proportionen sind bereits so angelegt wie bei der lat. Ausgangsschrift.
Dank meiner saumässigen Klaue durfte ich vom 1.-3. Gym ausführlichen Unterricht in Deutscher Schreibschrift geniessen. Pro Woche 1-2 Stunden vor Schulbeginn. Vermutlich als „Strafverschärfung“ gedacht.
Der Kalligrafielehrer war glücklicherweise der Ansicht, dass sich diese Schrift besonders dazu eigne, ein anständiges Schriftbild zu erzielen. Damals fluchte ich, heute bin ich mehr als froh.
Ab der 3. Klasse wurde zum gleichen Zweck zusätzlich die Stenografie eingesetzt - was war ich an der Uni dankbar, dass ich locker an die 180 Silben schreiben konnte. Junge Kollegen betrachten mich als eine Art Fossil…