Ich glaube, so kann man das nicht sagen. Das ist doch das gleiche Phänomen wie mit Kinderschändern (versteh mich bitte richtig, ich meine hier die Reaktion der Leute…). Da werden dann Nachbarn befragt und die Eltern, und die sagen dann alle: „Ach, er war immer ein ganz Ruhiger, und so freundlich und zuvorkommend…“
Ich glaube nicht, dass Eltern immer mitkriegen, was in ihren Kindern so vorgeht, und das aus dem Grund, weil die Kinder nicht WOLLEN, dass die Eltern es mitkriegen. Ein Suizid ist nicht die Entscheidung der Eltern, sondern der/des Jugendlichen, es ist in dem Moment ein Teil seiner/ihrer Selbstbestimmung.
Anders sieht es vielleicht aus, wenn der Jugendliche sich aufgrund der Lebensumstände im Elternhaus umbringt (zuviel Druck, keine Liebe, Gewalt). Dann kann man zu Recht von einem Versäumnis der Eltern sprechen. Aber in allen anderen Fällen würde ich dem Argument nicht von vorneherein zustimmen.
Gruß, Dine
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Meiner Meinung nach ist Suicid von Jugendlichen die Schuld derer, die weg geguckt haben. Meist stimmt bei solchen Jugendlichen vieles nicht. Stress in der Schule, nur wenige Freunde, Eltern die ständig meckern etc. Da die Schuld alleine auf die Eltern zu schieben wäre ziemlich engstirnig.
Hallo zurück,
in welchem Sinne Versäumnis? Weil sie etwas in der Erziehung versäumt haben? Weil sie versäumt haben, Zeichen „richtig“ zu deuten? Weil…?
Die Frage könnte implizieren, dass Suizid ein Resultat aus einer von den Eltern nicht komplett abgearbeiteten „Erziehungsliste“ sein müsste - jedenfalls ich finde sie extrem seltsam gestellt.
Anyway, ich habe hier eine Zusammenfassung gefunden, die ich irgendwann mal für eine Prüfung gemacht habe, vielleicht kann Dir das ein wenig weiterhelfen. Ansonsten empfehle ich „Krisenintervention und Suizidverhütung“ von Gernot Sonneck als leicht verständliche Hintergrundlektüre.
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LG;
NOrah
Suizid
gehört zu 10 häufigsten Todesursachen
Risikogruppen: Schizophrene, Depressive, Drogen- und Alkoholabhängige, vereinsamte Menschen, Menschen mit Suizid-Historie
Anstieg ab 65.Lj
Zw. 15 u 35 zweithäufigste Todesursache
Suizidalität ab 8.Lj
Kinder u Jugendliche besonders abhängig u beeinflussbar v Familie u Gesellschaft
Begriffe:
Suizididee
Nachdenken über Tod im allgemeinen und speziell eigener Tod
Todeswunsch
Direkte Vorstellung Suizidhandlung
Suizidversuch/ Parasuizid
Selbstinitiiertes Verhalten
sich verletzen oder Substanz in Menge nehmen, die therapeutische Dosis oder gewöhnliches Konsumniveau übersteigt, und von der geglaubt wird, dass pharmakologisch wirksam
aktive Intention zur Beendigung eigenes Leben
Unterteilung:
o Parasuizidale Pause:
Wunsch nach Zäsur, „einfach mal Ruhe haben“, ohne Formulierung Todeswunsch
o Parasuizidale Geste
Appell an Mitmenschen, oft so arrangiert, dass mit Sicherheit gefunden wird
o Parasuizidale Handlung
Mit ausgesprochener Autoaggression, Suizid ist „missglückt“, eindeutige Intention zu sterben
Suizid:
zum Tode führende Handlung
tut Betroffener für sich selbst
als letzter und bester Ausweg aus unerträglicher Situation
suizidale Verhaltensweisen:
auf kurzen Zeitraum beschränkte absichtliche Selbstschädigung
nicht wissen können, ob man Handlung überlebt oder nicht
selbstschädigende Verhaltensweisen:
verzögerte Selbsttötung
kein bewusster Todeswunsch
Ursachen:
Biologie:
Vererbung
vererbbare Disposition zur Depression
Soziologie:
Durkheim: nicht geglückte Anpassung des Individuums an verschiedene Gesellschaftsformen
Imitationshypothese: suizidales Verhalten nach Vorbild initiiert: „Werther-Effekt“
Psychologie:
Freud: Theorie der Depression:
Depressiver wendet Aggressionen gegen eigenes Ich, da nicht gegen andere richten darf
A entsteht aus ambivalenter Haltung anderen gegenüber (Hass u Liebe)
Henseler: Narzisstischer Charakter
Narzissten = höchst kränkbare Menschen
Fühlen sich verletzt durch Kritik und Ablehnung
Basis: schwach ausgebildetes Selbstwertgefühl, zugleich Überschätzung dessen
Rettung im Suizid
Unrealistische Einschätzung anderer Personen Kränkungen in Beziehungen vorprogrammiert: Nicht-Wahrnehmen Bedürfnisse Partner, braucht ihn aber für seelisches Gleichgewicht Wenden der Aggressionen gegen sich selbst
Cry for Help
Appell
Entspricht parasuizidaler Geste
–> können sich nicht als monokausale Ursachen halten
–> Krisenintervention!
psychosoziale Krise:
berücksichtigt psychologische Dispositionen und soziales Umfeld und gesundheitlichen Zustand
Kinder u Jugendliche:
Suizidalität:
Ausdruck v. tiefen seelischen/ innerpsychischen Krisen des Einzelnen
Oft am Ende langer Leidengeschichte aktuelle und auch bereits länger anhaltende innerseelische Konflikte
Fast immer Hinweis auf zwischenmenschliche Bindungen persönliche, familiäre, soziale Probleme im Vordergrund
Stark besetztes Motivbündel: Appell, Rache, Autoaggression, Flucht
Kinderselbstmorde:
Kinder unter 10 noch kein rationales Wissen über Tod, kein Bewusstsein über Endgültigkeit
Eher als spiel zu verstehen, Wunsch, zu verreisen
Tod eines Nahestehenden: erlebt als Verlassenwerden auch weggehen
Flucht vor unangenehmen Situationen, Selbstbestrafung, Umkehr aggressiver Impulse
Problem der Feststellung ob Suizid oder eher Unfall