Suizid

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret gefährdet ist.

Kommt drauf an wie gefährdet … wenn er dabei ist, an seinem Erbrochenen zu ersticken, Hals ausräumen, und Krankenwagen rufen.

Sonst Polizei, wegen akuter Selbstgefährdung.

(Für spezifischere Antworten will ich spezifischere Infos)

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret
gefährdet ist.

Man kann nix machen - wenn sich derjenige in den Kopf gesetzt hat, sich umzubringen, wird er/sie es tun, sobald sich die Möglichkeit bietet … Rede leider aus leidvoller Erfahrung …

Einspruch
Hallo Moni,

wenn die Suizidgefährdung bekannt ist, muß derjenige entsprechende Signale gegeben haben. Dann hat er es sich noch nicht so fix in den Kopf gesetzt, sondern hofft immer noch auf Hilfe.

Was ich tun würde:

ihm Hilfe anbieten,
häufigen Kontakt halten,
auf allfällige Kontaktwünsche unbedingt eingehen,
auf jeden Fall versuchen, hellhörig zu sein.

Ob es letzten Endes hilft, kann man im vorhineien keinesfalls sagen.

Man kann nix machen - wenn sich derjenige in den Kopf gesetzt
hat, sich umzubringen, wird er/sie es tun, sobald sich die
Möglichkeit bietet …

Diese Aussage ist gefährlich!!! - da sie andere zur Passivität in solchen Fällen verleiten könnte.

Rede leider aus leidvoller Erfahrung

Ich habe auch solche Erfahrung gemacht, eine derartige Schlußfolgerung habe ich nicht gezogen, und finde sie im übrigen als gröbste Verallgemeinerung völlig unzulässig!
Ich denke auch, daß jeder Mensch es der Mühe wert ist, daß man zumindest versucht, ihm zu helfen.

Grüße,

I.

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret
gefährdet ist.

heute? nach den erfahrungen, die ich gemacht habe? ich würde ihn ermuntern, es bald zu tun. und guuuuut zu planen, damit es auch bloß klappt!

schockiert? dann fehlt dir wohl die reale erfahrung eines selbstmords in der familie. sei froh.

gruß
ann

Hallo,

Dann hat er es sich noch
nicht so fix in den Kopf gesetzt, sondern hofft immer noch auf Hilfe.

evtl. - nur wer sagt, daß diese Person sich nicht ein paar Stunden später „entschieden“ hat und es „durchzieht“ ? Zudem wie sieht ein „Hilferuf“ aus ?

ihm Hilfe anbieten,
häufigen Kontakt halten,
auf allfällige Kontaktwünsche unbedingt eingehen,
auf jeden Fall versuchen, hellhörig zu sein.

Würde ich vermutlich auch tun - wenn man es mitbekommt. Allgemeiner würde ich heute allerdings sagen - so egoistisch dies auch klingen mag - man sollte ausschließlich so handeln, wie man es für sich und nur für sich verantworten kann.

Gruss
Enno

Hab hier gerade die Antworten gelesen. Und bin ein bißchen geschockt.
Okay, EINES gebe ich zu - man kann in diesem Fall nur pauschal sprechen, da wir nichts über die gefährdete Person wissen.

ABER: Unter depressiven Menschen, und auch Menschen mit anderen psychischen Problemen, sind die Selbstmordrate und die Selbstmordgefahr VIEL höher als im generellen Durchschnitt.

Im Klartext: Der wenigste Teil der Menschen bringt sich um, weil er wirklich mit seinem Leben rational so unzufrieden ist, daß er sich rational für den Tod entscheidet.

Ich will nicht sagen, daß Selbstmord bei allen anderen ‚nur‘ ein Hilferuf ist, der leider tödlich endete.

Nein, viele WOLLEN nicht mehr leben. Aber wieso soll ich, wie es einige Antworten auszudrücken scheinen, jemanden sterben lassen, weil ich der Person zum Zeitpunkt z.B. einer akuten Depression, oder einer aktuen Phase einer anderen psychischen Erkrankung, nicht geholfen habe?

Wenn man akzeptiert, dass Depression eine Krankheit wie jede andere ist, und daß die KRANKHEIT für die Selbstmordgefahr verantwortlich ist,
kann man hoffentlich nachvollziehen, warum es NICHT akzeptabel ist, BEWUSST eine Hilfeleistung zu unterlassen.

Ich habe lange in einem Land mit einer relativ hohen Selbstmordrate gelebt (Irland). Sowohl dort als auch hier habe ich (viel) zu oft die Worte gehört: ‚My God, none of us EVER knew he suffered from depression!‘, and so on…

Entschuldige - jemand, der WIRKLICH sein Leben als solches Leiden empfindet, daß er ihm ein Ende setzen will, der soll dies von mir aus tun. Aber bitte, vergeßt nicht, daß dieses Empfinden nur selten außerhalb einer psychischen Erkrankung entsteht.

Und sollte es Möglichkeiten geben, die Symptome dieser Erkrankung zu bekämpfen (was häufig der Fall ist), verdient der Erkrankte mindestens die gleiche Chance, wie jemand, der an Krebs, oder an irgendeiner anderen lebensbedrohlichen Krankheit erkrankt ist.


Entschuldige. Deine Frage war, was würdet Ihr tun?
Leider, oder glücklicherweise, habe ich mich noch nie in deiner Situation befunden. Rat kann ich Dir nicht geben, nur meine Ideen.

Wenn Du mit der Person sprechen kannst, wenn möglich persönlich, sieh, ob Du sie überreden kannst, ihren Gesundheitszustand zu verbessern.
Das könnte sein - zum Psychater/Neurologen/Notfall/… zu gehen, even contacting the Samaritans! (I know, sounds stupid, but I know people who wouldn’t be alive today otherwise).

Du kennst die Umstände, Du weißt eher, was im Möglichen liegt.

Bedränge die Person nicht - wenn sie überhaupt irgendeinen Beschluß fassen sollte, kann dieser nur aus der tiefen Überzeugung der Person kommen. Eh, mir fehlt gerade das Vokabular. You know, they have to REALISE, WAKE UP - die Person muß sich selbst bewußt werden, daß es da vielleicht eine Alternative gibt…

Wenn Du diese Person nicht kontaktieren kannst - gosh, anything you can think of. Ruf Beratungsstellen an, frag, was sie Dir empfehlen.

Alle Selbstmordfälle, von denen ich persönlich weiss, sind für mich tragisch - sie geschahen alle zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben des Opfers, ein Tiefpunkt, in dem wir uns alle mal befunden haben.
Aber wir kamen raus aus dem Loch. Wie können wir es verantworten, nicht alles zu tun, es auch anderen Leuten zu gönnen, zu wissen, wie es sich anfühlt, diesem Loch entkommen zu sein???

Gruss (und sorry - kann mich nicht kurz und bündig ausdrücken),
Isabel

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret
gefährdet ist.

Krankenwagen und / oder Polizei rufen.

Die meisten Menschen, die sich selbst töten möchten, sind psychisch krank. Ca. die Hälfte leiden unter Depressionen.

Grüße,

Oliver Walter

Hi,

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret
gefährdet ist.

Ich würde mit ihm reden, reden und reden. Solange derjenige das tut, hat er keine Gelegenheit, sich umzubringen. Je nach Problemlage würde ich auch Verwandte und Freunde von demjenigen alarmieren. Alle sollen sich kümmern!

Wegschauen und weghören wäre für mich unterlassene Hilfeleistung!!!

Falls ich mit der Situation überfordert wäre, würde ich professionelle Hilfe rufen (Polizei).

LG
Jana

Hallo,

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret
gefährdet ist.

Aus so einer kurzen Aussage was zu schreiben ist nicht leicht.
Wie gefährdet? Vermutest Du das? Oder gibt es konkrete Hinweise? Redet die Person nur davon? Wenn ja, wie?

Aber ich würde auch sagen, viel reden. Ich hatte eine Freundin, die ich, weil sie davon sprach, für selbstmordgefährdet hielt. Ich glaube aber, dass sie nicht so akut gefährdet war, aber sie hat das Thema angeschnitten und ich habe sie sehr häufig besucht, nicht um sie zu überwachen, das ginge ja gar nicht, sondern um als Gesprächspartner zu helfen. Mir zum tausendsten mal die gleichen Probleme anzuhören. Aber ich habe sie verstanden. Reden hilft einfach. Deshalb haben wir unendliche male die gleichen Gespräche geführt und ich glaube, sie war mir dankbar, weil sich viele zurückgezogen hatten, wollten nicht immer wieder die gleiche Geschichten hören.
Evtl. könnte aber auch eine Ermunterung zum Besuch einer Selbsthilfegruppe oder Anfang einer Therapie gut sein. Es kommt natürlich drauf an, warum diese Person suizidgefährdet ist. Gerade wenn es um zwischenmenschliches geht, können Gruppen weiterhelfen. Geht es eher um sowas wie finanzielle Probleme oder so, dann würde ich versuchen solche Sachen anzupacken, die vielleicht diese Probleme lösen oder zumindest im Ansatz dazu ein Schritt in Problemlösung ist. Z.B. Schuldenberatung etc… es kommt halt auch auf den Grund an.
Meine Meinung… ich weiss, das gibt Aufschrei, aber ich spreche jetzt nur aus meiner eignen Erfahrung, wenn man noch ausspricht, dass man am liebsten Suizid machen würde, (nicht, dass ich das nicht ernst nähme) dann kann man ja echt helfen. Wenn der Entschluss tief sitzt, dann spricht man nciht und macht einfach was.
Reden, Betreuung und finden von praktischen Hilfen finde ich am angebrachtesten. Meistens ist es ja so, dass irgendwann dieses Tal durchwandert ist und der ehemalige Suizid-Kandidat froh ist, zu leben. Zu wissen, da gibt es jemanden, den ich immer, ob Tag oder Nacht, anrufen darf, wenn ich nicht weiter weiss, ich glaube, das kann schon eine Stütze sein.
Aber da die Menschen sehr unterschiedlich sind, sind auch die Hilfen unterschiedlich.
Ich hoffe, Du findest was brauchbares, was wirklich helfen kann.

Grüße

Sarah

Hallo Enno

evtl. - nur wer sagt, daß diese Person sich nicht ein paar
Stunden später „entschieden“ hat und es „durchzieht“ ?

Vielleicht - vielleicht nicht.

Zudem wie sieht ein „Hilferuf“ aus ?

Wenn jemand solche Absichten in irgendeiner Form ankündigt, würde ich das an sich als Hilferuf interpretieren.

Würde ich vermutlich auch tun - wenn man es mitbekommt.
Allgemeiner würde ich heute allerdings sagen - so egoistisch
dies auch klingen mag - man sollte ausschließlich so handeln,
wie man es für sich und nur für sich verantworten kann.

Suizid ist eine häufige Todesursache: ungefähr jeder fünzigste stirbt so. Deshalb kennen die meisten irgendwo in ihrer Bekanntschaft jemanden, der sich umgebracht hat. Aber direkt damit konfrontiert zu werden, ist selten, viele werden es nie erleben.
Wenn doch, dann hat man kein „Drehbuch“ für den Umgang mit dieser Situation, das man in seiner Lebenserfahrung vorfinden würde.

Ich glaube, es ist gar nicht so sehr Gleichgültigkeit gegen über den Mitmenschen, wenn Selbstmordtendenzen nicht wahrgenommen werden. Sondern es ist schlicht so, daß die meisten keine Ahnung davon haben, wie man Suizidabsichten erkennen und wie man jemand dann helfen kann.
Das erklärt für mich die Bildung von Mythen über den Selbstmord wie, daß derjenige, der sich umbringen will, es ohne Mitteilung tut, und wer davon redet, es eh nicht macht.

Wenn die eigene Erfahrung nicht hinreicht (und das ist bei diesem Thema notwendig so), kann man immer noch Anleihen machen bei dem Fach, das wohl am meisten mit Suizid zu tun hat, der Psychiatrie.
Ich zitiere aus dem Klinikleitfaden Neurologie und Psychiatrie:
Ätiologie:

  • In 90% psychische Krankheit oder Krise, z. B. Depression (1/3 der Fälle), Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie
  • Auslöser z. B. negative Lebensereignisse, Trennung vom Partner, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz
    Anders gesagt, die Idee zum Suizid ist fast immer aus einer Not heraus geboren und den rational erwogenen Selbstmord, der stillschweigend durchgezogen wird, gibt es kaum.

Was nun das „Mitbekommen“ betrifft, erinnere ich an das präsuizidale Syndrom:

  • Selbstmordphantasien (erkennbar an direkt oder indirekt geäußerten Selbstmordabsichten)
  • Einengung des Denkens und Fühlens (alternative Wege werden nicht mehr wahrgenommen)
  • gehemmte Aggression (der Betreffende wirkt nicht aggressiv, obwohl man es seiner Situation nach erwarten würde - Wendung der Aggression nach innen).

Was nun das Handeln betrifft: von zynischen und provozierenden Äußerungen abgesehen ist wahrscheinlich jedes Handeln, jeder Versuch, mit dem Betreffenden zu reden, besser, als nichts zu tun.

Gruss
Enno

Grüße,

I.

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Was würdet ihr tun, wenn in eurem Umfeld jemand konkret
gefährdet ist?

Es gibt zwei Motive die oft ineinander übergehen:

  1. Der Hilferuf:
    Wie hier schon oft erwähnt…reden…dem Problem auf den Grund gehen…evtl externe Hilfe einbeziehen.

  2. Die Erpressung:
    Also wenn es von dir, von deiner Zuwendung, Aufmerksamkeit, usw. abhängt wie hoch die Gefährdung ist, dann hilft langfristig nur konsequente Abgrenzung.

Gruss D.K