Folgendes Problem tritt bei uns in schöner Regelmäßigkeit auf:
Wir wollen Mittag essen oder zu Aben und unser Sohn (3) sagt: „Das mag ich nicht“ oder „Ich will Milchreis“ oder „Ich will Kartoffelbrei, aber ohne Gemüse“ oder „Gemüse mag ich nicht“. Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Wenn’s nach ihm ginge, gäbe es nur Nutella, Milchreis, Kartoffelbrei pur oder Nudeln pur! Ist das normal? Wie kriegen wir ihn dazu, auch andere Sachen zu essen oder wenigstens mal zu probieren? Irgendwie bin ich nicht gewillt, jeden Tag Milchreis zu kochen. Soll man so einen Suppenkasper zusehen lassen, wenn er das, was auf dem Tisch steht, nicht essen will? Soll er „hungern“? Ich bin am Ende mit meinem Latein und auch mit den Nerven. Ich bitte alle Experten dringend um Rat.
Danke im voraus,
Sabine
Jedes Kind ist anders und somit kannst eigentlich nur Du wissen welche Methode erfolgbringend ist. Ich habe zwei sehr unterschiedliche Esser einen guten und einen „schlechten“. Du solltest aus meiner Sicht vor allem beim Essen ohne großen Druck arbeiten. Wir haben aber immer darauf bestanden, daß wenigstens gekostet wird und wenn es noch so wenig ist. Es gab immer nur ein Essen für alle und wenn’s nicht schmeckt muß man ja nicht alles essen, nur war ich nach solche Situationen besonders wachsam, daß keine anderen Dinge bis zur nächsten Malzeit gegessen wurden.
Erfolgreich war auch die Methode, das ist Opa`s Lieblingsessen, oder hoffentlich bleibt was übrig, damit ich das noch zusätzlich essen kann. Neue Sachen wurden immer in Verbindung mit altbekannten Sachen gemischt ( geht besonders gut mit Kartoffelbrei) anschließend wurde beiläufig erwähnt was alles
drin war oder das nächste mal drin sein soll (obwohl es noch nicht drin war). Oft hat sich gezeigt, daß nicht gleich nach dem Kosten, aber noch in der Mahlzeit die Sachen gegessen wurden. Gut war auch immer, wenn bei der Zubereitung geholfen werden durfte(besonders bei den Sachen die nicht gegessen werden wollten).Immer nur eine Sache neu einführen mit viel Geduld und immer wieder die eingeführten Sachen anbieten, damit sie zur Gewohnheit werden. Das waren die Sachen, die mir so spontan eingefallen sind.
bodo
Hallo Sabine,
Alle Kinder scheinen die gleichen Probleme zu haben bzw. zu machen. Bei uns habe ich ganz stark das Gefühl, das Nicht-essen-wollen ist eine Trotzreaktion, wenn unsere Tochter (7) mit irgendwas anderem unzufrieden ist, sie sucht Aufmerksamkeit.
Was bei uns ein bisschen Entspannung gebracht hat, ist die Regelung: Einmal in der Woche kocht Papa, und der kann sowieso nichts anderes kochen und ist auch ganz froh sich bei den Kindern beliebt zu machen, und dann gibts jedesmal Pfannkuchen. Dann kann man auch mal ein paar Tage Gemüse überstehen, wenn man immer dran denkt: Samstag kriege ich wieder Pfannkuchen!
(Übrigens:wenn es jeden Tag Milchreis gibt, ist der bald gar nicht mehr lecker. Wir hatten neben der Milchres-Phase die Pudding-Phase, Vanille-Joghurt-Phase, Müsli-Phase,… das nutzt sich um so schneller ab, je öfter es das gibt.)
Viele Grüße und gute Nerven,
Agnes
Folgendes Problem tritt bei uns in schöner Regelmäßigkeit auf:
Wir wollen Mittag essen oder zu Aben und unser Sohn (3) sagt:
„Das mag ich nicht“ oder „Ich will Milchreis“ oder „Ich will
Kartoffelbrei, aber ohne Gemüse“ oder „Gemüse mag ich nicht“.
mittlerweile finde ich es ‚normal‘. es gibt kinder, die viel probieren und solche, die beim bewaehrten bleiben mein sohn (5) hat seine favoriten (nudeln, reis, gemuesestaebchen, kaesebrot, yoghurt, fischstaebchen - und angefangen hat es mit fischstaebchen pur). neues geht nur mit trick und geduld.
wir machen es so:
- ich frage ihn, was er gerne haette und wenn es in den plan passt, kriegt er es
- er muss nichts essen, aber dann muss er sich eben selbst ein brot machen oder auf die naechste mahlzeit warten
- wenn ich was neues koche, kostet er mindestens einmal, bevor er sich dagegen entscheidet
mittlerweile denke ich, dass er sich auf lange sicht so ernaehrt, dass er alles kriegt, was er braucht. auch wenn tagelang nur nudeln angesagt sind.
gernot
Ist er denn zu dünn???
Hi Sabine!
Oh Gott, was kann ich Dich verstehen! Mein Sohn (zweidreiviertel) hatte (und hat manchmal immer noch) die Phase, dass er ausser Miracoli (schreibt man das so?) nix, aber auch gar nix warmes essen will! Beim Abendbrot hat er sich dann seinen Apfel rein, anschließend seinen Riesenfruchtzwerg - nur sein Butterbrot rührt er nicht an!
Nun ja, nachdem wir uns die allergrößten Sorgen gemacht haben und dadurch auch schon zwei Kinderärzte verschlissen haben (Tip an die Kinderärzte: Nehmt Eltern bitte IMMER ernst), hat uns der dritte Kinderarzt dann gesagt, wir sollten uns mal keinen Kopf machen. Kinder bekommen schon alles, was sie brauchen (wenn man ihnen die Möglichkeit gibt). Solange unser Sohn nicht bedrohlich dürr wäre, ist das schon ok…
Kleiner Tip von mir: Beim Mittagessen ist bei meinem Zwerg Hopfen und Malz verloren. Wenn er nicht will (und das ist oft der Fall), will er halt nicht. Dann bekommt er halt zwischendurch mal einen Keks oder eine Scheibe Brot.
Wenn mein kleiner Engel sein Abendbrot nicht anrührt, dann nehme ich den Teller nach dem Abendbrot halt mit ins Wohn- oder Kinderzimmer. Er beißt zwischendurch beim Spielen immer mal wieder rein.
Tja, zum Thema: Neues probieren. Wenn er etwas nicht probieren will, hat er halt Pech gehabt! Ich war gestern so unglaublich happy, als er zum ersten mal(!) ein halbes, hart gekochtes Ei probiert hat, aber das ist die Ausnahme. Wie gesagt, solange er sich nicht hinterm Besenstiel verstecken kann, bleibe ich jetzt ruhig!
Lieber Gruß
Guido
P.S. Unser Kinderarzt hat es total gelobt, dass wir Apfelschorle zu trinken geben - es ist wohl ultraklasse für so einen Zwerg…
Plan B
Hi Sabine,
erstens: Dein Zwerg verhungert schon nicht!
Die beste Methode - laut meiner Mutter, die es tatsächlich geschafft hat, zwei überaus mäkelige Töchter und darüber hinaus noch so einige Nichten und Neffen ohne Bulimie, Magersucht & Co großzuziehen - ist:
- Zwerg zum Einkaufen mitnehmen,
- ihn mit aussuchen (manche Kids glauben tatsächlich, Erbsen und Kartoffeln wachsen nicht auf Sträuchern bzw. unter der Erde sondern im Supermarkt-Regal) und ihn
- anschließend auch tatsächlich „mitkochen“ lassen.
Auch wenn er beim „Kochen“ nur ein kleines Stück Zucchini massakriert: loben, die massakrierten Zucchinistückchen einsammeln, in den Topf tun und durch den „Mini-Chefkoch“ umrühren lassen.
„Selbst“ einkaufen und kochen finden die kleinen Monster überaus spannend. Die Methode meiner Mama habe ich eigenhändig und erfolgreich an den - damals noch nicht ganz vierjährigen - Sprößlingen meines Liebsten getestet. Die Küche sah danach zwar aus, als ob eine (eine?!) Atombombe eingeschlagen wäre, aber egal…
Die Herrschaften haben - selbstverständlich unter meinem wachsamen Auge - ein richtig leckeres Abendmahl serviert. Es gab Salat, gegrillte Hähnchenkeulen und Kartoffelecken. Gurke, Tomate & Paprika mußten freilich entsetzlich leiden, aber: was macht es schon. Die gurken-, tomaten- und paprika-hassenden Kids (die Zutaten für den Salat haben sie selbst ausgesucht) waren von dem selbst Gebrutzelten begeistert.
Falls Dir diese Methode nicht weiterhilft, kann ich gerne noch einmal meine Mom konsultieren; die Frau verfügt über ein schier unerschöpfliches Potential an hervorragenden Erziehungsratschlägen.
So long
Tessa
hallo, sabine,
ich kenn das problem nur zu gut. mein sohn ist gerade 4 geworden und ißt seit einem halben jahr so gut wie gar nichts mehr. wenn er wenigstens mal milchreis o.ä. essen würde, wär ich total froh. anfangs machte ich mir noch keine sorgen aber dann habe ich den kinderarzt befragt. der sagte nur: es ist noch kein kind vor dem vollen teller verhungert. ich solle gelassen´heit üben. je mehr das problem „essen“ thematisiert wird, will sagen, jedesmal diesen kampf zu kämpfen, von wegen …probier doch wenigstens mal…bleib bitte sitzen…komm nur ein stückchen…, dann wird es immer schlimmer, weil der kleine ganz genau weiß, jetzt stehe ICH im mittelpunkt.
mittlerweile bin ich wirklich so weit, daß ich mir denke, soll er doch essen (oder nicht) was er will. (natürlich keine süßigkeiten) wenn er wirklich kohldampf hat, wird sich das schon geben…
ich wünsch euch guten appetit
))
DEVINE
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hallo,
wir haben das problem so gelöst das wir uns am sonntag zusammen gesetzt haben und jeder seinen wunsch für einen oder 2 tage die woche zum essen abgegeben haben.
ein speiseplan wurde erstellt.
den haben wir in der küche aufgehängt, wenn kinder nicht lesen können wurden die gerichte eben aufgemalt.
so kam jeder zu seinem recht und konnte teilweise entscheiden wie das essen aussehen sollte.
beteiligen am essen machen hilft dazu auch noch. die kinder haben spass daran und selber gekochtes schmeckt besonders gut.
sonja
(heute ohne suppenkasper)