Ein genialisch schönes und gut bezahlbares kleines Hotel auf Montmartre ist „l’Ermitage“ (weil hier keine Werbung, überlasse ich Dir, es aus dem Web zu filtern). Es gibt dort ein „Hochzeitszimmer“ mit Blick über die Dächer von Montmartre und bis zur Seine hinab, das kostet wohl um die 70 Euro. Zum Essen ins „Deux Pelles“, das liegt an der rue Simplon ziemlich oben(Rückseite von Montmartre): Es gibt dort tatsächlich noch das kleine Regal mit den Servietten der Stammgäste, und man wartet eigentlich drauf, daß Commissaire Hercule Poirot reinkommt. Das Lokal (scharmante bretonisch/bürgerlich Pariser Küche, mit Cidre bouché, crêpes, Fisch etc.) ist noch nicht von GEO und Konsorten entdeckt, die Adresse (zum reservieren, weil die Bude ist klein) findet man im Pariscope, das ist eine wöchentlich aktualisierte Broschüre, in Paris an jedem Kiosk. Im Pariscope auch praktisch alle Veranstaltungen, Lokale, Discos, Kino, Museen etc. die in Paris jeweils grade laufen.
Generell: In Frankreich gibt es keinen Winterschlaf „zwischen den Jahren“, weil Heiligabend, der zweite Weihnachtstag und Silvester reguläre Werktage sind. Praktisch alles dürfte offen haben, unter anderem auch am Fuß von Montmartre der Marché St. Pierre: Das ist ein ganzes Viertel von Tuchhändlern, wie im Mittelalter gassenmäßig zusammengefaßt. Es gibt dort alles, von Dekofähnchen bis schwerem Damast. Und das noch im Zweifelsfall begleitet von Verkaufsgesprächen der Art, wie sie in Deutschland unwiederbringlich verloren sind: „Waj geschrien, Sie mechten machen e armen Menschen von mir etc. etc.“
Da Silvester auch was mit Essen und Trinken zu tun hat: Fast „Immer auf“ wie die Kommerztempel der deutschen Bahn, haben die (schon nicht mehr ganz) „neuen Markthallen“ in Rungis (im Süden, in der Nähe des Flughafens Orly). Aber dort gehts in den allerersten Morgenstunden los bis in den Vormittag herein, etwa Hamburger Fischmarkt - Zu erreichen mit dem Nachtbus „Noctambus“ ab Metro Chatelet. In den Hallen ist eine Art Empore, wo klein, schnell und zichmal besser als im Imbiß gegessen wird, z.B. hat der, der unten Kutteln verkauft, sie oben im Topf / auf dem Teller.
In verhangenen Dezembertagen ein schönes hellgraues Streulicht auf den Pariser Friedhöfen: Der gemütlichste = Montmartre, u.a. Grab von Heinrich Heine. Der bekannteste = Père Lachaise, u.a. mit der Mauer, an der die Kommunarden 1871 erschossen wurden. Der am meisten kosmopolitische = Montparnasse, seit seiner Gründung kommunal und deswegen auch für Nichtkatholiken, Atheisten, … zugänglich. Hinweise dazu, wer wo liegt, jeweils am Eingang. – Mit weniger Toten, aber auch eine höchst überraschende Insel für Verliebte Mitten in der Stadt: Der Park „Buttes Chaumont“, ohne Kommentar, laßt Euch überraschen.
Großer Nachteil: Paris hat atlantisches Klima, der winterliche Abkühler in den letzten Dezembertagen findet praktisch nie statt, es ist dann tendenziell eher nass und schmuddelig.
Zum Trost die unsterbliche Paris-Hymne von Jacques Brel: „Les Prénoms de Paris“ - die kann man sicher irgendwoher downloaden.
Mehr von Paris schwärme ich Dir auf Anfrage per e-mail vor
Schöne Grüße
MM
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