Symphysiodesis

Hallo auch!

Es ging um die Ausgangsfrage, ob symphysiodesis eine Krankheit
oder eine Operation ist. Ich glaube, Du hattest behauptet, es
wäre eine OP. Kannst Du dafür auch eine Quelle nennen?

Natürlich: z.B. Vleeming „Movement, Stability and Low Back
Pain: The
Essential Role of the Pelvis“
oder: „Triple pelvic ring fixation in patients with severe
pregnancy-
related low back and pelvic pain. Spine. 2004 Feb
15;29(4):478-84.“

Du glaubst doch nicht, dass ich mir die Schwarten jetzt kaufe. Nenn mir doch eine Stelle im Netz, eine URL.

Na ist ja wunderbar. Und wie kam nun die vermutetet
Insatabilität zustande? Per OP oder nicht?

Die Patientin die ich hatte sind z.b. bei einer
Geschwindigkeit von
100 km/h unfreiwillig von ihren Motorrädern abgestiegen
worden. Da
sprengt es dann bei manchen die Symphyse. Das wird dann i.R.
verschraubt weil die sonst keinen Schritt mehr gehen können.
Vleeming und Snijder sind Experten wenn es um die Behandlung
von
Instabilitäten in diesem Bereich geht.

Das sind ja auch eindeutige Unfälle, wo die Leute hinterher auf dem OP-Tisch landen und zusammengeflickt werden. Steht ja anschließend in der Krankengeschichte drin, gleich zu Beginn jedes Arztberichts. Diese Verletzungen tun sicher auch ein bisschen mehr weh als „low pain“.

Es wird vermutet (!) dass eine unentdeckte
Symphyseninstabilität
Ursache für Rückenschmerzen sein könnte.
Die kann während einer Schwangerschaft durch die dabei
einsetzende
Knorpelerweichung entstehen.
Da helfen dann diese sogenannten „specific exercises“ (die ich
jetzt
nicht weiter beschreibe) - und eben der Gurt.

Ja sicher helfen die vermutlich (als Mann kann ich das schlecht nachempfinden). Das sind aber keine Operationsschmerzen nach einm Unfall.

Ausserdem ist mir in der entsprechenden Literatur noch nie ein
anderer Begriff als „ruptured symphysis“ oder „rupture of the
pubic symphysis“ untergekommen.

Das sind die Begriffe für Eingriffe, die entweder per Unfall oder chirurgischem Eingriff zustande kommen. Weiter oben hast Du aber noch behauptet, auch der Begriff symphysiodesis sei Dir untergekommen.

Darum ging es doch der Fragestellerin gar nicht. Sie wollte
wissen, ob „symphysiodesis“ ein operativer Eingriff ist oder
nicht.

Das hab ich schon in meinen anderen Postings mehrfach bejaht.
Aber weil du es anzweifelst schreib ich es halt nochmal.

Du hast es in Deinen Postings vermutet und nicht belegen können. Snijders hat das in seinem Artikel nicht gemeint. Deshalb ist ja davon auszugehen, dass es eben keine operativen Eingriffe sind. Die brauche ich in einer Modellvorstellung weder auszuschließen, moch in Frage zu stellen: die sind eben da oder nicht da.

P.S. zu deiner Erklärung der lateinischen Endungen: wieso
nennen die
Chirurgen dann eine operative Versteifung der Wirbelsäule
(einzelner
Segmente) Spondylodesis?

Die Begriffe kommen aus dem Griechischen, nicht dem Lateinischen.
Es wird immer Ausnahmen geben, die die Regel bestätigen. Die Genesis ist weder eine Krankheit noch eine OP, oder etwa doch?

Gruß
Richard

… dass die Fragestellerin besser englisch kann als Du :smile:

Mein lieber Matthias,

das Wort „symphsiodesis“ taucht in Deiner pfd-Datei genau zweimal auf. Spätestens beim zweitenmal hätte Dir klar werden müssen, dass es sich eben nicht um eine OP handelt.

Ich zitiere: „The transplant shows radiographic healing
into the pubic bones giving a bony symphysiodesis.“

Das war dann also 11 Monate nach der OP dieser osteoperosegeplagten Frau. Da wurde sie nicht operiert sondern geröntgt.

Schau dir das mal an - da wird das Vorgehen bei einer Symphysiodesis

beschrieben: www.actaorthopscand.org/PDFs/NOS_9697.pdf

Du hast halt angenommen, dass die S die OP selber ist. Vielmehr ist die S in diesem Fall ein eingriffswürdiger Zustand.

Und eine „-desis“ ist immer eine

Verblockung bzw. Versteifung.

Da sind wir uns doch einig! Es ist aber keine Operationsart. Genau das hat die Wahlschwedin aber wissen wollen.

Ist übrigens mein letztes Posting zu dem Thema weil es mir jetzt

wirklich zu langweilig wird.
Gratulation - das schaffen nicht viele. :wink:)

Du brauchst auch nicht mehr antworten, sorry, wenn ich bei der Wahrheitsfindung sistiere. Deine Quelle ist voll in Ordnung.

Andere Frage: wenn du jetzt selbst mit einer gesprengten Symphyse im

Krankenhaus liegen würdest - würdest du dann auch eine Diskussion mit
den behandelnden Ärzten führen? :wink:

Ich liefere mich nie wie ein Opferlamm einem Arzt aus, wohl wissend wie viele Pfeifen in diesem Lande Mediziner sind. Wenn es ernst werden sollte, gehe ich über die Grenze nach Frankreich. Dort sind die Könner, weil die eben ein anderes Ausbildungs- und Gesundheitssystem haben. Die größten „Könner“ sind hier bei den Orthodpäden und Urologen zu finden. Da kann man D nur total meiden, freilich gibt es Ausnahmen. Gott sei Dank habe ich objektive Ratgeber in der nächsten Verwandtschaft, die was von ihrem Fach verstehen.

Schönen Dank für Deine Quellenangabe.
Richard

Richard, du hast einen Denkfehler. Wenn wir von dem Symphysenriss oder der Symphysenruptur sprechen, meinen wir keinen operativen Eingriff bei der Geburt sondern einen spontanen, ganz natürlichen. In dem von Matthias angegebenen Internet-Artikel (an dieser Stelle vielen Dank, den Artikel kannte ich noch nicht!) erhielt die Frau eindeutig eine Operation NACH der Geburt aufgrund einer natürliche, spontanen Ruptur WÄHREND der Geburt.

Danke auch für den Tipp, Snijders selbst anzuschreiben. Ich schreibe in der Tat die Wissenschaftler bei Fragen an, aber das ist immer erst mein letzter Ausweg, denn ich weiss, wie wenig Zeit ein Forscher hat.

Und da du von meiner HP geschrieben hast - um die geht es gar nicht.

Gruss, Martina

Hallo Martina,

Richard, du hast einen Denkfehler. Wenn wir von dem
Symphysenriss oder der Symphysenruptur sprechen, meinen wir
keinen operativen Eingriff bei der Geburt sondern einen
spontanen, ganz natürlichen. In dem von Matthias angegebenen
Internet-Artikel (an dieser Stelle vielen Dank, den Artikel
kannte ich noch nicht!) erhielt die Frau eindeutig eine
Operation NACH der Geburt aufgrund einer natürliche, spontanen
Ruptur WÄHREND der Geburt.

Ist doch Alles klar! Nun aber mal schön der Reihe nach:
Was war denn Deine Ausgangsfrage? Du wolltest zunächst mal wissen, was ist eine „symphysiodesis“?

Daraufhin meldete sich Matthias und sagte: „Das ist eine operative Versteifung der Symphyse.“
Und das ist falsch, sie ist NICHT operativ:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Darauf hin sagtest Du: „Aha, Danke Matthias! Ich weiss, dass bei einer Symphysensprengung eine Platte einoperiert werden kann. Ist das eine Symphysiodesis?“ Du wolltest also wissen, ob diese OP Deine „symphysiodesis“ ist:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Darauf hin sagte wieder Matthias: „Ja - das müsste es sein.“ Konjunktiv (Gegenteil von Indikativ), er war sich also nicht sicher:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Matthias legte nach und sagte: „Hab jetzt erst den Link angeklickt und den Artikel gelesen.
Der ist ja von einem der Gurus schlechthin!
Jetzt ist auch klar wieso er von einer „Symphysiodesis“ abrät -
dadurch wird nämlich die Biomechanik dieses „Gelenks“ nachhaltig
beeinflusst (was dann woanders zu Problemen führen kann).
Deswegen versucht man anfangs das ganze mit einem Gurt zu
stabilisieren; funktioniert bei den meisten Patientinnen sehr gut (da
es v.a. nach der Geburt auftritt).“

Für ihn war das Ganze also immer noch eine OP, er hatte bis dahin Deinen Artikel noch gar nicht mal gelesen. (Eine OP ist aber eine „Symphysiotomy“: A surgical procedure to effect an immediate dramatic increase in the size of the pelvic outlet to permit delivery of a baby. The cartilage of the symphysis pubis (where the pubic bones come together) is surgically divided in the procedure which can be a life-saver for the baby):
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

An dieser Stelle setzten also meine Nachforschungen ein, als ich merkte, dass Du geneigt warst zu glauben, es handele sich um eine OP. Ich lese gewöhnlich Artikel vorher, befor ich dazu Stellung nehme.

Danke auch für den Tipp, Snijders selbst anzuschreiben. Ich
schreibe in der Tat die Wissenschaftler bei Fragen an, aber
das ist immer erst mein letzter Ausweg, denn ich weiss, wie
wenig Zeit ein Forscher hat.

Da liegst Du nicht unbedingt richtig, obwohl ich die holländischen Verhältnisse nicht genau kenne. Hier in D sind Professoren Beamte mit viel Zeit, eben weil sie in Forschung UND Lehre tätig sind. Sie haben aber so viele Freiräume, dass sie fast „Narrenfreiheit“ genießen. Wenig Zeit haben die Assistenten, die sich erst mal hochkämpfen müssen und drauf lauern, dass der „Alte“ emeritiert oder den Lehrstuhl wechselt (durch einen Ruf von einer anderen Uni z.B.).

Und da du von meiner HP geschrieben hast - um die geht es gar
nicht.

Ich habe in Deinem Forum gelesen, dass Ihr Euch mit solchen Problemen befasst und Du selbst Betroffene bist. Aber ich lese das gerne nochmal nach, es tangiert aber nicht Deine hier gestellte Ausgangsfrage. Deshalb nochmal:

„symphysiodesis“ ist keine OP, sondern eine wie auch immer zustande gekommene „natürliche“ Versteifung jener Schambeinfuge, die eigentlich durch Knorpel elastisch sein sollte (dort gibt es sogar Hohlräume), um die Passage bei der Geburt selbst eines großen Kindskopfes zu ermöglichen (die Fontanellen geben ja auch nicht ewig nach).

Spätestens nach Vorlage des letzten Links durch Matthias sollten alle Unklarheiten beseitigt sein. Aber auch der Snijderssche Ausschluss (oder Negierung) einer symphysiodesis in seiner Modellvorstellung zu den „low pains“ machte mir das bereits klar.

Was nun einzelne Chirurgen operativ alles unternehmen, um bei einer Geburt die Kindspassage zu ermöglichen, oder danach wieder zusammenflicken, wenns bei der Geburt gekracht hat (was wiederum spätere Versteifungen nach sich ziehen kann), oder gar Stabilisierungen implantieren (wie bei der Frau mit der Osteoperose), das steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt.

Man kommt bei solchen Diskussionen gerne vom Hölzchen aufs Stöckchen. Mir ging es nur um Klärung Deiner Ausgangsfrage; denn Begriffsdefinitionen sind schon wichtig, wenn man präzise bleiben will. Sollte man eigentlich in einem Medizinforum.

Gruß
Richard

p.s.: Ich speichere mir gewöhnlich die ganzen Artikelbäume ab, dann sehe ich den roten Faden besser zwischen all den „Plaudereien“.