Hallo Oranier,
es gibt eine schriftliche Meldung von Heydrich an Göring vom 11. November 1938, in der Heydrich schreibt:
„An Synagogen wurden 191 in Brand gesteckt, weitere 76 vollständig demoliert.“
(Quelle: Schnellbrief des Chefs der Sicherheitspolizei Heydrich an den Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring am 11. November 1938. In: Kropat, Wolf-Arno. „Reichskristallnacht“: Der Judenpogrom vom 7. bis 10. November 1938 – Urheber, Täter, Hintergründe. Wiesbaden, 1997. 235.)
Deshalb geistert durch weite Teile der wissenschaftlichen Forschung die Zahl 267, wobei nicht berücksichtigt ist, daß es sich dabei um eine vorläufige Meldung handelte und - wie so oft üblich - einer vom anderen abschreibt.
Roland Flade hat in den 80iger Jahren eine Arbeit veröffentlicht, in der er von 1000 zerstörten Synagogen ausging. Diese Zahl wurde für unvorstellbar gehalten.
In jahrelanger Forschungsarbeit fand das „Synagogue Memorial“ Project in Jerusalem heraus, daß 1406 Synagogen und Betstuben in der Pogromnacht zerstört worden sind.
Das schließt natürlich auch Synagogen ein, die außerhalb des heutigen Staatsgebiets der BRD liegen.
Unter dem folgenden Link findest Du die erste Hälfte der Orte des Alphabets, wo Synagogen wieder renoviert wurden. Das sind nicht einmal hundert.
http://www.ashkenazhouse.org/synagog/Renovated%20Syn…
Zu berücksichtigen wäre ferner, daß sowohl demolierte Synagogen während des Krieges durch Bombeneinwirkung zusätzlich geschädigt wurden.
Es gibt durchaus eine Anzahl von Synaogen, die nicht zerstört wurden, weil sie in einer Hinterhoflage oder Häuserzeile waren und man befürchtete, das Feuer würde auf die „arischen“ Nachbargebäude übergreifen. Manche dieser Synagogen wurden dann durch Bombeneinwirkung beschädigt oder zerstört.
Soweit Synagogengebäude unbeschädigt blieben, wurden sie für alle möglichen Zwecke umgewidmet oder abgebrochen.
Noch eine Nachbemerkung. Ich denke, dass diese Frage eher ins Geschichtsbrett als ins Religionsbrett gehört.
Viele Grüße
Iris