Synchronisation ausländischer Filme in Deutschland, Ja oder Nein?
Ich persönlich bin sehr froh das eigentlich alle ausländischen Filme in Deutschland synchronisiert werden. Da ich (fast) blind bin könnte ich zum beispiel die Untertitel (wenn es die im Kino gäbe) garnicht lesen weil die so schnell eingeblendet werden. Was die Sprache angeht hätte ich auch hier wieder ein Problem da ich in der Schule so gut wie kein Englisch hatte und somit kaum etwas verstehe. Im Klartext: Wenn es keine Synchronisation in Deutschland geben würde könnte ich keine Filme mehr gucken.
Was meint ihr dazu? Wie findet ihr es das Filme in Deutschland und auch in Italien, Spanien und Frankreich immer synchronisiert werden?
wenn weniger Filme synchronisiert wären, würden die Deutschen aber sicherlich besser Fremdsprachen beherrschen und es blieben uns vielleicht Peinlichkeiten wie Herrn Westerwelles „Antrittsrede“ erspart. Ich habe festgestellt, dass beispielsweise die Niederländer (bei denen viel weniger Filme synchronisiert werden) größtenteils wesentlich besser und akzentfreier Englisch sprechen als die Deutschen. Man ist ja auch motivierter zum Lernen wenn man schnell ein Erfolgserlebnis („ich versteh den Film“) hat.
Manche Filme sind so miserabel übersetzt, dass ich mir lieber das Original anschauen würde. Zum Glück hat man auf DVD meistens beides…
wenn weniger Filme synchronisiert wären, würden die Deutschen
aber sicherlich besser Fremdsprachen beherrschen …
Gruß,
Tommy
Hallo,
ich möchte mir erlauben, diesem immer wieder gern kolportierten Zusammenhang zu widersprechen. Es stimmt zwar, dass Angehörige mancher Nationen besser Fremdsprachen beherrschen als die anderer, aber wieso könnte das nicht daran liegen, dass es sich um zahlenmäßig kleine Nationen handelt, oder um Nationen, deren eigene Nationalsprache nirgendwo sonst gesprochen wird?
Deutsch gehört in Europa zu den am meisten gesprochenen Sprachen, von Französisch und Spanisch (weltweit) mal ganz zu schweigen. Aber Holländisch, Dänisch, Finnisch… Der „natürliche“ Druck, dort Fremdsprachen erlernen zu müssen, dürfte da höher sein.
Ist diese These nicht wenigstens ebenso haltbar?
In Norwegen und Schweden war Deutsch vor 33-45 erste Fremdsprache an den Schulen - noch vor Englisch. Also auch historische Ereignisse mischen hier vielleicht mit. Die Sache ist wohl komplexer als man gemeinhin animmt…
Und um wieder direkt zum Thema zu kommen… Die Alternative sind eben nicht die „reinen“ Originalversionen - da lernt man die Sprache ja nicht, sondern steht nur verständnislos davor -, sondern die Fassungen mit Untertiteln.
Ich möchte aber im Kino einen Film sehen und nicht die Untertitel lesen.
Gut, vielleicht zweimal ansehen, einmal OmU (fürs Verständnis) und einmal Original (für den Genuss). Da freut sich dann auch die Kinokasse…
Gruß, Michael
PS: Ich will nicht verschweigen, dass ich mit der Synchronisation von Filmen meine Brötchen verdiene und natürlich schon von daher ein Interesse am status quo habe.
wenn weniger Filme synchronisiert wären, würden die Deutschen
aber sicherlich besser Fremdsprachen beherrschen …
ich möchte mir erlauben, diesem immer wieder gern
kolportierten Zusammenhang zu widersprechen. Es stimmt zwar,
dass Angehörige mancher Nationen besser Fremdsprachen
beherrschen als die anderer, aber wieso könnte das nicht daran
liegen, dass es sich um zahlenmäßig kleine Nationen handelt,
oder um Nationen, deren eigene Nationalsprache nirgendwo sonst
gesprochen wird?
da spielen sicher mehrere faktoren eine rolle aber ich bin mir zumindest sicher, dass man beim häufigen schauen von OmU filmen automatisch quasi „en passant“ so einiges aufschnappt. dies ist natürlich wohl nur der fall wenn man grundkenntnisse der sprache hat, vom anschauen eines films in bspw kisuaheli würde ich mir auch nicht wirklich viel erkenntnisgewinn erhoffen…
Ich möchte aber im Kino einen Film sehen und nicht die
Untertitel lesen.
Gut, vielleicht zweimal ansehen, einmal OmU (fürs Verständnis)
und einmal Original (für den Genuss). Da freut sich dann auch
die Kinokasse…
da gebe ich dir recht. im kino würde ich auch eher die „bequeme“ variante mit synchro schauen und ggf später mal die dvd im original gucken.
PS: Ich will nicht verschweigen, dass ich mit der
Synchronisation von Filmen meine Brötchen verdiene und
natürlich schon von daher ein Interesse am status quo habe.
ich nehme dies auch gern wahr, vor allem bei filmen in kisuaheli. -;-p
ich würde übrigens gern mal bei einer synchro mitmachen, gibt es da „schnuppermöglichkeiten“ oder castings? oder werden in der regel nur ausgebildete schauspieler getestet?
ich würde übrigens gern mal bei einer synchro mitmachen, gibt
es da „schnuppermöglichkeiten“ oder castings? oder werden in
der regel nur ausgebildete schauspieler getestet?
gruß,
tommy
Das ist nur was für ausgebildete Schauspieler oder für Leute, die schon als Kind damit angefangen haben und dadurch die nötige Erfahrung mitbringen.
Es ist im Übrigen technisch (Atmung, Stimmführung, Artikulation) sehr anspruchsvoll - wer da nicht über die entsprechende Ausbildung verfügt, würde nach ein- zwei Stunden kaum noch Stimme übrig haben. Im Gegensatz zu so manchem von der Straße gecasteten Daily-Soap „Schauspieler“ sind unsere Leute Profis.
Ist halt ein richtiger Beruf, nicht wahr…
dies ist natürlich wohl nur der fall wenn man grundkenntnisse
der sprache hat, vom anschauen eines films in bspw kisuaheli
würde ich mir auch nicht wirklich viel erkenntnisgewinn
erhoffen…
Würde ich gar nicht so unbedingt ausschließen, nur benötigt man da sicher mehr Zeit und Geduld. Wobei es natürlich ein bischen auf die Struktur der Sprache ankommt. Ich habe erst nur Krams auf Englisch geschaut, den ich schon auf Deutsch kannte. Also kannte ich den Inhalt und konnte dem mit meinem Schulenglisch ganz gut folgen. Ich glaube, wenn man wirklich die Ausdauer hätte, dann könnte man durch immerwiederschauen Vokabeln nach und nach lernen Wäre allerdings vermutlich aufwändiger als ein Sprachkurs:smile:
Mein Englisch zumindest ist vor allem Filmen und Serien geschuldet und ich hab nun einen Nebenjob bei nem englischsprachigen Arbeitgeber. Der Einfluss ist zumindes bei mir nicht negierbar. Ich versuche das gleiche im Moment mit Französisch, das läuft schleppender, aber es läuft.
Für mich muss ne Synchro schon nen zimlicher Klassiker sein (ALF zum Beispiel war da großartig, besser als im Original, Cheers immerhin gleichwertig, die Spencer/Hill-Filme sowieso, was man so hört), damit ich sie mir mit Freude ansehen kann. Ich wäre also PRO unsychronisiert.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass die, die nicht können oder wollen, noch mehr in die „Unterschichtenfernsehen“-Schiene rutschen, da an Unterhaltungstv dann nicht mehr viel übrig bleibt abgesehen von Doku-Soaps und dem Krams, besonders, wenn man jünger ist und deutsche ZDF-Produktionen eher meidet. Andererseits könnte das vielleicht auch die Qualität der deutschen (Film-) Produktionen wieder ankurbeln, da die Konkurrenz der synchronisierten CSIs usw geringer wird. Naja, Spekulation.
Hier in Deutschland sind, dank der Profis, die Synchronisationen auch überwiegend gut.
Mein Englisch ist zwar inzwischen gut genug, um englische/amerikanische Filme ohne Genuß-Verlust im Orginal sehen zu können, aber bei Französisch, Japanisch, Spanisch, etc. pp. wird’s doch dünne und eigentlich möchte ich auch da die Bilder und die Handlung genießen, ohne lesen zu müssen - wenn ich lesen will, greif ich zum Buch…