Szenario bei fehlender Zentralbankkommunikation?

Hallo Eric,

ich hab eine Frage zur Kommunikation der EZB bzw. der Zentralbanken im allgemeinen.
Ich bin für ein Referat auf der Suche nach einem kurzen, aber prägnanten Szenario in Bezug auf Unsicherheit, die durch fehlende Zentralbank-kommunikation entstehen könnte. Was passiert, wenn die Zentralbank ihre Aktivitäten und Vorgehensweisen nicht nach außen kommunizieren würde, also wenn die Akteure total im Dunkeln tappen was die Zukunft angeht? Ich bin schon einige Zeit am suchen, aber finde einfach nichts richtiges.
Ich behandel das Thema nämlich in meiner Seminararbeit und wollte es mit dem Szenario ein bisschen anschaulicher machen. Ich würde damit gerne veranschaulichen wie wichtig Kommunikation seitens der Zentralbank ist und das es letztendlich jeden betrifft.
Ich hab bisher, dass bei Unsicherheit auf den Märkten natürlich die Investitionsbereitschaft zurück geht, was Rezessionen begünstigt, was wiederum Depressionen nach sich ziehen könnte etc.
Aber irgendwie ist mir das nicht eingängig genug. Es sollte ja schon etwas plakativ und auch provokativ sein, damit es eine gewisse Brisanz bekommt. Vielleicht kannst du mir mit einer guten Internetseite helfen? Ich wäre dir wirklich sehr dankbar dafür.

Vielen Dank.

Stefanie

Hallo Stefanie,

da bist Du bei mir ja genau am richtigen. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich am liebsten eine Seminararbeit über die allgemeine Überschätzung der Zentralbank machen. Also mit plakativ und provokativ in dem Zusammenhang ist bei mir nicht. -)
Finde schon den Gedanken an Kommunikationsbedingte Rezession ziemlich heftig.
Ich könnte mir vorstellen, dass eine fehlende Kommunikation einen Einfluss auf die Spekulation der Marktteilnehmer haben müsste. Dabei zwei Möglichkeiten : Ausufernde Spekulation in alle Richtungen ( also sowohl Zinserhöhung wie Senkung , je nach gusto ), oder totale Zurückhaltung was Zinsspekulationen angeht, da man ja nicht die leiseste Ahnung hat, was die ZB vor hat.
Die Geld-Brief Spreads am Markt dürften insbesondere am kurzen Ende deutlich ansteigen, da man ja jederzeit mit einer nicht unbeträchtlichten Zinsänderung rechnen müsste.
Hier liegt auch der Grund denke ich , für die recht gute Kommunikation der Zentralbanken ( im Zinserhöhungszyklus der EZB vor der Finanzkrise wurde jede Zinserhöhung einen Monat vorher recht offen angekündigt ). Das war auch nötig, da die EZB z.B. seinerzeit immer 25 BP oder 50 BP erhöht hat. Ein Viertel Prozent ist ziemlich viel wenn es überrashcen kommt und macht den Markt kaputt. Deshalb musste sie ja schon fast „vorab ankündigen“.

Wenn Du viel Zeit hast kannst Du mal auf der Seite im Archiv stöbern, vielleicht findet sich da etwas ( ich mag die Seite recht gerne ):

http://www.voxeu.org/

Ansonsten vielleicht mal in die Bücherei. Auf der Vox Seite sind ja auch die Autoren dabei, Godheart z.B. hat sicher auch Bücher geschrieben, und natürlich Herr Issing von der BUBA und EZB , große Namen die sicher auch zu der Thematik schon was vom Stapel gelassen haben.

Sry dass ich nicht mit mehr dienen konnte.

Grüßle

Eric

Danke Eric!

toll, dass du mir so schnell geantwortet hast. Ich hab noch etwas Zeit für das Referat und werde mir die Seite, die du empfohlen hast nochmal zu Gemüte führen.
Die Ansätze bezüglich der Zinsen finde ich super - ich denke, dass ich das ausbauen werde. Ich glaub die Geld-Brief-Spanne wär als Einstieg direkt nochmal ein Thema für sich. Ich will die lieben Kommilitonen ja nicht überfordern :wink:
Also vielen lieben Dank, besonders in Anbetracht deiner Vorbehalte!

Viele Grüße

Steffi

Hallo Steffi,

hab noch eine Seite gefunden ( ist irgendwie Partnerseite von voxeu ) , aber die haben auch eigene Sachen denke ich.

http://www.cepr.org/default_static.htm

Der Name den ich nannte war leider falsch. Charles Goodhart ( so ist es richtig ) ebenso kannst Du nach Charles Wyplosz suchen. Und dann noch vielleicht auch mal bei Google : Willem Buiter , der hat immer ganz exotische Ideen und schreibt immer sehr pointiert.

Grüße und viel Erfolg !

Eric