T-Test

Hallo Leute,

ich bin Biologin und habe von Statistik leider kaum Ahnung. Bei uns wird häufig der T-Test gemacht, um herauszufinden, ob sich Mittelwerte signifikant unterscheiden (z.B. man gibt eine Testsubstanz zu Zellen und misst dreimal unabhängig deren Einfluss auf einen Parameter). Jetzt muss man ja eigentlich einen Test auf Normalverteilung machen, bevor man den T-Test durchführt. Womit kann man denn das tun? Gibt es da auch in Excel eine Funktion für? Und wieviele Stichproben muss man als Minimum haben? Und falls der T-Test dafür ungeeignet ist, gibt es eine einfache Alternative? Ich weiß, das sind viele Feagen auf einmal, aber ich hoffe, dass es da draußen jemand gibt, der mir das in einfachen Worten erklären kann. Für Statistik-Bücher bin ich glaube ich zu blöd.
Schon mal vielen Dank für die Hilfe,

Viele Grüße
Hannah

Auch hallo an das fast neue Mitglied.

ich bin Biologin und habe von Statistik leider kaum Ahnung.

Ein Trost: das eine bedingt nicht das andere :wink:

Bei uns wird häufig der T-Test gemacht, um herauszufinden, ob
sich Mittelwerte signifikant unterscheiden (z.B. man gibt eine
Testsubstanz zu Zellen und misst dreimal unabhängig deren
Einfluss auf einen Parameter). Jetzt muss man ja eigentlich
einen Test auf Normalverteilung machen, bevor man den T-Test
durchführt. Womit kann man denn das tun? Gibt es da auch in
Excel eine Funktion für?

Das ist zu vermuten: ISBN 3446186484 Buch anschauen

Und wieviele Stichproben muss man als Minimum haben?

Eine reicht, weil man ansonsten gleich den Test auf Normalverteilung (Gauss-Test) nehmen kann. Lag m.W. nach bei n=30…(?)

Und falls der T-Test dafür ungeeignet ist, gibt
es eine einfache Alternative?

Eine spezielle Variante des t-Tests wird gemeint: http://www.reiter1.com/Glossar/Glossar_detailliert_I…
(bookmarken !). Und Alternativen: kommt drauf an. Z.B. muss man die Varianzen der Stichproben genau kennen um den Gauss-Test verwenden zu können. Aufgrund der Vorgaben und des zu ermittelnden Resultats wird das aber wohl wieder auf den speziellen t-Test hinauslaufen :wink:

Ich weiß, das sind viele Fragen
auf einmal, aber ich hoffe, dass es da draußen jemand gibt,
der mir das in einfachen Worten erklären kann. Für
Statistik-Bücher bin ich glaube ich zu blöd.

OBwohl das Rezept eigentlich ganz einfach ist: gegebene Werte suchen, zu ermittelndes Resultat herausfinden, Formel suchen, Wete einsetzen, Ergebnis interpretieren. Wie in der Physik (okay, ganz so naiv sollte man nicht immer vorgehen :wink: )

HTH
mfg M.L.

Hallo Kollegin,

der übliche Test auf Normalverteilung ist der Kolmogorov-Smirnov-Test. In http://www.faes.de/Basis/Basis-Statistik/Basis-Stati… findest Du auch gleich eine Lösung für EXCEL. Dafür sollten aber hinreichend viele Meßwerte verwendet werden - also mehr als 10.

Wenn Du aber eh schon so viele Werte messen mußt, kannst du auch gleich den zentralen Grenzwertsatz bemühen, der da sagt, dass Mittelwerte - unabhängig von der Verteilung der Messwerte selbst - näherungsweise normalverteilt sind, wenn nur hinreichend viele Einzelwerte gemittelt werden. Hier geht man auch davon aus, dass 10-12 Werte reichen, um eine „gute“ Näherung der Normalverteilung zu erreichen. Sind die Meswerte bereits ungefähr normalverteilt, reichen auch schon weniger Einzelwerte.

Willst Du ganz auf Nummer Sicher gehen, dann nimm einen Test, der keine Annahmen über die Verteilung macht. In Deinem Fall wäre das der Mann-Withney-Test (auch als Wilcoxon-Test, Wilcoxon-Mann-Whitney Test oder U-Test bezeichnet).

Hier kannst du den sogar online machen: http://faculty.vassar.edu/lowry/utest.html

Dieser sog. nicht-parametrische Test kümmert sich nicht um die exakten Zahlenwerte, sondern berücksichtigt nur deren Reihenfolge (Ränge). Darum ist er von der Form der Verteilung unabhängig. Es (nur bei in Wahrheit auch normalverteilten Werten!!) hat gegenüber dem t-Test den Nachteil, dass mehr wahre Unterschiede nicht als statistisch signifikant bewertet werden (terminus technicus: der U-Test hat eine geringere Power als der t-Test). Das gilt nur für normalverteilte Daten. Sind die Werte nicht normalverteilt, liefert der t-test sowieso keine genauen Aussagen! Also: Der t-Test liefert weniger Falsch-Negative, der U-Test liefert weniger Falsch-Positive.

Wenn Ihr viele gleiche Messungen macht (an immer anderen Proben), dann kann es für den t-Test lohnen, die Standardabweichung nicht aus jedem Experiment einzeln zu berechnen, sondern die mittlere Standardabweichung aus allen Experimenten zu verwenden. Aufgrund der Verwendung von Abweichungs_quadraten bei der Berechnung der Standardabweichung streuen die Standardabweichungen selbst ganz beträchtlich, insbesondere bei sehr kleinen Stichproben (n=3). Man sagt, die Schätzung der Standardabweichung ist ungenau bzw. nicht robust. Wenn ihr also die Standardabweichung (zB. aus wiederholten Experimenten) genauer schätzen könnt, dann könnt ihr einen „t-Test mit bekannter Standardabweichung“ machen, das wäre ein sog. „Gauss-Test“ (funktioniert exakt wie der t-Test, nur dass statt der geschätzten Varianzen die bekannte Varianz eingesetzt wird).

So, das waren viele Antworten auf einmal, hoffentlich war eine Hilfe dabei.

Viele Grüße,
Jochen_

Hallo Jochen,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, hat mir sehr weitergeholfen. Werde morgen gleich mal meine Daten überprüfen… .

Viele Grüße
Hannah