Tabakanbau

Guten Abend!

Vorhin erzählte mir ein alter Mecklenburger, daß in der Gegend früher Tabak in verschiedenen Qualitäten angebaut wurde. Käme heute jemand auf die Idee, im eigenen Garten hobbymäßig und für den Eigenbedarf Tabak anzubauen, ist das erlaubt oder mit staatlichen Sanktionen wie bei Cannabis belegt?

Hat jemand Ärger zu befürchten, der die Herstellung von z. B. Kartoffelschnaps für den Eigenbedarf zum Hobby macht?

Gruß
Wolfgang

Tabakanbau für den EIGENBEDARF ist ohne Probleme möglich. Canabis fällt unter das sog. BTM (Betäubungsmittel-Gesetz) und deshalb darf keiner für den Hausgebrauch angebaut werden. Der Hanf auf den Feldern ist so schwach, was die Rauschgiftwirkung angeht, daß man vermutlich einen Zentner rauchen müßte, um die gewünschte Wirkung zu erreichen.

Bei Schnaps sieht es etwas anders aus. Grundsätzlich ist bereits das Herstellen eines ml schon verboten. Es gibt aber geringe Ausnahmen (Hobbydestillen für den Wohnzimmertisch). Genaue Angaben findest im Lexikon des zuständigen Ministeriums http://text.bundesfinanzministerium.de/Service/Lexik…

Bei diesem Thema versteht das Zollamt keinen großen Spaß. So müssen Apotheken mehr oder minder Millilitergenau den Verkauf von Alkohol nachweisen.

Wenn Du also selbst brennen willst, dann muß Du zuerst die Genehmigung dazu einholen. Das gleiche gilt übrigens auch für Hobbybraumeister (200 l im Jahr sind frei) oder Mostverwerter. Most ist übrigens steuerfrei.

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Hallo, Wolfgang,
Tabak für den Eigenbedarf ist an sich rechtlich kein Problem. Wir haben jedes Jahr einige Pflanzen im Garten, allerdings nicht wegen des Tabaks (dem ich allerdings auch fröne) sondern weil es so besonders hübsche Pflanzen sind.
Die Aufbereitung der Blätter zu einem genießbaren Produkt allerdings ist recht aufwendig. Über Ernte, Trocknen, Fermentieren und Verarbeiten kann man sich aber schlau machen. Der Besuch in einem Tabakmuseum (z.B. http://www.zigarrenwelt.de/museum.htm - hier habe ich sehr gute Fachleute getroffen - oder mehr in Deiner Nähe http://uckermark-erleben.de/uckermark/museen/vierrad… )

Der gewerbsmäßige Anbau dürfte allerdings erheblichen anschub brauchen, ehe er sich lohnt.
Grüße
Eckard.

http://www.zigarrenwelt.de/museum.htm
http://uckermark-erleben.de/uckermark/museen/vierrad…

Der gewerbsmäßige Anbau dürfte allerdings erheblichen anschub:brauchen, ehe er sich lohnt.

Hallo Eckard,

von gewerbsmäßigen Vorhaben kann keine Rede sein. Ich wurde beim Thema Tabakanbau nur hellhörig und könnte mir ein paar Pflanzen in einem kleinen Garten gut vorstellen. Dabei bewegt sich alles im reinen Genießerbereich…die ersten Frühkartoffeln *hmmm-lecker*…ein paar Küchenkräuter, Tomaten, die nach Tomate schmecken… und warum nicht auch Tabak…
Daß damit einiger Aufwand verbunden ist, habe ich in Griechenland gesehen. Aber das war Tabakanbau, so weit das Auge reicht und vor vielen Häusern saßen alte Frauen, fädelten Tabakblätter auf und hängten sie zum Trocknen auf Gestelle. Dabei muß es noch mir verschlossen gebliebene Dinge geben, denn ich nahm damals 2 Meter mit aufgefädelten Tabakblättern mit nach Hause. Nach ein paar Wochen waren einige Blätter so trocken, daß sie zerbröselten, andere bestanden im wesentlichen aus harten Strunken und hart mußte man auch sein, wenn man das Zeug in der Pfeife rauchen wollte - schmeckte fürchterlich. Ich versuchte dann noch alle möglichen „Tricks“, um den Tabak genießbar zu machen, legte z. B. eine Apfelscheibe in die Tabakdose. War aber letztlich nur schade um den Apfel. Über die Sache muß man sich also vorher kundig machen, sonst bleibt es bei der Freude an den hübschen Pflanzen.

Wenigstens die rechtliche Seite ist jetzt klar (wobei ich eine verkappte anarchistische Ader in mir entdecke, die mich besonderen Spaß an harmlosen, aber verbotenen Sachen haben läßt).

Gruß
Wolfgang

ist das erlaubt oder mit
staatlichen Sanktionen wie bei Cannabis belegt?

Hallo Klaus,

wie man sieht, bin ich diesbezüglich so unbeleckt, daß ich Canabis nicht einmal richtig schreiben kann. Was das Selbstbrennen anbelangt, ist der Spaß irgendwie schon dahin, wenn man sich auf der Webseite des Finanzministers umgesehen hat.

Bleibt der Tabak.

Danke!

Gruß
Wolfgang

Hausbrand
Hallo Wolfgang,

mir hat mal einer bei etlichen Gläschen Kerschgeist (65% Trinkstärke aber dermaßen mild…) gesagt, seine Eltern würden auf ihrem Bauernhof selber brennen wie viele andere Bauern mit Obstgärten auch. Beim Kaufpreis der Destille sei eine Pauschalabgeltung der Alkoholsteuer enthalten gewesen.
Da man für beste Qualität maximal das mittlere Drittel nimmt, gewinnt man nicht viel mehr als eine Flasche Schnaps aus einem Zentner Obst.

Wir haben früher einiges gemostet, damals habe ich auch zu brennen versucht; es ist zwar starker, aber nicht eigentlich guter Schnaps dabei herausgekommen.

Gruß,

Wolfgang Berger

Na, wenn das so ist, Wolfgang,
dann empfehle ich Dir diesen Link http://www.tabakanbau.de/de/
und kann Dir nur viel Spaß dabei wünschen. Euer sandiger Boden dürfte wirklich gut für Tabak sein, allerdings braucht Tabak auch ein mildes Klima. Eine geschützte Südseite dürfte aber für fünf sechs Pflanzen (mehr brauchst Du sicher nicht) zu finden sein.
Für dieses Jahr ist es allerdings wohl schon zu spät. Wenn unsere Pflanzen Samen tragen, werde ich Dir gern welchen schicken.
Grüße
Eckard.