Tach auch, wir sagen aber nichts!

Moin,

meine Frage stelle ich in drüber liegenden Artikel, jetzt muss ich erstmal abbrasten:

Ich suche für meine Diplomarbeit eine Auskunft, warum Versandhäuser anstatt des Widerrufs- ein Rückgaberecht einräumen. Dafür habe ich versucht, mit den Rechtsabteilungen zu sprechen, um von ihnen eine Antwort zu bekommen. Und was ist? Beim einen komme ich erst gar nicht bis zur Rechtsabteilung, beim nächsten schaffe ich es. Der Mensch ist so ungefäht drei Stunden irgendwie in deer Mittagspause, nach meinem vierten Anruf werde ich dann durchgestellt. Der Kerl fragt mich, woher ich denn die Telefonnummer hätte, hört sich meine Frage an, sagt, er könne nichts dazu sagen, da er keine Rechtsberatung machen dürfe und wünscht mir viel Glück. Dann habe ich morgen noch ein Gespräch mit einer Dame, die zwar nicht in der Rechtsabteilung ist (und mir dementsprechend auch keine Antwort wird geben können), aber nur die könne mich dann zur Rechtsabteilung weiter verbinden.

Was, um Himmels Willen, geschieht denn in diesen ominösen Rechtsabteilungen? Hochsicherheitstrakt? Das Thema ist doch nicht so brenzlig. Oder liegt es daran, dass in der Vergangenheit öfter als Studenten getarnte Leute versucht haben, Infos zu bekommen? Das nächste Mal kann ich ja sagen: „Hallo, ich bin KEIN Diplomand, ich bin von der Konkurrenz, und will Infos!“. Selbst im BMJ habe ich zu einer anderen Sache nur zu hören bekommen „Jaja, alle wollen was wissen!“ und keine weitere Info erhalten, da ich ja ansonsten meine Diplomarbeit mit fremden Federn schmücken könnte. Natürlich könnte ich das. Aber, Leute, wozu gibt es denn Fußnoten? Literaturverzeichnisse? Mein Prof hat mir sogar vorgeschlagen, da mal nachzufragen. Sind wir bald soweit, dass es gar keine Infos mehr für wissenschaftliche Arbeiten gibt? Dann machen wir einfach alle Bibliotheken zu, da man ja sonst aus Büchern abschreiben könnte!

*KOTZ*

Danke für’s Zuhören bzw. Lesen!
Oskar

Nur weil die Abteilung „Rechtsabteilung“ heißen, bedeutet das nicht das sie jedem Auskunft in Rechtsfragen geben.
Teilweise sind da nicht einmal unbedingt nur Volljuristen tätig.
Alle anderen dürfen sowieso kein Rechtsrat/auskunft erteilen.

Ich habe selber über ein Jahr beim Rechtsberater der Bundeswehr gearbeitet. Rechtsberatung war aber nur für Offiziere und Kommandeure in Dienstangelegenheiten vorgesehen. Glaub´mir, wenn vormittags der x-te Soldat bei dir klopft und mit dir gerne den Mietvertrag in seiner linken Hand durchgehen möchte, gerne auch nach Dienstschluss, dann wirst auch du genervt reagieren.

Hallo, Oskar,

nun ist ja die Rechtsabteilung eines Konzerns nicht gerade eine öffentliche Auskunftsstelle. Ich kann mir z.B. vorstellen, dass die Frage nach solchen Dingen auch gern von der Konkurrenz in Erfahrung gebracht wird und die würden dann genau so vorgehen, wie Du es getan hast: „Guten Tag, ich bin Student, will eine Arbeit schreiben und hätte gern gewußt…“ Da gehen alle Alarmsirenen auf einmal los.
Das könnte genauso auch der Auftakt zu einer langwierigen, kostspieligen Klagegeschichte sein - Da nimmt einer „dummes Pulver“ und fragt mal ganz harmlos und aus der Antwort wird dann ein wettbewerbsrechtlicher Strick gedreht, der sich zu einer sauberen Schlinge drehen läßt.

Also verfährt man nach dem Motto: „Wer nichts sagt, sagt nichts Falsches.“

Und schon läufst Du vor die Wand. Nicht böse sein, aber so ist das halt.
Grüße
Eckard.

Tipp für Diplomarbeiten
Moin Oskar

Ich suche für meine Diplomarbeit eine Auskunft,

Ich hab deine Fragen oben gelesen und muss dir ehrlich sagen, ich glaube kein Mensch aus einem privatwirtschaftlichen Unternehmen wird dir am Telefon dazu eine Auskunft geben oder sich überhaupt die Zeit nehmen, sich das anzuhören.

Wie hier schon jemand sagte ist die „Masche“ mit dem Studenten ein relativ abgenutzes Mittel der Industriespionage (mal hochgestochen ausgedrückt). Falls du aber dennoch Stellungnahmen von Unternehmen für deine Diplomarbeit braucht, würde ich an deiner Stelle dies Anfragen schriftlich an den vorher telefonisch ermittelten Zuständigen schicken, und zwar unter Angabe deines Studiengangs, Studienorts, dem Titel deiner Diplomarbeit und u.U. dem Namen des betreuenden Professors.

Im Verweis auf das Posting von winkel solltest du auf jeden Fall auch voher sicherstellen, dass deine Fragen auch Sinn machen und möglichst leicht zu beantworten sind (eventuell Ja/Nein Fragen formulieren). Zu diesem Zweck ist das Forum hier sicher gut geeignet. Kein Mensch wird Zeit und Lust haben, Romane für dich zu schreiben oder sicher mit einer unklaren Fragestellung rumzuärgern.

Ich bin in solchen Fällen während meines Studium überigens immer persönlich bei den jeweiligen Unternehmen vorbeigestiefelt (natürlich nach vorheriger Terminabsprache) und meistens sehr freundlich und auskunftsbereit empfangen worden.

Gruss
Marion

Die Sache hat sich
…inzwischen beruhigt. Ich mich vor allem. Seit heute Nachmittag fühle ich nämlich, was ich schon seit ein paar Tagen absehen kann: Ich muss mich enorm ranhalten, wenn ich den Abgabetermin schaffen will. Da hat die misslungene Info-Aktion eine kleine Panikattacke provoziert. Bei früheren Arbeiten hatte ich halt nie solche Probleme, das waren aber auch andere, betriebswirtschaftliche, Themen, mit in der Tat weniger bedrohlichen Fragen.

Vielen Dank, Kevin, Eckard und Marion für eure Antworten.

Gruß Oskar