Ich habe schon mehrfach , hauptsächlich bei schwach Motorisierten Fahrzeugen , Kleinwagen die Feststellung gemacht , das der Tacho im oberen Geschwindigkeitsbereich extrem zu viel anzeigt.
wenn ich mit meinem Navi in meinem Audi oder Opel unterwegs bin , weichen die Tachotoleranzen im Geschwindigkeitsbereich bei 150 , 180 oder noch mehr kaum um 10 km ab .
letztes Jahr hatte ich einen Fabia TDI 1,4 ( 80 PS ) da zeigte der Tacho bei Vollgas 185 km/h und das Navi 156 km/h , das sind fast 30 km/h , aktuell habe ich einen Combo 1,4 Benziner , da zeigt der Tacho bei Höchstgeschwindigkeit 165 km/h an und das Navi 133 km/h , sowie das ich das auch einmal bei einem Peugeout 1006 hatte , Höchstgeschwindigkeit laut Tacho 175 , laut Navi 142 km/h .
bei 50km/h stimmt die Toleranz aber noch ( bei 50 km/h zeigt der Tacho im Combo ca 52 km/h )
wer kann sich erklären , warum das bei kleineren Wagen so ist , das die Anzeigen so Münchhausen spielen.
Das sind nun allerdings gewaltige Abweichungen.
Also ich kann da nur vermuten, dass sich die Tachovoreilung in für das Fahrzeug „untypischen“ Geschwindigkeitsbereichen irgendwie potenziert.
Möglicherweise halten es die Hersteller mit der Messgenauigkeit in Bereichen, die über der eingetragenen (Dauer-)„Höchstgeschwindigkeit“ liegen nicht für notwendig.
An rechtlichen Dingen spuckt Wikipedia aus: In Deutschland gibt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) vor, dass die angezeigte Geschwindigkeit nicht unterhalb der tatsächlich gefahrenen liegen darf. Die angezeigte Geschwindigkeit darf gegenüber der tatsächlich gefahrenen hingegen um max. 10 % + 4 km/h nach oben abweichen (§ 57 Abs. 2 StVZO, 75/443/EWG, ECE-R39). Der Tachometer darf also nie „nachgehen“, innerhalb der Toleranzen aber zu viel anzeigen.
in der Familie hatte wir mal in den 80ern einen 29KW-Polo, der lief laut Tacho um die 180 km/h. Aber auch mit 80 in der Stadt am Blitzer vorbei war kein Problem.
Bis 7% dürfen Tachos vor gehen, meiner (55KW Focus) ist im gesamten Bereich relativ konstant leicht über dieser Grenze.
Aber ob das wirklich nur bei schwachen Motoren so ist, kann ich nicht beurteilen. Dazu kommt, dass verschiedene (natürlich erlaubte) Reifengrößen auch ein minimal unterschiedliches Ergebnis liefern. Wobei: Die recht gut motorisierten Autos, die ich zuvor hatte (Seat und Fiat), gingen recht genau.
Bin mal gespannt, was hier noch für Erfahrungen kommen.
Auf der Seite vom Bundesministerium der Justiz steht das nicht im entsprechendem §, siehe hier: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/stvzo/…
Wobei man Geschwindigkeit und Wegstrecke nicht verwechseln darf.
Angezeigte 59 km/h bei echten 50 finde ich ziemlich viel.
Die von mir geschriebene Toleranz finde ich dort allerdings auch nicht wieder.
Ups…da habe ich wohl aus Wikipedia etwas vorschnell und ungeprüft zitiert
Aber hier steht’s nochmal drin… darum denke ich, dass auch wenn es jetzt so nicht in der StVZO steht so seine Gültigkeit hat.
Zuständig ist offenbar die Richtlinie 75/443/EWG: http://www.vautec-nms.de/pdf/rili75_443_ewg.pdf
Ich fand bei der Suche auch einen Hinweis auf die von Dir genannte 7% Regel. Diese fand offenbar bis 1991 Anwendung und wurde von der verlinkten Richtlinie ersetzt.
Mh… naja -rechtlich veraltet möglicherweise.
Grundsätzlich finde aber auch ich die Abweichungen ziemlich daneben.
Auch dass sich die Abweichungen nicht (gegebenenfalls 2-stufig) linear verhalten, sondern sich bei zunehmender Geschwindigkeit potenzieren ist eigentlich ein Unding.
7% wären da schon akzeptabler. Ich würde noch einen Schritt weiter gehen -so dass unter 50km/h eine Tachovoreilung von 5%(+/- 2 Prozentpunkte) und über 50km/h eine Abweichung von +7% mit der selben Toleranz nicht überschritten werden darf. Außerdem müssten diese Genauigkeiten in allen für das Fahrzeug technisch erreichbaren Geschwindigkeiten, und nicht nur max. bei der eingetragenen(Dauer)Höchstgeschwindigkeit gelten.
Da wir (je nach Hersteller) ohnehin seit Jahrzehnten das Tachowellen-Zeitalter hinter uns gelassen haben, und dies durch elektronische Korrekturfaktoren einfachst bewerkstelligt werden könnte, wären diese Rahmenbedingungen eh nicht schwer zu erfüllen. Aber man gibt da wohl lieber dem Käufer eines schwach motorisierten Kleinstwagen das Gefühl, keine „lahme Ente“ erworben zu haben, sondern nen flotten Flitzer -und übertreibt so gerne mal bei der Voreilung.