Täuschung um an interne Geschäftsdaten zu kommen

Hallo,

angenommen der Fall eine kl. Firma im dienstleistungssektor bekommt eine Anfrage für einen guten Auftrag von einer Person einer grossen Firma, die auf einem ganz anderem Feld tätig ist.

Es kommt zur Offenlegung der Preise, konkretem längerem Telefonat in dem die für das Gewerbe anfallenden Fragen (z.B. was passiert bei Regen mit einer Show etc.) alle geklärt werden, Infomaterial wird zugeschickt etc.

Es kommt zu keiner Auftragserteilung und kurz danach stellt die kleine Firma über einen Zufall definitiv fest, dass die Person der grossen Firma nebenberuflich selbstständig in derselben Branche arbeitet wie die kleine Firma. Weiterhin wird recherchiert und es stellt sich heraus, dass es diese Anfrage der grossen Firma niemals gab. Die Person wusste, dass sie ansonsten nicht die Preise und die ganzen internen Informationen der kleinen Firma bekommen hätte.

Was könnte die kleine Firma in so einem Fall tun?

Hallo,

Was könnte die kleine Firma in so einem Fall tun?

ist ne interessante Geschichte. Im Grunde ist das ein Problem zwischen demjenigen, der sich als Mitarbeiter i.A. der Firma ausgegeben hat und der kleinen Firma.

Möglicherweise könnte es die (große) Firma trotzdem interessieren, dass ein Mitarbeiter in ihrem Namen andere Firmen „hinters Licht führt“.

MfG

Team: Artikel für Verschiebung bearbeitet

Die Frage ist, ob dadurch rechtlich ein Schaden entstanden wäre für die kleine Firma - de facto auf jeden Fall, da die direkte Konkurrenz jetzt weiss, wie die kleine Firma (die aber auf dem Gebiet einer der Marktführer ist) konkret mit Kundenanfragen umgeht, welche Preise sie verlangt etc.

Die andere Frage ist, wer der Ansprechpartner für die kleine Firma wäre. Könnte sie z.B. der großen, renommierten Firma eine Rechnung stellen für das Erstellen des Angebotes mit den nötigen Hintergrundinfos?

Team: Artikel für Verschiebung bearbeitet

das ist in fast allen Branchen so üblich
Hallo,

diese Art der Spionage kenne ich auch aus anderen Branchen. Es ist eine industrielle Natur. Je nachdem wie ideenreich die Leute sind kommen sie in den Besitz der internsten Informationen.

Die andere Frage ist, wer der Ansprechpartner für die kleine Firma :wäre. Könnte sie z.B. der großen, renommierten Firma eine Rechnung :stellen für das Erstellen des Angebotes mit den nötigen :Hintergrundinfos?

Habt ihr das im Voraus angegeben? Wenn nein, wäre eine nachträgliche Rechnung, fürs spionieren, nicht angebracht.
In der Hoffnung einen grossen, interessanten Auftrag zu erhalten habt ihr viele Informationen Preis gegeben. Um euch darüber zu informieren wie die Konkurenz so arbeitet, könntet ihr das selbe machen. Wie gesagt, es ist eine industrielle Natur, die sich durchgesetzt hat.

schöne Grüsse
Krümel

Um euch
darüber zu informieren wie die Konkurenz so arbeitet, könntet
ihr das selbe machen. Wie gesagt, es ist eine industrielle
Natur, die sich durchgesetzt hat.

schöne Grüsse Krümel

Hallo Krümel,

dass das so verbreitet ist glaube ich gerne, das heisst aber noch lange nicht, dass der hypothetische Fall legal wäre. Immerhin hat die Person bewusst ihre Firmenanstellung missbraucht, um die kleine Firma zu täuschen. Mich interessiert aber mehr die juristische Seite als wie es in der Praxis abläuft :wink:

Hallo

Wie hoch (in Euro) ist denn ganz konkret der Schaden für die kleine Firma? Da ich die Antwort erahne: Die ausgetrixxte Person sollte sich einfach damit abfinden, daß da nichts juristisch zu holen ist. Kein §, der da hilfreich sein könnte. Auch eine Rechnung für „für das Erstellen des Angebotes mit den nötigen Hintergrundinfos“ entbehrt jedweder Grundlage. Da ist nichts, aber auch gar nichts zu holen.

Gruß,
LeoLo

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Da ist nichts, aber auch gar nichts zu holen.

Genau so ist es.

Hallo,

Was könnte die kleine Firma in so einem Fall tun?

Eine Rechnung an den Mitarbeiter über den Aufwand für das Erstellen des Angebotes übersenden - (die Anspruchsgrundlage ist Verschulden bei Vertragsverhandlungen (§ 311 Abs. 2 BGB ggf. i.V.m etwaiger wettbewersrechtlichen Anspruchsgrundlagen - , eine Strafanzeigen wegen Eingehungsbetruges aufgeben und die große Firma, deren Namen er mißbraucht hat, darauf hinweisen, damit es in seiner Personalakte steht. Was bei all dem herauskommt ? Who-Knows-Something ?

mfg A.

Hi,

Eine Rechnung an den Mitarbeiter über den Aufwand für das
Erstellen des Angebotes übersenden

Wo siehst du ein konkretes Angebot?

mfg Ulrich

Hallo,

Was könnte die kleine Firma in so einem Fall tun?

Eine Rechnung an den Mitarbeiter über den Aufwand für das
Erstellen des Angebotes übersenden

Seit wann kann man für ein Angebot eine Rechnung stellen ohne dies vorher vereinbart zu haben?

eine Strafanzeigen wegen Eingehungsbetruges

Sehe ich auch keinen

aufgeben und
die große Firma, deren Namen er mißbraucht hat, darauf
hinweisen, damit es in seiner Personalakte steht.

Wer sagt dass die Person tatsächlich dort angestellt ist?

Was bei all
dem herauskommt ?

Ganz einfach - gar nix.

Hallo,

vielen Dank erstmal für die vielen unterschiedlichen Beiträge und das Verschieben des Posts hierher.

Noch ein paar Ergänzungen zu diesem hypotetischen Fall :wink:

  • die Person ist definitiv bei der großen Firma angestellt. Alle Informationen gingen nachweisbar an die Emailadresse der grossen Firma, Telefonate wurden von der kleinen Firma geführt, sie hat die Geschäftstelefonnummer der großen Firma gewählt, und die zugesandten Unterlagen wurden an die Postanschrift der großen Firma gesendet.

Inzwischen habe ich einen Anwalt befragt. In einem solchen Falle würde er durchaus gute Chancen sehen, gegen die Person vorzugehen.

„Es könnten Ihnen gegen die betreffende Person Schadensersatzansprüche wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung (§ 826 BGB), aus unerlaubter Handlung (§ 823 BGB), wegen Wettbewerbsverstößen (§ 9 UWG) oder Verschulden bei Vertragsverhandlungen (§§ 311, 280 BGB) zustehen.“

Ein anderer Weg wäre, der grossen Firma zu schreiben, was in dem Fall in ihrem Namen passiert ist und zu fragen, wie sie gedenkt mit der Situation umzugehen.

Dem „Geschädigtem“ könnte es ja in dem Fall weniger darum gehen, ernsthafte Geldsummen zu bekommen als der schädigenden Person auf dem Umweg über den Arbeitgeber klarzumachen, dass ihr Verhalten ernsthafte Folgen für sie haben könnte. Ich nehme nicht an, dass z.B. eine große Versicherung erfreut wäre, wenn in ihrem Namen Menschen hinters Licht geführt werden.

Hallo Krümel,

dass das so verbreitet ist glaube ich gerne, das heisst aber
noch lange nicht, dass der hypothetische Fall legal wäre.
Immerhin hat die Person bewusst ihre Firmenanstellung
missbraucht, um die kleine Firma zu täuschen. Mich
interessiert aber mehr die juristische Seite als wie es in der
Praxis abläuft :wink:

Über die juristische Seite kann und darf man dir hier eh nichts sagen. Versuchs mal mit einer Anzeige wegen Industriespionage? Natürlich solltest du hier nur die Person anzeigen die falsche Angaben gemacht hat um an Informationen ran zu kommen die er so nicht bekommen hätte.

Industriespionage
Hallo Krümel,

Versuchs mal mit einer Anzeige wegen
Industriespionage?

Bist Du Dir sicher, dass es einen solchen Straftatbestand in Deutschland gibt? Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten haben wir meines Wissens nichts, was annähernd in die Richtung geht.

Ich würde dann doch noch am ehesten auf eine Anzeige wegen Verstosses „§ 17 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb“ tippen. Wobei beim genaueren Lesen ja wohl nicht einmal das erfüllt wird.

Ich sehe (wie die meisten anderen hier) einfach keine Geschäftsgeheimnisse bei dem fiktiven Fall.

mit besten Grüßen
Steffen B.

Hallo,

habe versehentlich weiter oben, was zu dieser frage geschrieben unter das ist alles richtig.
l.g.A.

Hallo Steffen

Ich würde dann doch noch am ehesten auf eine Anzeige wegen
Verstosses „§ 17 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb“
tippen. Wobei beim genaueren Lesen ja wohl nicht einmal das
erfüllt wird.

Ich sehe (wie die meisten anderen hier) einfach keine
Geschäftsgeheimnisse bei dem fiktiven Fall.

um ehrlich zu sein, habe ich auch nichts dergleichen heraus lesen können. Ich glaube es geht um die Demütigung die man bei so einer „Falle“ erlebt hat. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Der Wunsch, hier irgendwie entgegen treten zu müssen ist auch menschlich. Ein Anruf bei einem Anwalt würde da weiterhelfen. Vielleicht auch eine Recherche bei www.recht.de ?

schöne grüsse
krümel

Nur ein kurzer Nachtrag wie dieser Fall ausgehen könnte :wink:

Die große Firma war schon soweit involviert als der Chef angerufen hat und eine Aufwandsentschädigung angeboten hat, damit die Sache nicht den offiziellen Weg geht.
Da sich die Person allerdings nachdem ihr Chef ihr klar gemacht hat, dass das nicht geht, bei der kleinen Firma entschuldigt hat, hat die kleine Firma mit der grossen eine Regelung gefunden, die für alle in Ordnung ist und für die Zukunft wieder die Möglichkeit bietet, dass alle zufrieden sind.

Nur ein kurzer Nachtrag wie dieser Fall ausgehen könnte :wink:

Dieser Ausgang hört sich sehr zivilisiert hat und würde mich freuen, sollte es so eintreffen :wink:

schöne Grüsse
Krümel