Hallo zusammen,
nachdem ich durch den Verkauf einer Anleihe bei meiner Hausbank aktuell wieder gut 18.000€ auf dem Girokonto über habe, muss das Geld natürlich wieder anderweitig angelegt werden.
Hierzu habe ich mir überlegt auf ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto zu setzen und bin dabei auf folgende Möglichkeiten gestoßen:
Tagesgeldkonto bei Credit EuropeBank --> 5% Zinsen (oder vielleicht doch lieber die 5,5% durch das Festgeldkonto - Laufzeit 2 Jahre?)
Festgeldkonto (12 Monate) bei ICICI Bank --> 4,75% Zinsen
Tagesgeldkonto bei Mercedes-Benz Bank --> 4,5% Zinsen (aktuell wohl keine Kontoeröffnung mehr möglich?)
Wäre es riskant bei der Credit EuropeBank anzulegen, da sie als holländische Bank nicht in den deutschen Einlagensicherungsfond involviert ist? Aber andererseits sind die Einlagen bis 20.000€ durch den niederländischen Bankensicherungsfond zu 100% gesichert.
Wie sind des weiteren eure Meinungen dazu, ob es sinnvoll ist das Kreditinstitut zu ermächtigen die Kirchensteuer automatisch mit abzuführen?
Abführung Kirchensteuer - Wo ist das Problem ??
Hallo
„Wie sind des weiteren eure Meinungen dazu, ob es sinnvoll ist das Kreditinstitut zu ermächtigen die Kirchensteuer automatisch mit abzuführen?“
entweder du ermächtigst deine Bank die Kirchensteuer direkt abzuführen, oder du musst es in der nächsten Steuererklärung machen.
Die zwei Möglichkeiten hast du - das ist alles.
Wo ist das Problem ?
Man muss nun wirklich nicht alles „Tot“-diskutieren oder ?
Gruss
Börsenfan1968
Hallo Frank,
ich möchte zwei persönliche Einschätzungen zu Deinen Fragen abgeben:
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Aktuell fallen die Zinsen in Europa wegen der Zinssenkungspolitik der Zentralbank in Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Bei einem Tagesgeldkonto ist der Zinssatz variabel, d.h. er kann sich täglich ändern, und im Moment tendenziell fallend. Bei einem Festgeldkonto oder bei einem Sparbrief erhält man dagegen für die Laufzeit einen festen Zinssatz. Persönlich entscheide ich mich daher derzeit, einen größeren Anteil meines Vermögens in Festgeld zu investieren als in Tagesgeld - verglichen mit einer anderen Zinssituation.
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Soweit ich weiß, wird die Kirchensteuer in Deutschland erhoben, nicht in den Niederlanden. Man müßte sich also erkundigen, wie die deutsche kirchensteuerrechtliche Situation für ausländische Zinsgewinne ist. Im Zweifelsfall gebe ich die ausländischen Zinsgewinne in meiner Einkommensteuererklärung an und rechne mit der Forderung nach Kirchensteuer auf diese Gewinne durch das Finanzamt. Den Aufwand erspare ich mir, wenn mein Geld in Deutschland bleibt. Dann wird bei mir - nach Unterrichtung des Kreditinstituts über die Religionszugehörigkeit - die Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt abgeführt, falls kein Freistellungsauftrag vorliegt oder der freigestellte Betrag überschritten ist.
Das ist meine persönliche Meinung, keine Anlageempfehlung und keine steuerrechtliche Beratung. Alle Informationen sind ohne Gewähr, Haftung ausgeschlossen, alles muß selbst nachgeprüft werden.
Beste Grüße
Die 5,5% auf das Festgeld sind im Prinzip schon recht gut. Allerdings könnten die 2 Jahre Laufzeit ein Problem werden, da es ungewiss ist, wie sich der Kapitalmarkt entwickeln wird bzw. wie es dann mit der Einlagensicherung aussieht…
Die 5,5% auf das Festgeld sind im Prinzip schon recht gut.
Allerdings könnten die 2 Jahre Laufzeit ein Problem werden, da
es ungewiss ist, wie sich der Kapitalmarkt entwickeln wird
bzw. wie es dann mit der Einlagensicherung aussieht…
Ja, die Niederlande sind nicht Deutschland und auch nicht Island. Wegen ein paar Zehntelprozentpunkten mehr haben einige Leute damals einer isländischen Bank ihr Geld anvertraut, da es doch hieß, daß der isländische Einlagensicherungsfonds bis 20.000 Euro alles garantiert. Jetzt ist die Bank bankrott, im Staatsbesitz, eine Übergangsregierung an der Macht, der isländische Einlagensicherungsfonds hat immer noch nicht gezahlt, obwohl der deutsche Finanzminister Island das Geld leihen will, und einige isländische Parlamentsparteien sind der Meinung, ausländische Privatanleger sollten vom isländischen Fonds auch kein Geld bekommen. Meine ich neulich im Fernsehen mitbekommen zu haben.
Wie gesagt: Die Niederlande sind nicht Island, aber auch nicht Deutschland.
Beste Grüße
Wobei es der Niederlande wirtschaftlich besser geht als Deutschland.
Wobei es der Niederlande wirtschaftlich besser geht als
Deutschland.
Hallo,
dass hat man über Island, Großbritanien und Irland bisher auch gesagt. Insofern ist diese allgemeine Aussage derzeit wahrscheinlich nicht sehr belastbar.
Möglicherweise ist es einfach nur so, dass ein höherer Zinssatz einfach nur Ausdruck eines höheren Risikos ist. Dies war aber eigentlich auch schon immer so und ist allenfalls eine Binsenweisheit.
Bei der Diskussion um die sog. Einlagensicherungsfonds (oder wie diese Einrichtungen in anderen Länder heißen mögen) scheint mit häufig ein Aspekt unterzugehen. Es ist nur die Einlage abgesichert, dass heißt, dass noch nicht gutgeschriebene Zinsen auch nicht abgesichert sind. Wenn man also nach Ende der Laufzeit nur die Einlage bekommt, dann hat man auch schon einen mehr oder weniger hohen Verlust. Und wie sich im Fall Island zeigt, kann sich die Auszahlung auch noch verzögern. In dieser Zeit kann das Kapital ebenfalls keine Erträge erwirtschaften.
Zudem sind die Versprechungen der Sicherungsfonds derzeit wohl auch mehr oder weniger Makulatur. Da alle Banken erhebliche Probleme haben, ist es wohl kaum vorstellbar, dass sie den Ausfall einer größeren Bank tatsächlich stemmen könnten. Bleibt noch die sog. Staatsgarantie, die die Regierung ausgesprochen hat.
Keine Ahnung, inwieweit das rechtlich belastbar ist. Meine ganz persönliche Meinung ist jedoch, dass es, wenn es wirklich soweit kommt, das Geld ohnehin nur noch einen Bruchteil des heutigen Wertes hat.
Insofern sind die Sicherungsfonds und Staatsgarantien lediglich Instrumente um Vertrauen zu bilden. Und genau das ist es, was wohl derzeit nicht einmal die Banken untereinander haben.
Also selber überlegen, welches Risiko man sich mit welcher Risikoprämie bezahlen lassen möchte.
Vielleicht könnte man das Geld auch anderweitig investieren. Zum Beispiel in Bildung; das soll die höchsten Renditen abwerfen. Oder man leistet sich eine effizentere Heizungsanlage, bessere Dämmung etc. pp.
MfG