Tagesmutter'Umfrage'

Hallo,angeregt durch einige Gespräche (Gesetzesänderung:KICK vom 1.10.05 nachzulesen unter http://www.tagespflege-vierheller.de
Aktuelles )würde mich interessieren, wieviel ihr für eine qualifizierte Tagesmutter+pädag.Ausbildung+langjährige Berufserfahrung in einer Großstadt bezahlen würdet.
Und worauf ihr „Wert“(z.B.Anzahl d.Kinder,Garten,Ernährung usw.) legen würdet?

Es grüßt Euch,Filo

Hallo Filo,

also die Zeit wo ich eine Tagesmutter gesucht hab ist schon gut 10 Jahre her aber worauf ich geachtet hab weiß ich noch genau.
Als erstes war mir wichtig das die Tagesmutter gut geschult und erfahren war, deshalb hab ich auch eine übers Jugendamt gesucht.
Weiterhin habe ich ausprobiert ob die Chemie zwischen mir und der Tagesmutter stimmte, was ganz wichtig für die Kommunikation ist und auch dafür das das Kind sich dort wohl fühlt. Und es war mir wichtig das mein Sohn dort nicht das einzige Kind war.

Summa Sumarum hatten wir letztlich quasi eine Tagesfamilie bestehend aus einer „Tagesomi“ (knapp 55) mit langjähriger Erfahrung als Tagesmutter und Pflegemutter, einen dazugehörigen „Opi“ in Frührente der seine Frau auch sehr unterstützte. Es wurden insgesamt 6 Kinder verschiedenster Altersstufen betreut (6 Monate bis 10 jahre). Damals wie heute bin ich der festen Überzeugung es war eine gute Wahl. Ich habe für die Ganztagsbetreuung damals 550,- DM bezahlt, bei Stundenweiser Betreuung hätte ich 18,- DM pro Stunde ausgeben müssen, was im übrigen von einigen Tagesmüttern sogar bei Ganztagsbetreuung verlangt wurde!!!
Ach ja 25,- DM Essensgeld waren in der Summe auch enthalten und die Tagesmutter hat auch Rücksicht auf Ernährungsbedingte Probleme genommen sowie auf bestimmte Vorlieben und Abneigungen.

Alles in allem haben wir viel Glück gehabt, denn das war und ist nicht die Regel.

Gruß Andrea

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würde mich interessieren, wieviel ihr für eine

qualifizierte Tagesmutter+pädag.Ausbildung+langjährige
Berufserfahrung in einer Großstadt bezahlen würdet.

Kommt auf die Großstadt an. München oder Hamburg ist sicher teurer als Dresden oder Nürnberg. Ich zahle aktuell 3 Euro die Stunde (Großraum Nürnberg).

Und worauf ihr „Wert“(z.B.Anzahl d.Kinder,Garten,Ernährung
usw.) legen würdet?

Meine Tagesmutter ist die Mutter einer Freundin meiner Tochter (2) und meine Kleine geht hin, seit sie 1,5 Jahre alt ist. Ich kannte die Familie schon vorher durch diverse Kindergruppen und konnte beobachten, wie die tagesmutter mit ihren eigenen Kindern umgeht bzw. ob diese eine vernünftige Erziehung genossen haben (tagesmutter hat 3 Töchter). Ich lege sehr viel Wert darauf, dass dort nicht geraucht und kein Fernsehen geschaut wird und das wir in etwa den gleichen Erziehungsstil haben (in meinem Fall: sehr konsequent).

Garten ist zwar da, finde ich aber eher unwichtig, man kann auch so mit den Kindern draußen viel machen. Natürlich sollten es nicht zu viele Kinder sein. Bei Tagesmüttern, die 8 - 10 Wickelkinder aufnehmen, kann nicht mehr allzu viel mit den Kindern passiert werden, da die Tagesmutter permanent mit Wickeln etc. beschäftigt ist. Gesunde Errnährung ist schon wichtig, allerdings geht meine Maus nu einen tag in der Woche zur tagesmutter und wenn’s da mal Pommes gibt, bringt sie das auch nicht um und man kann dann an den anderen tagen halt was Gesundes geben.

Das Wichtigste für mich ist das gute Bauchgefühl, dass ich meiner Tagesmutter vertrauen kann und die Chemie zwischen uns Erwachsenen auch stimmt. Meine Tochter bricht jedenfalls regelmäßig in Tränen aus, wenn ihr Tagesmutter-Tag ausfallen muss.

Liebe Grüße von Teddy!

Hallo

Aufgrund eher nicht so guter Erfahrungen würde ich auf offizielle Qualifikation nicht so viel Wert legen. D. h. wenn ich mich blind entscheiden müsste zwischen einer ausgebildeten Erzieherin und einer Mutter von Kindern im passenden Alter mit irgendeinem anderen Berufsabschluss und guter Allgemeinbildung würde ich die Mutter nehmen.

Allerdings würde ich sagen, dass diese Mutter ja zwar keinen Abschluss, aber „Berufserfahrung“ hat.

Auf gesunde Ernährung würde ich Wert legen, auch wenn es nur einmal in der Woche ist. Wenn die Kinder auch nur einmal in der Woche oder auch seltener gewisse Nahrungsmittel mit Geschmacksverstärkern u. ä. zu sich nehmen, werden sie vermutlich den Rest der Woche darunter leiden, diese nicht zu bekommen.

Ich würde Wert darauf legen, dass der Fernseher und Musikanlagen außer in Ausnahmefällen aus sind, dass die Kinder Bewegungsfreiheit haben (wie auch immer) und auch laut sein dürfen.

Die Anzahl der Kinder darf auch nicht zu groß sein, es käme aber auf das Alter meiner Kinder und auf die Gruppenstruktur an.

Ich würde auch drauf achten, dass dort die Kinder ihre Konflikte zwar weitgehend ausleben dürfen, aber trotzdem nicht das Recht des Stärkeren gilt. Aber auf keinen Fall würde ich es haben wollen, dass Auseinandersetzungen zwischen den Kindern grundsätzlich im Keim erstickt werden.

Bezahlen würde ich nach meinem Einkommen. Wenn ich eine sehr gute Unterbringung hätte und ein gutes Einkommen, würde ich mir das auch sehr viel kosten lassen, wenn nötig. Wenn es eher eine Notlösung ist, dann würde ich es sowie nur im Notfall machen. Dann würde ich wohl das zahlen, was ich müsste.

Viele Grüße
Thea

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Hallo Filo,

von 1989 bis 1994 war ich Tagesmutter. Ich betreute außer meinem eigenen Kind im Schnitt drei Kinder, mal mehr, mal weniger.
Ich habe mich damals an den Sätzen des Jugendamtes orientiert, auch bei Selbstzahlern.
Fernsehen gab es bei uns nicht, außer wenn ein einzelnes Kind mal außer der Reihe alleine am Wochenende bei mir abgegeben wurde. Ein Kind wollte Samstags immer eine bestimmte Sendung sehen. Da der Vater mich darauf hinwies und die Sendung altersgemäß war, durfte sie sie natürlich auch sehen.
Jedes Kind hatte einen Autokindersitz, und manchmal habe ich die Kinder morgens selbst abgeholt oder abends zurückgebracht. Einmal gab es Probleme, da eine Mutter meinte, Auto fahren sei für ihr Kind zu gefährlich. Ich konnte dies nicht wirklich nachvollziehen, zumal sie mit zwei Kindern Fahrrad fuhr.
Ich fuhr oft mit den Kindern ins Grüne und ließ sie sich dort austoben. Ansonsten waren wir viel auf dem Spielplatz.

Alles in allem war es eine schöne Zeit, die leider durch den tödlichen Autounfall der Mutter eines meiner Tageskinder sehr plötzlich beendet wurde. Das Kind befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls in meiner Obhut. Ich fühlte mich danach nicht mehr in der Lage, die Verantwortung für die Kinder zu übernehmen. Meine Angst, einem der Kinder könne etwas passieren, war damals unüberwindbar groß.

Ich würde im Nachhinein sagen, man sollte die wichtigsten Dinge schriftlich festhalten, wie z.B. das Autofahren mit den Kindern, welches Essen, Fernsehen ja oder nein usw.
Es ist dann für beide Seiten verbindlich.

Viele Grüße,

Annette.

Hallo, ein herzliches Dankeschön an Alle die mir Ihre Erfahrung-
Gedanken-Meinung geschrieben haben.
Es war interessant, wie ähnlich die „Wünsche“ doch sind.

Einen schönen Sonntag wünscht Euch, Filo