Takrolimus (?)

Ich habe soeben auf N-TV einen Beitrag über Neudodermitis gesehen. Darin ging es um einen Pilz, der Bestandteil einer neuartigen Creme gegen Neurodermitis ist, und dieser Pilz heißt angeblich Takrolimus (so habe ich es wenigstens verstanden). Die Suche im Internet hat jedoch ergeben, dass Takrolimus ein Immunsuppressivum ist. Nun bin ich ratlos. Könnt ihr mir helfen?

Die Suche im Internet hat jedoch ergeben, dass
Takrolimus ein Immunsuppressivum ist. Nun bin ich ratlos.
Könnt ihr mir helfen?

Hallo Ulrike,

das mit dem Pilz habe ich auch gehört, weiß aber nichts näheres darüber. Das mit dem Immunsuppressivum stimmt. Das Medikamt hat seinen Ursprung in der Transplantationsmedizin, wo es eingesetzt wird, um die Abstoßung des neuen Organs zu verhindern.

Auf der Haut verhindert Tacrolimus die Immunreaktion, die zu den Symptomen der Neurodermitis führt - und das in vielen Fällen ziemlich erfolgreich.

Zur Zeit gilt Tacrolimus als stärkeres von zwei Medikamenten dieser Art. Das schwächere heißt Elidel. Die Nebenwirkungen beider Medikamente sind umstritten, eben weil in das Immunsystem eingegriffen wird. Aber wie bei den meisten Medikamenten kann die disziplinierte Anwendung ein Segen sein.

Viele Grüße,
Iris

Tacrolimus
Hallo Ulrike,

Iris hat das meiste schon gesagt.

Die beiden Cremes, die gegen das atopische Ekzem angewandt werden, wurden 2002 in Deutschland zugelassen. Sie sind verhältnismäßig teuer, doch falls notwendig, werden sie vom Arzt verschrieben. Es gibt sie in 2 Konzentrationen, für Kinder und für Erwachsene.
Der gute Effekt ist, dass sie anstatt Cortison angewandt werden, ohne die Nebenwirkungen des Cortisons zu haben.

Pimecrolimus (Elidel®), nicht-steroidale Zytokin-Hemmer von Novartis zur Neurodermitis-Therapie:
Kurztherapie bzw. intermittierende Langzeittherapie bei Neurodermitis mit leichtem bis mittelscherem Krankheitsverlauf.

Im Gegensatz dazu soll das andere Präparat Tacrolimus (Protopic®) aus der ähnlichen Arzneimittelgruppe für mittelschwere bis schwere Krankheitsverläufe eingesetzt werden.

Nebenwirkungen:
Lokale Entzündungsreaktionen der Haut kommen als häufige Nebenwirkung vor. An der behandelten Stellen der Haut kann es zu Infektionen kommen (Immunsuppression!). Manche Patienten werden dadurch anfälliger für Herpes. Nach dem Auftragen stellt sich häufig für einige Minuten ein starkes Jucken ein, was dann in der Regel nachlässt.

Gruß, Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
warum gleich mit solchen Hammermedikamenten das Problem bekämpfen. Es gibt gute Erfahrungen mit Probiotik (Studie von Uni Frankfurt), wir kennen selber viele Neurodermitiker, die über den Darm das Problem gelöst haben.
Mfg.
M.Reitner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]