Tanistry auf deutsch

Google verrät mir, was tanistry ist. In dem Zusammenhang, in dem ich es brauche:

A custom among various Celtic tribes–notably in Scotland and Ireland–by which the king or chief of the clan was elected by family heads in full assembly. He held office for life and was required by custom to be of full age, in possession of all his faculties, and without any remarkable blemish of mind or body. At the same time and subject to the same conditions, a tanist, or next heir to the chieftaincy, was elected, who, if the king died or became disqualified, at once became king.

Leider konnte ich aber kein deutsches Wort dafür finden. Gibt es überhaupt eines?

Sorry für ausnahmsweises Crossposting zu Geschichte.

Livia

tanist
Leider konnte ich aber kein deutsches Wort dafür finden. Gibt
es überhaupt eines?

Hallo, Livia,
am nächsten käme noch Kronprinz, obwohl das auch nicht ganz richtig ist.
Gruß
Eckard

am nächsten käme noch Kronprinz, obwohl das auch nicht ganz
richtig ist.

aus zwei gründen nicht: der tanist könnte wohl mit Kronprinz übersetzt werden, aber ich suche ja tanistry, also das system dahinter.
Und Kronprinz wird zumindest bei uns ja auch mit „ererbt“ assoziiert (und ich müsste jetzt nachschauen, wie Kronprinz genau definiert wird).

danke trotzdem für die Mühe.

Livia

tanist

am nächsten käme noch Kronprinz, obwohl das auch nicht ganz
richtig ist.

… oder wie wär’s mit „designierter Nachfolger“ - womit die Frage nach dem „System“ allerdings auch nicht beantwortet ist :frowning:

Gruß
Kreszenz

Hallo, Livia:smile:
das gälische wort *tana = (grund-oder landes)herrschaft* ist heute noch in Irland erhalten als *Tanaiste* (z.b. wird *office of the tanaiste* mit deputy prime minister erklärt)und wenn du nach deutschen dokumenten damit googlest, wird es auch auf deutsch so geschrieben - ich vermute mal, dass es keine richtige übersetzung dafür gibt…
lieben gruss, jenny

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Nicht ganz einfach, Livia.
Das irische System der Nachfolge des Herrschers hat zwei, eigentlich drei Wurzeln

  • zum einen die Blutlinie, denn man wählte den Herrscher möglichst aus einer Familie, die ihre Abstammung möglichst weit zurückverfolgen konnte. Insofern hat das durchaus Ähnlichkeit mit dem Primogenitur-Recht, das wir aus unserem Mittelalter kennen, wo der älteste Sohn dem Vater in Amt, Würden und Besitz nachfolgt, wie degeneriert er auch immer war.

  • die zweite Wurzel der irischen Nachfolgeregelung liegt in den fortwährenden Kriegen und Gebietsauseinandersetzungen, die auf der Insel stattfanden. Da mußte rasch ein fähiger, erfahrener Kämpfer die Führung übernehmen, ein langes Interregnum wäre eine Einladung an die Feinde gewesen. Daher wurde nicht automatisch der Sohn der Nachfolger, sondern der fähigste Heerführer (möglichst) aus der Blutlinie des verstorbenen Herrschers, sei es Bruder, Neffe, Cousin.

  • die dritte bestimmende Kraft war wohl die Tatsache, dass niemand automatisch zum Führer erhoben wurde, sondern sich in einer Wahl der Freien durchsetzen mußte - was weitgehende Loyalität der Geführten mit sich brachte und die Herrschaft absicherte.

Zudem führte Punkt zwei dazu, dass man den Nachfolger, den Tanaist, bereits zu Lebzeiten des Herrschers bestimmte, der auch in dieser Position bereits über eine gewisse Machtfülle verfügte. Dies erlaubte einen raschen Führungswechsel und sorgte für weitgehende Kontinuität in der Amtsführung.

Zu Deinem Übersetzungsproblem:
Tanaist würde ich ggf. mit einer Erklärung so beibehalten.
Tanistry auch, bestenfalls als „Tanaistenamt“, „Tanaistenwürde“, obwohl auch dies nicht unbedingt wiedergibt, dass zu dem Amt ja auch Besitz und Macht gehört. Notfalls wird man zu umfassenderen Beschreibungen Zuflucht nehmen müssen, um der Konzeption dieser Stellung gerecht zu werden.

Eine sehr interessante Abhandlung der sozialen Verhältnisse im alten Irland habe ich hier gefunden: http://socserv2.socsci.mcmaster.ca/~econ/ugcm/3ll3/m…

Grüße
Eckard

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danke. owt
l

Hi Livia!
Perhaps Webster helps.
a tanist: the successor apparent to a Celtic chief, usually the oldest or worthiest of his kin, chosen by election among the tribe during the chief’s lifetime.
(1530-1540)

Have a nice evening
FJ

A custom among various Celtic tribes–notably in Scotland and
Ireland–by which the king or chief of the clan was elected by
family heads in full assembly. He held office for life and was
required by custom to be of full age, in possession of all his
faculties, and without any remarkable blemish of mind or body.
At the same time and subject to the same conditions, a tanist,
or next heir to the chieftaincy, was elected, who, if the king
died or became disqualified, at once became king.

Leider konnte ich aber kein deutsches Wort dafür finden. Gibt
es überhaupt eines?

Sorry für ausnahmsweises Crossposting zu Geschichte.

Livia