Tante-Emma-Laden

Hallo,

eine meiner Studentinnen, die bei mir das Wort „Tante-Emma-Laden“ gelernt hatte, ist gerade aus Berlin zurückgekehrt u. sagte mir, ihre dortigen Kommilitonen seien stutzig geworden, als sie dieses Wort gehört hätten. Sie sollen ihr gesagt haben, das Wort werde überhaupt nicht mehr verwendet, ausser vielleicht in Provinznestern. Nun heisse es „Späti“ (der? das?). Gibt es „Spätis“ überall in Deutschland? Ist das Wort „Tante-Emma-Laden“ heute überholt?

lg

Benoît

Hi

Nein. Es gibt zwar kaum noch Tante-Emma Läden (auch wenn sie langsam wieder in Mode kommen) aber das Wort ist bekannt, zumindest im gesamten Ruhrgebiet, in Hamburg und Leipzig nach meiner Erfahrung.

Von „Späti“ habe ich noch nie gehört, so würde ich vielleicht einen Knaben bezeichnen der mit 25 noch keinen Stimmbruch hatte :wink:

lg
Kate

Hallo Benoit,
nein, das kann man ohne weiteres noch sagen. Ein Späti ist ja nicht GANZ dasselbe. Im Berlin ist manches eben anders…

Hallo Kate,

danke für diese Informationen. Wenigstens habe ich keinen Unsinn gelehrt. Anscheinend ist „Späti“ die Abkürzung für „Spätkauf“ (Frage: Sind diese Läden trotz ihres Namens auch tagsüber geöffnet?). Offensichtlich sind diese Läden nicht überall präsent!

lg

Benoît

Moin,

Gibt es „Spätis“ überall in Deutschland?

noch nie gehört!
Rheinland.

Ist das Wort „Tante-Emma-Laden“ heute überholt?

Überholt vielleicht nicht, ich kenne und benutze es, es hat aber ein wenig den Charme der Nostalgie.

Gandalf

Hallo auch…

Frage: Sind diese Läden trotz ihres Namens auch
tagsüber geöffnet?). Offensichtlich sind diese Läden nicht
überall präsent!

Nach meiner Erfahrung sind die auch tagsüber offen. Haben halt dem normalen Verbrauchermarkt voraus, dass sie (genau wie Tante-Emma-Läden) mit sehr wenig Personal auskommen.
Und dass sie eben auch nach 22:00 noch geöffnet sind (weshalb sie hauptsächlich in Gegenden mit ausgeprägter Partykultur Erfolg versprechend sind).
Spätis gabs übrigens schon in der DDR (da meist in Bahnhofsnähe)

KB

Hallo,

eine meiner Studentinnen, die bei mir das Wort
„Tante-Emma-Laden“ gelernt hatte, ist gerade aus Berlin
zurückgekehrt u. sagte mir, ihre dortigen Kommilitonen seien
stutzig geworden, als sie dieses Wort gehört hätten.

Wie schon gesagt, ist Tante-Emma-Laden eher ein provinzieller Begriff. In Berlin dürfte es keinen Laden geben, den man intuitiv so bezeichnen würde.

Nun heisse es
„Späti“ (der? das?). Gibt es „Spätis“ überall in Deutschland?
Ist das Wort „Tante-Emma-Laden“ heute überholt?

Wenn überhaupt, sind Spätis (also Spätkäufe) eher eine Großstadtsache, vor allem in Berlin. Vom Warensortiment eher auf Alkohol, Getränke und Snacks ausgelegt, oft von einem einzelnen Inhaber geführt der zu meist ausländischer Abstammung ist. Haben lang geöffnet, teilweise die ganze Nacht.

Hallo,

auch ich kann den anderne zustimmen. „Späti“ scheint etwas Berlinerisches zu sein.

Übrigens in unserem Dorf, heißt der Tante-Emma-Laden Tante-Emma-Laden:
http://www.dertanteemmaladen-ernsthofen.de/

Das gibt es öfter. Es scheint kein Copyright auf den Namen zu existieren, was eigentlich logisch ist, da es ein anerkanntes Wort ist.

Gruß
Elke

Hallo!
Die Spätis in meiner Gegend („partybezirk“ in Berlin) öffnen erst gegen 16.00 Uhr. Da sie wirklich vom Besitzer geführt werden und kaum Angestellte haben. Irgendwann muss der ja auch mal schlafen. :smile:

Außerdem sind diese Läden auch teurer als normale Supermärkte, die machen tagsüber kaum Umsatz.

Liebe Grüße
Maria

Hallo allerseits,

vielen Dank für diese Erläuterungen. Ich weiss nun, was ein Späti ist, glaube aber kaum dass wir hier in Frankreich ein sprachliches Pendant haben. Na gut, auf jeden Fall weiss ich, dass ich mit dem Begriff 'Tante-Emma-Laden" nicht lächerlich daherkomme.

lg

Benoît

richtig
tach

Wenn überhaupt, sind Spätis (also Spätkäufe) eher eine
Großstadtsache, vor allem in Berlin. Vom Warensortiment eher
auf Alkohol, Getränke und Snacks ausgelegt, oft von einem
einzelnen Inhaber geführt der zu meist ausländischer
Abstammung ist. Haben lang geöffnet, teilweise die ganze
Nacht.

richtig. bundesweit bekannt als „kiosk“

bruno

tach

Wenn überhaupt, sind Spätis (also Spätkäufe) eher eine
Großstadtsache, vor allem in Berlin. Vom Warensortiment eher
auf Alkohol, Getränke und Snacks ausgelegt, oft von einem
einzelnen Inhaber geführt der zu meist ausländischer
Abstammung ist. Haben lang geöffnet, teilweise die ganze
Nacht.

richtig. bundesweit bekannt als „kiosk“

Unter Kiosk verstehen Ich und Wikipedia:
„Ein Kiosk […] ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung für eine kleine Verkaufsstelle in Form eines Häuschens oder einer Bude“
Und das trifft, jedenfalls in Berlin, auf so gut wie keinen Späti zu. Kioske gibt’s hier nur noch selten.

1 „Gefällt mir“

Hallo Olaf,

in welcher Ecke von Berlin wohnst’n Du, wo dieser Satz zutrifft?

Kioske gibt’s hier nur noch selten.

In der Dörpfeldstraße (Adlershof) ist gleich am Anfang ein Zeitungskiosk. Neben dem Kaiser’s ist auch noch einer, und im Zentrum Schöneweise, im Forum Köpenick, im Ring-Center II und in den Schönhauser-Allee-Arkaden kenne ich auch Zeitungskioske. (Die haben auch Zigaretten, Rätselhefte und Groschenromane – und natürlich Zeitungen sowie Zeitschriften.)
Zugegeben, das sind alles keine „Buden oder Häuschen“ (was auf die Zeitungskioske in Litauen, Kroatien und Österreich noch zutrifft, auch wenn sie in Kroatien und Österreich „Trafik“ heißen), aber hast Du ein anderes Wort für diese Läden?
Spätkäufe sind es jedenfalls nicht. Tante-Emma-Läden schon gar nicht.

Liebe Grüße
Immo

Hallo Benoît,

die Spätkäufe breiten sich jetzt in Berlin epidemisch aus, wahrscheinlich gibt’s sie in der Innenstadt schon länger, mittlerweile sind sie auch in den Außenbezirken angekommen. Die Abkürzung „Späti“ hab ich noch nie gehört (ist wohl ein Szenewort?), hätt’ ich aber problemlos verstanden. Ich würde „der Späti“ sagen, nicht „das“, aber das ist nur gefühlsmäßig, weil ich halt die Abkürzung nicht kenne.
Das Sortiment von Spätkäufen ist dem von Tante-Emma-Läden schon ähnlich; aber da der Hauptzweck solcher Geschäfte ist, eine Warenbezugsquelle nach 22 Uhr darzustellen, während traditionelle Tante-Emma-Läden gewöhnlich um 18 Uhr schließen, kann ich die Aussage, Tante-Emma-Läden hießen jetzt Spätis, nicht teilen. (Die späten Öffnungszeiten bringen natürlich auch eine Verstärkung des Alkohol- und Tabaksortiments mit sich, denn was will man sonst nach 22 Uhr kaufen?)
Tante-Emma-Läden (also kleine privat geführte Geschäfte) gibt es nur noch wenige. Der letzte richtige Tante-Emma-Laden, den ich kannte, muss so 2002 geschlossen haben. Was es noch zahlreich gibt, sind Obst- und Gemüsehandlungen (mit kleinem zusätzlichem Angebot an Erfrischungs- und alkoholischen Getränken, Schokoriegeln und Zigaretten, evtl. auch Zeitschriften), die je nach Standort von Vietnamesen oder von Türken betrieben werden. Ich kenne es so, dass man auf diese Geschäfte wie folgt Bezug nimmt:
„Ich hol mir mal Zigaretten beim Türken.“
„Kleine Zwiebeln gibt’s beim Vietnamesen/Fidschi.“
(Wobei Fidschi heute meist abwertend empfunden wird und mir sowieso nie klar war, wieso man Vietnamesen als „Fidschis“ bezeichnete.)
Ohne Kenntnis des Inhabers und um so allgemein wie möglich zu bleiben, würde ich kleine private Geschäfte als „Läden“ bezeichnen, ohne den Zusatz „Tante Emma“. In dem Sprachgebrauch, den ich erlebe, sind Handelsketten wie Kaiser’s, Aldi, Netto keine Läden, sondern (im Osten) Kaufhallen bzw. (im Westen) Supermärkte; Shoppingcenter sind erst recht keine Läden (und beinhalten auch keine Läden, sondern „Geschäfte“ oder „Händler“); während Spätkauf, der Türke oder Vietnamese und der klassische Tante-Emma-Laden unter dem Begriff „Laden“ subsummiert werden.

Liebe Grüße
Immo

Hallo Vokietis,
nur so als Info:
http://www.townster.de/uploads/locationpicture/ef5c3…
Grüße
Almut

Hallo Almut,

wie bezeichnend, dass das der „Späti am Schlesi“ ist! Da musst’ ich schon schmunzeln. (Übrigens unterstützt das die Szene-Theorie. Gibt’s vielleicht noch einen „Späti am Görli“ oder am Kotti?)

Liebe Grüße
Immo

in welcher Ecke von Berlin wohnst’n Du, wo dieser Satz
zutrifft?

Meine Aussage trifft für alle Westbezirke und innenstadtnahe Ostbezirke zu.

Ansonsten ist klar Kiosk=„Bude“ die frei draußen steht. Der Zeitungshändler der auch Zigaretten und Getränke anbietet, aber nicht bis spät in die Nacht, hat vielleicht keine spezielle Bezeichnung…

Kiosk muss nicht freistehen
Hi,
im Ruhrgebiet gibt es an jeder zweiten Straßenecke einen Kiosk. Der steht aber nicht frei, sondern ist ein kleines Ladenlokal im Erdgeschoss. Die Bezeichnung Bude ist auch üblich - wobei auch hier kein freistehendes Höuschen gemeint ist.

LG
Hahu, der immer ganz verzweifelt ist, wenn er außerhalb des Ruhrgebietes weder Kiosk noch Pommesbude an den Hauptstraßen findet.

Hallo hahu,

deshalb ist die defintion dennoch richtig, nur das Rheinland liegt falsch. verkaufstellen im Haus sind kein Kiosk.

Strubbel
K:open_mouth:)

Tach,

eher nicht:

http://www.morgenpost.de/berlin/article1062686/Bergm…

Ich kenne keinen Berliner, der „Späti“ sagt. Eher nutzen das die Zugewanderten. Diesmal sind es aber nicht die Türken, sondern Leute aus Villingen-Schwellingen, Ülzen und Paderborn, die sowas nutzen.
Die Rheinländer schleppten den Kiosk für kleine Läden ein, welche Berliner irritiert, da es sich gar nicht um Kioske handelt, sondern um eine rheinländische Sprachschluderei für Tante-Emma-Laden.

Strubbel
&:open_mouth:)