Tarifverhandlung

Hallo,

wer darf in einer Firma einen Tarifvertrag machen? In unsere Firma ist zur Zeit die IG Metall mit ca. 60 Mitgliedern organisiert.Leider wird jetzt von Seiten des Arbeitsgebers mit der BCE Tarifverhandlungen geführt,weil unser Arbeitgeber nur mit der BCE einen einen Tarifvertrag machen will.Die Mitgliederzahl bei der BCE liegt ca. bei 20 Leuten. Nach meinen Wissen,wird doch immer mit der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern ein Tarifvertrag gemacht.Oder kann sich seit neusten, der Arbeitgeber sich eine Gewerkschaft zugunsten für sich raussuchen.

Mit freundlichen Grüßen
Steffen

Hallo Steffen,

kann hier leider nicht helfen, bin schon zulange aus dieser Materie heraus.

MfG
Richard

Hallo Steffen,
Tarifverträge darf (wirksam) abschließen, wer eine ‚tariffähige‘ Zahl von Mitarbeitern organisiert. Konkrete Vorschriften gibt es dazu nicht.
Es wäre aber sehr dumm, wenn sich die BCE gegen die IGM ausspielen ließe! Was sagen denn die Kollegen der IGM dazu? Habt Ihr mal an eine Schlichtung zwischen BCE und IGM gedacht?
Leider kann ich Dir nicht viel weiterhelfen.
Viele Grüße
Ernst

Erst einmal ist es so, dass die meisten Firmen in einem Arbeitgeberverband sind, und dann finden die Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und der entsprechenden Gewerkschaft, in Deinem Fall der IG Metall statt. Sollte es in deiner Firma nur einen Haustarifvertrag geben, ist auch in diesem Fall der
erste Ansprechpartner die IG Metall. So sehe ich das. Liebe Grüße Bernward

Hallo,

ja, der Arbeitgeber kann einen Tarifvertrag abschließen, mit wem er will. Das muss ihm aber nicht helfen. Das Bundesarbeitsgericht hat gerade entschieden, dass es auch mehrere TArifverträge für ein Unternehmen geben kann. Der Vertrag mit der IG BCE gilt nur für deren Mitglieder.

Ihr, die IG Metaller unterliegt dann nicht der Friedensplicht. Ihr könnt z.B. trotzdem einen Warnstreik abhalten, versuchen, einen Tarifvertrag durchzusetzen. Das war früher anders.

Leider ist es aber nicht so, dass nur ein Tarifvertrag gilt, der mit der Gewerkschaft abgeschlossen wird, die die meisten Mitglieder hat.

Also, versucht dem Arbeitgeber Dampf zu machen, dass ihm eine Billiglösung nicht hilft. Vielleicht begreift er, dass auch die IG Metall keine „kleinen Kinder frisst“, sondern immer vernünftig handelt.

Viel Erfolg und viele Grüße

Peter Donath

Hallo Steffen,

In der Firma darf niemand einen Tarifvertrag aushandeln, ausser der Chef. Der Betriebsrat unterscreibt den nur oder eben nicht. Die Tarifverhandlungen werden zwischen den Arbeitgebervertretern und Arbeitnehmervertretern abgeschlossen.

In dem Falle unserer Firma zwischen Südwestmetall und IG Metall Baden-Württemberg, aber nur deswegen, weil wir einen Betriebsrat haben.

Am besten ist es, dass ihr dezente Werbung für die IG-Metall macht, die Pilotabschüsse sind meist günstiger, als die der BCE.

Dann braucht ihr noch einen Kollegen, der im Kündigungsschutz ist, also ab 54 Jahre und zehn Jahre in der Firma, der einen Betriebsrat gründet, der auf der IG-Metall basiert.

Bevor du aber eine solche „Revolution“ beginnst, erkundige dich da mal bei der Geschäftsstelle der Gewerkschaft, um das Für und Wider abzuwägen, und Risiken auszuschliessen.

Idealerweise ist ein Kollege oder eine Kollegin mit Altersabsicherung besser als Betriebsratsvoritzende/r geeignet, als jemand, der gerade erst mal so ein paar Jahre in der Firma arbeitet.

Im idealsten Fall sollten sämtliche Kandidaten ganz sicher genügend Stimmen bekommen, um in den BR zu kommen. Das Risiko ist, dass ein nichtgewählter Kandidat nach einem Jahr aus irgendwelchen fiktiven Gründen plötzlich freigestellt wird.

Man ist auch Mitglied, wenn man der Ersatzkandidat eines Ersatzkandidaten ist und nie an einer Sitzung teilnimmt, aber der Kündigungsschutz gilt nur ein jahr ab der letzten Sitzung.

Es gehört viel Mut dazu, einen Betriebsrat zu gründen, daher eben ein Kollege mit 54 Jahren und 10 Jahren Betriebszugehörigkeit. Die Sicherheit, da als jüngerer gewählt zu werden, sollte auch gewährleistet sein, wenn man sich aufstellen lässt.

Wenn sich der BR erstmal etabliert hat, dann haben die Nachfolger weniger Probleme, aber man braucht eben mutige Kollegen, die sich darauf einlassen.

Und wie schon oben geschrieben, die Kollegen von der BCE zur IG-Metall rüberziehen, wenn es möglich ist.

Ist es ein Betrieb, bei dem sich IG-Metall und BCE nicht wereinbaren lassen, da eben verschiedene Genres dort vorhanden sind, wäre ein Haustarifvertrag als Kompromiss zwischen beiden Gewerkschaften mögich, was aber erstmal nicht unterbreitet werden sollte. Mann sollte nicht gleich am Anfang das Pulver verschiessen, das man hat.

Erkundige dich erstmal bei der örtlichen IG-Metall, bevor du irgendwas in die Wege leitest, und behalte das aber für dich.

Gruss

Thommi

Hallo,

leider kann ich zu dieser Art Fragen nicht weiterhelfen, sorry tutu mir leid

LG AQ

kann leider nichts dazu sagen. sorry!

gruss
gorbes

Guten Tag,
zunächt wäre natürloch die Frage mit welcher Gewerkschaft der Arbeitgeber in den vorherigen Jahren die Tarifverhandlungen geführt hat. Wenn das die IG Metall als in diesem Betrieb mitgliederstärkste Gewerkschaft war, dann kann der Arbeitgeber natürlich nicht einfach verhandeln mit wem er möchte. Wenden Sie sich dringend an die Zentrale/den Hauptvorstand der IG Metall, damit die sich auf jeden Fall schnellstmöglich mit dem Arbeitgeber auseinandersetzen kann und das erforderliche in die Wege leiten kann, damit der Arbeitgeber in seine Schranken gewiesen wird.
Viele Glück und viele Grüße! Edina

Hallo,

Steffen, die Branche, in der ihr zugeordnet seid, ist für die Verhandlungen zuständig. Wenn ihr dem Arbeitgeberverbad Chemie angehört, denn machen die eure Tarife.
Ich würde aber nicht ganz kampflos aus der Sache gehen. Ihr müsst mit eurer IG Metall Aktionen machen und eurem Arbeitgeber mitteilen, dass ihr nicht bereit seid, aufgrund der BCE „konfliktscheu“ zu sein.

Viel Glück euch allen!!

Wer immer partner ist mit dem Arbeitgeberverband! Kann auch mehr sein.

Hallo,

ich würde Ihnen raten bei der IG Metall direkt nachzufragen, da diese auch Interesse daran haben, daß evtl. nicht die BCE hier „Einfluß“ hat.

LG Octo-Juro