Hallo Steffen,
In der Firma darf niemand einen Tarifvertrag aushandeln, ausser der Chef. Der Betriebsrat unterscreibt den nur oder eben nicht. Die Tarifverhandlungen werden zwischen den Arbeitgebervertretern und Arbeitnehmervertretern abgeschlossen.
In dem Falle unserer Firma zwischen Südwestmetall und IG Metall Baden-Württemberg, aber nur deswegen, weil wir einen Betriebsrat haben.
Am besten ist es, dass ihr dezente Werbung für die IG-Metall macht, die Pilotabschüsse sind meist günstiger, als die der BCE.
Dann braucht ihr noch einen Kollegen, der im Kündigungsschutz ist, also ab 54 Jahre und zehn Jahre in der Firma, der einen Betriebsrat gründet, der auf der IG-Metall basiert.
Bevor du aber eine solche „Revolution“ beginnst, erkundige dich da mal bei der Geschäftsstelle der Gewerkschaft, um das Für und Wider abzuwägen, und Risiken auszuschliessen.
Idealerweise ist ein Kollege oder eine Kollegin mit Altersabsicherung besser als Betriebsratsvoritzende/r geeignet, als jemand, der gerade erst mal so ein paar Jahre in der Firma arbeitet.
Im idealsten Fall sollten sämtliche Kandidaten ganz sicher genügend Stimmen bekommen, um in den BR zu kommen. Das Risiko ist, dass ein nichtgewählter Kandidat nach einem Jahr aus irgendwelchen fiktiven Gründen plötzlich freigestellt wird.
Man ist auch Mitglied, wenn man der Ersatzkandidat eines Ersatzkandidaten ist und nie an einer Sitzung teilnimmt, aber der Kündigungsschutz gilt nur ein jahr ab der letzten Sitzung.
Es gehört viel Mut dazu, einen Betriebsrat zu gründen, daher eben ein Kollege mit 54 Jahren und 10 Jahren Betriebszugehörigkeit. Die Sicherheit, da als jüngerer gewählt zu werden, sollte auch gewährleistet sein, wenn man sich aufstellen lässt.
Wenn sich der BR erstmal etabliert hat, dann haben die Nachfolger weniger Probleme, aber man braucht eben mutige Kollegen, die sich darauf einlassen.
Und wie schon oben geschrieben, die Kollegen von der BCE zur IG-Metall rüberziehen, wenn es möglich ist.
Ist es ein Betrieb, bei dem sich IG-Metall und BCE nicht wereinbaren lassen, da eben verschiedene Genres dort vorhanden sind, wäre ein Haustarifvertrag als Kompromiss zwischen beiden Gewerkschaften mögich, was aber erstmal nicht unterbreitet werden sollte. Mann sollte nicht gleich am Anfang das Pulver verschiessen, das man hat.
Erkundige dich erstmal bei der örtlichen IG-Metall, bevor du irgendwas in die Wege leitest, und behalte das aber für dich.
Gruss
Thommi